Mundpflege und ätherische Öle

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L

Laura

Neues Mitglied
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29.11.2000
Hallo zusammen!
Ich habe gerade alle Beiträge zu den Themen Mundpflege und ätherische Öle gelesen.
Wir haben derzeit eine Projektphase für Schüler in unserer Klinik. Und die meisten beschäftigen sich genau mit diesen Themen. Ich habe schon etliche Seiten im Internet durchsucht, aber bin nicht wirklich fündig geworden.
Meine Frage an euch. Gibt es Seiten, in denen ein bischen mehr zum Thema ätherische Öle und Einsatz in der Praxis steht? Und auch zum Thema Mundpflege. Welche Mittel sind wofür besonders geeignet und was macht da auch wirklich Sinn. Wir führen die Mundpflege nur mit Kamillentee durch. Es gibt dann noch alternativ andere Teesorten, aber nichts wirklich gutes. Und es muss doch noch andere Konzepte geben, mit denen ich auch die Pflegenden vor Ort überzeugen kann, wie wichtig Mundpflege ist. Leider wird sie in unserer Klinik sehr vernachlässigt und so sieht der Mund dann auch meistens aus.
Ich wäre dankbar für jede Seite im Internet oder auch Literaturangaben.
Vielen Dank Laura
 
Qualifikation
Praxisanleiterin
Fachgebiet
Allgemein und Unfallchirurgie/ Innere Medizin
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo Laura,
habe gerade bei einem Pflegetag zum Thema GKW den Kollegen angeboten, einmal selbst zu erfahren wie die Mundpflege von der Patientenseite aus empfunden werden kann. Wir haben alle möglichen Materialien (eigene Zahnbürste, Klinikzahnbürste, Tupfer etc.) und verschiedene Zusätze (H2O, NaCl 0,9%, Meridol, Hexoral, Kamiilentee etc.)ausprobiert. Da die Kollegen aus verschiedenen Bereichen kamen, konnten verschiedene Krankheitsbilder mit ihren Besonderheiten angesprochen werden. Erfahrungen wurden ausgetauscht.
Fazit war: Eine standardisierte Mundpflege (alle erhalten dieselbe "Prozedur" mit denselben "Zusätzen") war für die Teilnehmer nicht vorstellbar. Die Bedürfnisse des Patienten sind ausschlagebend. Was nutzt eine wunderbare Mundpflege mit Salbeitee, wenn dadurch ein Brechreiz beim Patienten ausgelöst wird.
Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
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17.07.2000
44225
Hallo Laura

Genauso wie Elisabeth es beschrieben hat würde ich es auch sehen wollen jedem das seine.Ich würde allerdings zur Mundpflege keine Ätherischen Öle verwenden weil die meisten zu Konzentriert benutzt werden oder
auch Falsch angewendet werden(sprich nicht Emulgiert werden).Ich selbst benutzte bei Pat.die nicht Wach sind H2O weil das fast jeder als dieses Identifizieren kann und das meist in verbindung einer Zahnbürste aus gleichem Grund.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
M

Maggie

Neues Mitglied
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19.04.2001
Hallo @all!
Wie vorher schon beschrieben wurde, benutzen auch wir auf meiner Station Tee, Zahnbürsten etc., zusätzlich z.B. bei starker Borkenbildung nehmen wir weiche Butter mit Zitrone gemischt ( weicht die Borken auf und fördert die Speichelproduktion), finde ich persöhnlich nicht so lecker, deshalb weiche ich auf Honig aus, hat den gleichen effekt und ist meiner Meinung angenehmer als der Buttergeschmack im Mund.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
D

Dr.Heino Risse

Guten Tag liebe Pflegeboarder,

ich verfolge schon seit einiger Zeit die Diskussion zu diesem Thema, aber heute muß ich mich doch einmal einschalten. Ich bin Zahnarzt und außerdem Vater eines schwerbehinderten Kindes, das völlig hilflos ist und ständig gepflegt werden muß. Ich bringe daher neben meinem beruflichen Wissen auch Pflegeerfahrung mit.

