Intensiv Neues Curriculum für die Weiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege

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Christian Kröhl

Christian Kröhl

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25.06.2000
Frisch aus der Mailbox mit der Bitte um Veröffentlichung:
<BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>Neues Curriculum für die Weiterbildung von Krankenschwestern/–pflegern und Kinderkrankenschwestern/-pflegern in der Intensiv- und Anästhesiepflege erarbeitet von einer norddeutschen Arbeitsgemein-schaft der pflegerischen Leitungen von Weiterbildungsstätten.
(Hannover Juli 2002) Eine Gruppe von 12 Mitgliedern der Länderarbeitsgemeinschaft der pflegerischen Leitungen der Weiterbildungsstätten in Hamburg, Bremen und Niedersachsen hat nach 3-jähriger Bearbeitungszeit ein Curriculum für die Weiterbildung von Krankenschwestern/–pflegern und Kinder-krankenschwestern/-pflegern in der Intensiv- und Anästhesiepflege vorgelegt.

Das Gesamtprojekt wurde vom Norddeutschen Zentrum zur Weiterentwicklung der Pflege (NDZ) finanziert, was die wissenschaftliche Begleitung des Projektes durch Frau Prof. Dr. Uta Oelke sowie durch das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES) an der Universität Hannover ermöglichte.

Die Weiterbildung in der Intensiv- und Anästhesiepflege gehört mittlerweile zu den am längsten etablierten Fach-weiterbildungslehrgängen in der Bundesrepublik Deutschland. Schon in den 60er Jahren wurden, von Intensiv-medizinern initiiert, erste Weiterbildungslehrgänge für Anästhesie und Intensivpflege durchgeführt. Hiermit wurde die Absicht verfolgt, sich kompetentes Hilfspersonal für diese expandierenden Spezialbereiche heranzubilden.
Dementsprechend waren die Lehrpläne und Weiterbildungsordnungen stark medizinisch ausgerichtet. Diese für die Pflege unbefriedigende Situation führte seit Beginn der 90er Jahre in den verschiedenen Bundesländern zu Weiterbildungs- und Prüfungsordnungen, die den heutigen Ansprüchen an die Weiterbildung in einem Pflegeberuf weitgehend entsprechen. Dennoch fehlt bis heute für die Weiterbildungslehrgänge ein institutionsübergreifen-des Curriculum. Die Orientierung von Weiterbildungslehrgängen an einer curricularen Vorgabe kann mittlerweile als unabdingbares Qualitätskriterium gewertet werden, wie auch die Bundeskonferenz der Pflegeorganisationen in der Schrift "Qualitätssicherung pflegerischer Weiterbildungsmaßnahmen" (2000) ausdrücklich bestätigt. Hier wird inhaltlich gefordert, dass sich die Weiterbildung am Berufsbild Pflege und seinen ethischen Normen sowie an pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert. Pädagogische Forderungen nach erwachsenengerechter Weiterbildung und curricularer Vernetzung von Weiterbildungswissen sind weitere Qualitätsmaßstäbe. Durch das vorgelegte Curriculum soll dieser Anspruch eingelöst werden. Den Mitgliedern der Arbeitsgruppe war es als ver-antwortliche Leitungen von Weiterbildungseinrichtungen ein Anliegen, die curriculare Vorgabe zu entwickeln, um ihre Erfahrungen in die fachinhaltliche Bestimmung mit einbringen und um hierdurch die Praxisnähe der Ausges-taltung gewährleisten zu können.

Mit dem vorliegenden offenen Curriculum kann die theoretische Weiterbildung von Kinderkrankenschwestern/-pflegern und Krankenschwestern/-pflegern in der Intensiv- und Anästhesiepflege fächerintegrativ strukturiert, geplant und durchgeführt werden. Im Besonderen sind die gesetzlichen Grundlagen der norddeutschen Bundes-länder Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in diesem Curriculum berücksichtigt worden, für andere Bundesländer sind die Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) berücksichtigt worden.

Die pflegewissenschaftliche Ausrichtung des Curriculums umfasst Überlegungen zu einer Definition von Intensiv- und Anästhesiepflege sowie deren spezifischen Inhalten, Aufgaben und Werthaltungen.

