Allgemeinchirurgie Möglichkeiten der Urinableitung

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Kalorie

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Hallo, ich habe folgende Fragen: 1. Ein Bewohner muss aus medizinischen Gründen einen Katheter tragen, der auch nur vom Urologen gewechselt werden darf (transurethral). Nun hat er immer mal wieder kleine Druckstellen am Harnröhreneingang; ein suprapubischer DK kann nicht gelegt werden wegen verschiedener Darmoperationen in der Vergangenheit, intermittierend darf auch nicht katheterisiert werden. Welche Möglichkeiten gibt es, diesem Mann den transurethralen DK zu ersparen? Der Urologe äußert sich nicht dazu! 2.Wie kann ich denn die Durchgängigkeit prüfen bei nachlassender Urinmenge im Beutel, wenn ich nicht anspülen darf? Danke
 
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Fripi

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AW: Möglichkeiten der Urinableitung

Hallo,

zu 1. ist mir jetz o direkt keine Methode bekannt, allenfalls eine Ableitung weiter oben, eine Nierenfistel könnte das lösen. Das wäre allerdings etwas übertrieben. Ich kann mir jedoch nicht wirklich vorstellen das es gar keine Möglichkeit geben soll einen Suprapubischen Katheter zu legen...

2., wieso darfst du nicht spülen? Ist die Blase geschädigt oder wie? Wenn die Urinmenge nachlässt kann man ja erstmal versuchen zu fühlen ob die Blase voll ist, besser ist noch ein Blasenscanner, die kann man heute als Handgerät kaufen und messen vollautomatisch die Blasenfüllung (Lohnt sich eigentlich, reicht ja eines pro Haus). Außerdem kann man ja die nachlaufende Menge genau erfassen, wenn mal etwas weniger läuft ist der Katheter ja Offen, nur wenn nichts mehr kommt kann man ja von einer Verlegung ausgehen...

lg, Nils
 
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Kalorie

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AW: Möglichkeiten der Urinableitung

@Fripi, danke für Deine Antwort. Der etwas "wortkarge" Urologe sagte, man könne in diesem Fall keinen SPDK legen, der Bewohner selber kann sich überhaupt nicht äußern, dem Betreuer ist das Problem nicht so bewusst oder egal oder....er legt die Lösung in unsere Hände. Zum Spülen: Unsere PDL verbietet es mit der Begründung, dass "man" nicht mehr spüle bzw. auf diesem Wege die Durchgängigkeit prüfe! Dieses Thema war hier schon mal ein Thema, aber ich bin nicht so ganz durch gestiegen, ob man oder ob man nicht anspülen darf aus Gründen der Überprüfung; sicherlich wäre ein Scanner das Mittel der Wahl, ich werde es der PDL vorschlagen. Schönes Wochenende an alle und LG
 
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Fripi

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AW: Möglichkeiten der Urinableitung

Also wenn deine PDL sagt ihr dürft nicht anspülen rede doch mal freundlich mit dem Urologen und frage ihn ob ers nicht versuchsweise mal anordnen will :)

Ansonsten würde ich dem auch mal auf die Füße treten und den nicht so leicht davonkommen lassen, er soll schon erklären wieso was nicht geht (Eventuell sonst mal einen Kollegen einbestellen?).
Viel erfolg noch bei der Lösung des Problems, und wie man hier in Stuttgart sagt: Oben bleiben ;)

lg, Nils
 
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Kalorie

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AW: Möglichkeiten der Urinableitung

Danke, Fripi, für Deine Aufmunterung! Wir wollen den Urologen wechseln... LG
 
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Chef de Saucier

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AW: Möglichkeiten der Urinableitung

PDL verbietet es mit der Begründung, dass "man" nicht mehr spüle bzw. auf diesem Wege die Durchgängigkeit prüfe! Dieses Thema war hier schon mal ein Thema, aber ich bin nicht so ganz durch gestiegen, ob man oder ob man nicht anspülen darf aus Gründen der Überprüfung;
Hallo Kalorie !
Das bezieht sich aus Sicht der Hygiene auf die Empfehlung des RKI bezügl. der Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen. Das RKI sagt hierzu:

* Katheter und Drainageschlauch sollten nicht diskonnektiert werden. (Kat. 1A)
* Ist eine Diskonnektion nicht zu vermeiden, sind davor und danach die Hygienemassnahmen einzuhalten (Kat. 1B)
* Spüllungen / Instillationen sind nur unter spezieller urologischer Indikation durchzuführen (1B) ... nicht zur Infektionsprophylaxe oder zur Vermeidung von Inkrustrationen. Stattdessen sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (1500 - 2000 ml ) sowie auf den PH-Wert des Urins geachtet werden.

Grundsätzlich ist es richtig bei den Kategorien "1A" sowie "1B" den Empfehlungen des RKI zu folgen. Immerhin handelt es sich um geschlossene Systeme. Die Wahrscheinlichkeit das Keime in das System gebracht werden ( die möglicherweise eine Polymer assozierte Infektion auslösen können ) hängt natürlich mit der Häufigkeit einer Diskonnektion zusammen. Aber grundsätzlich ist eine z.B. Blasenspülung nicht verboten / untersagt, wenn es hierfür einen wichtigen Grund gibt !
Ich würde mich also dem Rat von FRIPI anschließen und den Urologen in`s Boot holen. Wenn trotz einer ausreichenden Trinkmenge häufiger der Verdacht auf Harnverhalt infolge einer Verlegung des DK`s besteht ( wenn andere DK Varianten keine Abhilfe schaffen konnten ), dann kann eine Blasenspülung auch eine sinnvolle Sache sein. Wenn das der Arzt im Bedarfsfall für diesen Bewohner / Pat. anordnet unter konkreter Nennung der Indikation, dann kann man das machen.

Gruß CdS
 
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Kalorie

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AW: Möglichkeiten der Urinableitung

Lieber Chef de Saucier, danke für die ausführliche Auskunft, der ich ganz viel Fachwissen entnehme; ich habe mir die RKI-Richtlinien daraufhin angeschaut. Wir werden einfach mal den "neuen" Urologen fragen, auch und besonders wegen der bisher abgelehnten Anlage eines SPDK's. LG
 
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Fripi

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AW: Möglichkeiten der Urinableitung

Danke @CdS, die zusätzlichen Infos hatte ich nicht so präsent.

@kalorie, gib doch bescheid wie es weitergeht, immer wieder interessant.

lg, Nils
 
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