Ich möchte dringend vor Mundpflegemaßnahmen mit Butter, Zitrone, Honig u.ä. warnen. Über die Anwendung dieser Dinge beim zahnlosen Patienten könnten wir ja noch diskutieren, aber beim bezahnten oder teilbezahnten Patienten sind solche Stoffe auf keinen Fall empfehlenswert. Auch wenn damit Borken gut gelöst werden sollen - ich habe dies noch nicht probiert - wird auf jeden Fall massiv in das Säuregleichgewicht der Mundhöhle eingegriffen, was ZWANGSLÄUFIG UND AUF JEDEN FALL zu Karies und starker Belagbildung (Plaque) führen wird. Zitrone wirkt als Säure und greift die chemische Struktur des Zahnschmelzes an. Wenn dann im Anschluß an diese Maßnahmen auch noch die Zähne mit der Bürste geputzt werden, wird die äußerste Zahnschmelzschicht, die durch die Säure angelöst wurde, weggeputzt. Das führt zu Schmelzverlust und damit zur Karies. Ein Hinweis an die Weintrinker: Trockene Weine wirken genauso, daher nach dem Trinken erst ca. 45 Minuten bis zum Zähneputzen abwarten !
In jedem Fall mit Wasser neutralisieren.
Honig sollte bei pflegebedürftigen Patienten vermieden werden. Die klebrige Masse kann selten vollständig wegputz werden und führt zu Säureproduktion der Plaquebakterien, das führt wiederum zur Karies. Also bitte äußerste Vorsicht !

Nach meiner Erfahrung lassen sich Borken recht gut lösen, wenn man zunächst mit der Zahnbürste und Zahnpasta die Zähne und das Zahnfleisch putzt und anschließend mit einem nassen Waschlappen die Borken entfernt. Das ist natürlich zeitaufwendig, aber effektiv. Apropos Zahnpasta: Es reicht völlig, wenn die Zahnbürste nur ganz leicht mit der Zahnpasta benetzt wird. Eine große Menge ist nicht nötig. So kann man z.B.auch bei nicht ansprechbaren Patienten gut arbeiten. Anschließend wieder mit dem nassen Waschlappen den Mund auswischen. Damit kann das Ausspülen ersetzt werden.
Borken am Gaumen und besonders auf der Zunge, die durch diese Maßnahmen nicht beseitigt werden konnten, kann man dann mit einem ZUNGENSCHABER entfernen. Recht gut ist der Zungenschaber von der Firma One -Drop-Only (Nur ein Tropfen). Er hat am Ende kurze Borstenbüschel, mit denen man auf sanfte Art und ohne Verletzungsgefahr Zunge und Gaumen reinigen kann. Erhältlich in Apotheken, Dentalfachhandel, in Drogeriemärkten habe ich ihn noch nicht gesehen.
Bei hartnäckigen Borken vor allem in den Zahnzwischenräumen oder am Zahnfleischrand hilft wiederholtes Putzen mit der Bürste, möglichst in kleinen kreisförmigen Bewegungen, nicht hin und her schrubben. Wenn es immer noch nicht klappt, hilft oft eine Zahnzwischenraumbürste, z.B. von ELMEX. Im Set ist eine Einbüschelbürste (sieht aus wie ein Pinsel), mit der man kleine Stellen gezielt bearbeiten kann und eine "Flaschenbürste", mit der man gut in den Zwischenraum kommt.

Warnen möchte ich auch vor der Anwendung von ätherischen Ölen. Es besteht eine große Gefahr, allergische Reaktionen auszulösen. Bei Patienten, die nicht sagen können, ob bei der Anwendung Schleimhautbrennen oder Schmerzen auftreten, rate ich von der Verwendung dringend ab. Ätherische Öle sind z.Teil in starker Konzentration auf dem Markt. Diese sind für die Mundhöhle ungeeignet. Bei verdünnten Präparaten sind als Lösungsmittel häufig Alkohole mit im Spiel. Auch das ist nicht für jeden Patienten das Mittel der Wahl. Auch andere Mundspüllösungen sind auf alkoholischer Basis, bitte vor der Anwendung unbedingt darauf achten.
Es wurde MERIDOL angesprochen. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Es hat eine pflegende und auch schützende Komponente für Zahnfleisch und Zähne, ist aber keine chemische Keule, die die Mundflora zerstört oder verändert. Meridol wirkt aber nur gut auf dem sauberen Zahn/Zahnfleisch. D.h. erst putzen, dann Meridol verwenden, denn es kann keine Beläge entfernen, es hemmt nur die Belagneubildung. Bei Patienten, die nicht Spülen können, einfach mit einem in Meridol getränktem Wattestäbchen Zähne und Zahnfleisch betupfen.

