Arbeitsrecht MUSS ich Schichtleitung machen?

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Teetrinkerin

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Während einer Besprechung wurde uns mitgeteilt, dass ab ... bald ... in jeder Schicht jemand die Schichtleitung übernehmen MUSS und so z.B. als Ansprechpartner für Angehörige, andere Berufsgruppen usw. sein und die Verantwortung für alle Abläufe und den ordnungsgemässen Ablauf einer Schicht tragen.

Wir arbeiten in der Bereichs/Bezugspflege und jeder ist für sich verantwortlich, ich sehe persönlich auch nicht ein, irgendeine Verantwortung für einen Kollegen zu übernehmen.
Wir sind alle examinierte Pflegefachkräfte, jeder ist für sich verantwortlich, ich krieg die Verantwortung "über die Schicht" ja nicht bezahlt!

Kann ich eine solche situative "Beförderung" ablehnen oder reg ich mich umsonst auf?

Leider haben wir keinen BR.
 
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Pflege
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THOMMY

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Hallo Teetrinkerin,

die Frage hat zwei Seiten.

Die eine ist Deine persönliche Seite: Bitte frage Dich doch einmal, warum man Dir diese Position übertragen möchte. Deine Vorgesetzten trauen Dir zu, die Schichtleitung zu übernehmen und den Dienst verantwortlich zu leiten. In einem Bereich sollte es einen Ansprechpartner geben, der die Telefonate von außen annimmt, die Angehörigenfragen aufnimmt, Auskünfte verbindlich erteilen kann usw. . Gerade diese Aufgaben sollen dir wahrscheinlich übertragen werden. Dass diese Aufgabe mit einer Verantwortung ggf. für das Handeln Deiner Kolleginnen und Kollegen versehen ist, dürfte sich von selbst verstehen. Ob und wie weit ggf. auch Dienstplan- und/oder Arbeitsabläufe von Dir angepaßt werden können, solltest Du in einem Gespräch klären und schriflich festlegen lassen.

Die zweite Seite ist die Sicherung der Qualität in Eurem Bereich: Auch in der Bereichs/Bezugspflege ist es ratsam, eine Mitarbeiterin zur Schichtleitung zu benennen. Wie bereits oben beschrieben, regelt sie die Arbeitsabläufe innerhalb der Schicht. Das diese Tätigkeit in Eurer Situation vielleicht für eine gewisse Unruhe sorgen kann, ist nachvollziehbar. Ich kann nicht beurteilen, warum die Schichtleitung jetzt benannt werden soll. Ich glaube eher, dass Ihr Euch immer schon organisiert habt und eine(r) den berühmten Hut aufgehabt hat.

Inwieweit Du eine besondere Zulage für diese Tätigkeit erhältst, kann ich nicht beurteilen. Ich würde Dir empfehlen, für Dich ganz persönlich zu prüfen, ob diese Aufgabe übernehmen möchtest und kannst. Wenn Du diese Position ablehnen möchtest, dürften Dir keine Nachteile entstehen.

Thommy
 
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Vollstationäre Pflege
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Teetrinkerin

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Nein, Thommy, nicht ich soll alleine Schichtleitung werden, es soll ab bald in jeder Schicht jeden Tag jemand anderes die Schichtleitung übernehmen, das soll bei jeder Übergabe besprochen werden wer es jeweils macht.
Das ist jetzt nicht so, dass mir das jemand zutraut, es soll zukünftig so sein, es sollen alle mal dran sein und wir sollen es uns unter uns absprechen - sagt die PDL.

