Motivation von Mitarbeitern

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Sid Amos

Sid Amos

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22.03.2006
84513
Habe gerade eine Leitungsbesprechung zu dem Thema Mitarbeitermotivation hinter mir und dachte mir, ich frage auf diesem Wege einfach mal hier um Rat.

Und zwar wurden verschiedene Systeme durchgesprochen, um MA mehr hervor zu heben bzw. auch gezielt auf einzelene Mitarbeiter eingehen zu können.

1. Mitarbeiter des Monats

Es wurde disskutiert, von jeder der fünf Stationen einen Mitarbeiter des Monats/Quartals zu ernennen, welcher sich durch besonderes Engagement oder durch besondere Leistungen hervorgehoben hat. Dies soll die Tätigkeiten und besonderen Leitungen einzelner Mitarbeiter im bereich der Pflege hervorheben.
Es wäre geplant, diese Mitarbeiter dann zu versammeln und im Rahmen eines Kaffeetrinkens oder einer deftigen Brotzeit in der Cafeteria des Hauses vom Heimleiter nochmals hervorheben zu lassen. Ferner sollen die MA durch Bilder und kurze Beschreibungen auf einer Pinnwand in der Cafeteria sowie durch einen Artikel in der monatlichen Hauszeitung nochmals besonders hervorgehoben und präsent gemacht werden.

Nun ist aber das Bedenken aufgetreten, dass dies wieder in den einzelnen Teams zu Unstimmgkeiten, wie insbesondere Neid oder Konkurrenzdenken führen könnte. Auch könnten sich dann wieder Grüppchen bilden, welche die Wahl des Mitarbeiters des Monats boycottieren könnten (Der/die will sich doch nur einschleimen).

2. Mitarbeiter Geburtstagsfeier

Monatliche Geburtstagsfeier für die Mitarbeiter die vorausgegangenen Monat Geburtstag hatten. Auch wieder in einem Rahmen von einem Kaffeetrinken oder einer Brotzeit, bei welcher auch der Heimleiter einen allgemeinen Glückwunsch ausspricht und hierbei auch noch im Rahmen dieses Treffens das Gespräch mit den MA auf einer persönlichen Ebene sucht.


Inwieweit sind die Erfahrungen der Forenteilnehmner mit solchen oder ähnlichen Systemen der Mitarbeitermotivation, inwieweit kann man noch andere Angebote setzen um eine gemeintschaftliche Arbeit ohne das "burnig out" einzelner oder von Gruppen zu vermeiden. (Mitarbeitergespräche, Betriebsausflug, bereichsübergreifende Feiern).

Bin über jedes Posting auf jeden Fall massivst dankbar.

redliche Grüsse aus Oberbayern


Sid Amos
 
Qualifikation
Altenpfleger
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WBL/pall. Pflegefachraft i.A
W

Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Hmm also das mit dem Mittarbeiter des Monats ... ich glaub nicht das da wirklich einer von begeistert währe.
Also ich währs zumindest nicht.

An den Pranger stell : Huhu er ist der Beste nehmt euch nen Beispiel an dem Mittarbeiter.
Das gibt ärger ;-)

Gemeinsame Feiern kann ich mir da schon eher vorstellen, vor allem ..... das "Mitarbeiter Aushorchen" klappt nach dem 3. Bier bestimmt besser.
*frech Grins*
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
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IMC
S

stern3007

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29.07.2005
Köln
Beide Varianten wären für mich keine motivierende Maßnahme.

Mitarbeiter des Monats - Das klingt so nach Mc Donalds ;-)

Geburtstagsfeier:
Nicht jeder mag den Rummel um solch einen Tag. Das gehört für mich in den Privatbereich aber nicht auf den Arbeitsplatz.
 
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Krankenschwester
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ambulante Pflege
Sid Amos

Sid Amos

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Themenstarter/in
22.03.2006
84513
Beide Varianten wären für mich keine motivierende Maßnahme.

Mitarbeiter des Monats - Das klingt so nach Mc Donalds ;-)

Geburtstagsfeier:
Nicht jeder mag den Rummel um solch einen Tag. Das gehört für mich in den Privatbereich aber nicht auf den Arbeitsplatz.

