MRSA trotz Sanierung

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Heiko Noffke

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Können Mitarbeiter trotz MRSA Besiedelung weiterarbeiten?

Ich meine in der Zeit zwischen Erkennung und Sanierung.
Falls ein Mitarbeiter nicht saniert ist kommt es dann zum Arbeitsverbot im Krankenhaus?
Wie ist es im wirklichen Leben bei euch?
 
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Jeane

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So wie ich erfahren habe darf man nicht weiter arbeiten.Wenn sich der Verdacht bestätigt ist man berufsunfähig.Berufsunfähigkeitsrente bekommt man dann auch nur,wenn man nachweisen kann das man MRSA vorher nicht hatte.
Da man es aber in den meisten Fällen nicht nachweisen kann
,bekommt man sie nicht.
Ich hoffe ich konnte erstmal weiter helfen!?!
 
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alinz

Hallo Jeane,

kannst Du die Quelle Deiner Informationen nennen? Ich halte diese Aussage für sehr diskussionswürdig. Mir fehlen leider Zahlen zur Besiedelung, ich weis aber, dass sehr viele Menschen besiedelt sind ohne zu erkranken. Wenn ich nun annehme, dass dies auch für Ärzte und Pflegekräfte gilt, dann hätten die Krankenhäuser und Pflegeheime ein schwerwiegendes Personalproblem, auch wenn sich durch eine entsprechende Behandlung die Anzahl der dauerhaft besiedelten Personen reduzieren würde.

MfG, Andreas Linz
 
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Jeane

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Ich habe es von einen Dozenten erfahren der im Robert-Koch-Institut arbeitet.
Er hat das Thema sehr ausführlich behandelt!!! Da es leider vielen noch nicht so bekannt ist,wie ansteckend es tatsächlich ist.Das schlimme ist,man sieht es niemanden an oder man erfährt viel zu spät davon das jemand mit dem MRSA-Virus angesteckt ist.Er hat es sogar als"Seuche des neuen Jahrtausend" bezeichnet.
Drotz alledem würde ich mir keine andere Arbeit suchen,denn anstecken könnte man sich überall!!! So wie er gesagt hat,sind eh'schon viele angesteckt und wissen es noch gar nicht!!!
 
A

alinz

Hallo Jeane, Danke, so besteht die Möglichkeit die Publikationen des RKI noch einmal genauer auf diese Fragestellung hin zu untersuchen. Die BGW müsste sich demnach dann auch dazu äußern.

RKI http://www.rki.de
BGW http://www.bgw-online.de

Wie ich an anderer Stelle im Board schon einmal geschrieben habe, hatte auch ich schon eine Sanierung hinter mir - Erfolg unbekannt, weil nicht überprüft! Ich nehme nur an, dass es erfolgreich war, weil eine gleichzeitig bestehende Entzündung in der Nase abgeklungen ist. Zu denken gab mir damals nur die sehr große Anzahl der Mitarbeiter, welche gleichzeitig behandelt wurden.

Aber gleich jeden als berufsunfähig einzustufen halte ich für gewagt. Wenn dies der Fall sein wird, würde es bedeuten, dass jeder Mitarbeiter sich im Rahmen der betriebsärztlichen Untersuchungen Abstriche machen lässt (Nase, Rachen), damit man zumindestens nachweisen kann, bei Einstellung und Zeiten danach nicht besiedelt gewesen zu sein.

BTW: MRSA ist ein Bakterium (Staphylokokkus aureus)

MfG, Andreas Linz

[ 12. Oktober 2002 18:02: Beitrag editiert von alinz ]
 
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Jeane

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Danke,ist ja interessant mal nach zulesen.Werde ich mir mal ausdrucken und den guten Mann vorlegen!!!
So wie er es uns erzählt hat,ist es weiter verbreitet als auf der Seite angegeben ist!!! :confused:
 
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alinz

Hallo Jeane,

Du bist ja schneller als der Blitz
;), allerdings verstehe ich nicht so ganz, was Du jetzt meinst. Ich bin selbst noch nicht so weit, dass ich mich noch einmal beim RKI und BGW durchgelesen hätte (man kann nicht alles auswendig lernen).

Gruß, Andreas Linz
 
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Jeane

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Habe es nur mal überflogen. Lt.dem was dort steht ist es weniger gefährlich als er es uns mitgeteilt hat.
Hier eine Kurzfassung

Vorkommen von MRSA
MRSA sind weltweit verbreitet. Sie besitzen eine große Bedeutung als Verursacher von nosokomialen Infektionen. Wie S. aureus allgemein, so können auch MRSA Besiedler sein. Diese Besiedlung betrifft überwiegend hospitalisierte Patienten, bisher noch selten auch Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Bei der gesunden Bevölkerung sind sie ausgesprochen selten. Neben dem Nasenvorhof sind Rachen, Achselhöhlen, Perineum und Stirn-Haar-Grenze wesentliche Prädilektionsstellen.

Das Auftreten von MRSA in Krankenhäusern ist charakterisiert durch die vorrangige Übertragung durch die Hände des medizinischen Personals, die Möglichkeit einer monatelangen Persistenz bei nasaler Kolonisation bzw. bei Infektionen mit diesem Erreger sowie durch die hohe Umweltresistenz. Die hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Wärme erhält MRSA in der unbelebten Umgebung (z. B. Kittel, Luft, Oberfläche von Geräten, Instrumenten, Pflegeartikeln, Krankenhausinventar) längere Zeit - bis zu Monaten - lebens- und infektionsfähig.