So soll z.B. wenn sich jemand krank meldet am WE (PDL hat frei), die Schichtleitung um Ersatz telefonieren.
Bisher haben wir in einem solchen Fall die PDL auf dem Bereitschaftshandy angerufen.
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
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Pflege
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mary_jane

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Ist bei uns auch so üblich.
Die Person, welche die Schichtleitung übernimmt, wird im Wochenplan von der Leitung festgelegt. Es handelt sich dabei meist um erfahrenere Kollegen.
Dieses System hat sich bei uns bewährt, da wichtige Informationen so gezielt von Schichtleitung zu Schichtleitung weiter getragen werden bis wieder eine Leitung in der Schicht ist.
Ebenso haben andere Berufsgruppen einen Ansprechpartner, wenn es um Sachen geht, wie z.B. Neuaufnahmen, Verlegungen etc.
Extra Geld hab ich dafür noch nicht gesehen ;). Würde mir auch nie einfallen, da sich der zusätzliche Arbeitsaufwand dadurch bei uns absolut in Grenzen hält.
Sollte die Schichtleitung selbst stark eingespannt sein und gerade keine Zeit haben um z.B. Ersatz zu besorgen, kann diese ja auch jederzeit bestimmte Aufgaben an andere Kollegen delegieren.
 
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Gesundheits-und Krankenpflegerin/Studentin
Fachgebiet
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Anahita

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Du wirst wohl nicht herumkommen und von Zeit zu Zeit die Schichtleitung innehaben: da muss jeder mal ran, vorallem, wenn neue Kolleginnen und Kollegen im Dienst sind, die noch nicht so eingearbeitet sind oder nur Nichtexaminierte da sind.

Wenn Du damit Probleme hast, spricht doch einfach die Stationsleitung an und kläre es mit ihr ab. Toitoitoi!
 
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thorstein

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Die Schichtleitung mußt du dann übenehmen, wenn dazu irgendetwas vertraglich geeregelt ist, entweder im Arbeitsvertrag selbst oder in einer Stellenbeschreibung. Ist das nicht der Fall und war bislang auch nicht gefordert, kann es der AG nicht einfach einführen.
Die andere Seite der Medaille ist aber, wie man sein Recht durchsetzt. Und da ist man dann ohne Betriebsrat ein Einzelkämpfer. Falls du eine Rechtschutzversicherung hast, kannst du das Problem ja abklären lassen. Da sich die anderen KollegInnen aber wohl nicht wehren werden, wird das Ganze eingeführt und du wirst dich anpassen. Das ist u.a. auch der Preis, wenn man auf einen Betriebsrat verzichtet. Es ist nämlich nicht so, dass es einen Betriebsrat einfach so nicht gibt, sondern es gibt eine Belegschaft, die keinen Betriebsrat wählt. Dann aber bitte nicht herumjammern, wenn der AG macht, was er will.
 
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Napster

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

@ Teetrinkerin,

Ich glaube nicht, daß Du mit der Schichtleitung auch gleich die Verantwortung für das Tun + Lassen aller Kollegen in Deiner Schicht "übergeholfen" bekommen sollst.
Du schreibst, bislang wurde erfolgreich in Bezugs-/Bereichspflege gearbeitet - warum sollte nun in den Bereichen nachkontrolliert werden ? Die Pflegenden in den einzelnen Bereichen sind für ihr Tun eigenverantwortlich, das sollen und wollen sie auch. Mich persönlich würde es extremst stören, wenn urplötzlich hinter mir her kontrolliert würde, was vorher nicht der Fall war, wenn nichts Gravierendes vorgefallen wäre.
Vielmehr soll durch die Einführung dieses Konzepts gewährleistet werden, daß alle Fäden quasi bei einer Person zusammenlaufen - Du damit zentrale Ansprechperson bist und somit auch sichergestellt ist, das Wesentliches vom Unwesentlichen getrennt ist, wenn es an die Übergabe an den nachfolgenden Dienst geht.
Dieses Mehr an Verantwortung ist aber nur bei gleichzeitiger Entlastung von anderen Tätigkeiten zu stemmen. Achte darauf, so es denn zur Einführung kommt.

MfG
Napster
 
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Arbeitsgruppe Pflegerichtlinien
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thorstein

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Wenn man das Thema nicht arbeitsrechtlich diskutiert, könnte eine gute Frage lauten, wie viel Hierarchie die Pflege eigentlich braucht. Oder kann man als Team Leitungsaufgaben übernehmen? Das war aber sicher nicht die Intention der Fragestellerin.
 
