Allgemeinchirurgie Möglichkeiten der Restharnbestimmung

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H

Hartwig

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30.11.2005
75010
Moin Forum!

Welche Verfahren zur Restharnbestimmung sind bei euch üblich, welche haltet ihr für sinnvoll?
Natürlich gibt es die Möglichkeit der Einmalkatheterisierung. Ich stehe dem aber sehr kritisch gegenüber, denn es bleibt das Infektionsrisiko. Und abgesehen von einer eventuellen therapeutischen Indikation braucht man dies ja nur, wenn mal an der exakten Menge interessiert ist oder eine Laborprobe entnehmen will.
Was gibt es darüber hinaus? Zunächst kann man die Blase palpieren, um sich einen Überblick über den Füllungszustand zu machen. Meine Frage, wer aus dem Pflegepersonal praktiziert das tatsächlich? Wir haben das jedenfall nicht gelernt, obwohl dies sehr sinnvoll wäre.
Dann gibt es noch die Möglichkeit, die Restharnmenge sonographisch zu ermitteln. Bei uns im Haus macht dies das Pflegepersonal der Urologischen Ambulanz. Als ich dies das erst mal gesehen hatte war ich etwas überrascht, da mein erste Gedanke war: Das macht doch nur der Arzt. Wenn man sich es genauer überlegt,ist das natülich Unsinn, denn jeder Mensch darf eine Sonographiegerät bedienen,solange er dies nicht zur medizinischen Diagnostik nutzt...:laughing:
Der Nutzen liegt auf der Hand: Ohne unnötiges Infektionsrisiko kann sowohl Restharn bestimmt werden, als auch mechanische Störungen, wie Verlegungen oder Koagel entdeckt werden. Und da es sich hier um ein ureigenen pflegerisches Tätigkeitsgebiet handelt, sollte dies eigentlich in die Ausbldung gehören...
Das Problem ist hier die praktische Umsetzung: Zum einen besitzt nicht jede Station ein eigenes Sonographiegerät, zu anderen bleibt die Frage nach der Akzeptanz von Seiten der Pflege. Denn immer, wenn technische Hilfsmittel ins Spiel kommen, scheint es von pflegerischer Seite den Instinkt zu geben, dies abzulehen. Dies beobachte ich immer wieder z.B. beim CPAP.
Bleibt aber noch die manuelle Palpation. Ich beherrsche das nicht, und ich kenne auch niemanden aus dem Kollegenkreis, der das kann. Eigentlich ziemlich traurig, so bleibt letztendlich nur, mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen, sprich: Der Einmalkatheter.
Wie ist eure Meinung: Wie sinnvoll ist die Sonographische Bestimmung, bzw, die Palpetion der Blase durch das Pflegepersonal?

Gruss Hartwig
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Endoskopie
flocky

flocky

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25.12.2005
14157
Restharnbestimmung mittels Palpation weiss ich nicht ob das tatsächlich möglich ist . Ich habe zwar das Palpieren der Blase gelernt , praktiziere es auch hin und wieder .Aber ich kann nur differenzieren zwischen einer stark oder weniger stark gefüllten Blase und auch das nicht bei jedem Patienten.Sonographisch machen bei uns bisher die Ärzte .
Flocky
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
P

practocless

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15.08.2007
47495
Ich habe das palpieren der Harnblase nicht gelernt, kenne es aber aus der Praxis. Wenn ich die Blase schon ohne Probleme palpieren kann dann ist sie zu voll (zumindest ist das meine persönlich Erfahrung). ABER es muss nicht die Harnblase sein die ich da palpiere sondern etwas anderes (Tumor, ect.). Einen Katheter legen wir nur wenn der Restharn zu viel ist. Und das Pflegekräfte ein Sono der Harnblase machen kenne ich nicht, aber vieleicht gibt es bei dir ja irgendwelche ungeschriebenen Gesetzte wie in fast jeden Haus.
Rechtlich gesehen ist es denke ich so, wenn keine Einweisung in das Sonogerät erfolgt ist darf ich damit auch nicht erbeiten (MPG).
Die Restharnbestimmung fällt unter den ärztlichen aufgabenbereich, und kann meines Wissens nach nur delegiert werden wenn ein katheter gesetzt werden soll!
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger/Praxisanleiter
Fachgebiet
Zentrale Notaufnahme/Ambulanz
O

okris

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02.07.2007
14469
Also das mit Palpatin der Restharn sicher in seiner Menge bestimmt werden kann erfordert sehr viel Erfahrung und bleibt der Urologie überlassen, aber wie du schon schreibt wird da die Sono bei euch durch geschultes Pflegepersonal bevorzugt. Und so ist es auch gut. Ich selber kann zwar auch einiges auf Sonobildern sehen aber ich würde es mir nicht zutrauendie Restharnmenge so zu bestimmen. Bei uns kommt es so selten vor das der Restharn in der Menge bestimmt werden soll das dies ein Urologe macht. Meistens geht es ja nur um eine ca Angabe und das geht dann mit Sono von jedem Stationsarzt. aber auch viele Urologen nehmen den Einmalkatheder weils am genausten ist. Wenn dich die Sono interessiert frag nach ob du es lernen kannst und dann übe mindestens jede Woche einmal. :thumbsup2:
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Orthopädie
neuro77

neuro77

Mitglied
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10.08.2007
88145
Also bei uns auf der Intensivstation wird Restharnbestimmung durch das Legen eines Einmalkatheters zelebriert. Doch in der neurologischen Rehabilitation nehmen sie ein Sonogerät, das extra dafür gedacht ist, nennt sich Uroson und hängt an einem kleinen Pocket-TV dran, die Anwendung ist ziemlich einfach und wird von der Pflege bedient. Ab und zu klaue ich mal unseren Ärzten ihr grosses Sono-Gerät, die Lachen schon, wenn ich mit einem verschmitzten Grinsen über Station roller. Wenn die AKademiker das Gerät gezeigt haben, dürfte es kein Problem sein, damit zu schallen, und es ist doch weniger invasiv und das Infektionsrisiko ist eher klein
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Intensivstation
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05.07.2001
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