Aus der Gruppe der pflanzlichen Präparate empfiehlt sich SALVIATHYMOL. Es enthält zwar auch ätherische Öle aber in gut verträglicher Konzentration, wenn man sich an die Gebrauchsanleitung hält. Bei beginnenden Entzündung im Mundbereich kann man es verdünnt als Spülung verwenden (ggf.tupfen) oder auch an einzelnen Stellen unverdünnt auftragen. Aber Vorsicht: je nach Art der Entzündung kann es leicht auf der Schleimhaut brennen. Bei größeren Rötungen empfehle ich, für das spezielle Problem des Patienten den Rat eines Zahnarztes einzuholen. Es gibt recht gute Salben und Gele zum Auftragen.

Mit Kamillentee oder Salbeitee macht man in der Regel nichts falsch. Es ist halt tatsächlich auch eine Geschmacksfrage. Übrigens probiere ich alle Mundpflegemittel, die ich bei meiner Tochter verwenden will, erst an mir aus. Was mir akzeptabel erscheint, verwende ich bei ihr. (Was du nicht willst, das man dir tu...)

Es grüßt alle Leser ganz herzlich
Dr. Heino Risse
 
S

Sabine Kuhn

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2000
Hallo ....
da immer wieder dieses Thema im Zusammenhang mit der Basalen Stimulation diskutiert wird möchte ich noch einige mir wichtige Dinge einfügen.

Wenn so wie anfänglich beschrieben die Mundsituation schlecht ist bei den Patienten in einer Klinik, so ist bestimmt der erste Weg einen neuen Standard zu entwickeln....neue Mittel oder auch ätherische Öle...
Vielleicht mit der Hoffnung das dann mal wieder bewußter Mundpflege gemacht wird.
Überprüft mit....wie sieht der Mund jetzt aus....

Ein anderer Weg wie der von Elisabeth beschrieben geht in die Richtung der Eigenerfahrung. Diese wird viel bei den Grundkursen der BS angeboten und hat auch oft eine erstaunliche Wirkung....bei uns den Pflegenden über die Pflege nachzudenken.

Da möchte ich jetzt ansetzen....mit welcher Haltung mache ich diese Pflege....es kann nicht sein das es nur darum geht das der Mund Borkenfrei und sauber ist.
Es geht um eine Einstellung zu der Maßnahme die ich mache...diese Situation zu gestalten...mit Sicherheit....Ruhe....und der Einstellung etwas für das Wohlbefinden zu tun.
Die Basale Stimulation als Konzept hilft mir dabei die Situation als etwas zu begreifen was von der Mundhygiene sich sehr unterscheidet!
Dabei ist es allerdings nicht von entscheidener Bedeutung was ich dafür verwende....das wie....ist wichtig.
Einmal auch zu akzeptieren das der Mund verschlossen bleibt kann ganz entscheidene Veränderungen in der Beziehungsarbeit bewirken....der Patient merkt vielleicht wieder nach langer Zeit das er entscheiden darf...kann.......
Und so entscheidet er sich vielleicht in meiner Schicht dafür das ich seinen mund reinigen kann....oder nur etwas Wasser auf seine Lippe gebe.
Das bedeute für mich mit dem Konzept der Basalen Stimulation zu arbeiten...

Liebe Grüße

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
M

Maggie

Neues Mitglied
Basis-Konto
19.04.2001
<BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>Guten Tag liebe Pflegeboarder,
ich verfolge schon seit einiger Zeit die Diskussion zu diesem Thema, aber heute muß ich mich doch einmal einschalten. Ich bin Zahnarzt und außerdem Vater eines schwerbehinderten Kindes, das völlig hilflos ist und ständig gepflegt werden muß. Ich bringe daher neben meinem beruflichen Wissen auch Pflegeerfahrung mit.
<HR></BLOCKQUOTE>

Hi,
finde den Beitrag super, mal aus der Sicht eines Zahnarztes zu erfahren was es noch alles für Möglichkeiten gibt und erneut sensibilisiert zu werden. Leider haben wir bei uns in der Klinik nicht die Möglichkeit alles zu bekommen.
Gleichzeitig möchte ich klarstellen, daß bei uns auf der Station überwiegend
"Pflegefälle" ohne eigene Zähne liegen. Die Mundpflege mit Honig etc. wird nur bei sehr starker Borkenbildung in anspruch genommen, nur um diese aufzuweichen. Im Anschluß daran, wird sofort Mundpflege mit Wasser oder Tee vorgenommen. Bei Patienten ohne Borkenbildung wird ausschließlich mit Tee oder Wasser gereinigt.null
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
S