Joa, das mit dem "Mitarbeiter des Monats" wurde ja auch von einer Mc-Doof Userin vorgeschlagen, weil se ausser den Burgern da auch noch rumschaut vor lauter Neugier.

Und was wären dann für euch motivierende Massnahmen?

fragend
Sid Amos
 
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Altenpfleger
Fachgebiet
WBL/pall. Pflegefachraft i.A
S

stern3007

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29.07.2005
Köln
Soll ich mal ehrlich sein?
Wenn mein Arbeitgeber ein "guter" Arbeitgeber ist wo man gerne arbeitet. Gerne arbeiten tue ich dann, wenn ich den Patienten noch als Patienten sehen darf und nicht innerhalb ultrakürzester Zeit meine Arbeit dort verrichten muß ohne Rücksicht auf seine Bedürfnisse nehmen zu können.

Wenn ich nicht ständig Überstunden machen muß, die Betonung liegt auf ständig. Die beste Motivation ist immer noch gegeben, wenn man gerne zur Arbeit geht.

Die von dir genannten Mittel zur Motivation sollen doch evtl. Problematiken nur kaschieren. Bei mir kannst du allerdings kein Glücksgefühl erzeugen, wenn ich genau weiß, dass ich gezwungenermaßen "schlecht" arbeiten muß. Ich denke du weißt, was ich mit "schlecht" meine. Mich nerven dann solche Motivationsmaßnahmen eher.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
L

Löwenherz

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10.03.2006
63150
Hallo ihr..

ich finde das mit dem Mitarbeiter des Monats auch doof.
Ich weiß jetzt schon wer das wird: derjenige, der nie "nein" sagt wenns um krankheits- und urlaubsvertretung geht..der immer die "schweren Fälle" pflegt und betreut..der sich alles gefallen läßt und sich duckt und nie den Mund aufmacht.

Ich habe eher die Erfahrung gemacht:
Motivation durch ein nettes Klima, sprich:

- Getränke und kleine Süssigkeiten für die Pause, gratis (habe ich aus meiner Privattasche bezahlt, aber es kam gut an - vielleicht gibt es ja eine Kasse aus der man das zahlen könnte..)
- Interesse am Mitarbeiter; wenn ich den Eindruck hatte jemand hat Kummer: ansprechen und ggf reagieren (Freizeit anbieten, auch wenn der Dienstplan anders aussieht)
- Als Leitung stets ansprechbar sein, aktiv zuhören und sich auch bei der Lösung einbringen
- kleine Aufmerksamkeiten zu Weihnachten und Ostern (Okay, ich gebs zu, bin christlich orientiert und mir war das wichtiger als Geburtstag)
- Da es eigentlich immer Geld in der Kaffeekasse gibt (ich weiß..darf nicht sein ist aber trotzdem so..) haben wir zwei mal/Jahr einen netten Abend in einem Resaturant verbracht. Je nach Lage der Kasse gabs entweder alles bezahlt oder eben das Essen..
- Mitarbeitern Schulungen anbieten, oft wirkt das sehr motivierend weil 1. aus dem Alltag ein oder zwei Tage mal raus und 2. neue Aspekte erlernt/erfahren werden
- möglichst zwei Mitarbeiter zusammen schicken (aber fragen vorher wer mag!)..das macht zu zweit mehr Freude und wenn die beiden einen Teil des Tages noch einen nette Zeit machen ist das fürs Betriebsklima sehr gut
- Betriebsausflüge sind oft fragwürdig, da die Geschmäcker weit auseinander gehen und viele Mitarbeiter keine Lust dazu haben. Das mit dem Abends essen gehen hat sich allerdings bewährt.

- alle 14 Tage Dienstbesprechung, Dauer ca 90 min. Reihum hat immer jemand belegte Brötchen gemacht , wir haben dabei immer auch ca 30 min für die Dinge gehabt, die so neben dem Dienst lagen oder nicht speziell dienstbezogen waren. Dienstbesprechung = Arbeitszeit

Insgeamt finde ich, wenn man dafür sorgt daß das Klima der Mitarbeiter untereinander gut ist und auch das Klima im Betrieb an sich, dann gelingt es sehr viel eher schwierige Zeiten zu überstehen.