Gegenwärtig haben die MRSA in Deutschland einen mittleren Anteil von 15,2 % an allen untersuchten S. aureus aus klinisch relevantem Untersuchungsmaterial (überregionale multizentrische Studie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft im Herbst 1998). Für die skandinavischen Länder und die Niederlande liegt dieser Wert deutlich niedriger (m 1 %).

Eine Ausbreitung der gegenwärtig insbesondere in Japan und den USA beobachteten MRSA-Stämme mit zusätzlich verminderter Glykopeptidempfindlichkeit (Glykopeptid-intermediate S. aureus = GISA) würde die Beherrschbarkeit von MRSA-Infektionen durch Wegfall der therapeutischen Glykopeptid-Option entscheidend limitieren. In Deutschland wurde vom Nationalen Referenzzentrum für Staphylokokken über hetero-GISA in zwei Krankenhäusern einer Großstadt berichtet (s. Epid. Bull. 17/98: 123).
 
A

alinz

Hallo Jeane,

so ist das mit Fortbildnern :tongue:, Dozenten müssen bei bestimmten Themen ein wenig übertreiben, damit das gehörte in eine Aktion überführt wird. Das ist ein didaktischer Trick, hier ganz besonders wichtig, um die Anforderungen an das Hygieneverhalten zu erfüllen. Wenn Du jetzt her gehst und Deinen Dozenten mit dem nun gelesenen und dem Widerspruch konfrontrierst kommt er vielleicht ins Schwitzen. Nein, ein guter Dozent muß sich über den einzigen Teilnehmer freuen, der sich mit dem Thema beschäftigt. So geht es mir zumindest.
Wenn er aber gesagt hätte, MRSA bei Mitarbeitern sei ausgesprochen selten, insbesondere bei gesunden, wer sähe dann die Notwendigkeit der Hygienemaßnahmen ein und wer würde es dann nicht mal schleifen lassen (ist ja nicht so schlimm)? So hätten wird dann eine weltweie Katastrophe, weil die winzigen Bakterien nicht vorhanden sind, da wir sie ja nicht sehen ...

Du darfst den Zahlen nicht als Absolutwerten trauen. Hier stecken mehr Fragen drin als Antworten. Beispiel: Was heisst 15,2% der untersuchten S. aureus aus klinisch relevantem Untersuchungsmaterial? Hier muß man erst einmal die untersuchte Grundgesamtheit kennen, um die 15,2% wirklich einschätzen zu können. Je größer die Grundgesamtheit ist, desto größer ist der Absolutwert von 15,2%. Also, sei vorsichtig bei der Bewertung dessen, was Du gelesen hast. Traue keiner studie, die Du nicht selbst erstellt hast!

Vieleicht hat Dein Dozent ja auch etwas vermittelt, was noch nicht schriftlich im Web vorliegt?

Gruß, Andreas Linz
 
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Anopheles

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//www.Hygnet.de:"]www.Hygnet.de:[/url] [QB]Können Mitarbeiter trotz MRSA Besiedelung weiterarbeiten?

Ich meine in der Zeit zwischen Erkennung und Sanierung.
Falls ein Mitarbeiter nicht saniert ist kommt es dann zum Arbeitsverbot im Krankenhaus?
Wie ist es im wirklichen Leben bei euch?[/QB]
 
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alinz

Hallo Anopheles ;)

Du hast uns ertappt! Ich habe damals weiter gearbeitet. Allerdings weis ich nicht, ob man mich hätte AU schreiben müssen. Wenn ja wäre der Betrieb des Op's eigentlich nicht mehr so richtig möglich gewesen, weil ich nur einer von vielen Besiedelten war.

MfG, Andreas Linz
 
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Jeane

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Aber hast Du da nicht fahrlässig gehandelt??? Gerade im OP-Bereich!!! Hätten da nicht eigentlich die Pat. informiert werden müssen???
Interessiert mich einfach!!! Ich weis das nicht im realisierbar!!!
 
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alinz

Hallo Jeane,

ehrlich gesagt, das weis ich nicht. Zu dem Zeitpunkt hat sich mir die Frage auch nicht gestellt. Die Diagnose und Therapie erfolgte zuerst durch den Arbeitsmedizinischen Dienst. Von daher läge eine Fahrlässigkeit, wenn denn eine solche vorgelegen hätte, auf der Arbeitgeberseite.

MfG, Andreas Linz
 
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abraka

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Hallo,
vor mittlerweile 15 Jahren habe ich auf einer Intensivstation gearbeitet und dort wurden die Patienten mit antibiotischen Gaben zur Prophylaxe "behandelt". Nachdem einige Kollegen und ich ständige Probleme mit unserem Immunsystem hatten, wurde eine Untersuchung durchgeführt und man stellte fest, dass wir mit den Problemen alle eine Resistenz für bestimmte Antibiotika entwickelt hatten und zu allem Überfluß u.a. auch ich mit vershciedensten Problem zu tun hatten. Flechte im Gesicht, Pilze im Mund und an bzw. in einer normalen Wasserblase an der Ferse sich ein MRSA eingenistet hatte. Damals ging man völlig locker mit diesen Dingen um, ich wurde nicht krank geschrieben , sondern mußte weiterhin meinen Dienst tun (das auch noch auf einer Station mit Immunsubrimierten Patienten). Diese Besiedlung mit allen Keimen wurde erst dann wesentlich besser, als ich nicht mehr unter Dauerbeschuß von Antibiotikas lebte und meine Ferse (die immer entzündet war und ich ging im Sommer wie im Winter mit Clogs)richtig saniert wurde. Mittlerweile bin ich seit vielen Jahren ohne Probleme.
Gruß Anette :redface:
 
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