Medizinrecht NaCl-Gabe subcutan und Patient sagen es wäre Dipidolor

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forrest_mi

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Es wurde einem Pat. in der häuslichen Pflege(der unter starken Schmerzen leidet) NaCl 1ml subcutan gesprtitzt aber gesagt es wäre Dipidolor gewesen. Pat. hat dies die Wochen vorher in KH und Reha erhalten.
Im Pflegebericht steht "lt. Anordnung von Fr. Dr. .. 1ml NaCl gesprtitzt" Keine Unterschrift/Fax oder änliches von Arzt vorhanden.
Für mich ist das einerseits Betrug wenn nicht evtl. sogar Körperverletzung obwohl Kd. dem spritzen an sich mündlich eingewilligt hat. Wie seht ihr das?
 
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Fripi

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AW: NaCl-Gabe subcutan und Patient sagen es wäre Dipidolor

Klar nicht gedeckt durch unser Recht. Placebos darf man allenfalls im Rahmen einer Studie geben, mit vorheriger Einwilligung. Jemandem zu erzählen er bekommt Dipi obwohl es NaCl ist verbietet sich. Die Einwilligung in die Körpererletzung ist im übrigen auch unwirksam wenn absichtlich etwas falsches erzählt wurde. Wer auch immer das tut hanelt hochgradig unprofessionell... Obwohl die Placebos nicht mal so einen schlechten Wirkungsgrad haben, aber gestattet ist es nicht einmal in der Psych wo es oft wirklich helfen könnte.

lg, Nils
 
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AW: NaCl-Gabe subcutan und Patient sagen es wäre Dipidolor

Klar nicht gedeckt durch unser Recht. Placebos darf man allenfalls im Rahmen einer Studie geben, mit vorheriger Einwilligung.
Das ist mir neu! Kannst du da bitte entsprechende Paragraphen oder Urteile nachreichen?
Zu meiner Zeit in der Chirurgie wurden öfters mal Placebos verabreicht; auch nach ausdrücklicher Anordnung durch Ärzte "im Bedarfsfall". Allerdings immer in Tablettenform, nie irgendwohin gespritzt. Und in der Tat mit einem nicht zu verachtenden Wirkungsgrad. Wurde meist dann gemacht, wenn die Patienten offensichtlich einen Medikamentenmißbrauch entwickelten.

aber gestattet ist es nicht einmal in der Psych wo es oft wirklich helfen könnte.
Das ist wahr; gerade im Bereich Suchtkrankenpflege haben wir oft Patienten, wo wir überzeugt sind, dass wir mit Placebos Wunder bewirken könnten.
Dass gerade in der Psychiatrie aber keine Placebos verwendet werden, hat aber meines Wissens nichts mit irgendwelchen Gesetzen zu tun.
Es geht eher um den ethischen Konflikt, dass man nicht einerseits Beziehungsaufbau und -gestaltung betreiben kann, den Patienten zur Offenheit motiviert und ihn auf der anderen Seite "verarscht" und hintergeht.
Wir sind hier ja oft genug froh, wenn die Patienten sich darauf einlassen überhaupt ihre verordneten Medikamente zu nehmen (die v.a. in der Psych ja nicht gerade arm an Nebenwirkungen sind)
 
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Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie
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Niederschwelliger Drogenentzug
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