Intensiv Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom?

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Michael-0711

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Hallo, ich hab folgendes Problem,

auf unserer Station liegt zur Zeit ein 18-Jähriger Patient mit Colitis Ulcerosa, er ist Colektomiert worden, hat anschließend ein SIRS entwickelt, fördert über den Ileostoma um die 7000 ml Flüssigkeit pro Tag.
Die Elektrolytverluste werden i.v. ausgeglichen, er ist wach und orientiert, hat keine Trinkmengenbegrenzung. EZ schlecht, kachektisch, wird parenteral ernährt. (2000ml KH, 250 ml Fett, 500 ml AS)

Nun zu meinem Problem:
Der Patient ist adynam, depressiv, völlig von seiner Mutter abhängig, sie wäscht ihn, sie verweigert ihm Schmerzmittel und orale Nahrungsaufnahme (er darf essen was er möchte). Als ich heute zum Nachtdienst kam, sagte sie zu mir, dass ich ihm nicht zu viel zum Trinken geben soll, weil das alles über den Ileostoma wieder rauskommen würde.
Ich habe ihr erklärt, dass ihr Sohn Fieber und hohe Flüssigkeitsverluste hat daher tachykard ist (um 150/min) und er viel trinken muss. In Anwesenheit der Mutter fragte ich den Sohn, ob er Durst hätte, er sagte ja und ich forderte ihn zum trinken auf. Hab der Mutter versucht zu erklären, dass Durst ein deutliches Zeichen von Flüssigkeitsmangel ist, und ihr verhalten eher nachteilig für den Sohn ist, bin mir aber nicht sicher ob sie mich verstanden hat. Sie sagte nur "wenn sie meinen."
Im Lauf der Nacht, hab ich ihm sein Glas mit Wasser aufgefüllt, er sagte, ich solle es nicht in seine Reichweite stellen. Die Frage "warum nicht?", konnte er mir nicht beantworten. Hab auch ihm gesagt, dass er trinken kann, so viel er will. Das tat er dann auch.

Zur Übergabe habe ich dann scherzhaft gesagt, die Mutter hat vielleicht ein Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom...Aber mittlerweile glaube ich da wirklich daran, weil die Beziehung zwischen den beiden doch recht pathologisch wirkt (Kein Schamgefühl gegenüber der Mutter, Mutter bestimmt darüber was er essen und trinken darf etc)

Wie sind eure Meinungen dazu?
 
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Internistische Intensivstation
sophia65

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AW: Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom?

Hallo Michael,
ob es nun das MünchhausenSyndrom ist, oder nicht, läßt sich so einfach nicht sagen.Aber: eine pathologische Mutter- Sohn Beziehung ist es aber sicherlich. Wenn ich meinen damals 18jährigen Sohn hätte waschen wollen, ihm erzählen was er essen und trinken soll, dann hätte er gerade das Gegenteil getan und mir was gehustet und waschen wäre gar nicht gegangen!!!
Da sie nun ihrem Sohn Verhalten verordnet, die offensichtlich kontraproduktiv sind, kannst das ja mal eurem Arzt erzählen, damit der noch mal mit der Mutter spricht. Manchmal hilft das. Denn eventuell handelt die Mutter aus Unwissenheit und Besorgnis. Die Mitter- Sohn Beziehung dürfte euren Arzt aber wahrscheinlich nicht so interessieren, denn sie ist ja nicht Thema eurer Behandlung.
LG Sophia
 
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Seniorenheim
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Eisenbarth

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AW: Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom?

öhm...

Münchhausen-Stellvertretersyndrom

nope, liegt nicht vor.



er scheidet 7l pro tag allein über das ileostoma aus und hat ne HF von 150? Oo
 
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