Mrsa

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Bethke Axel

Bethke Axel

Mitglied
Basis-Konto
27.02.2002
24118
Hallo,
bei uns im Krankenhaus wird zur Zeit ein MRSA Screening durchgeführt.
Es werden alle Patienten aus Altenheimen, anderen Krankenhäusern, Wunden bzw. Kathetern gescreent. Das heißt bei diesen Patienten wird ein Abstrich aus Nasen- und Rachenraum und evtl. aus den Wunden abgenommen.
Der Grund ist der dramatische Anstieg an MRSA-positiven Patienten im Jahr 2004.
Dies ist ja eigentlich ganz gut, dass Ergebnis muß doch aber Konsequenzen haben, oder?
Wie wird bei euch mit dieser Situation umgegangen?
Wird bei euch wie in Holland jeder Patient der in ein bestimmtes Raster fällt isoliert und erst bei MRSA-Keimfreiheit wieder in den normalen Krankenhausbetrieb aufgenommen?
Ich habe gelesen, dass in einigen Häusern eine MRSA-Bescheinigung von Altenheimen vorgelegt werden muß, erst dann wird der Patient zu elektiven Maßnahmen aufgenommen?
Wie geht ihr damit um?
Grüsse
Axel
 
Qualifikation
Ltd. Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
M

MacWat

Neues Mitglied
Basis-Konto
21.04.2005
Wattenscheid
Hallo!!

Bei uns ist es genauso wie bei Euch, jeder Übernahme soll ein MRSA-Sreening "erhalten". Konsequenzen hat es in dem Sinne keine, nur eben, das unser Pflegeaufwand erheblich gesteigert wird.
 
Qualifikation
Krankenpfleger/Mentor
Fachgebiet
Innere Medizin:Nephrologie
F

Fuchs Uschi

Ich bin momentan in der selben Situation. Bei uns in der Ambulanten Pflege ist ebenfals
eine Patientin mit MRSA
Frage: Muß oder wie kann ich mich davor schützen ?
 
N

Napster

Mitglied
Basis-Konto
10.10.2004
16816
Hallo,

Zu meinen Zeiten in der "Ambulanten" hatten wir auch eine Pat. mit bekanntem MRSA.
Die Pat. wurde über Poth-a-cath parenteral ernährt,da galten die gleichen Standards wie bei Nichtinfizierten.

Lediglich bei der Grundpflege gab es Unterschiede.Und zwar in der Form,daß alle Pflegetätigkeiten mit unsterilen Handschuhen zu erfolgen hatten - vorwiegend zum Selbstschutz des Pflegepersonals.

Auf jeden Fall sollte eine Information über die Infektion an den Pflegedienst erfolgen,u. zwar vor dem ersten Besuch.
Bei uns klappte das,damals...

MfG
Rasmus
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Pflege in der Onkologie
Fachgebiet
Onkologie innerhalb eines Klinikums mit ca.800 Betten
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Pflegerichtlinien
Arbeitsgruppe Onkologische Fachpflege
M

Markus Schmidt

Mitglied
Basis-Konto
31.01.2001
50679
Hallo!

Das Problem ist, dass die multiresistenten Keime in den nächsten Jahren drastisch zunehmen werden.

Wenn wir Patienten aufnehmen, und es ist abzusehen das der Aufenthalt länger als 48h ist, wird ein MRSA-Screening durchgeführt.
Wir isolieren alle Patienten bei Aufnahme, die aus dem Ausland kommen, eine entsprechende Krankengeschichte mit längeren Krankenhausaufenthalten vorweisen oder Patienten die aus "bestimmten" Häusern kommen.
Die Isolierung wird erst bei negativem Befund aufgehoben. Das dauert i.d.R. 3-4 Werktage.
Wenn wir Patienten in andere Krankenhäuser oder Früh-Reha-Einrichtungen verlegen wollen, wird zunehmend mehr ein negativer MRSA-Befund gefordert.

Das ist für uns natürlich ein Mehraufwand, hat sich aber in der Praxis bewährt.

Grüße aus Köln

markus
 
Qualifikation
Case-Management
Fachgebiet
operative Intensivpflege
N

NeuroNurse

Mitglied
Basis-Konto
11.02.2005
49090
Hallo!!
In unserem Haus wird es so gehandhabt, dass bei jedem Patienten,der aus einem Pflegeheim kommt, bei jedem der innerhalb eines Jahres erneut im Krankenhaus aufgenommen wird und bei jedem Patienten der jemals einen MRSA hatte, bei Aufnahme ein Screening durchgeführt wird. Auf den Intensivstationen wird sogar bei jeder Neuaufnahme,egal von woher (von Station oder von draussen) ein Screening durchgeführt. Leider werden die Patienten aber nicht isoliert, ist ja auch meist absolut nicht möglich!!Denn dann müsste bestimmt fast jeder dritte Patient einzeln liegen, bis die Befunde des Screenings da sind!Und das dauert mindestens drei Tage!
Hat ein Patient ein positives Screening wird er natürlich dann isoliert und die Patienten, die mit ihm zusammenlagen auch getestet.Dabei ist allerdings meiner Meinung nach auffallend,das diese häufig keinen MRSA aufweisen.Somit erscheint eine "prophylaktische" Isolierung der "üblichen Verdächtigen" (z.B. aus Altenheimen) auch nicht zwingend notwendig zu sein.
Mfg NeuroNurse
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Stroke Unit
H