Aber ein Patent hab ich auch nicht, kann nur sagen, daß es so recht gut gelaufen ist.

Lg Löwenherz
 
Qualifikation
Hygienefachkraft
Fachgebiet
Gesundheitszentrum
W

Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Der Vorschlag von Löwenherz hört sich gut an.
Alte regel mit speck fängt man Mäuse und mit Süßigkeiten Pflegekräfte.
Aber nicht das nun der Eindruck entsteht ich würde gern Naschen *grien*

Mittarbeitergespräche finde ich auch sehr Wichtig, aber nicht in einem Offziellen Rahmen, gibt es Tausend Möglichkeiten, wie man es "nebenbei" machen kann.
Vertraun zur/zum Direckten vorgesetzen finde ich extremst wichtig, das man einfach auch mal die möglichkeit hat sich "auszuko...en" ohne das man befürchten muß das es gleich ins Direcktorium wandert, oder das man selber oder jemand anders Konsequenzen daraus befürchten muß.

Und als Pflegekräfte haben wir doch echt Bescheidenheit gelernt, wir sind doch schon mit kleinigkeiten Glücklich, einfach mal n nettes Wort.... marke .. ich weiß is im moment übel, aber hast Du super gemacht, trotz allem sind Deine Patienten versorgt.
Da is doch der Tag gleich schon gerettet.
Kritick muß sein, kein Thema, aber man kann die Wirkung mildern in dem man was Positives dazu sagt, so nach dem Motto : Also das war wirklich daneben, meinst nicht. Kurze denkpause .... aber ich hab von herrn müller gehört das er Dich super gelobt hat ........ weil du das und das gemacht hast.

( Fühlt man sich selber nicht so mies bei und macht sich über die Kritick eher Gedanken, weil man eigentlich keine chance hat auf die Barikaden zu gehen ;-) )

Leistung die zur Kenntniss genommen wird macht gleich ein klein wenig mehr spaß.
Nur auf gar keinen fall zu offt Öffendlich, denn das führt zu Neid, und die Lieben Kollegen können einem einzelnen echt das Leben zur Hölle machen.

( Hab einmal in meinem Leben ein Mobbing Krieg geführt... gewonnen, aber haben muß ich das auch nicht noch einmal )
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
K

Kalimera

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17.01.2001
Hamburg
Hmmmm, mir fällt dazu ein, dass ich erst mal klären würde wozu will ich meine MA motivieren?
zu mehr Arbeitszufriedenheit? zu mehr Engagement?....ect
Und danach erst würde ich mir Gedanken darüber machen was die richtige Motivationsstrategie sein kann.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
L

Löwenherz

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10.03.2006
63150
Hallo Sigjun,


hmmja..da hast du nicht ganz unrecht - man muß natürlich immer erst mal sein Ziel definieren.

Ich bin natürlich von mir ausgegangen; andere Menschen haben womöglich andere Ziele, klar. :wink:

Mein Ziel war und ist es immer, daß jeder auf seinem Plätzchen wohl fühlen kann. d.h.
- er/sie fühlt sich seiner Aufgabe gewachsen
- Arbeitszeit = Lebenszeit..und es muß immer auch was dabei sein was den Menschen in seiner Person anerkennt, respektiert und ihn ernst nimmt
- Humor!!..eine Prise Humor muss dabei sein :grin:


DAS wiederum führt dazu, daß die Arbeit nicht lästige Pflicht ist (klar, an manchen Tagen empfinden wir das alle so..) sondern daß ich mich gefordert und gefördert fühle.
Ich verstehe mich als Teil eines Ganzen und jeder trägt seinen Teil dazu bei daß engagiert gearbeitet wird.

Sicher ist das Idealzustand und es wird nicht immer so sein. Aber wenn sich jeder Mitarbeiter an den überwiegenden Tagen so fühlt, dann ist doch ne ganze Menge erreicht, ja?

Lieben Gruß, Löwenherz
 
Qualifikation
Hygienefachkraft
Fachgebiet
Gesundheitszentrum
Sid Amos

Sid Amos

Neues Mitglied
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22.03.2006
84513
Joa, erstmal danke, eigendlich sind die Vorschläge gut, muss ich sagen, zumidest konnten wir auf der Arbeit drüber disskutieren, ich hab das ganze namöich mal mit der Hilfe des moderen und teurigen Stationsinternetzes ausgedruckt.

