Mundpflege

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BettinaK.

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Hallo an alle hier im www,

wie ist das denn mit der Mundpflege in euren Häusern?... Wie wird sie "gemacht"... welchen Stellenwert hat sie... welche Gedanken macht ihr euch darüber, anderen Leuten in der "Intimzone Mund" "herumzufummeln"?... oder ist das schon so zum Alltag geworden, dass man/frau sich garkeine Gedanken mehr drüber mach?

Das sind so Gedanken, die mir momentan beim Ausarbeiten eines Workshops Mundpflege und BasStim in den Sinn gekommen sind, und die wollte ich einfach mal an euch weiterleiten :eek:riginal:

Liebe Grüße

Bettina
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Geriatrische Rehabilitation
M

ms-sophie

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14.03.2007
Mannheim
Hallo Bettina,

das kommt darauf an, in welcher Verfassung sich der BW befindet. Diejenigen die ihre Zähne putzen und spülen können machen das selbst. Einige brauchen etwas Unterstützung, auch diese wird angeboten.

Da du aber im Sinne der Basalen Stimulation fragst, kann ich dir sagen, dass das in unserem Haus noch in den Kinderschuhen steckt. Ich habe den anderen Threat über die Basale Stimulation verfolgt und kann dir sagen, dass ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe.

Ich selbst frage oft die Angehörigen, was der Bw in früheren Zeiten gern gegessen hat. Ich habe bei Wachkoma-Patienten/Bw die nicht mehr verbal kommunizieren können, schon Mundpflege mit verschiedenen Lebensmitteln gemacht. Ich habe einige gute Erfahrungen gemacht, ich mache aber nicht nur Mundpflege sondern auch andere Angebote.

Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
M

Manu5959

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19.10.2005
Rosenheim
Hallo Bettina,

Mundpflege gestaltet sich bei uns folgendermaßen:

- selbständige Durchführung, teilweise mit Reichung der Utensilien durch das Pflegepersonal
- führend begleitet, bei Bewohnern, die teilweise noch den Arm/ Hand zum Mund führen können
- spezielle Mundpflege mit Tee, Lieblingsgetränk( hier ist alles möglich)
- zur Enfernung von Belägen und Borken werden unterschiedliche Mittel verwendet( gibts hier einen Thread zum Thema)
- möglichst am Waschbecken, im Bett möglichst in sitzender Position
- Verwendung von eigenen Pflegemitteln( Zahnbürste, Becher, Pasta)
- spezielle Mundpflege vorzugsweise mit einem Handschuh und Tupfer statt mit Klemme
- Eiswürfel unterschiedlicher Geschmacksrichtungen kommen bisher weniger zum Einsatz ( kommt aber gewiss noch zur Umsetzung:wink: )
-orale Stimulation mit in Tupfer eingelegter Orange, Salami usw.
- die individuelle Reihenfolge wird beachtet ( zuerst Mundpflege, dann waschen oder andersherum)


Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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BettinaK.

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Themenstarter/in
Hallo ihr Lieben,

auf unserer Station gestaltet es sich ähnlich... da ich ja auf einer Reha arbeite, sind die Leute meistenst auch schon wieder so weit, dass sie auf ihre Zahnbürste und Mundspülen zurückgreifen können.

Die Klemmen für die Mundpflege haben wir schon vor Jahren abgeschafft. Schon alleine der Anblick eines "Metallteils", das mir in den Mund geschoben werden soll, würde bei mir so eine Panik auslösen, dass ich meinen Mund nicht mehr öffenen würde. Dazu kommt noch die Tatsache, dass sich im Mund ja alles irgendwie noch größer anfühlt, als es tatsächlich ist... man denke da nur an den Zahnarzt...

-orale Stimulation mit in Tupfer eingelegter Orange, Salami usw.
Die Tuper sollten aber unbedingt nass gemacht werden, sonst tut's einfach nur weh im Mund... und dann die Idee... wenn jemand z.B. ein Stück Schokolade isst, dann ist das ein sehr sinnliches Erlebnis...

Soll heißen... zuerst ist mal die Vorfreude da, danach gibt's das taktil-haptische Erleben beim Öffnen der Schokoladentafel... der auditive "Genuss" des raschelnden Staniolpapiers beim Auspacken der Leckerei... der Geruch der Schokolade vielleicht vermischt mit den Nüssen und wieder das Spüren der Schocki... die visuelle Stimulation beim Anblick der glänzenden Schokolade und dann der Genuss beim Essen... außerdem konnten wir während der ganzen Zeit unser Gleichgewicht halten (vestibuläre Stimulation)... haben unseren Körper gespürt und wahrgenommen (somatische Stimulation z.B. durch die Kleidung, die wir anhaben) und haben vor lauter Vorfreude auf unsere Schokolade leise vor uns hingeschnurrt (vibratorische Stimulation)... ein Fest der Sinne...

