Arbeitsrecht neue Besen kehren... anders

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Andiman

Liebe Forianer,

als Mann einer Krankenschwester bin ich (so wie ihr auch) manchen Kummer gewöhnt.
Wie bei sicher vielen hier leidet auch die Gemeinsamkeit unter dem wachsenden Stress und dem Schichtdienst.
Lange habe ich hier im Forum mitgelesen und wende mich nun mit ein paar Fragen an euch in der Hoffnung, einige Antworten zu finden, da ich nicht mehr bereit bin (meine Frau auch nicht) die Zustände weiter so hinzunehmen und mich im Privatleben durch den Job meiner Frau so einschränken zu lassen.

Meine Frau Arbeitet auf einer inneren Station und seit einigen Monaten gibt es dort eine neue Stationsschwester. Die alte mußte aufgrund einer Krankheit ihren Job an den Nagel hängen. Neue Besen kehren ja bekanntlich gut (oder zumindest anders) und meiner Meinung nach lassen meine Frau und ihre Kollegen sich viel zu viel gefallen, denken aber, das die Stationsschwester im Recht ist („Sonst würde die das ja nicht machen“).

1. Der Dienstplan steht oft nicht einen Monat vorher. Die Wochenenden werden zwar als Dienst eingetragen aber nicht, in welcher Schicht. Hier sollen sich die Kollegen selber einigen. Es könenn also Wünsche eingetragen werden aber natürlich (auch irgendwo verständlich) werden die Kolleginnen mit Kindern bevorzugt behandelt. Das führt dazu, dass wir oft erst zwei Tage vor dem Wochenende wissen, in welcher Schicht gearbeitet wird. Eine Planung für die Freizeit ist also unmöglich. Weiter wird dies auch an den Feiertagen so gehandhabt. Wir wissen zwar, dass meien Frau Weihnachten arbeiten muss aber nicht, in welcher Schicht… Wird das bei euch auch so gehandhabt???
2. Es existieren keine Stempelkarten. Die Arbeitszeiten werden handschriftlich eingetragen.
Es ist nun schon mehrmals aufgefallen, dass diese Zeiterfassungsscheine von der Stationsschwester (natürlich) zu ungunsten der Schwestern wieder geändert wurden, wenn zum Beispiel Überstunden eingetragen wurden oder durchgearbeitete Pausen. Meiner Meinung nach ist dies schon ein schwerer Betrugsfall und rechtfertigt mindestens eine Abmahnung für die Stationsschwester. Wohin sollte man in diesem Fall seine Beschwerde richten. (Abgesehen davon, dass das durcharbeiten der Pausen eh nicht erlaubt ist).
3. Bei der alten Stationsschwester war es so, dass Nachtschichten nie ins freie Wochenende geplant wurden.
Die neue plant gerne den Freitag noch als Nachtschicht, so dass der „Ausschlaftag“ der Samstag vom freien Wochenende ist. Aber ich meine hier gelesen zu haben, dass man da nichts machen kann oder?
4. Freizeit wird von der Stationsschwester eingeteilt. Gerne wird z.B. Montags bekanntgegeben, dass man von Mittwoch bis Freitag frei hat. ABER: „Wenn irgendjemand krank wird, bist du die erste, die einspringen muss…“ Ich hab meine Frau jetzt soweit, dass wir bei Anrufen aus der Ballerburg oder Anrufen ohne Nummer nicht mehr ans Telefon gehen, weil ich denke, dass das nicht rechtens ist. Schließlich existiert keine Rufbereitschaft.
5. Auch wenn meine Frau regulär zum Beispiel Montags frei hat, kommt es vor, dass sie Motag morgens angerufen wird um vielleicht am Nachmittags oder Nachts doch zu arbeiten, weil jemand krank geworden ist. Meiner Meinung nach auch absolut nicht rechtens und sogar Nötigung.

Gespräche mit der Pflegedienstleitung in Anwesenheit der Stationsschwester haben bisher gar nichts gebracht. Für mich als außenstehender (in der Industrie arbeitender Einkäufer) absolut verständlich, da das letztendlich alles super Einsparungen für das Krankenhaus sind.

Wie würdet ihr euch verhalten und was würdet ihr unternehmen?

Vielen Dank für eure Geduld und eure Antworten.

Andreas
 
nachteule44

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Hallo Andreas,

in dem Krankenhaus gibt es doch sicher einen Betriebsrat, das sollte der 1. Anlaufpunkt für deine Frau sein.
Denn zu Punkt 1 weiß ich genau das die bestimmten Schichten im Dienstplan stehen müssen. Bei uns lief es auch bis vor kurzem so, das erst 2 Tage vor dem Wochenende die genauen Dienste eingetragen wurden.
Da hat sich bei uns der BR drum gekümmert u. jetzt werden schon beim Dienstplanschreiben die Dienste eingetragen.
Das gleiche gilt für die Feiertage, auch da müssen die genauen Dienste eingetragen sein.
zu Punkt 2, das kenne ich auch, das Ü-stunden nicht akzeptiert werden, meiner Meinung nach, dürfen die aber nicht einfach unter den Tisch fallen.
Auch ein Punkt für den BR.
Punkt 3, wie doch hier schon gelesen hast. Kann der Dienstplanschreiber den ND so legen, da der Tag an dem deine Frau aus dem ND kommt schon als frei gilt. Trotzdem sollte man mit der STationschwester darüber reden u. darum bitten es künftig anders zu machen. Aber da gibt es wohl kein Gesetz, sondern man ist vom Dienstplanschreiber abhängig.
zu Punkt 4 u. 5 gibt es auf der verdi Seite gute Gesetzestexte u. Richtlinien.
"Mein Frei gehört mir". Ich habe leider keine Ahnung wie ich hier einen Link einfüge, sorry.
Viel Glück, nachteule
 
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Punkt 1:
Bei uns steht zwar für das WE/Feiertag ein Dienst, aber dennoch ist es auch bei uns üblich, dass in der Woche vor dem Dienst-We/Feiertag die Kollegen sich einigen wie sie arbeiten möchten. Trägt bei uns zum Betriebsfrieden bei und alle finden es gut, da auch kurzfristige Planungen mit einbezogen werden können.
Wann der DP hängen muss, darüber gibt es sicher eine Regelung, vielleicht mal erfragen.

Punkt 2:
Die Zeiterfassungsscheine müssen exakt den Zeiten auf dem Dienstplan entsprechen. Überstunden müssen von der STL angeordnet werden, also keine Minute länger Dienst als angeordnet machen.
Beschwerden, wie schon erwähnt an den Betriebsrat/MAV

Punkt 3:
Ist rechtens und somit erlaubt, ein Gespräch kann vielleicht weiter helfen, es wird ja nicht nur Deine Frau stören. Konstruktive Lösungsvorschläge können weiter helfen.

Punkt 4:
Frei ist und bleibt frei, da kann ich auch nach Timbuktu fahren. Wenn ich mich zum bereithalten muss, dann ist das Rufdienst und muss bezahlt werden.

Punkt 5:
Fragen seitens der STL ist erlaubt, nein sagen seitens des AN ebenfalls. Fragen ist noch keine Nötigung.

Wieso haben Gespräche nichts gebracht? Zumindest eine verbindliche Aussage darüber, wann der DP hängen muss sollte ein Ergebnis sein.
Wie steht denn der Rest der MA zur Diensteinteilung an We/Feiertagen?
Gibt es Beweise dafür, dass die STL die Zeitabrechnung unkorrekt schreibt, waren die Überstunden angeordnet? Dann wieder Btreibsrat/MAV.


 
Qualifikation
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Krankenhaus
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