mundpflege

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F

frank

hallo,
mich würde interessieren, wie bei euch die mundpflege gehandhabt wird...
bei onkologischen klienten bei chemotherapie/ hochdosischemo, erfahrungen, anwendungsmodus usw.
ich würde mich um eine diskussion um gerade dieses thema freuen.
wer macht die mundinspektion ärzte/ pflegende? und wie?
gruss frank
 
R

Roger J. Fontana

Mitglied
Basis-Konto
12.08.2000
roger.fontana.com
Wo ich arbeite, machen die Ärzte täglich bei Umkehrisolierten [Granulozyten unter 500] Aplasie-Visite und schauen dabei auch in den Mund. Nur ist der Austausch zwischen Ärzten und Pflegepersonal nicht ausreichend, so dass die Pflege mindestens VOR Beginn einer Hochdosis-Chemotherapie und am 5. Tag NACH Beginn der Therapie (weil da mit Beginn einer Stomatitis zu rechnen ist) einen Mundstatus erhebt.
Wir unterscheiden 4 Stadien von Stomatitis: Bei Grad 1 (Rötung) fahren wir mit einer normalen Mundhygiene weiter.
Bei Grad 2 (Rötung PLUS kleinere Ulzerationen oder Flecken) lassen wir den Patienten selbständig mehrmals täglich mit Kamillentee, Pfefferminztee (Salbeitee trocknet die Schleimhaut aus) oder verdünnter Betadine-Mundspülung spülen.
Bei Grad 3 (mehrere Ulzerationen bis 25%, Beläge)und
Grad 4 (mehr als 50% Ulzerationen) verwenden wir Lidoral-Gel, Collonosol-Spray, Analgetika vor dem Essen, Betadine-Lsg. zum Spülen oder Chlorhexidine-Lsg. ebenfalls zum Spülen.
Bei aplasierender Chemotherapie dürfen bei uns die Patienten ab einer gewissen TC-Zellzahl auch nicht mehr Zähneputzen oder Zahnseide verwenden (oder sich nass rasieren). Die genaue Zellzahl müsste ich jedoch nachschauen.


------------------
 
O

onko56

Neues Mitglied
Basis-Konto
21.09.2000
www.uni-marburg.de
Hi, Frank !
Das Thema Mundpflege ist schier unerschöpflich.
Im Rahmen des Deutschen Krebskongresses in Berlin diesen Jahres wurde in einem Refarat dargelegt, das es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die "Richtigen Hilfsmittel" zur Mundpflege gibt. Auch meine Recherchen im Rahmen meiner Tätigkeit als Ausbilder der Fachweiterbildung Onkologie in Marburg haben zu keinem konkreten ergebnis geführt. So empfehlen wir unseren Patienten zunächst mit Chlorhexidinlösung zu spülen und bieten dazu supportive Therapien an (z.B. systemische Schmerztherapie bei starken Schmerzen). Das Grundprinzip ist: Hauptsache Spülen, so oft wie möglich und wenn es mit Wasser ist. Leider kann ich Dir keine befriedigendere Antwort geben. Doch wir sind dabei, Anwendungsbeobachtungen zu schreiben und Erfolge und Mißerfolge zu dokumentieren. Wenn dies viele tun würden und wir diese Daten zusammentragen könnten, kämen wir auch zu einem verwertbaren ergebnis. Du siehst aber an meiner Ausdrucksweise, daß ich hier noch skeptisch bin.

Grüße aus Marburg Rudi
 
F

frank

Themenstarter/in
hallo,
ich war leider nicht auf dem krebskongress in hamburg....inszwischen bin ich auch so ziemlich verunsichert.
mit chlorhexdin spülen wir eigentlich nicht mehr, es vermindert die natürliche flora erheblich, kollegen aus anderen kliniken benutzen tantum verde, was nicht so stark die eigene flora im mund vermindert. habt ihr erfahrungen damit?
ich stehe der mundpflege oder der von den einzelnen stationen standartisierten mundpflegepogrammmen auch skeptisch gegenüber, eher gehe ich in deine richtung...
hauptsache die patienten spülen überhaupt.
die supportative therapie läuft wahrscheinlich ähnlich wie bei euch. wir bieten den patienten die schmerzpumpe an, zwecks der individuelllen schmerztherpie an, oder einen perfusor den wir dann bedienen.
gruss frank


[Dieser Beitrag wurde von frank am 23. September 2000 editiert.]

[Dieser Beitrag wurde von frank am 23. September 2000 editiert.]
 
F

frank

Themenstarter/in
hallo roger,

wir erheben nach der hochdosis gleich einen mundstatus unabhängig zu den ärzten, was sich bei uns auch bewährt hat, weil wir die mundpflege damit unabhängig zu den ärzten festlegen. und wir dann auch ggfs darauf reagieren können rachenabstrich usw.
dokumentieren das auch unabhängig voneinander.

gruss frank
 
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05.07.2001
www.pflegeboard.de
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