Das bleibt einem Menschen, der in seiner Wahrnehmung eingeschränkt ist alles völlig vorenthalten, wenn ich das Kausäckchen irgendwo in der Stationsküche völlig steril zusammenpacke... lasst die Leute an diesem sinnlichen Erlebnis teilnehmen, denn es ist völlig egal, ob ich die Kausäckchen in der Küche oder am Bett herrichte ... das hat den Vorteil, dass der Betroffene vielleicht nachvollziehen und spüren kann, was passiert und nicht völlig aus dem Zusammenhang gerissen irgendwas Süßes in die Wangentaschen geschoben bekommt :)

Ein anderes Thema, das mich brennend interresiert und gut zum Thema orale Stimulation passt ist das Thema "Schnabelbecher"... werden die bei euch noch verwendet?

Liebe Grüße

Bettina
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Geriatrische Rehabilitation
Moerphy

Moerphy

Mitglied
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20.08.2007
06108
Hallo an alle, hallo Bettina,

vielen Dank, für deine wahrhaftig sinnliche Beschreibung von Schokoladeessen. Das hat sich gut gelesen und ich habe auch gleich Appetit bekommen.

Bei uns werden die Metallzangen noch verwendet. Ich habe leider noch keine wirklich gute Alternative dazu gefunden. Natürlich wenn es möglich ist unterstütze ich den Menschen beim Zähneputzen durch das führen seiner Hand, doch wie gestalte ich es bei einem Menschen der in der Aufwachphase nach einer längeren Sedierung ist, wie bei einem Menschen nach einer Hirnblutung mit Spasmen oder Wachkoma? Ehrlich gesagt, ich habe große Bedenken meine Finger oder auch seine Finger zur Reinigung oder zum anbieten von oralen Angeboten zu nutzen oder Holzstäbchen die beim ersten Zubeißen zerbrechen.
Wenn man mit der entsprechenden Vorsicht vorgeht finde ich, tolerieren die Patienten das mit der Metallzange und den Tupfer ganz gut. Wie bekommt ihr denn sonst das Bier, den Kakao oder den Kaffee für ein orales Angebot in den Mund der betreffenden Person?
Meine nächste Frage ist. Welche Erfahrung habt ihr gemacht, mit dem erkennen der Angebote? Man sagt, dass ohne das Sehen und das Riechen der Angebote eine Identifikation fast unmöglich ist. Das würde heißen, wir können bestenfalls erst erkennen was in unserem Mund ist, wenn wir es vorher nicht gesehen und nicht gerochen haben, wenn es am Gaumen angekommen ist, also wenn wir es schlucken. Weil da der Geruch von innen nach oben in die Nase steigt und wir es somit riechen können.
Versucht es mal. Schließt die Augen und die Nase und last euch von jemandem den ihr vertraut Flüssigkeiten in den Mund geben. Ich glaube selbst Konsistenzen von Kartoffeln Äpfeln oder Kohlrabi lassen sich, wenn sie die gleiche Größe haben, unter solchen Bedingungen im Mund kaum auseinander halten.
Das würde bedeuten, dass Patienten mit einer Magensonde, die über die Nase gelegt wurde oder mit einer Trachealkanüle kaum orale Angebote schmecken können.
Wahrscheinlich funktioniert dies nur mit süß, salzig, bitter, sauer.
Ich glaube das ist auch ein schönes Beispiel, wie wir erst etwas erkennen können, wenn unsere Sinne zusammen spielen.

Grüße Maik
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
ITS
PflegeFrei

PflegeFrei

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Kollegen,

zum anfeuchten der Mundschleimhaut kann man aus der Apotheke kleine Sprühflaschen holen, und diese mit verschiedenen Geschmäcken (Kaffee, Bier , Tee ,..........) füllen. Und damit auf die Zunge sprühen.