Schöhler

Mitglied
Basis-Konto
04.02.2001
Ludwigshafen
Hallo liebe Boardler, v.a. Dr. Risse,

wo Sie schon eine fachliche Einschätzung vorgenommen haben, darf ich Sie noch bitten, in eben diesem Zusammenhang zwei weitere gebräuchiche Lösungen "zu beurteilen", nämlich Hexoral und Bepanthen Lsg.??
Wäre dafür sehr dankbar, da diese Präparate in unserer Klinik doch sehr häufig (zu spezieller) Mundpflege eingesetzt werden...

Vielen Dank im voraus

Christian
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Herzchirurgie
D

Dr.Heino Risse

Original erstellt von Schöhler:[QB]Hallo liebe Boardler, v.a. Dr. Risse,

wo Sie schon eine fachliche Einschätzung vorgenommen haben, darf ich Sie noch bitten, in eben diesem Zusammenhang zwei weitere gebräuchiche Lösungen "zu beurteilen", nämlich Hexoral und Bepanthen Lsg.??

Liebe Pflegeboarder, lieber Christian Schöhler,

mit Bepanthen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Nebenwirkungen sind mir bisher nicht bekannt.

Mit Hexoral muß man vorsichtig sein. Wie alle Hexetidin-Präparate treten Nebenwirkungen bereits nach wenigen Tagen auf, z.B. Geschmacksstörungen und Verfärbungen der Zunge. Diese Mittel sollten daher nur bei akuten Erkrankungen der Mundschleimhaut - möglichst nur nach ärztlichem Rat - eingesetzt werden. Das Betupfen von kleinen Schleimhautbezirken, z.B. bei einzelnen, isolierten Entzündungen, ist o.k., aber zur Prophylaxe oder regelmäßigen Plaqueentfernung, bzw. regelmäßigen Mundpflege sind diese Mittel nicht geeignet.

Viele Grüße
Dr. Heino Risse

[ 21. Mai 2001 22:43: Beitrag editiert von Dr.Heino Risse ]
 
F

Frank Fischer

hallo,

erstmal würden mich studien zum thema interessieren, es gibt glaub ich zu wissen nur eine aus zahnarztlicher sicht.
zumindest bei onkologischen pat. darf bezweifelt werden ob die heute üblichen mundpflegeregime überhaupt was bringen und ich nehme stark an das mundpflege heute nur was mit ritualen im jeweiligen krankenhaus/sozialstation zu tun haben.
zu klären wäre erstmal wann welches mittelchen genommen wird.unreflektiert werden hexoral und bepanthen und andere eingesetzt, obwohl garnicht bewesen ist ob das überhaupt was bringt- ich spreche hier nur vom onko/hämattologischen bereich, kann mir das aber auch in anderen bereichen vorstellen.
<MARQUEE>gruss frank</MARQUEE>
 