Als übergreifende Strukturmomente wurde eine Differenzierung der Inhalte in drei Lernbereiche gewählt, denen Lernmodule zugeordnet sind. Die thematisch in sich geschlossenen Lernmodule sind zu Lerneinheiten mit über-greifender Zielsetzung ausdifferenziert worden. Die Lernbereiche unterscheiden sich durch ihre inhaltliche Aus-richtung wie folgt:
Lernbereich I: Pflegerisches Handeln nach neuen Konzepten und in anspruchsvollen Situationen
Dieser Lernbereich setzt sich aus drei Modulen zusammen. Sie beziehen sich zum einen auf Pflegesituationen, in denen der Einsatz von komplementären Pflegeansätzen sinnvoll erscheint, zum anderen auf Situationen, in de-nen besonders die einfühlende Gesprächsführungs- und/oder Anleitungskompetenz der TeilnehmerInnen gefor-dert ist. Im dritten Modul werden Fertigkeiten zur Organisation, Planung und Dokumentation pflegerischer Tätig-keit vertieft.
Lernbereich II: Pflegerisches Handeln in der Intensiv- und Anästhesiepflege
Dieser Lernbereich umfasst zwei Module. Im Mittelpunkt des ersten Moduls stehen die "Basisfertigkeiten" einer Intensiv- und Anästhesiepflegekraft. Dazu gehört aktivierend und/oder kompensierend pflegen und bei Maßnah-men der medizinischen Diagnostik und Therapie assistieren zu können. Aufbauend auf diesen "Basisfertigkeiten" soll im zweiten Modul eine Vertiefung im Blick auf komplexe Pflegesituationen erfolgen. Hierzu wurden typische Pflegesituationen der Intensiv- und Anästhesiepflege ausgewählt, bei deren Bearbeitung deutlich wurde, dass es hier erhebliche Unterschiede bei der Pflege erwachsener und pädiatrischer Patientinnen und Patienten gibt, so dass eine Differenzierung der Inhalte vorgenommen wurde.
Lernbereich III: Weiterbildungs- und Berufssituation der Pflegenden in der Intensiv- und Anäs-thesiepflege
Dieser Lernbereich enthält vier Module. Diese beziehen sich auf die Themen "Lernen lernen", "Professionalisie-rung und Verwissenschaftlichung von Pflege", "Intensiv- und Anästhesiepflege und Recht" sowie "Arbeitsbelas-tungen und –entlastungen". Beim letztgenannten Modul geht es insbesondere um Konstellationen, die sich im Zusammenhang mit krisenhaften Patientensituationen, aus der besonderen Nähe zu Sterben und Tod, sowie aus der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Berufsgruppen ergeben.

Bei der Stundenkalkulation innerhalb der Lernbereiche handelt es sich um Empfehlungen, von denen je nach Bedarf und vorliegenden Rahmenbedingungen abgewichen werden kann. Die Konzeption der Lernbereiche und -einheiten ist überwiegend integrativ im Hinblick auf die Weiterbildung von Kinderkrankenschwestern/-pflegern und Krankenschwestern/-pflegern angelegt. Die Ausnahme stellt der gesamte Lernbereich II dar, der in zwei unterschiedlichen Versionen vorgelegt für die für die Weiterbildung von Krankenschwestern/-pflegern und für die Weiterbildung von Kinderkrankenschwestern/-pflegern vorgelegt wird. Darüber hinaus sind die Lernbereiche und Lerneinheiten im Hinblick auf die unterschiedlichen Arbeitsfelder der Intensiv- und Anästhesiepflege integrativ angelegt. Grundsätzlich ist die Reihenfolge der Vermittlung einzelner Lerneinheiten variabel.

Das Zusammenfassen themenverwandter Lerneinheiten zu Modulen entstand auch auf dem Hintergrund von Überlegungen zu möglichen zukünftigen strukturellen Entwicklungen im Fort- und Weiterbildungsbereich, wie sie beispielsweise der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe mit seiner modularen "Konzeption arbeitsfeld-, pflege- und funktionsbezogene Weiterbildung" 1999 vorlegte.

Das Curriculum befindet sich zur Zeit an mehreren norddeutschen Weiterbildungsstätten in der Erprobung.

Ab Ende Oktober 2002 ist das Curriculum erhältlich über das Norddeutsche Zentrum zur Weiterentwicklung der Pflege zu einem Preis von ca. 28,00 Euro plus Versandkosten (3,68€). Das Curriculum ist zusammengefasst in einer Mappe mit Ringheftung, die durch eigene Unterlagen ergänzt werden kann. Der Inhalt des Ordners ist zu-sätzlich zusammengefasst auf einer Diskette, die dem Ordner beiliegt. Der Ordner kann bezogen werden beim:
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein

NORDDEUTSCHES ZENTRUM ZUR WEITERENTWICKLUNG DER PFLEGE
Adolf-Westphal-Str. 4
24143 Kiel
Tel./ Fax/ Anrufbeantworter: 0431 / 73 99 800
nur Telefon 0431 / 599-5334
Email: [email protected]


Für die Arbeitsgruppe der Länderarbeitsgemeinschaft der pflegerischen Leitungen der Weiterbildungsstätten in Hamburg, Bremen und Niedersachsen,

Elisabeth Gottschalk
Klinikum Osnabrück
Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie
Pfleg. Leitung Elisabeth Gottschalk
Sedanstr. 115
49090 Osnabrück
fon: (0541) 405-3803/3806
fax: (0541) 405-3899
email: [email protected] <HR></BLOCKQUOTE>

Viele Grüße aus dem Urlaub,
Christian Kröhl
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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