Grüsse DvD (DnV)
 
Qualifikation
exam.Fachaltenpfleger für Gerontopsychiatrie, PA Gerontopsychiatrie,
Fachgebiet
Freiberuflich
Weiterbildungen
Wundexperte ICW
Pflegefachkraft ausserklinische Beatmung
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
19.10.2005
Rosenheim
Hallo Bettina,
Soll heißen... zuerst ist mal die Vorfreude da, danach gibt's das taktil-haptische Erleben beim Öffnen der Schokoladentafel... der auditive "Genuss" des raschelnden Staniolpapiers beim Auspacken der Leckerei... der Geruch der Schokolade vielleicht vermischt mit den Nüssen und wieder das Spüren der Schocki... die visuelle Stimulation beim Anblick der glänzenden Schokolade und dann der Genuss beim Essen... außerdem konnten wir während der ganzen Zeit unser Gleichgewicht halten (vestibuläre Stimulation)... haben unseren Körper gespürt und wahrgenommen (somatische Stimulation z.B. durch die Kleidung, die wir anhaben) und haben vor lauter Vorfreude auf unsere Schokolade leise vor uns hingeschnurrt (vibratorische Stimulation)... ein Fest der Sinne...
:laughing: :laughing: :laughing: So, de Manu geht sich mal Schokolade holen, mir läuft alleine beim Lesen des Wasser in der Gosch zusammen!:laughing:


Ein anderes Thema, das mich brennend interresiert und gut zum Thema orale Stimulation passt ist das Thema "Schnabelbecher"... werden die bei euch noch verwendet?
Jeb, werden bei uns benutzt.


Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
M

Monika Bartz

Mitglied
Basis-Konto
02.02.2006
4020
Hallo Bettina K. und alle anderen!

Das Thema wird auch schon in anderen Threads behandelt und ich lese immer wieder sehr interessiert darüber, was sich so tut in dieser Angelegenheit.
Denn die Mundpflege ist mir (und unserem Team) ein sehr großes Anliegen - auch und besonders in der Praxisanleitung. Da ist es gut, wenn man immer wieder neue Anregungen bekommt.
Ich arbeite sehr gern mit Schülern bei pflegebedürftigen Patienten, um ihnen die Möglichkeiten der basalen Stimulation näher zu bringen. Erstaunt stellen wir immer wieder fest, was man erreichen kann, wenn man sich Zeit nimmt und wirklich auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen kann.
Ich hab kein Problem damit, den Patienten in ihrer "Intimzone" Mund herumzufummeln, liebe Bettina. Aber ich hab selbst eine Problem, wenn mir jemand in meinem Mund was macht - ich hab sofort Brechreiz und muss dauernd vermehrt schlucken und würgen - der Zahnarzt ist mir ein Greuel.
Aber vielleicht hilft grade das, dass man dann umso sorgfältiger auf die Bedürfnisse der Patienen eingehen kann. Ich gehe immer sehr langsam bei der Mundpflege vor und lasse dem Patienten die Chance, die Mundpflegeutensilien erst einmal wahrzunehmen:
Meist beginne ich mit einem feuchten (Wasser) Tupfer und wenn ich das Lieblingsgetränk des Pat. kenne, verwende ich anschließend dieses. Da wird dann meist intensiv dran gesaugt und genossen. Es gelingt meist, dass eine extrem ausgetrocknete oder borkige Mundschleimhaut damit wieder feucht wird und sich Beläge lösen. Ich darf dann meist sogar den Mund mit meinem behandschuhten Finger und dem nassenTupfer auswischen und ich erlebe das als großes Vertrauen.
Zähneputzen mit Zahnbürste und Zahnpaste mache ich nur, wenn ich führen kann und der Patient es dann selber machen kann und vor allem den Mund anschließend ordentlich ausspülen kann. Sonst verwende ich lieber unsere "Schaumstoff - Swaps" (Polygon) und tauche diese in Wasser ein oder eben in ein Lieblingsgetränk.
Patienten, die die Zähne nicht geführt putzen können, essen meist auch nichts, was in den Zähnen hängen bleibt und somit gelingt mir die Reinung der Zähne auch mit den Stäbchen ganz gut. Und dann haben ja viele Patienten eine Zahnprothese - da geht es dann schneller und man muss nur ausspülen lassen oder eben auswischen.
Holzspateln und Metallzangen verwende ich so gut wie nie, aber wahrscheinlich läßt sich das bei manchen Patienten nicht vermeiden - wie schon oben erwähnt wurde.
Ja, wir verwenden immer noch Schnabelbecher, wenn das Patienten wünschen. Ansonsten bieten wir Trinkhalme an.
Wir haben auch eingefrorene Ananasstückchen, Bier-, Cola-, Saft-, Eislutscher (unsere Swaps werden in Spritzen gesteckt und dann mit der Flüssigkeit gefüllt - ab ins Tiefkühlfach) - mögen viele Patienten gern.
Butter zur Mundpflege - nun ja, wenns jemand mag, wird auch verwendet.
Die individuelle Mundpflege ist immer wieder eine Herausforderung an mich und ich freue mich dann auch, wenn ich gute Erfolge vorweisen kann.
PS.: Medizinische Produkte auf Arztanordung kommen natürlich auch zur Anwendung, wenn es notwendig ist (Pilz, Rhagaden, Aphten usw......).
 