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo @all,
zu Ritualen fällt mir nur der Lieblingssatz einer ehemaligen Stationsschwester ein:
Es war so, es ist so und es wird immer so sein!!!
Der Einsatz von Pflegemitteln erfolgt in der Regel fast immer unreflektiert, nicht nur bezüglich der Mundpflege. Da werden ätherische Öle wie Zitrone und Pfefferminze genommen um den Körpergeruch des Patienten für die Schwester angenehmer zu machen. Da wird O/W Lotion auch schon mal auf trockene Haut aufgetragen. Schließlich schreibt der Hersteller ja auf die Flasche: führt der Haut Feuchtigkeit zu. Die W/O Lotion zieht ja so schlecht ein. Da werden Mundspüllösungen (z.T. noch verdünnt des Geschmacks wegen)zum Auswischen des Mundes genommen, obwohl die Wirkung nur bei gründlicher mind. 2minütiger Spülung (mit der unverdünnten Lösung)eintreten kann.
Ob all diese Mittel überhaupt geeignet sind, fragen die Wenigsten. Es fehlt uns oft an grundlegenden Kenntnissen in Anatomie/ Physiologie, Mikrobiologie und in der Wirkweise der verschiedenen Produkte.
Manchmal habe ich den Eindruck, daß erst die diversen Mittelchen die Pflege zur Pflege machen. Unterscheidet sich Laienpflege von professioneller Pflege dadurch, daß der eine klares Wasser nimmt, der andere Zusätze benutzt? Wir können oft weder erklären, warum wir etwas tun noch welche Wirkungen wir erwarten. Siehe oben.
Es ist Zeit etwas zu ändern. Aber bitte nicht mit Checklisten und Standards. Standards die Abläufe minutiös beschreiben, meist bei Fertigstellung schon überholt sind und keine Kreativität der Pflegenden zulassen und die Individualität des Patienten selten berücksichtigen.
Vielleicht sollten wir uns nicht nur um die Beseitigung von Symptomen kümmern sondern mehr nach Ursachen suchen, die diese Symptome verursacht haben. Da wird dann vielleicht auch klar, das eine belegte weiße Zunge bei einem Patienten der nicht essen kann, nicht zwingend eine Pilzerkrankung im Mund bedeutet. Sondern das die mangelnde Bewegung der Zunge zu diesem Belag geführt hat. Ist dann wirklich bei jedem parenteral ernährten Patienten die Anwendung von antimikrobiell wirksamen Stoffen in der Mundhöhle angezeigt? Wodurch entstehen Borken in der Mundhöhle? Hatte das nicht auch was mit der Mundatmung zu tun? Welchen Sinn macht dann die Anwendung von Honig (was macht man beim Diabetiker?)oder Butter (wo läuft die Butter hin bei Schluckstörungen?)?
Elisabeth
 
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KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2000
44225
Hallo Elisabeth

Wie ich finde sehr Kritisch was du fomuliert hast und ich hoffe inständisch das es nicht alle und überall so Praktizieren wie du es beschrieben hast sonst könnten wir unsere Ausbildung streichen.Dennoch hast du bestimmt recht in der Annahme das viele Pflegemittel ausschliesslich benuzt werden weil das immer so gemacht wird wobei genau das der Zustand ist denn wir nicht unter Proffesionelle Pflege setzen wollen oder :confused: .Ich denke auch das wir uns in vielen Sachen ein Idealbild vorstellen (wie soll eine Zunge aussehen) und dieses auf den Pat. übertragen wollen wobei häufig gar nicht bekannt ist wie sah diese Zunge überhaupt vorher aus? und wie muss gerade diese Zunge bei diesem Pat.im Ideallfall aussehen.
 
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Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Grüß dich Kai-Uwe,
ich schließe mich deiner Hoffnung an. Aber wo sind die, die nicht wie beschrieben arbeiten? Nur hier auf dem Pflegeboard oder in anderen Foren zu finden? Arbeiten sie im Verborgenen um nicht unangenehm aufzufallen als "Störenfriede", "Nestbeschmutzer" im Team? Warum sind wir so wenige, die mit der Situation nicht zufrieden sind? Wir müssen wenige sein, denn sonst wäre doch alles beschriebene schon lange, lange Vergangenheit.
Wie kann es sein, das eine Schwester fragt warum man in der Pflege nicht kritisch sein darf gegenüber seinen Kollegen? Warum Mängel nicht direkt angesprochen werden dürfen, sondern nur schön verpackt damit der Betreffende sich möglichst nur indirekt angesprochen fühlen muß?
Was ist eine Pflegeausbildung wert, die sich nur an Krankheitssymptomen ausrichtet und dabei den Menschen vergißt? Ein Symptom muß therapiert werden. Der Normalzustand ist definiert, per Standard beschrieben wie dieser zu erreichen ist. Aber was ist normal?

Eine gerade mal wieder sehr frustrierte Elisabeth
 
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KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2000
44225
<MARQUEE>Hallo Elisabeth</MARQUEE>
Wie immer viele Kritische Fragen aufeinmal......Ich denke nicht das so wenige anders
denken und handeln wie wir man manchmal geneigt ist zu glauben....Es müssen allerdings noch viel mehr werden :D Ich hoffe darauf das du dir deinen kritischen Blick erhälst und vieleicht kannst du so noch viele davon Infizieren.Du hast recht damit das Kritik viel häufiger (positiv wie negativ)als normal aufgefasst werden müsste und aber auch viel häufiger angewand werden müsste,weil bekanntlich hat alles zwei Seiten ;)
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
S

Sabine Kuhn

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2000
Hallo....die Mundpflege und die entsprechenden Lösungen wurden genannt nun sollte eine andere Sichtweise erfolgen...das WIE

kann oder darf ich wirklich bei einem Patienten im Durchgangssyndrom die Borken einfach entfernen....egal jetzt einmal mit was....