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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Das ist u.a. auch der Preis, wenn man auf einen Betriebsrat verzichtet. Es ist nämlich nicht so, dass es einen Betriebsrat einfach so nicht gibt, sondern es gibt eine Belegschaft, die keinen Betriebsrat wählt. Dann aber bitte nicht herumjammern, wenn der AG macht, was er will.
^Das kannste so ja nicht pauschalisieren. Nimm die Firma in der ich noch (zum glück nur noch) als 400 Euro Kraft beschäftigt bin. Jeder der da jemals Bestrebungen an den Tag gelegt hat einen Betreibsrat gründen oder unterstützen zu wollen, hat danach nicht mehr lange da gearbeitet. Einigen konnten gekündigt werden, weil man gründlich genug suchte, andere haben selbst gekündigt, weil sie rausgemobbt wurden, wobei das offiziell noch nicht mal unter Mobbing fällt, wenn ich jemanden einfach woanders hinversetze wo er dann täglich zwei Stunden Arbeitsweg hin und auch wieder zurück hat plus 12h Dienst. <- nur eines der Beispiele

Sorry das das jetzt hier OffTopic ist, aber du kannst nicht immer alles nur schwarz und weiß sehen.
 
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thorstein

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Das kannste so ja nicht pauschalisieren. Nimm die Firma in der ich noch (zum glück nur noch) als 400 Euro Kraft beschäftigt bin. Jeder der da jemals Bestrebungen an den Tag gelegt hat einen Betreibsrat gründen oder unterstützen zu wollen, hat danach nicht mehr lange da gearbeitet. Einigen konnten gekündigt werden, weil man gründlich genug suchte, andere haben selbst gekündigt, weil sie rausgemobbt wurden, wobei das offiziell noch nicht mal unter Mobbing fällt, wenn ich jemanden einfach woanders hinversetze wo er dann täglich zwei Stunden Arbeitsweg hin und auch wieder zurück hat plus 12h Dienst.
So leid es mir tut, aber was ist daran jetzt interessant oder schlimm. Wer will denn bei einem AG arbeiten, der Leute rausmobbt, die einen Betriebsrat wollen? Das Problem ist, dass dieser AG noch Mitarbeiter findet. Dieser AG gehört vom Markt, wozu dann Pflegekräfte beitragen können, wenn sie zum Beispiel schon bei der Einstellung nach einem Betriebsrat fragen.

Und das leidige Arbeitsplatzargument trifft auch nicht zu, weil die Patienten dieses Anbieters ja weiterversorgt werden müßten, aber dann eben hoffentlich von einem AG, der seine Mitarbeiter nicht für Leibeigene hält.

Man kann solch Zustände natürlich auch als gottgegeben akzeptieren und sich selbst als Opfer sehen, dass gar nichts dafür kann. Mein Ziel ist es aber, dass die betroffenen KollegInnen sich aus dieser Selbstversklavungsrhetorik befreien. Für Mitleid oder Verständnis bin ich da tatsächlich der falsche Ansprechpartner. Aber in einem Forum können diese Rolle ja dann andere übernehmen und tun es ja auch.
 
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Altenpfleger
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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Der jenige, der die Intention bestrebt, einen Betriebsrat durch die Belegschaft wählen zu lassen, steht sobald er dies tut unter besonderem Kündigungsschutz.

@ thorstein. Man sollte hier nicht vergessen, dass es nicht nur Betriebsrat sondern auch Personalrat und MaV gibt. Die MaV macht hier in dem Fall gar nichts, wir wissen ja das deren Rechte leider "Gottes" massiv eingeschränkt sind (hat doch hier die Kirche persönlich die Grundlage der MaV geschaffen).

Ich denke, du wirst kaum um den Posten herum kommen. In stationären Einrichtungen ist dieses Vorgehen schlicht normal und steht meist in den Stellenbeschreibungen einer Fachkraft...und das ist auch gut so. Wie sagte Westerwelle mal:
"Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt - und das bin ich."

Einer der koordiniert ist richtig und wichtig, das sollte erstmal die Stationsleitung sein. Ist die nicht da, die Stellvertretung.
 
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Teetrinkerin

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Der jenige, der die Intention bestrebt, einen Betriebsrat durch die Belegschaft wählen zu lassen, steht sobald er dies tut unter besonderem Kündigungsschutz.
Der Witz ist gut! (Ironie!)