Qualifikation
Krankenschwester / Praxisanleiterin
Fachgebiet
Linz
flocky

flocky

Mitglied
Basis-Konto
25.12.2005
14157
Hallo Monika ,
kannst Du mir sagen wo ich diese Swaps beziehen kann und was die in etwa kosten. Bin daran sehr interssiert
Flocky
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
Moerphy

Moerphy

Mitglied
Basis-Konto
20.08.2007
06108
Ja, das würde mich auch mal interessieren.

Grüße Maik
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
ITS
P

practocless

Mitglied
Basis-Konto
15.08.2007
47495
Ich wusste gar nicht das es sowas schon gibt. Als ich noch in der Geriatrischen Reha gearbeitet habe habe wir immer ganz normale Watteträger in 10 ml Spritzen getan, diese mit Wasser, Cola ect. gefüllt, ab ins Gefrierfach, und wenn der Pat. es wünschte auch gegeben. Einiege waren richtig versessen darauf :laughing: . Ansonsten richten wir uns immer nach den Bedürfnissen des Patienten/Bewohner. Ich habe aber nur wenig erfahruung mit Basaler Stimulation.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger/Praxisanleiter
Fachgebiet
Zentrale Notaufnahme/Ambulanz
Moerphy

Moerphy

Mitglied
Basis-Konto
20.08.2007
06108
Danke Hülsi für den Tipp!
Ich habe gleich mal nachgefragt wie die Preise sind und ob sie mal eine Probepackung schicken können.
Nächste Woche ist ja Pflegemesse in Leipzig. Mal sehen was es alles so zu gucken gibt.
Geht eigentlich jemand von euch hin?
Nimmt vielleicht jemand an dem Workshop Basale Stimulation teil?
Ich kann leider nicht. Aber dafür bin ich am Dienstag da und freu mich schon auf „bewegtes Lagern“.

Grüße Maik
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
ITS
M

Manu5959

Aktives Mitglied
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19.10.2005
Rosenheim
Hallo Hülsi,

auch von mir ein Dankeschön für den Link!:thumbsup2:

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
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Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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Monika Bartz

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02.02.2006
4020
Hallo, an alle Interessierten!

Ich habe über die Kosten im Internet nachgeschaut und folgenden Preis gefunden: eine Packung mit 1500 Propax Polygonswabs kostet 246,25 €.

Seht Euch doch die Seite einfach selber an - Google: Propax Swabs eingeben und Ihr seht dann selbst, wo zu sie zu bestellen sind.

Ehrlich gesagt, ich kann da jetzt nicht einschätzen, ob diese Swabs teuer sind oder nicht. Wir können unsere Materialien ja einfach aufschreiben und anfordern. Das geht wohl nicht überall so leicht.
Dann noch alles Gute und viel Freude beim Ausprobieren!
Gruß
Monika B.
 
Qualifikation
Krankenschwester / Praxisanleiterin
Fachgebiet
Linz
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BettinaK.

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Themenstarter/in
Ups... ein paar Tage nicht reingeschaut und schon hat sich wieder einiges getan :)

Vielen Dank für den Tip mit den Swabs, die werd ich mal auf die "Wunschliste" für nächstes Jahr schreiben, um sie auszuprobieren.

Da unsere Patienten meistens relativ "fit" sind, biete ich zum großen Teil die Mundpflege mit der Zahnbürste an... oft aber ohne Zahnpasta, denn aspirierte Zahnpasta kommt nicht wirklich gut, und unsere neurologischen Patienten vor allem die Schlaganfallbetroffenen schlucken anfangs die Mundspülflüssigkeit, anstatt sie auszuspucken...

Ich kann verstehen, dass du bei Menschen, die noch alle Zähne im Mund haben (also keine Prothese) es tunlichst vermeidest, mit den Fingern in den Mund zu gehen @ Moerphy... bei diesen Menschen bahne ich die Mundpflege auch immer vorher durch Ausstreichung der Wangen und Bewusstmachen der Mundregion an, bevor ich IN den Mund gehe, denn nix ist schlimmer als wenn jemand plötzlich irgendwas "in den Mund schiebt"...