Wie geht ihr mit dieser Situation um....Patient wie gesagt im Durchgangssyndrom....nicht kooperativ.... verweigert die Mundpflege...Mundatmung ...parenterale Ernährung...darf aber schluckweise trinken...

Wie geht ihr mit dieser Situation um....

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2000
44225
Hallo Sabine


Wenn der Pat Schluckweise Trinken darf ist es vieleicht möglich diesen Pat. den Mund spülen zu lassen was wesentlich effektiver ist als Mundpflege mit Pean-Klemme wenn das Trinken alleine nicht ausreicht. Es muss ja nicht bei jedem Pat.der gleiche Standart angewendet werden
:eek:.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
S

Schöhler

Mitglied
Basis-Konto
04.02.2001
Ludwigshafen
Hi allerseits,

nur eine kleine Anmeerkung...Pean-Klemmen sind schrott..hat jemand von Euch schon mal so ein Teil im Mund gehabt? *schüttel*
Ich bin ja kein BAsale-Stimulations-Fanatiker, aber ich habs noch nicht erlebt, das bei angebahnter Mundpflege auch verwirrte Pat. längere Zeit die Mundpflege verweigert haben; spätestens am nächsten Tag gings jedesmal (aber gut, ich hab auch nur 3 Jahre Erfahrung, repräsentativ ist das auf keinen Fall).......
Je nach Schweregrad/Mundzustand tendiere ich dann auch eher zum verzicht auf Mundpflege (im eigentlichen Sinn), und versuche dann stattdessen, den Betroffenen zum mehr-trinken bzw. spülen zu animieren......

Grüsse an alle
Christian
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Herzchirurgie
L

Laura

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
29.11.2000
Hallo zusammen!
Ich habe mit Interesse diese Diskussion hier verfolgt und die Informationen auch sofort an meine Schüler weitergegeben. Und es ist dabei auch ein erhöhtes Bewusstsein unter den Pflegenden entstanden. Das Thema ist wieder ein aktuelles Thema. Ich bin ganz fasziniert davon, dass man nicht immer Bäume ausreissen muss und dennoch ein Ziel erreichen kann.
Heute habe ich erfahren, dass Kamillentee out sein soll zur Mundpflege, weil es austrocknet und man soll eher Salbeitee nehmen. Habt ihr davon schon mal was gehört??? Ich dachte bislang immer, es wäre genau umgedreht und wir haben uns auch immer gegen Salbeitee entschieden, weil fast alle unsere Projektpatienten einen trockenen Mund hatten.
Lieg ich da nun völlig falsch?
Liebe Grüße Laura Text
 
Qualifikation
Praxisanleiterin
Fachgebiet
Allgemein und Unfallchirurgie/ Innere Medizin
B

Bodo Josewski

Mitglied
Basis-Konto
13.10.2000
Hallo Laura
Wir benutzen seit Jahren nur noch Salbeitee da es mehr entzündunghemmend wirkt und die Schleimhäute nicht so stark austrocknet. Generell zählt nur die Regelmässigkeit der Mundpflege und das was der Patient tolleriert.
( lieber Kaffee als gar nichts )
Gruß
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für tumorkranke Patentinnen und Patienten
Fachgebiet
Hämatologie/ Onkologie/ KMT
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2000
44225
Hallo Laura

Was für ein Pat.-Gut betreust du denn sind das wache Pat. oder eher Pat. die nicht genau mitbekommen was da mit ihnen geschieht? Ich bin der Überzeugung wenn mir mal jemand eine Mundpflege mit Salbeitee macht würd ich nie mehr freiwillig denn Mund für so etwas öffnen :D. Hast du selber schon mal ausprobiert wie es ist mit Salbeitee eine Mundpflege zu bekommen? Ich würde es allerdings auch Individuell anwenden wenn es gewünscht wird,ansonsten habe ich gute Erfahrungen mit H2O gemacht vorallen Dingen was die Akzeptanz angeht.Ich will aber nicht verheimlichen das wir auch mal eine ganze Zeit Mundpflege mit Salbei gemacht haben aus Ähnlichen gründen wie Bodo beschrieben hat.Allerdings hat mich die Selbsterfahrung geheilt :redface:
.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
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