Nachtdienst: Nutzung oder Mißbrauch der Glocke

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UlrichFürst

Hallo, ich bin doch ganz ruhig. Sollte nur ein Hinweis sein. Betrifft ja wahrscheinlich nur AH.
"Klang" so. Bei so vielen Ausrufezeichen und gleich zwei "Wütend-Smileys" ...:eek:riginal:

Ob das nun Gesetz ist, weisss ich auch nicht.
Schade...

Also, falls es aufgebracht klang, war nicht meine Absicht. Etwas verärgert war ich nur, weil eine Altenpflegerin zugestimmt hatte.
Was man so alles in Schrift hineininterpretieren kann... Entschuldigung!

Ulrich
 
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Irgenwie reden alle, die das entfernen der Glocke für unmöglich halten, davon, dass der Pat./Bewohner dann keinen gezielten Ruf mehr absetzten kann. ......
...... ist es dann nicht sinnvoller diese Glocke außer Reichweite zu bringen dem Pat./Bewohner ein anderes "Spielzeug" zu geben und halt von mir aus alle viertel Stunde von sich aus zu ihr/ihm zu schauen?

Ulrich
Ich finde auch, man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Sprich: man gibt dem Menschen ein "Spielzeug", belässt die Klingel aber fein in Funktion.

Nicht zuletzt hilft die Klingel ja auch dem Personal: in Notfällen reicht ein nochmaliges Klingeln, um einen Notruf abzusetzen. Fatal, wenn man dann erst die Klingel wieder einstöpseln muss
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
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UlrichFürst

Ich finde auch, man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Sprich: man gibt dem Menschen ein "Spielzeug", belässt die Klingel aber fein in Funktion.
Spielzeuge werden mit der Zeit langweilig :wink:

Nicht zuletzt hilft die Klingel ja auch dem Personal: in Notfällen reicht ein nochmaliges Klingeln, um einen Notruf abzusetzen. Fatal, wenn man dann erst die Klingel wieder einstöpseln muss
Das geht bei uns sowieso nicht. Wenn man die Glocke herauszieht, wird von haus aus ein Ruf ausgelöst. [1] Wenn legen wir die nur außer Reichweite.

Ulrich

[1] Besonders witzig, wenn ein "neuer" einen Patienten samt Bett z.B. ins Röntgen fährt und die Glocke ausstöpselt, anstatt sie vom Bett abzumachen und im Zimmer zu lassen:thumbsup:
 
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Barbara J

Mitglied
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01.03.2006
50937
Ich schon! Da kann ich z. B. einen Tätigkeit zu Ende bringen und dann halt erst nach 16 Min. oder schon nach 13 Min. hingehen. Wenn's bimmelt muss ich auf jeden Fall meine Tätigkeit unterbrechen! Das kann auch heißen, dass ich ein beruhigendes Gespräch mit einem an Demenz erkrankten führe und unterbrechen muss, weil ich ja nicht weiß, wo es läutet und warum (könnte ja auch was tatsächlich unaufschiebbares sein).
Ulrich
Dann ist das hier wohl ein Votum für: Pflege und deren Arbeitsabläufe sind minutengetreu planbar. Es kann immer mal was dazwischen kommen. Eine Arbeit ein Gespräch kann länger dauern. Wir arbeiten schließlich mit Menschen und nicht mit Maschinen. Dann lauf' ich lieber 100x zur Klingel nur um festzustellen, dass nichts ist, und beim 101x ist dann doch was.
 
Qualifikation
Krankenschwester (G.- u. KPin)
Fachgebiet
Krankenhaus (Augenklinik)
U

UlrichFürst

Dann ist das hier wohl ein Votum für: Pflege und deren Arbeitsabläufe sind minutengetreu planbar.
Nein, das soll es auf keinen Fall sein!

Dann lauf' ich lieber 100x zur Klingel nur um festzustellen, dass nichts ist, und beim 101x ist dann doch was.
Ich habe das halt ein wenig praktisch betrachtet. Wenn ich, nicht aus Kommunikatikonswillen oder Einsamkeit eines Patienten, sondern "per Zufall" 60 Minuten umsonst in der Gegen herum laufe. Dann fehlen mir halt 60 Min. zum effektiven und sinnvollen Arbeiten... Zum Beispiel auch um verwirrte oder verängstigte Patienten zu beruhigen oder aufzuklären!

