Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

Böserwolf

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Hallo,

meine Patentante wurde an der HWS operiert. Durch Fehler des Chirurgen schwoll Rückenmark an, es folgte eine 2. OP in einem anderen Haus.
Rückenmarksschwellung geht jetzt langsam zurück, 1. OP 8.1. - 2. OP 6.2. seitdem funktionieren Darm und Blase nicht mehr, von der Lähmung der Beine, Arme
ganz zu schweigen.

Besteht die Möglichkeit, dass Darm und Blase irgendwann wieder funktionieren oder könnte das ein Dauerzustand werden?

5 x pro Tag wird Katheter gelegt, 1 x pro Tag abgeführt.

Sie ist noch in der Reha und wann sie entlassen werden kann steht in den Sternen.

Bis vor einigen Tagen konnte sie die Hände etwas bewegen, jetzt sind diese wieder total ohne Gefühl - MRT soll folgen.

Hat jemand mit so einer Diagnose schon mal zu tun gehabt? Die Ärzte halten sich natürlich mit Prognosen sehr bedeckt.

Schönen Sonntag
Böserwolf
 
DJThunderrain

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AW: Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

Hallo Böserwolf,

das wird wohl niemand genau festlegen können und wohl auch nicht wollen. Aber wenn das Rückenmark selbst nicht verletzt ist, könnte das vielleicht auch wieder besser werden.
Was war die Indikation für die OP? Was war das Ziel?
Ich leide selbst an Veränderungen der HWS mit mittelgradiger Stenose, aber eine OP würde derzeit niemand durchführen, sollten sich allerdings weitere Symptome einstellen, dann muss es wohl. Zumindest die hintere Schultermuskulatur wird allmählich Gefühllos, also stelle ich mich langsam darauf ein.

Vermutlich hat deine Patentante vorher den Wisch mit der Aufklärung über die Risiken und Einwilligung unterschrieben? Vielleicht kann man euch hier weiterhelfen: Rückenschmerz

Auf jeden Fall wünsche ich deiner Patentante, das sich langsam eine Besserung einstellt und euch viel Kraft und Ausdauer!

Viele Grüße aus Ffm,

Kalli
 
leaving-the-moon

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AW: Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

Ich kann verstehen, dass die Ärzte da keine Prognosen abgeben möchten - man kann sie schlichtweg nicht abgeben. Nerven brauchen wenn sie die Chance haben sich zu regenerieren sehr lange um dies zu tun - sie wachsen nur sehr langsam nach. Welche Bahnen das nun schaffen und welche nicht kann kein Mensch vorhersagen.

Solange sich noch etwas tut würde ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich Verbesserungen erzielen lassen.

5-6 mal Einmalkather ist ein Vorgehen wie ich es auch gelernt habe und besser als ein Dauerkatheter.
Den Darm kann man "erziehen" dass er sich nicht jeden Tag entleert und nur auf ein gezielten Reiz (Zäpfchen oder kleines Klymsa) so dass dort eine Kontinenz erreicht werden kann. Viele Querschnittspatienten führen 3x die Woche ab - immer zum gleichen Zeitpunkt (morgens oder abends) und haben dazwischen keinen Stuhlgang. Dies erreicht man in dem man stur immer zum gewünschten Zeitpunkt also z.B. Mo - Mo - Fr z.B. morgens nach (oder vor) dem Aufstehen ein Zäpfchen einführt - egal wann zum letzen Mal spontan eine Entleerung stattgefunden hat. Dies ist ein erheblicher Gewinn wenn es eingespielt ist - keine Inkontinenzversorgung nötig - damit auch keine Hautprobleme, kein Geruch - man traut sich eher unter Mengen. Die Harnkontinenz wird durch das regelmäßige Kathetern erreicht.

Was die Sensorik oder Motorik angeht - muss man sicherlich noch abwarten.

Und de Ärzten geht es nicht anders - sie wollen weder Hoffnung machen noch Hoffnung nehmen
 
Böserwolf

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AW: Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

Viele Querschnittspatienten führen 3x die Woche ab - immer zum gleichen Zeitpunkt (morgens oder abends) und haben dazwischen keinen Stuhlgang. Dies erreicht man in dem man stur immer zum gewünschten Zeitpunkt also z.B. Mo - Mo - Fr z.B. morgens nach
Moin, ok - danke. Das werde ich mal im Hinterkopf behalten.

Ich wollte einfach nur mal hören, ob überhaupt Hoffnung besteht (rein "technisch" gesehen, dass Darm und Blase wieder funktionieren können...

Wie immer heißt es : abwarten und hoffen.