Ich war mal viele Jahre Interessenvertretung für AN, kam in einen Konflikt - auch aufgrund meines Postens - für eine zerstörtes Vertrauensverhältnis reicht das allemal dass du auch als Arbeitnnehmervertretung, egal ob BR, MAV oder einer sonstigen Form, den Job verliertst, weil der Kündigung stattgegeben wird. Dann gibts ne fristgerechte statt der ursprünglich fristlosen.

Ganz so schlimm ist es nicht bei uns. Noch nicht.

Ich oder wir sehen den Sinn in den Schichtleitungen nicht. Vordergründig wird uns das schon so erklärt, dass eben alle Fäden zusammenlaufen sollten .... blabla.
Aber ich riech da irgendwas faules und kanns noch nicht ganz fassen.

Wir sind ein wirklich kleines Team, leider muss ich Thorstein ein bisschen recht geben, wir sind selbst schuld, dass es keinen BR gibt. Leider hat die Vergangenheit (vor meiner Zeit) gezeigt, dass der Betriebsrat in der Regel auf die Einhaltung der Regeln (???) beim Dienstplan "zuständig" war und da gabs ständig Ärger, weil man da von Eigennutz sprach und Befindlichkeiten im kollegialen zwischenmenschlichen Bereichen.
Wir haben eine private GmbH als AG, da ist der BR ein arg heisses Eisen.

Manchmal habe ich schon Lust, mir einen dicken Handschuh anzuziehen und es (wieder) zu probieren, bin aber über ein Nachdenken noch nicht weitergekommen, fühle mich einfach nicht fest genug hierfür.

Um zum Thema zurückzukehren, ich habe bald Mitarbeitergespräch und werde mich sobald ich die Gelegenheit habe, um mein Anliegen kümmern.
Im Arbeitsvertrag steht nichts von einer Schichtleitung. Ich bin Pflegefachkraft und bekomme als solche mein Gehalt.

Dankeschön für eure Anregungen!
 
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thorstein

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Aber ich riech da irgendwas faules und kanns noch nicht ganz fassen.
Mir scheint das Problem offensichtlich. Welche PDL will rund um die Uhr angerufen werden, wenn jemand ausfällt? Auch eine Stationsleitung deckt maximal 20 Dienste ab. Also müssen Leitungsaufgaben delegiert werden.
Selbstverständlich ist es zum Beispiel nicht Aufgabe einer Pflegefachkraft, KollegInnen aus dem frei zu holen. Genau deshalb ist das bei den meisten AG über die automatische Schichtleitungsfunktion geregelt. Fachkraft = Schichtleitung=zuständig. Das sollte aber niemanden davon abhalten, dass kritisch zu hinterfragen.
Werden eigentlich die Aufgaben einer Schichtleitung in der Ausbildung unterrichtet? Oder hat man das im Blut?
 
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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Werden eigentlich die Aufgaben einer Schichtleitung in der Ausbildung unterrichtet? Oder hat man das im Blut?
Natürlich lernt man das in der Ausbildung. Delegation, Arbeitsorganisation etc. Das gehört zum Job dazu, das setz ich nach Einarbeitung voraus. Dafür gibt es bei uns auch eine Zulage pro Schicht. Wobei bei uns die Fachkraftquote 53% beträgt, da ist zwangsläufig jemand Schichtleitung. Man sollte vielleicht auch nicht immer gleich schwarz sehen.
 
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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Hallo kurz gesagt ja, du wirst nicht dafür hingehangen, wenn eine andere Fachkraft sch.... baut. Du bist aber als Schichtleitung für die Gabe der Medis und das spritzen zuständig, sonst gehen vieleicht 2 oder 3 zum spritzen. Genauso wenn einer einen Arzt benötigt und der ruft euch zurück muss einer als Ansprechpartner da sein, oder willst du wenn du das Telefon hast sagen ich weiss von nichts, aber ich suche mal den Kollege? An einem anderen Tag hast du es dafür ruhiger, weil du dann nur deinen Bereich hast.