Das mit dem MA des Monates iss derzeit auch umstritten, vor allem weil ein psyschisch kranker MA, der dauernd krank ist, das KLima nicht gerade fördert....

Ich bin echt am Grübeln.......

Zumindest versuch ich auch mal, für die Mitarbeiter einmal im Monat eine ungezwungene Gesprächsrunde im Snoozelen-Raum anzubieten....


Sid
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
WBL/pall. Pflegefachraft i.A
L

Löwenherz

Mitglied
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10.03.2006
63150
Hallo Sid Amos...

ich denk, ich würde das mit dem "Mitarbeiter des Monats" auch nicht machen.

Die Frage ist ja: was ist das Ziel eines solchen Wettbewerbes? Denn Wettbewerb hättest du damit wohl auf alle Fälle..

Ich hab neulich an einem Autohaus geparkt..da war nur noch ein Parkplatz frei - und zwar der, des "Mitarbeiter des Monats". Wobei ich allerdings hier denke: okay, denn geht es wohl um Verkaufszahlen oder so.

In der Pflege ist es schlecht meßbar wer welche Leistung erbringt - es sei denn du zählst Überstunden und Fehltage zusammen...was ich allerdings fragwürdig finde.

Für deine angedachte ungezwungene Gesprächsrunde empfehle ich dir ein Thema. "Nur so" beisammen sitzen ist oft wenig kreativ - und hinter fragen sich die MA warum sie da erscheinen sollten.
Vielleicht kannst du ja für den Einstieg mit deinen MItarbeiterInnen überlegen was für SIE motivierend wäre? So eine Art Brainstorming?

Daß ihr einen Mitarbeiter habt der häufig AU ist wegen psychischer Probleme (woher wißt ihr das eigentlich? hat ers selber erzählt?) macht die Sache nicht einfach für alle anderen. Aber..jeden kanns jederzeit treffen..das sollte allen klar sein. Und sich in solcher Situation getragen fühlen kann die Genesung enorm voranschreiten lassen...

Wir bleiben im Gespräch..*zwinker* Löwenherz
 
Qualifikation
Hygienefachkraft
Fachgebiet
Gesundheitszentrum
K

Kalimera

Unterstützer/in
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17.01.2001
Hamburg
Sicher ist das Idealzustand und es wird nicht immer so sein. Aber wenn sich jeder Mitarbeiter an den überwiegenden Tagen so fühlt, dann ist doch ne ganze Menge erreicht, ja?
Natürlich, damit hast Du eine Menge erreicht. Warum kam das Thema denn bei Euch auf? Weil jemand mal eine innovative Idee umsetzen wollte, oder weil die Arbeitszufriedenheit spürbar nachgelassen hatte?
Ich meine wenn die Arbeitszufriedenheit bei allen gut ist muss man daran ja nichts ändern, oder?
Ich bin ja in solchen Fällen immer für die Einbeziehung des Mitarbeiters, da jeder individuell ist. Der eine braucht mehr Verantwortung für die Arbeitszufriedenheit, der andere fühlt sich überfordert und möchte weniger.
Die einen möchten in Entscheidungen miteinbezogen werden, den anderen ist es lieber wenn sie alles vorgestzt bekommen.....ect.

Ich würde erst mal einen Ist-Zustand erheben, danach würde ich die MA fragen, was sie denken was man noch verbessern könnte.
Auf gar keinen Fall würde ich fragen, was sie momentan als weniger gut oder belastend empfinden. Das fördert eine Jammerrunde...:sad:
Und Du willst ja Lösungen. Deine Idee einer Runde im Snooezelen-Raum ist doch schon mal ein Ansatz, aber ich würde auch irgendwie ein Ziel dabei definieren, vor allem aber einen Anfangs-/Endzeitpunkt.
Vielleicht gehe ich das Ganze auch zu strukturiert an, und liege völlig daneben bei dem was ich ich mit bei Deiner Frage vorstelle.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Zunächst mal ein typisch oberllehrhafter Satz: "Es gibt keine extrinsische Motivation ohne intrinsische Motivation".