- - - Aktualisiert - - -

Vermutlich hat deine Patentante vorher den Wisch mit der Aufklärung über die Risiken und Einwilligung unterschrieben?
Hallo Kalli,
die OP war umungänglich, da sie Lähmungserscheinungen in Armen und Händen hatte.
Sicher hat sie unterschrieben. Hier steht aber fest, dass der Arzt einen schweren Fehler begangen hat, die Implantate waren lose, nicht richtig befestigt und es wurde auch
nicht alles, was störend war, entfernt. Dies wurde bei der 2. OP in einer anderen Klinik festgestellt und von den Ärzten bestätigt. Deshalb folgt jetzt auch eine Klage gegen
den 1 . Arzt.
Eigentlich sollte sie 3-4 Tage nach der OP in die Reha...:mad_2:
 
DJThunderrain

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AW: Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

Hallo Böserwolf,

oh weh fällt mir nur noch ein. Doppelte Packung :-( Ich Drücke euch die Daumen und wünsche euch, das es bald einen Lichtblick gibt!
Gelobt sei der Herr, wenn man morgens noch selbst die Kaffeetasse ansetzen kann. Ich freue mich jeden morgen wenn alles noch funktioniert.
Viel mehr lässt sich nicht sagen, nur eines. Richte deiner Patentante einen lieben Gruß aus und ich wünsche ihr gute Besserung!
Ein wenig kann ich mich in eure Situation hinein versetzen. Meine Mutter hatte Lungenkrebs und Hirnmetastasen, die sie dann langsam gelähmt haben.
Aber da gab es keine Hoffnung mehr.

Viele Grüße aus Ffm,

Kalli
 
mira03

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AW: Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

Ich wollte einfach nur mal hören, ob überhaupt Hoffnung besteht (rein "technisch" gesehen, dass Darm und Blase wieder funktionieren können...

Wie immer heißt es : abwarten und hoffen.
Die Blasenfunktion kehrt bei HWS-Schädigungen oft sehr schnell zurück, allerdings ist dann auch eine Inkontinenz möglich.... und der Darm ist reine Trainingssache.
Was erfahrungsgemäß innerhalb der ersten beiden Jahre nach Schädigung des Rückenmarks an Sensibilität und Motorik nicht zurück kehrt, kommt normaler Weise nicht mehr....
 
Böserwolf

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AW: Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

Hallo mira03, leider ist nichts mit schnell...1. OP am 8.1. - 2. OP 6.2. - bis jetzt noch keine Besserung. Im Gegenteil, zwischenzeitlich konnte sie die Hände ein wenig benutzen und sollte lernen selbst Katheter zu setzen, jetzt sind die Hände wieder taub und die Ärzte haben ihr gesagt, dass Folgeschäden bleiben - was man ja selbst immer nicht so richtig glauben kann, nun aber knallhart weiß. Meine Vermutungen haben sich bestätigt, die habe ich ihr natürlich nicht gesagt und ich möchte auch eigentich nicht Recht behalten.

Wir müssen einfach schauen wie es weiter geht und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich nie.
 
mira03

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AW: Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

Hallo Böserwolf,
schnell ist in dem Fall sehr relativ....., wie massiv die Schädigung wirklich ist zeigt sich erst im Laufe der nächsten Monate. Es kann auch sehr viel an Motorik und Sensibilität wieder kommen.
Wichtig ist, dass Deine Patentante sich nicht aufgibt! Ich habe 23 Jahre mit Rückenmarkverletzten gearbeitet und die unglaublichsten Dinge erlebt...
 
Böserwolf

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AW: Nach HWS-OP: Darm- und Blase gelähmt

moin Mira03, nee - aufgeben wird sie mit Sicherheit nicht, sie ist sehr willensstark und übt wie ein Weltmeister, wir unterstützen sie nach Kräften und hoffen alle auf ein kleines Wunder...sie ist aber auch nicht mehr so jung, dass sie 10 Jahren warten kann, wenn du verstehst was ich meine, in 2 Jahren 70.
Menschen, die immer sehr agil und rührig waren, trifft so etwas natürlich besonders hart. Sie kocht und backt sehr gern (und sehr gut), betreut gern ihre Enkelkinder, liebt es im Garten zu wühlen und täglich mit ihrem Hund zu laufen ...ihr neues Gewächshaus ist gerade fertig geworden...und nun so ein Schlag ins Kontor.
Das einig Gute an der Sache ist, dass sie keine finanziellen Sorgen haben - aber wie man ja weiß: Geld ist nicht alles.

Wir geben alle die Hoffnung nicht auf.
 
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