Grüsse
 
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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Welche PDL will rund um die Uhr angerufen werden, wenn jemand ausfällt?

Ich kenne eine, die besteht darauf Tag und Nacht angerufen zu werden.

Grüsse
 
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Teetrinkerin

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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Pflegefrei, wir sind alle examinierte Pflegefachkräfte, brauchts keinen der Medis austeilt, Injektionen gibt o.ä. und wir arbeiten in der Bereichs/Bezugspflege.

Es geht vermutlich um die Erreichbarkeit unserer Vorgesetzten, der (ich kanns ja verstehen, sie verdient dafür erheblich mehr als ich), dass die Bereitschaft in unserem Haus nicht definiert ist.
Da hat die PDL eben das Bereitschaftshandy, aber anrufen sollen wir nicht, weil sie frei hat.

Und wie hier schon jemand sagte, ich WILL nicht meine Kollegen im Frei anrufen MÜSSEN wenn eine Krankmeldung in die Schicht kommt.
Dann hätte ich es bitteschön gerne geregelt, WIE ich an Ersatz komme.
Wenn ich telefonisch niemanden erreiche, bzw. niemand den ich erreichen konnte, arbeiten kann, dann muss ich die PDL anrufen, oder soll ich selber kommen?
Über das Recht der PDL gewisse Aufgaben zu delegieren hinaus, weigert sich die PDL beharrlich auf Fragen dieser Art zu antworten. "Wenn ihr niemand findet, glaubt ihr, ich kann zaubern?"

DAS ist für mich der Grund dieser Schichtleiterei.

Die Reaktion der Kollegen ist ziemlich eindeutig. Die meisten möchten das nicht und wünschen eine weitere Auseinandersetzung zu dem Thema.
Lediglich eine Kollegin hat Angst um ihre Dauernachtwachenstelle und meint, wenn wir uns so anstellen, würde die PDL bald darauf bestehen, dass wir alle drei Schichten arbeiten müssen, also könnte man doch auch mal nachgeben.
Klar, die Kollegin möchte nicht ihre Nachtwachen gegen Wechselschicht tauschen müssen.

In unseren Arbeitsverträgen steht lediglich, dass wir Schichtarbeit leisten müssen.

Sobald das Protokoll der Besprechung abgeheftet und unterschrieben ist, soll es gelten.
Spätestens ab DP Dezember.

Einige Kollegen möchten sich bei der Geschäftsführung beschweren.
Ich geh mit.
 
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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Wäre das nicht eine gute Gelegenheit, endlich einen Betriebsrat auf den Weg zu bringen?
 
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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Und wie hier schon jemand sagte, ich WILL nicht meine Kollegen im Frei anrufen MÜSSEN wenn eine Krankmeldung in die Schicht kommt.
Dann hätte ich es bitteschön gerne geregelt, WIE ich an Ersatz komme.
Wenn ich telefonisch niemanden erreiche, bzw. niemand den ich erreichen konnte, arbeiten kann, dann muss ich die PDL anrufen, oder soll ich selber kommen?
Über das Recht der PDL gewisse Aufgaben zu delegieren hinaus, weigert sich die PDL beharrlich auf Fragen dieser Art zu antworten. "Wenn ihr niemand findet, glaubt ihr, ich kann zaubern?"

DAS ist für mich der Grund dieser Schichtleiterei.
Das schreibst du sehr treffend. Schon bei deinem Eingangsposting habe ich mir gedacht, dass die Einbindung von Ersatzpersonal nicht geregelt ist und letztendlich der schwarze Peter bei dir liegen bleibt.

Es kann nicht angehen, dass du einen zusätzlichen Dienst schieben sollst, du hast mit Sicherheit schon genug Mehrarbeit durch die Schichtleitung zu bewältigen. Gerade die tel. Schiene kann sehr viel Zeit beanspruchen und es ist schwer, diesen Arbeiten gerecht zu werden, wenn man zusätzlich das komplette normale Tagespensum schaffen soll.
 
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AW: MUSS ich Schichtleitung machen?

Schichtleitungskonzepte gibt es viele.

Wie das im einzelnen ausgestaltet wird sollte man auch besprechen oder es wird von der Leitung angegeben.

