NANDA Pflegediagnosen in der psychiatrischen Pflege

M

MiChung

Hallo,

gibt es unter den psychiatrischen KollegInnen jemanden, der mit NANDA Pflegediagnosen arbeitet?
Würde mich interessieren, wie Ihr damit zurechtkommt. Nutzt Ihr die Textbausteine, oder formuliert Ihr die Pflegeplanungen selbst?
Wie verbreitet ist die Anwendung von Pflegediagnosen in der Psychiatrie überhaupt?

Bin gespannt auf Eure Antworten

LG MC
 
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Suchti

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Hallo MC
Unser Krankenhaus (Psychiatrie mit allen Abteilungen und Forensik) hat begonnen die NANDA-PD flächendeckend einzuführen. Dies geschieht im Momant im "Hauruckverfahren" und überfordert alle Beteiligten. Iich habe mich in einer Arbeitsgruppe mit anderen FKP/S intensiver damit auseinandergesetzt und habe immer noch etwas Schwierigkeit in der Sinnfindung, da unsere Arbeit von den anderen Berufsgruppen entweder ignoriert oder abgewertet wird. In der Rahmenbehandlungsplanung (mit allen Berufsgruppen der Station) wird z.Zt. das Pflegeassessment und die PD nicht berücksichtigt - Frust - Textbausteine haben wir in dieser AG bearbeitet - unser Software ist durch QM gehandycapt und die Texte lassen sich nur umständlich einfügen. So geht es per Hand schneller. Schade das dass neue NANDA- PD-Buch für Psychiatrie immer noch nicht im Handel ist, wird erst im Herbst ausgeliefert.
Gruss Waltraud
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester für Psychiatrie
Fachgebiet
Drogenentgiftungsstation, Stationsleitung
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MiChung

Hallo Waltraud,
der Beitrag hätte gut auch von mir sein können, wenn ich so ca. 3 Jahre zurück denke... Die Einführung war auch bei uns ziemlich "hauruck - mäßig". Einige Stationen hatten schon zuvor "handschriftlich" die alten Pflegeplanungen gegen NANDA Diagnosen ersetzt, bevor dann ca 1-2 Jahre später die Dokumentation über die EDV (KIS System) eingeführt wurde. Man ging damals davon aus, dass dieses System arbeitsentlastend sein würde.
Darüber kann man streiten.... mit der Zeit, wenn man routinierter mit dem Programm umgehen kann, wird´s schon einfacher.
Bei uns gibt es ebenfalls eine AG mit Fachpflegekräften, die geeignete, leicht verständliche Textbausteine erarbeiten. (Die im Programm, bzw. identisch im Buch verfassten Textbausteine waren uns viel zu schwammig, kompliziert ausgedrückt und zu lang formuliert).
So gibt es die PD seit nunmehr fast 3 Jahren, aber so richtig damit gearbeitet wird noch nicht flächendeckend. Aber einige Stationen sind auf einem guten Weg.
Im Prinzip ist es ja auch nicht so völlig anders als unsere früheren Pflegeplanungen - nur dass die "Pflegeprobleme" mittels einer Diagnose beschrieben werden. Mit der Zeit wird es auch einfacher, schneller die passende Diagnose zu finden.
Viele der versierteren Kollegen sind der Meinung, dass es einfacher ist, auf die Textbausteine zu verzichten und die Ziele und Maßnahmen "frei" zu formulieren. Viele der eher unsicheren Mitarbeiter haben lieber "vorformulierte" Textbausteine.
Die Integration der PD in die Gesamt- Behandlungsplanung läuft bei uns auch eher schleppend, aber ich denke da ist auch die Pflege gefragt, sich entsprechend selbstbewusst zu präsentieren - als eigenständige Berufsgruppe mit eigenen Tätigkeitsfeldern - Die Zeiten des "medizinischen Hilfspersonals" sind ja wohl hoffentlich vorbei.

P.S.: achso, es macht Sinn, auf den einzelnen Stationen nachzufragen, bzw, diese zu bitten eine Liste zu erstellen mit den am häufigsten vorkommenden PD (meist sind es so 5-6, die immer wieder vorkommen) und diese dann zu standardisieren.
Die Ergebnisse werden bei uns ins "Intranet" gestellt und können von dort aus in die Pflegeplanungen kopiert werden. Die Gefahr dabei ist, dass diese auch oft unkritisch in alle Planungen kopiert werden und einige Kollegen gar nicht mehr darüber nachdenken ob´s auch so passt.

LG MC
 
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