Ich halte diese plötzlich und unerwartete Einführung von "Ehrungen" (wofür auch immer) für eher kontraproduktiv. Wenn mein Chef, meine PDL oder meine Stationsleitung mir zu einem Ereignis, sei es gute Leistung oder Geburtstag persönlich gratuliert, dann kommt es bei mir besser an, als wenn in einer "Pflegeerinrichtung-sucht-den-Superstar"-Veranstaltung der Geschäftsführer über Mikrophon mitteilt, dass wir alle eine grosse Familie sind :devil: .

Es gibt natürlich kein Patentrezept, aber meiner Erfahrung nach steigt die intrinsische Motivation, wenn das "Wir-Gefühl" gestärkt wird. Wie man das erreichen kann, ist von Haus zu Haus unterschiedlich.
(Wir hatten in diese Richtung letztes Jahr einen Riesen Schub, als wir ein Benefiz-Fussballturnier veranstaltet haben --> vom Geschäftsführer über Oberarzt, Hausmeister bis zum Schüler haben alle mitgespielt, die anderen haben für die Bewirtung der Gäste gesorgt, die Band unseres Medizin-controllers hat Fete gemacht. Die "informellen" Gespräche, die bei der Veranstaltung stattgefunden haben, haben die eine oder andere Supervision überflüssig gemacht :wink: )

Mit Gesprächen im snoozle-Raum oder am Stamtisch hab ich eher schlechte Erfahrungen gmacht. Sie sind nicht gelenkt, nicht zielgerichtet und meistens ohne greifbares Ergebnis. Und wenn man aus solchen Gesprächen kein Fazit ziehen kann, führt es ehrer zu Frust auf allen Seiten.
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
C

chriziko

Mitglied
Basis-Konto
16.01.2001
München
das wichtigste ist, dass man den mitarbeitern etwas zutraut und ihnen verantwortungsbereiche übergibt, die groß genug sind um interessant zu sein, aber klein genug um sie nicht zu überfordern.
um die interessen herauszufinden und vereinbarungen über gemeinsame projekte und ziele zu treffen, sind gespräche wichtig, sowohl im großen, als auch im kleinen kreis - offiziell und inoffiziell.
für die stimmung im team wirkt eine halbe stunde kaffeeklatsch in der woche (natürlich arbeitszeit) wunder.
wichtig finde ich auch teambesprechungen, bei denen jeder offen ansprechen kann, was ihn stört und was er besser machen würde. die kunst ist nur, das ganze so zu lenken, dass es nicht zu einer jammerrunde mit gegenseitigen anschuldigungen verkommt, sondern zukunfts- und zielorientiert geführt ist.
ansonsten sind alle maßnahmen gut, die dazu führen, dass sich mitarbeiter an- und ernstgenommen fühlen. löwenherz hat ja schon einige genannt.
 
Qualifikation
altenpfleger / neuerdings PDL
Fachgebiet
wohnungslosenhilfe
T

traveler

Aktives Mitglied
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09.12.2005
Kaufbeuren
hallo miteinander.

Inoffizielle Gespräche, Kaffeklatsch u.ä. heißt für mich nicht anderes als im Unverbindlichen bleiben, sich nicht festlegen wollen, keine Verantwortung übernehmen.

Wenn ich was ändern will dann müssen klare und verbindliche Vereinbarungen her, bei denen jeder weiss woran er sich zu halten hat und kann und gegenseitige Kontrolle stattfindet, sowie Korrekturen wenn nicht eingehalten wird.

Der erste Schritt zu Veränderung führt über eine Verständigung gemeinsamer Ziele bezeichnet mit corporate identity - Philosophie - Bereichs/Stationskonzepte - vorhanden?

Was heißt denn gut Pflege, ausreichend Zeit u.ä. konkret?

Den Mythos Pflege sei nicht meßbar sollten wird eeendlich begraben!

Das oben beschriebene Fußballspiel ist ein klassische und sehr erfolgreiche Strategie um Gemeinsamkeiten zu finden und das Klima zu verbessern. Beratungsstrategie mache was bei dem alle mitmachen können im kleinen oder großen, das offensichtlich nichts mit dem Arbeitsfeld zu tun und binde alle ein - Klasse.