Mir brennt aber auch noch das Thema Schnabelbecher unter den Nägeln... ich habe sämtliche Schnabeltassen auf unserer Station entfernt und habe festgestellt, dass es sehr gut auch ohne funktioniert... Die Schnabelbecher lassen völlig unkontrolliertes Trinken zu... der Becher wird gekippt und die Flüssigkeit schießt im Gießkannenprinziep in den Mund des Betroffenen... keine Ahnung, ob er den Kehldeckel schnell genug schließen kann, ob die Flüssigkeit über den Zungengrund schießt und der Mensch dann aspiriert usw... Dann kommt ja noch unsere ganz individuelle Biografiearbeit dazu... vor allem demente Menschen erkennen Schnabeltassen oft nicht, als etwas, aus dem man trinken kann, da sie aus ihrer eigenen "Vergangenheit" eben Gläser, Tassen oder Flaschen zum Trinken verwendet haben... Die Chance, dass ein dementer Mensch nach einer Tasse zum Trinken greift, ist höher, als dass er zu einem Schnabelbecher greift (wobei die Chance, dass ältere Herrschaften von sich aus trinken eh nicht sonderlich hoch ist *lach*)... Wir verwenden bei unseren neurologischen Patienten, die Schluckprobleme haben entweder die Kay-Coombs-Becher, aus denen kontrolliertes Trinken möglich ist, UND die aussehen wie Gläser... oder große Plastiktassen mit großen Henkeln, die ein älterer Mensch gut greifen kann. Wir dicken die Getränke auch oft an, dass sie nektarartig sind, um ein Verschlucken zu vermeiden.
Sollte ein Patient starkt zittern oder unbedingt einen Schnabelbecher verlangen, bekommt er sicherlich einen (nach einigen Diskussionen *g*)... ABER nicht, wenn er zu mir sagt... "ich brauch den Schnabelbecher, sonst kann ich ja in der Nacht nicht im Liegen trinken"... denn dann ist meine Antwort... "das sollen sie auch nicht... sie können mich gerne rufen, ich helfe ihnen beim Aufsetzen".... die Leute trinken eh meistens nur nachdem sie auf der Toilette waren und eh wach und auf sind.
Ich habe halt in meiner Ausbildung und vor vielen Jahren als junge Schwester die Gleichung "alter Mensch = Schnabeltasse" gelernt, und das kann und will ich so nicht tolerieren... Meine KollegInnen sehen das inzwischen (fast) genauso... und Schnabelbecher tauchen oft nur noch auf, wenn "Neue" auf unserer Station arbeiten...

Mich würde interessieren, ob es noch mehr Meinungen zu Schnabelbechern, Mundpflege usw. gibt *neugierig bin*

Seid ganz lieb gegrüßt von

Bettina
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
Geriatrische Rehabilitation
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Manu5959

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19.10.2005
Rosenheim
Hallo BettinaK.,

haben entweder die Kay-Coombs-Becher, aus denen kontrolliertes Trinken möglich ist, UND die aussehen wie Gläser
:blushing: wie sehen die aus? hab grad gegoogelt, aber nix brauchbares gefunden...

Grüßle Manu
 
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KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
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Altenheim
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Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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BettinaK.

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FOrmaTT Hilfsmittel: Trinkbecher

guggst du hier...

hoffentlich hab ich jetzt keinen Verstoß gegen das Werbegesetz hier begangen... aber das ist das einzige Bild, das ich von dem becher gefunden habe, und die sind ganz große Klasse.

viele liebe Grüße

Bettina
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Geriatrische Rehabilitation
M

Manu5959

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19.10.2005
Rosenheim
Hallo Bettina,

vielen Dank für deine schnelle Antwort!:thumbsup2:
Öhmmmm, könntest du vielleicht die vorteile etwas beschreiben?


Grüßle Manu
 
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KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
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Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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BettinaK.

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Themenstarter/in
Hallo Manu,

in der Schale oben auf dem Becher ist ein kleiner "Schlitz" und ein Loch, dass Luft reinkommt. Wenn der Betroffene den Becher an den Mund setzt, läuft über den Schlitz die Flüssigkeit raus (geht auch mit angedickter Flüssigkeit) und der Betroffene kann kontrolliert wenig in kleinen Schlucken trinken... beim Schnabelbecher schießt das Getränk immer so unkontrolliert in den Mund und mit einer Tasse klappt die Dosierung nicht so gut... Wobei ich diese Becher auch nur anbiete, wenn es unbedingt sein muss... am besten finde ich, ist das Trinken aus der Tasse bzw. Glas... Strohhalm ist noch eine Alternative, aber da unterstütze ich ja bloß wieder den Saugreflex und das Getränk schießt auch wieder mehr oder weniger unkontrolliert in den Mund...

Grüßle und einen schönen Sonntag

Bettina
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Geriatrische Rehabilitation
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