Allgemeinchirurgie Motivationsarbeit bei Urininkontinenz

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Alraune

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Hallo, vielleicht könnt ihr mir auf die Sprünge helfen.

Eine 40 jährige Bewohnerin mit ICP und Tetraspastik, E Stuhlfahrerein, kognitiv in der Lage einfache Sachverhalte zu begreifen und in gewissem Umfang vorausschauend zu denken,verfügt grundsätzlich über die körperlichen und kognitiven Voraussetzungen die Urinausscheidung überwiegend zu kontrollieren.

Im Normalfall benutzte sie Inkontinenzmaterial nur als Sicherheit und bei außerhäuslichen Aktionen, in denen keine Möglichkeit zum Toilettengang besteht. Sie neigt zu Harnwegsinfekten und Nierensteinen, und hat eine Doppelniere.

In der Vergangenheit schloss sich an derartige Erkrankungen immer eine Inkontinenz für einige Wochen an. Sie hatte im Oktober einen heftigen Harnwegsinfekt, und Nierenstein . Es wurde ein Stent für 5 Wochen angelegt. In dieser Zeit bestand eine ausgeprägte Inkontinenz. Die von Angehörigen und Betreuern auch schon erwartet wurde - war ja immer so -.
Leider hat sich dies auch nachdem der Infekt ausgeheilt, Stein abgegangen und Stent entfernt wurde, sie definitiv infektfrei ist, manifestiert. Das Inkontinenzmaterial wurde vom Ausanhmezustand zum Normalzustand. Bei der Mutter- die da sehr rigoros ist und jahrelang daran gearbeitet hat, dass ihre Tocher keine Windeln braucht, kommt sie jedoch mit einer größeren Monatsbinde aus.
Sie ist bei den Toilettengängen auf zeitaufwändige Unterstützung angewiesen, und muss mit Lifter umgesetzt werden.
Diese Unterstützung kann nicht immer sofort erfolgen, wenn sie den Bedarf anmeldet und dann nässt sie ein.

Tagsüber geht sie in die Behindertenwerkstatt. Auch dort muss sie teilweise warten, bis sie auf Toilette gesetzt werden kann.

Das Einnässen beinhaltet reichlich Konfliktpotential, nimmt viel Raum ein. Vordergründig ist sie motiviert auf eine Urinkontinenz hinzuarbeiten und ist leicht von Blasen/ Toilettentrainig zu überzeugen zumal sie auch zu Hautirritationen neigt. Im Alltag zeigt sie aber teilweise eine geringe Anstrengungsbereitschaft, und ausgeprägte Bequemlichkeit , hat oft Gründe den geplanten Toilettengang abzulehnen, zieht die Benutzung der IKM dem Toilettengang vor.

Es gestaltet sich schwierig einen für WfbM und Gruppe praktikablen Zeitplan aufzustellen oder überhaupt erstmal ein aussagekräftiges Miktionsprotokoll zu führen. Es fehlt auch Durchhaltevermögen und Konsequenz ,

Auf der Gruppe gibt es keine Pflegekräfte. Ich bin etwas ratlos was das Entwickeln von Lösungsansätzen betrifft. Motivationsarbeit muss bei Betreuern und Bewohnerin geleistet werden. Wäre schön, wenn jemand von Euch Infomaterial in laienhafter oder sogar in einfacher Sprache wüsste. Um die Bereitschaft zu einem Toilettentraining zu fördern. Wenn jemand bessere Ansätze hat- gerne-

Die Toilettengänge sollen auch nicht das tagesbeherrschende Thema und erst recht nicht zum Machtkampf werden. Nur eine Versorgung mit Inkontinenzmaterial macht mir bei dieser Bewohnerin aber auch Bauchschmerzen da sie ja, wie bei den Elternwochenenden deutlich wird, weitgehend kontinent sein kann und dies auch im Sinn einer möglichst weitgehenden Normalität ist.
LG
Astrid


 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wohnheim Eingliederungshilfe
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AW: Motivationsarbeit bei Urininkontinenz

Also in vereinfachter Form habe ich jetzt herausgelesen, das Mama sagt , sie ist kontinent und Tochter lieber Inko-material benutzt. Liegt einerseits daran, daß sie manchmal zu "faul" ist auf Toilette zu gehen und manchmal gehts einfach nicht, weil keiner da ist, der ihr behilflich sein kann. Hmm, erstmal glaube ich, das ihr das Thema zu stark thematisiert. Ja und die Toilettengänge scheinen ja ziemlich schwierig zu sein für PP und Klientin.

Wir haben bei so schwierigen Fällen Pläne in den Zimmern hängen, wann TGs durchgeführt werden. Und vielleicht ist ihr das einfach zu aufwändig, und sie möchte lieber eine Einlage benutzen? Solange der Hautzustand es zuläßt, warum nicht?
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
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