Möchte mich vorstellen

Meatball

Meatball

Verstorbenes Forenmitglied
Basis-Konto
1
24149
0
Hallo zusammen,

aufmerksam und schon seit einiger Zeit werfe ich immer mal wieder einen kleinen Blick in Euer Forum, bin eher darüber gestolpert als dieses tatsächlich gesucht zu haben.

Nun möchte ich mich kurz vorstellen:

Ich bin 32 Jahre alt, lebe in Schleswig-Holstein und bin situationsbedingt notgedrungen jeden Tag mit dem Thema „Pflege“ und insbesondere der ambulanten Pflege befasst, was darauf fußt, dass ich Euer „Arbeitsmaterial“ (ich bin mal so salopp) bin.

Ich bin infaust krebserkrankt, bin PS-III-Patient, kann keinerlei „Verrichtungen des täglichen Lebens“ allein vollbringen, bin 24 h am Tag auf Fremdhilfe angewiesen...

Sinn und Zweck meines Postings soll - solange ich die Zeit habe - eine Verbeserung der Pflegesituation (insbesondere im ambulanten Bereich) sein; und dafür ist meines Erachtens nach der direkte Dialog zwischen Pflegekraft u. zu Pflegendem nötig.

Daher stelle ich mich hier als "Frage-mir-Löcher-in-den-Bauch-Objekt" zur Verfügung. Nur im Dialog kann eine Verbesserung geschehen, kann ich als Betroffener Sichtweisen aufzeigen, die im Arbeitsalltag vielleicht schon verloren gegangen sind etc...
[FONT=Arial, sans-serif]

Sollte die hier nicht erwünscht oder nötig sein, so ist das für mich auch okay... einfach bescheid sagen und gut ist :wink:!

Grüße

Hannes
[/FONT]
 
Qualifikation
Rentner
Fachgebiet
Keine Angabe möglich
O

Ostwind

Mitglied
Basis-Konto
0
77767
0
Nabend Hannes ... !
Mit ambulanter Pflege kann ich Dir zwar nicht dienen, aber wenn Du Fragen zum Rettungsdienst/Krankentransport hast (was bei Dir sicherlich ma vorkommt), kann ich dir vielleicht weiterhelfen.
 
Qualifikation
Krankenpfleger + RettAss
Fachgebiet
Rettungsdienst
R

romana

Aktives Mitglied
Basis-Konto
5
Ostrach
0
Hallo meatball !

Willkommen im board, ich finde es gut, auch Anregungen von Patienten zu bekommen. Bei allem Bemühen und Professionalität ist eben auch die Rückmeldung wichtig für ein patientengerechtes Arbeiten.

Viel Spaß und einen guten Austausch hier im board wünscht Dir

Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
hexe1070

hexe1070

Unterstützer/in
Basis-Konto
Hallo Hannes,

herzlich willkommen an Board und vielen Dank für dein Angebot.

Ich weiß gar nicht wie ich es sagen soll, aber mich macht ein Schicksal wie du es zu tragen hast doch immer sehr betroffen.

Darf ich dich fragen wie du mit deiner Prognose umgehen kannst? Was macht dich wütend? Was hilft dir vielleicht? Was ist dir wichtig und worauf kannst du liebend verzichten? Ist das ein Thema zwischen dir und den Leuten die so den ganzen Tag um dich sind?

einen lieben Gruß
Hexe
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Palliativstation
R

romana

Aktives Mitglied
Basis-Konto
5
Ostrach
0
Hallo Meatball !

Meine Frage ist wahrscheinlich schwer zu beantworten, aber ich möchte Dein Angebot zum offenen Austausch gerne nützen.
Wenn ich einen schwer Kranken pflege, von dem ich weiß, dass er in absehbarer Zeit stirbt, habe ich manchmal den Wunsch, mit ihm über seine Ängste zu reden. Sollte ich einfach mal fragen oder ist das als "Fremder" nicht angebracht ?
Wie ist das , wenn ich selbst anfangen muss zu weinen, ich möchte dem Pat. ja nicht zusätzlich belasten.