Ich möchte hier nochmal betonen, dass es mir nie um Patienten ging, die prinzipiell in der Lage sind, zu verstehen, für was eine Rufanlage da ist; auch wenn es erst nach dem 30igsten Mal (wenigstens gelegentlich) klappt. Sondern nur wenn jemand wirklich nicht in der Lage ist eine Rufanlage von einem Gummiball zu unterscheiden.

Übrigens, normalerweise läuft das bei mir so: Wenn ich beschäftigt bin und eine Glocke ruft mich woanders hin, versuche ich meine gerade begonnene Tätigkeit fertig zu machen. Das aber eher zügig und ohne große Gespräche, die die Sache in die Länge ziehen. Und derweil klingelt's halt 2 Minuten länger. Man kann ja auch nicht immer alles stehen und liegen lassen (z. B. während eines Verbandswechsels).

Nochmal: Ich wollte hier nicht dafür plädieren und habe es auch nicht, jedem "unbequemen oder lästigen" Patienten die Möglichkeit zu nehmen sich bemerkbar zu machen. Ich hatte nur etwas gegen die vehemente und v.a. kategorische Ablehnung und auch etwas gegen die doch sehr vehement vorgetragene Entrüstung und moralische Verurteilung, weil jemand einen Gedanken äußert). Und bitte: Das soll jetzt kein Angriff sein; so habe ich eben die ganzen Meinungsäußerungen empfunden.

Ich hoffe ich konnte ein wenig verständlicher ausdrücken, was ich meine.

Ulrich
 
Nachtkrapp

Nachtkrapp

Neues Mitglied
Basis-Konto
13.05.2010
68723
AW: Nachtdienst: Nutzung oder Mißbrauch der Glocke

hallo zusammen

ich bin dauernachtwache in einem pflegeheim mit über 70 bewohnern auf 4 stockwerke verteilt. wir sind nachts zu zweit.
ich kenne diese thematik nur zu gut. mittlerweile führe ich handschriftlich ein klingelprotokoll mit uhrzeit zimmernummer und anliegen des klingelnden bewohners. grund: einige kollegen meinen wir haben nachts nichts zu tun... fakt ist: du kannst deine rundgänge nicht fließend durchziehen, sondern du wirst ständig unterbrochen. kommt schonmal vor das du 4 klingeln auf einmal hast. nicht immer können wir sofort hingehen, denn wenn zb ein bewohner sich eingekotet hat, dann lass ich den ganz bestimmt nicht liegen, sondern versorge den erstmal. vorallem kenn ich meine "pappenheimer", kann also relativ gut abschätzen wen ich mal warten lassen kann u wen nicht. du MUSST JEDE klingel ERNST NEHMEN, das ist fakt, auch wenns nervt, weil fr xy zum fünften mal sagt sie muss zur bank... klingel abstöpseln... jap, bin ich auch nicht unschuldig, das geb ich offen u ehrlich zu. denn wenn ein bew wirklich nicht in der lage ist, wie schon oben genannt "die klingel von einem gummiball zu unterscheiden", und halt einfach mal auf dieses hypnnotisierende rot leuchtende etwas drückt, und das in einer tour, ja unter diesen umständen hab ich auch schon mal abgestöpselt. bin aber dann sehr oft zum kontrollgang kucken gegangen ^^
eine sprechanlage haben wir leider nicht. und die klingelanlage ist bei uns nachts so geschaltet, das man das klingeln auf jedem stockwerk schallend hören kann. ist halt ein ziespältiges thema die klingel zu ziehen wenn ein bewohner immer und immer wieder auf dieses rote licht drückt, weils halt leuchtet, aber nicht weiß, was er damit bewirkt.
ich sag nur: jeder muss selbst wissen wie er handelt, ob er es verantworten kann. denn wenn was ist, ganz klar hat das personal die A-Karte, ganz zu schweigen vom bewohner... ich muss auch immer kucken, abstöpseln ja/nein. und vor allem dingen bespreche ich das im team.
 