Führe ein Gespräch nur wenn du dir deiner Rolle und deines Ziels völlig klar bist. Gesprächsart moderiert, supervidiert, Mitarbeitergespräch, Teamgespräch, Fachgespräch oder -diskussion etc. Es macht selten Sinn als MA oder sogar Vorgesetzter als Moderator oder Supervisor im eigenen Team aufzutreten.

Abschließend: legt euch fest, trefft Vereinbarungen und Instrumente zur Überprüfung, Vereinbart Ziele - schreibt sie auf, macht sie Öffentlich usw. alles andere endet mit "schön dass wir mal darüber geredet haben" also im Nichts und hält die Situation erträglich und somit aufrecht.

Für mich muß am Anfang stehen: Jeder muß für sich konkret, detailliert Definieren, wann bin ich zufrieden und was bin ich bereit dafür zu tun bzw. einzubringen? - heisse Kiste - viel Zündstoff.
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
E

elkediegute

Neues Mitglied
Basis-Konto
03.04.2006
08056
Interessantes Thema. Motivierend wirkt, wenn jeder seinen Stärken nachgehen darf. Sucht nach gemeinsamen Zielen die ihr umsetzen wollt und verteilt die Rollen nach den Stärken der einzelnen Mitarbeitern. Sprich so eine Art Projektarbeit. Erfrage die persönlichen Ziele und die Arbeiten, die die Mitarbeiter gerne ausführen. Ist am Anfang sehr zeitaufwendig, lohnt sich aber, denn die Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen. Wertschätzung ist die beste Motivation. Ich bin noch nicht sehr lange als WBL tätig und immer noch in der Lernphase. Es ist mir wichtig das mein Team meine Anweisungen - die ich ja meist auch von "oben" bekomme verstehen. Transparenz der Zusammenhänge ist wichtig. Andere Meinungen ernst nehmen und auch aushalten können. Gemeinsame Visionen sind wichtig, auch wenn nicht alles umgesetzt werden kann, man muss auch mal über den Tellerrand hinausdenken. Gruß Elke
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Wbl
L

Löwenherz

Mitglied
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10.03.2006
63150
Motivierend wirkt, wenn jeder seinen Stärken nachgehen darf. Sucht nach gemeinsamen Zielen die ihr umsetzen wollt und verteilt die Rollen nach den Stärken der einzelnen Mitarbeitern. Sprich so eine Art Projektarbeit. Erfrage die persönlichen Ziele und die Arbeiten, die die Mitarbeiter gerne ausführen.
Hallo Elkediegute...
dein Nick ist Programm? Ich halte es für äußerst fragwürdig so zu verfahren wie du oben beschreibst....die Neigung dann nur noch machen zu wollen was man will ist doch echt groß. Ich meine, dann pienzen am Ende die MitarbeiterInnen so lange rum bis sie nur noch machen was ihnen behagt..?!?

@ Sigjun..
du fragtest warum das Thema bei uns aufkam?
Ich war neu eingestellt, ambulanter Dienst..und war damals für das Team die Chefin (heute weiß ich auch daß das alles ganz anders aussehen hätte sollen..schon die Bezeichnung dafür war mehr als schwammig...)
Okay..ich hab`schnell gemerkt daß Kollegialität nicht gerade angesagt war im Team und die Unzufriedenheit zog sich durch alle Bereiche. Das Team hat sich nicht als Team begriffen - das war eigentlich das auffälligste und schlimmste. Somit waren einfache, kleine Maßnahmen schon sehr wirkungsvoll.

Privat hab ich mich schon seit vielen Jahren mit "dem Menschen als Ganzes" beschäftigt, viel Literatur gelesen...(Gesprächsführung etc..)
Da hatte ich dann wenigstens im Gespräch immer nen kleinen "Vorteil".

Es ist nicht leicht die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden - die eben jeder Mitarbeiter in sehr unterscheidlicher Weise braucht.

das mal so als Gedanken zwischendurch...einen schönen Montag wünsch ich allen,

*winks* Löwenherz*:innocent:
 
Qualifikation
Hygienefachkraft
Fachgebiet
Gesundheitszentrum
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
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05.01.2006
63110
Ich denke schon, die besonderen Stärken kann man einsetzen. ABER nur bei besonderen oder zusätzlichen Tätigkeiten, die immer mal wieder anfallen. Ansonten entwickelt sich diese wunderbare Definition von Team, so wie von Löwenherz bemerkt, wirklich:
Toll, ein anderer macht's.

