Wundmanagement Nekroseabtragung durch Bio-Maden

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Anja He.

Mitglied
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23.02.2006
66773
In letzter Zeit hört man immer mehr über den Einsatz von Biomaden zur Nekroseabtragung an Dekubiti.
Hat von Euch jemand Erfahrung damit?
Kann man diese Maden in alle Wunden setzen oder gibt es Kontraindikationen?
Was haltet ihr davon?
 
Qualifikation
Kinderkrankenschwester
Fachgebiet
Intensivstation neurolog. Frühreha
PflegeFrei

PflegeFrei

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Re: Nekroseabtragung durch Biomaden

Hallo Anja,
ich kenne den Einsatz nur beim Ulcus cruris venosum, ( ich hatte auch schon mal "wilde Maden" erlebt) danach sah die Wunde viel besser aus.
Meine Meinung dazu ist, warum nicht, den die Maden "fressen" nur das "schlechte Gewebe" so wird die Wunde nicht grösser als Notwendig im gegensatz dazu die Chirugische reinigen der Wunde. Die Wunde heilt auch durch die Ausscheidung der Maden besser und schneller ab. Man(n) oder auch Frau muss nur die Abscheu überwinden das da in der Wunde Maden sind.
MfG DvD
 
Qualifikation
exam.Fachaltenpfleger für Gerontopsychiatrie, PA Gerontopsychiatrie,
Fachgebiet
Freiberuflich
Weiterbildungen
Wundexperte ICW
Pflegefachkraft ausserklinische Beatmung
P

Polly-Püppchen

Hi,
habe in der Uni Kiel damit gearbeitet, die Erfahrungen waren durchweg positiv. Sie sind halt nur ziemlich teuer, deswegen hatten die Pat. in der Regel schon einen längeren Leidensweg hinter sich. Kenne keinen, den die Kleinen nicht wieder hingekriegt haben. Im Beutel (Biopack) nimmt man sie vor allem, wenn du nicht ersehen kannst, wie tief die Wunde geht/Fistelgänge. Wobei im allgemeinen, meine ich, die "losen" besser gewirkt haben, weil sie nicht so lokal begrenzt wurden...
Für die Diabetiker war das Gefühl i.d.R. kein Problem, sie waren (nach teilweise vielen Jahren) einfach heilfroh, dass es endlich besser wurde. Gemerkt, im Sinne von Kitzeln, war auch nichts, weil sie ja nun häufig ne PNP hatten.
Einmal habe ich mitbekommen, da musste die Station sie leider zurück schicken, weil die meisten bei Ankunft schon tot waren, das muss man prüfen.
Raussammeln ist eine Sisifuss-Arbeit. Schön für Schüler! Kleines Töpfen, "Madengrab", mit Sterilium, rein damit, fette Made tot.
Einsetzen durften sie aber nur die erfahrenen Pfleger. Man musste höllisch aufpassen, vor allem bei den Losen, dass sie einem nicht verloren gingen (teuer).
Viel Spaß mit den Tierchen, vermisse sie direkt.
Sonja
 
flocky

flocky

Mitglied
Basis-Konto
25.12.2005
14157
Hallo,
auch ich kenne den Einsatz von Maden allerdings nur im Biopack werden bei uns von der Ärzten eingesetzt , auch bei diabetischem Gaangrän. Eingige Oatienten haben von Kribbelgefühl berichtet obwohl nicht sicher ist ob sich das nicht in erster Linie , im Kopf abgespielt hat . Ich muß ehrlich sagen dass sich auch bei mir immer noch eine Art Ekelgefühl einstellt wenn Maden zum Einsatz kommen obwohl die Ergebnisse die ich gesehen habe durchweg positiv waren.
LG Flocky
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
T

Torsten

Mitglied
Basis-Konto
04.02.2006
47495
Hallo
Ich kenne auch nur den Einsatz von Biomaden. das Ergebinis ist positv gewesen, haben Sie eingesetz beim Diab. Gangrän oder Ulcus cruris vensoum, wichtig ist hat die reglmäßige beträufelung des Säckchen mit NAcl,09% 2 mal am Tag da dann die MAden die Nekrosen besser fressen können,
 
Qualifikation
Krankenpfleger/ stellv. stationsleitung
Fachgebiet
Innere Medizin/Diabetologie, Diab Fussambulanz
U

ulscharte

Mitglied
Basis-Konto
Madentherapie mit Biopacks wird bei uns auch in der stationären Altenpflege bei Ulcus curis venosum angewendet und sehr gut von an Alzheimer Demenz erkrankten Bewohnern (Patienten) angenommen. Ein Problem tritt bei kognitiv stark Betroffenen oftmals auf. Sie haben das Problem, dass sie das leichte Kitzeln in der Wunde (geht von den fressenden Maden aus) nicht richtig zuordnen können. Sie verstehen auch oft nicht mehr, dass diese Therapie ihnen hilft. Der / Die Bewohner versuchen dann diese "Fremdkörper" irgendwie loszuwerden. Auch wenn man es ihnen erklärt, vergessen sie aufgrund der Hirnleistungsschwäche und Demenz wieder schnell was man gesagt und erklärt hat (Komplexe Erklärungen sind hier auch fehl am Platz - Einfach ist hier angesagt!). Hier ist dann viel Fachwissen über den Umgang und die Pflege von an Demenz oder Parkinson Erkrankten nötig, um diesen Menschen diese gute Therapie verständlich zu machen. Damit, und mit der personenzentrierten Pflege klappt das bei uns sehr gut. Allerdings wird diese Therapie meist nur bei gut finanziell stehenden Bewohnern angewendet. Die Kasse tut sich hier schwer.
 
Qualifikation
Altenpfleger u. techn. Betriebswirt / QM-Trainer, Mikrosystemtechnologe
Fachgebiet
Medizin- u. Automatisierungstechnik / Qualitätssicherung / CIT-IPC-USA / Pflege nur noch im Nebenberuf
Weiterbildungen
Betriebsswirtschaft / Qualitätsmangement / Miktrosystemtechnologie (Medizintechnik / Elektronik)
U

UlrichFürst

@all:
Zur Aussage "die Maden fressen das tote Gewebe"
Meines Wissens nach sondern die Maden nur ein Sekret/Enzym ab, dass die Wunde reinigt. Wie sollten sie auch fressen können, wenn sie z.B. in einem Biobag drin sind?

Ulrich
 
B

benutzername

Mitglied
Basis-Konto
02.01.2006
86156
An Ulrich Fürst:

Sie (die Maden) spucken und saugen. Das geht auch durch den Biobag.

Gruß
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegekraft
Fachgebiet
Krankenpflege
M

mighty2489

Mitglied
Basis-Konto
07.05.2006
41238
Ein Nachteil ist allerdings, daß man den Patienten klar machen muss, daß sie die Maden nicht "zerquetschen" dürfen. D. h. bei Wunden an den Füssen bes. den Fußsohlen gilt strenge Bettruhe und ggf. zusätzliche Polsterung. Bei Dekubiti am Steiß könnte das auch zu einem Problem werden. Bei fast allen Lagerungsarten liegen die Patienten mehr oder weniger auf der betroffenen Stelle. Man kann sie ja schlecht nur in der 135-Grad-Lagerung lagern. Es sei denn, man hat kassetenbetten, aber die hab ich ausser in Prospekten noch nie in einem Krankenhaus gesehen...
Ansonsten ist es eine super Möglichkeit schlecht heilende Wunden zu zu bekommen. Ich war vom Ergebnis überrascht und begeistert.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
HNO
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05.07.2001
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