Hohenstein

Mitglied
Basis-Konto
23.05.2005
34132
also bei uns ist es so, wenn patienten aus dem Altersheim kommen oder vorher schon in mehreren Krankenhäusern waren erstmal wier MRSA-Patient behandelt wird und es werden Abstriche gemacht und wenn das Ergebnis negativ ist, dann wird nicht mehr isoliert.
 
Qualifikation
Krankenpflegehelfer-Azubi
Fachgebiet
KH:allg.Orthopädie
A

Alraune

Mitglied
Basis-Konto
05.02.2010
53844
AW: Mrsa

Hallo Zusammen,
ich hänge mich mal an diesen alten Thread dran. Kann mir jemand eine Quelle nennen, in der die Isolierung bei MRSA in Heimen geregelt ist. In der Vergangenheit wurde bei uns eine Bewohnerin mit MRSA an der Eintrittstelle des SPK oder der PEG isoliert worunter sie sehr gelitten hat. In Hygienefragen arbeiten wir mit der Hygienebeauftragten einer KLinik zusammen. Auf deren Veranlassung wurde das so gehandhabt. Nun habe ich mehrfach gelesen, dass in Heimen andere Regelungen gelten.Wir sind ein Heim der Eingliederungshilfe, falls dies noch wichtig ist.

Wie sieht es mit der gemeinsamen Benutzung des Bades aus, (zwei Zimmer teilen sich ein BAd) ?
Gruß
Astrid
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wohnheim Eingliederungshilfe
H

Hypet

Mitglied
Basis-Konto
06.10.2008
31141
AW: Mrsa

Hallo Astrid,
in der RKI-Empfehöung "Infektionsprävention in Heimen" findest Du eine Stellungnahme. Details zur praktischen Durchführung findest Du hier: www.nlga-netzwerke.niedersachsen.de
Grundsätzlich gilt: Eine räumliche Isolierung ist nur in Verbindung mit einem Behandlungsvertrag einigermaßen problemlos möglich. Bei Heimverträgen fehlt Dir hierfür die rechtliche Grundlage, so dass eine Iso allenfalls auf behördliche Anordnung bzw. in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsamt durchgeführt werden sollte. Dieser wichtige Aspekt ist den HFKs in Kliniken meist nicht geläufig. Dann noch was: In vielen Fällen haben MRSA-besiedete Personen eine Wunde, PEG, Harnableitung, Tracheostoma etc. Sie sind damit nur sehr bedingt sanierungsfähig, mal abgesehen davon, dass Sanierungen im außerklinischen Bereich aus Finanzierungsgründen ohnehin selten durchgeführt werden. Will sagen: Bei solchen Sachverhalten läuft die MRSA-Besiedelung auf eine Open-End-Geschichte hinaus. Soll dann tatsächlich auf Jahre hinaus isoliert werden???
Viele Grüße sendet
Hypet
 
Qualifikation
Hygienefachkraft
Fachgebiet
Hygieneberatung
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.01.2006
63110
AW: Mrsa

Hier mal noch was vom RKI (S.13; 9.1)
Kurzfassung: Verband drauf und dann wieder unters Volk.
:super:Wasserfrau
 

Anhänge

Qualifikation
Krankenschwester
A

Alraune

Mitglied
Basis-Konto
05.02.2010
53844
AW: Mrsa

Hallo Hypet, hallo Wasserfrau
vielen Dank für eure Antworten.Ihr habt mir sehr geholfen.
Gruß
Astrid
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wohnheim Eingliederungshilfe
L

Löwenherz

Mitglied
Basis-Konto
10.03.2006
63150
Qualifikation
Hygienefachkraft
Fachgebiet
Gesundheitszentrum
A

Alraune

Mitglied
Basis-Konto
05.02.2010
53844
AW: Mrsa

Hallo Löwenherz,
danke habe ich mir gleich gespeichert.
Astrid
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wohnheim Eingliederungshilfe
nightwish

nightwish

Aktives Mitglied
Basis-Konto
21.10.2006
75181
AW: Mrsa

Bei uns in der Region haben die Krankenhäuser auch anfänglich alle BW aus Altenheimen auf MRSA getestet... machen sie nun nicht mehr.. tja war wohl doch zuviel Aufwand:putzen:
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin, PA, WBL
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
WB PA, AG QM
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Teammitglied
05.07.2001
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