Nadelwechsel bei Insulininjektion in der ambulanten Pflege - neuester Stand?

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crazywomen13

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Hallo ihr Experten!
Habe im Archiv zu diesem Thema nur Beiträge von 2008 und älter gefunden. Deswegen und aus zeitlichen Gründen (ich google mich manchmal halb tot :rolleyes:) meine Fragen an Euch:

1. Das MPG besagt an einer Stelle, dass Medizinprodukte nach Herstellervorgaben eingesetzt werden müssen. Kann mir jemand den entsprechenden Paragraphen nennen? Wenn man sich danach richtet, heißt das dann wohl immer noch: Wechsel der Pennadel nach jeder Injektion, oder?

2. Gibt es mittlerweile klare Richtlinien von RKI, womöglich noch speziell für die ambulante Pflege? Link wäre super :super:!

3. Gibt es andere rechtlichen Vorgaben oder Bestimmungen die definieren wie das zu handhaben ist?

Danke schon mal an alle die schlauer sind als ich oder sich die Zeit nehmen, darüber nachzudenken oder nachzulesen.

LG crazywomen
 
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Yvonne1305

Yvonne1305

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AW: Nadelwechsel bei Insulininjektion in der ambulanten Pflege - neuester Stand?

Die Pen-Kanülen sind Einmal-Artikel... Für alles andere übernimmt der Hersteller keine Garantie... Und ich spreche hier als Betroffener: Ich möchte nicht mehrfach die gleiche Kanüle in mein Unterhautfettgewebe reingestochen bekommen.... Das tut nämlich spätestens beeim 3. mal tierisch weh... Auch wenn die Praxen es teilweise immer noch versuchen, meine Haut ist mir heilig....
 
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PflegeFrei

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AW: Nadelwechsel bei Insulininjektion in der ambulanten Pflege - neuester Stand?

Ein Vorschlag von mir benutzt Pen Nadeln nach der TRBA 250 verordnung (wenn ich mich nicht Täusche). dann sind diese Fragen überflüssig. Die macht es nicht möglich die Nadel ein 2. Mal zu benutzen. Die Kanüle sichert sich nach gebrauch selbst. Dieses System gibt es auch für die Lanzetten. Arbeitsschutz halt. Tretet Euren PDLs und ELs und Ärzten gräftig auf die Füsse dass sie diese Systeme anschaffen.


Grüsse
 
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stern3007

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AW: Nadelwechsel bei Insulininjektion in der ambulanten Pflege - neuester Stand?

Tja entspricht zwar jeglicher Sicherheitsvorschrift aber wer nicht in der Theorie glauben will, wie sehr sich eine Kanüle durch die Einstiche verändert, begreift es am besten, wenn er sich die Kanüle mal ganz vorsichtig über die Haut zieht. Ihr werdet erschrocken sein wie stark man die Widerhaken schon nach nur 3 maliger Benutzung spürt. Ich glaube nicht, dass sich einer von euch damit noch stechen lassen will.

Ansonsten: Die Kanülen sind zum Einmalgebrauch ausgelegt und sollten auch nur 1x benutzt werden. Ob Einmalgebrauch oder Mehrfachgebrauch entscheidet der Hersteller, denn entsprechend muß das Material ausgelegt sein. daran sollte man sich also auf jeden Fall halten. Ein Hersteller wird sicher kein System für sicheres Aufstecken der Schutzhülle für die Kanüle entwickeln, wenn die Kanüle zum Einmalgebrauch definiert ist.

In der TRBA 250 wird z.B. ausgesagt, das ein Wiederaufstecken der Schutzhülle nicht erfolgen darf, es sei denn, es handelt sich um ein Sicherheitssystem welches Nadelstiche unmöglich macht. Also sollte man sich die simple Frage stellen, ob die hier genannten Kanülen ein solches Sicherheitssystem haben. Der Verweis auf die TRBA 250 wäre also eine Möglichkeit eure Vorgaben zu kippen.
 
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Hypet

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AW: Nadelwechsel bei Insulininjektion in der ambulanten Pflege - neuester Stand?

Hallo Crazywomen,
zu dem von Dir angesprochenen Thema ist kürzlich von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut (KRINKO) was erschienen: http://www.rki.de/cln_116/nn_201414/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Punkt__Inj__Rili,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Punkt_Inj_Rili.pdf
Dann gibt es zu diesem Thema schon lange einen Expertenkonsens von der DGKH: http://www.krankenhaushygiene.de/Nutzerdaten/File/empfehlungen/2010_09_01_pen_papier.pdf
Grundsätzlich schwebt über allem der §2 Abs. 1 der MPBetreibV: "Medizinprodukte dürfen nur ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nach den Vorschriften dieser Verordnung, den allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie den Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften errichtet, betrieben, angewendet
und in Stand gehalten werden.
" Mit den "allgemein anerkannten Regeln der Technik " können die obigen Regelwerke gemeint sein. Einen Unterschied zwischen der Vorgehensweise innerhalb und außerhalb von Krankenhäusern kennt das Medizinprodukterecht nicht.
Also läuft es darauf hinaus, dass Du die Nadel wechseln musst (und nicht etwa nur "sollst").
Viele liebe Grüße sendet
Hypet
 
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