Zum einen: Es ist nicht die Aufgabe der Schichtleitung für den Mist anderer examinierter Kräfte verantwortlich zu sein. Eine Schichtleitung nach meinem Verständnis ist für eine Schicht jemand bei dem die Fäden zusammenlaufen, der Bescheid weiß, dass vielleicht um 17:00 Uhr noch der Servicetechniker für den kaputten Lifter kommt. Es geht darum zu koordinieren und Verantwortung zuzuweisen. D.h. nicht im mindesten dass die Schichtleitung alles nebenher-Aufgaben übernehmen muss, sondern dass sie sich darum kümmert dass sie erledigt werden.

Je nach Größe der Station und Anzahl der MA pro Schicht ist es sinnvoll jemanden auszuweisen - allein schon weil sonst genau das passiert was immer passiert, wenn zu viele Leute um eine Arbeit herumstehen... jeder meint der andere könnte schon mal.... und schlussendlich sind es immer die Gleichen, die dann Apotheke schreiben, oder sich um den Hygieneplan kümmern, die sich ans Telefon hängen und Ersatz für den ausgefallenen Frühdienst suchen, die den Vertreter abwimmeln und die mal jemand schicken der Kollegin helfen in deren Bereich es gerade brennt.

Aus meiner Festangestelltenzeit kenne ich es so, dass die Schichtleitung schon im Dienstplan mit einem extra Symbol für JEDE Schicht (F/S/N) ausgewiesen wurde. Es gab zwischen den Schichtleitungen nochmals eine kurze Extraübergabe über oranisatorisches mit dem sich nun wirklich nicht jeder belasten muss.
Die Schichtleitung hat dabei mitnichten ständig die "Leitungspostition" raushängen lassen müssen - meist hat man gar nicht gemerkt wer nun Schicht hat heute - weil es ein gutes Team war, das sich gut auch selbst organisieren konnte. ABER es gab immer wieder mal Konstellation mit unerfahrenen Kollegen, in dem die Schichtleitung dann einfach mal Ansagen gemacht hat (Du übernimmst bitte den nächsten Patienten) oder auch mal dafür gesorgt hat, dass die Einteilung in die Bereiche sinnvoll geschieht. Dann ist die Schichtleitung dafür verantwortlich z.B. zu erkennen wann Überlastungssituationen zu erkennen und z.B. mit dem Arzt zu besprechen, wie man es handhaben will - oder rückzumelden: Morgen sind wir einer weniger, bei der Belegung ist das nicht zu schaffen, wir müssen entweder verlegen oder Betten sperren etc etc.

Es ist eine sinnvolle Sache dies auf viele Schultern zu verteilen - meiner Wahrnnehmung nach führt dies zu einem besseren Verständnis für die Gesamtaufgaben auf Station - wenn sich das eingespielt hat wird es für die jeweilige aktuelle Schichtleitung immer leichter, weil die anderen eher sehen was noch zu tun ist und sich anbieten, wenn sie Zeit haben.

Ich würde allerdings tatsächlich meine Leitung dringlich auf ein Konzept, ein schriftliches, drängen in dem Verantwortung und Kompetenzen niedergeschrieben sind. Ich habe das als durchweg positiv gesehen ... und ganz ehrlich in den vier Jahren in denen ich auch eine Leitungsstelle hatte, waren die wenigen Tage an denen ich mal keine Schichtleitung hatte wenn ich im Dienst war eine echte Erleichterung... ab und zu mal wieder NUR Patienten versorgen und nicht noch tausend andere Dinge im Kopf haben (hatte ich natürlich trotzdem - das bedingt Leitungsfunktion, aber eben nicht auch noch den alltägliche Orgakram)

Geld gabs dafür in meiner Einrichtung auch nicht. Was nicht heißt, dass ich das als nur recht und billig emfinde.

Schichtleitung hast du im übrigen IMMER wenn du nur mit Kollegen mit geringerer Qualifikation im Dienst bist - dann bist du immer gehalten zu delegieren und zu schauen dass der Laden läuft.
 
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PFK Intensiv und Anästhesie
Fachgebiet
Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
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abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
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