Qualifikation
Exam. Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenpflegeheim, Dauernachtwache
T

Teetrinkerin

Aktives Mitglied
Basis-Konto
22.10.2009
Frankfurt
AW: Nachtdienst: Nutzung oder Mißbrauch der Glocke

Über den Sinn einer Gegensprechanlage bei dementen alten Menschen kann man streiten.
Ich stelle mir vor, ich bin alt und dement und ich drücke einen faszinierenden roten Knopf, weil der mir halt direkt vor der Nase baumelt.
Dann machts knisterkrxbiiiiiep und eine Stimme - womöglich noch aus dem Dunkel - sagt: was wünschen Sie Fr. Meier?
Nee, man muss hingehen, auch wenns einem müffelt.
Wobei ich schon feststellte, dass wenn man die Klingel vielleicht etwas seitlich festmacht, wo ein Bewohner immer noch hinkommen kann, es ihm aber net als vor der Nase
baumelt, die Klingelfrequenz sinkt. Viele wollen das rote kleine Licht auch nur ausmachen und wundern sich dann, wenn jemand reinkommt oder die Stimme aus dem Dunkel ...
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Pflege
C

cloodt2406

Gesperrter Benutzeraccount
04.03.2010
44575
AW: Nachtdienst: Nutzung oder Mißbrauch der Glocke

Also!!! Ich weiß jetzt nicht, warum es so aussieht , als würde Nachtfreak hier gefährliche Arbeit leisten oder gar die Wünsche der dementen Bewohner missachten!? im Zuge meiner Weiterbildung zur PDL bin ich vor einem halben Jahr auch in den Nachtdienst gegangen, vorher habe ich 13 Jahre im Tagdienst gearbeitet, ich versorge in der Nacht 41 Bewohner, mache 3 Kontrollgänge, Pflegewagen sauber, dann klingelt es noch häufig wegen der einen und anderen Sache...um 2 Uhr haben wir eigentlich Pause und selbst da sind wir durchgehend beschäftigt!!!Wenn dann ein dementer Bewohner 20 x schellt ( und das ist bei uns an der Tagesordnung!!), kann ich gut verstehen , das man nach Wege sucht, dieses Problem zu lösen! Auch ich habe schon einer Bewohnerin nach dem 20igsten Schellen die Klingel aus der Hand genommen!!! Leider ist es häufig so, das Pflegekräfte, die im Tagdienst arbeiten denken, Nachtwachen schaukeln sich Abends den A...es ist nicht so!!!! Und Validation und großartige Dementenbetreuung in der Nacht ist nicht wirklich möglich! eine adäquate Lösung wäre ein Nachtcafe und mehr Personal in der Nacht, aber...wer bezahlt das?
 
Qualifikation
ex. Pflegefachkraft
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
Seit Dezember als Stationsleitung und PDL
zebro

zebro

Mitglied
Basis-Konto
04.06.2005
Duisburg
AW: Nachtdienst: Nutzung oder Mißbrauch der Glocke

Hallo,

da ich selber im Dreischichtsystem arbeite und also auch Nachtdienst mache ist mir das Problem dieses Threads durchaus geläufig. Und ich stelle hier im Forum fest, dass diese Problematik schon häufig diskutiert wurde ... Reaktionszeiten auf Klingeln im Nachtdienst

Im aktuellen Thread bin ich aber über zwei Aussagen von @cloodt2406 gestolpert, die ich zumindest fragwürdig finde.

im Zuge meiner Weiterbildung zur PDL ...... um 2 Uhr haben wir eigentlich Pause und selbst da sind wir durchgehend beschäftigt!!!Wenn dann ein dementer Bewohner 20 x schellt ( und das ist bei uns an der Tagesordnung!!), kann ich gut verstehen , das man nach Wege sucht, dieses Problem zu lösen!
So wie du es schilderst scheinen aber nicht nur die 'Dauerklingler' das Problem zu sein. Offensichtlich existiert auch keine klare Pausenregelung - die gesetzlich vorgeschrieben ist (Ausnahmen bestätigen die Regel). Einen Bewohner muss nicht interessieren, wann du Pause hast und wann nicht!

Von jemandem, der (zukünftig) als PDL tätig ist würde ich erwarten, dass er sich dafür einsetzt, dass KollegInnen im Nachtdienst ihre ungestörte Pause auch nehmen können.

Auch ich habe schon einer Bewohnerin nach dem 20igsten Schellen die Klingel aus der Hand genommen!!!
Hast du der Bewohnerin die Klingel nur 'aus der Hand genommen' - oder auch dafür gesorgt, dass sie nicht mehr dran kommt ???

Und natürlich ist es dann schon fragwürdig, wenn jemand in deiner Position ein Vorgehen rechtfertigt, welches im Zweifel eine Abmahnung nach sich ziehen kann.

Gruß Stefano
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Interdisziplinäre Intensivstation
Weiterbildungen
WB Praxisanleitung, WB Respiratory Therapist, WB Stationsleitung
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Teammitglied
05.07.2001
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