Ich habe es mal kennengelernt, dass jeden Tag der Chef seinen Rundgang durch das Haus gemacht hat, hat nachgefragt, was so los ist, wie es geht. Und das hat niemand als störend oder aufdringlich empfunden. Glaub sein Interesse war auch ehrlich.
Allerdings gibt es auch die, wo jeder denkt, der oder die kommt nur zum "schnüffeln".
Es gibt eben solche, die einen nur durch ihre Umgangsart schon motivieren.
Die Mitarbeiter nur zum kritisieren ansprechen, ist schon sehr demotivierend.
Ab und zu ein kleines Lob, ein Lächeln auf den Lippen. Aber, bitte ehrlich gemeint, finde ich, ist auch eine Motivation.
Auch Personal muss gepflegt werden, nicht verhätschelt.

Davon träumt der Wassermann:eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenschwester
K

Kalimera

Unterstützer/in
Basis-Konto
17.01.2001
Hamburg
Hallo,
ich halte es auch bedenklich jedem die Arbeit zu geben, wo er/sie Stärken hat.
Ich würde einen anderen Ansatz anwenden, und zwar, dass die Leute mit Stärken denen, die dort evtl. Schwächen haben zur Hand gehen. Ich habe schon erstaunliche Ideen erlebt, wenn jemand plötzlich etwas tat, wo er/sie dachte, dass er/sie das gar nicht kann.
Ich würde nun auch nicht gerade den MA zu einer Arbeitsgruppe schicken, der am wenigsten den Mund aufmacht und Ängste hat in einer Gruppe seine Meinung darzulegen. Ich denke aber, dass ich diese Ängste innerhalb des gewohnten Teams nehmen kann, wenn ich denjenigen immer wieder auffordere auch seine Meinung kund zu tun, erstmal stationsbezogen.
Ich denke es ist wichtig jeden dort abzuholen wo er steht und ihn zu fördern und fordern.
Nähe und Distanz ist so eine Sache. Ich mag meine MA nicht alle gleich gern leiden, bemühe mich aber um Obejktivität und überprüfe mehr als einmal welchen Ursprung meine Kritik hat, wenn ich einen Kollegen kritisiere, den ich nicht mag. Andersherum überlege ich ebenso wenn ich einen Kollegen lobe, den ich sehr mag. Es ist im Prinzip ein ständiges Hinterfregen und Reflektion meiner selbst wenn es um irgendwelche Beurteilungen (Kritik, Lob...ect) geht.
Teamentwicklung ist ein sehr weites Feld, wrüber es jede Menge Bücher gibt, manchmal aber muss man auch viele Mglk. ausprobieren, bis man diejenige welche für das entsprechende Team gefunden hat.
Ich glaube den anderen "ernst nehmen" ist eines der ersten Dinge.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
E

elkediegute

Neues Mitglied
Basis-Konto
03.04.2006
08056
Hallo, Löwenherz, also, meinen Nick hat mir mein Sohn verpasst und ich geb zu, er hat mir gefallen. Hab mir da bislang groß keine Gedanken darüber gemacht.
Zu Deinem Beitrag. Die Aufgaben jedes Mitarbeiters sind in der Stellenbeschreibung festgelegt. Und diese ist nunmal für alle bindend.
Was ich gemeint habe, ich habe z.Bsp. Mitarbeiter, denen es besonders leicht fällt Pflegeplanungen zu formulieren. Warum soll ich dieses Potential nicht nutzen. Andere organisieren Festlichkeiten für die Bewohner ausgesprochen gut. Das macht diesen MA Spass. Würde ich die Rollen tauschen würde ich zusätzlichen Druck erzeugen. Die Mitarbeiter sind in der Lage dazu diese Arbeiten zu übernehmen und machen das auch, wenn es notwendig ist.
Vielleicht habe ich da ja einen Denkfehler. Wie gesagt, ich bin noch nicht lange WBL. Ich habe aber bisher recht gute Erfahrungen damit gemacht.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Wbl
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