Wenn Du Dich dazu im Forum nicht äußern möchtest, kannst Du mir vielleicht eine PN schicken, das ist ein sensibles Thema aber in unserem Beruf immer wieder aktuell.

LG
Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
Meatball

Meatball

Verstorbenes Forenmitglied
Basis-Konto
1
24149
0
Hallo Romana,

ich finde die Frage berechtigt und vollkommen richtig! Und antworten tu' ich natürlich auch drauf :wink:...

Wenn Du bemerkst, dass der Patient Ängste hat oder er dies vielleicht sogar schon beiläufig oder vermeindlich im Scherz geäußert hat, dann ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Gesprächsbedarf gegeben.

Hier muß auch die Situation abgewägt sein. Ich hätte und habe auch nicht immer Lust, mich mit meinem bevorstehenden Lebensende auseinander zu setzen.

Grundsätzlich ist auch die Persönlichkeit es Pat. eine nicht zu unterschätzende Größe in der Gleichung. Es gibt Menschen, die bis zu ihrem Tod nicht eine Silbe darüber verlieren, andere kennen kein anderes Thema mehr. Hinzu kommen Faktoren wie z.B. Depressionen, Schmerzen, Religiösität etc., welche als einzelne Termini die Angelegenheit noch komplizierter machen können...

Ich unterstelle "Euch Pflegenden" und Dir einfach mal die Kompetenz zu erkennen, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für ein Gespräch ist, oder nicht. Es gibt Menschen, die sehnen sich regelrecht danach, auf das Thema angesprochen zu werden, würden es von sichaus aber nie eröffnen.

Wenn Du ein solches Gespräch führst und Dir selbst dabei die Tränen kommen - was soll daran schlecht sein? Es zeigt Anteilnahme und drückt ggf. auch die eigene Trauer aus (die z.B. nach mehreren Jahren Pflege auch völlig normal ist, Professionalität hin oder her). Bei all den Diskussionen über Nähe und Distanz bleibt ihr Menschen. Ferner ist zu vermuten, dass die Basis für dieses Gesprächsthema eine gewisse Vertrautheit ist, "man kennt sich" halt; Tränen beim Gegenüber können auch helfen, die eigene Trauer über den Verlust des eigenen Lebens überhaupt zu zu lassen, müssen also nicht schlecht oder gar belastend sein.


Ich glaube aber, als Fazit muß man sagen: Es ist unglaublich schwer, dies für andere Menschen zu beantworten. Ich kann diese groben Anhaltspunkte nur aus meiner Sichtweise wiedergeben, was sie stark subjektiv macht.

Sollte ich völlig aus meiner Sicht antworten: Mein Gesprächsbedarf variiert von Tag zu Tag. Mal will ich tagelang nichts davon wissen; mal möchte ich unbedingt und am besten stundenlang eine Antwort auf das Warum, das Wie, das Wo - manchmal auch das Danach.

Ich hoffe, es konnte Dir ggf. ein wenig helfen?

Grüße

Hannes
 
Qualifikation
Rentner
Fachgebiet
Keine Angabe möglich
Meatball

Meatball

Verstorbenes Forenmitglied
Basis-Konto
1
24149
0
Hallo Hexe,

entschuldige, aber irgendwie habe ich Dein Posting leider beim kurzen Überfliegen des Threads übersehen...

Mein Prognose... mmmh, also um ehrlich zu sein, ich "sterbe schon sehr lange", d.h. ich bin schon viele Jahre erkrankt (Entdeckung des Primärtumors 1998, seit gut einem Jahr habe ich u.a. Metastasen in der Leber und der Lunge). So makaber es auch klingt, selbst beim Sterben ist der Mensch in der Lage, eine gewisse Routine aufkommen zu lassen. Ich würde lügen, würde ich sagen, es tangiert mich nicht, aber der Tod ist jetzt schon so lange ein Teil meines Lebens, dass er irgendwie "dazu gehört"... - es ist schwer, das richtig zu beschreiben.

Was macht mich wütend...? Gleichgültigkeit, Herablassung und andere nicht wünschenswerte Charaktereigenschaften (seeeehr oft anzutreffen bei Sachbearbeitern meiner Krankenkasse oder sonstigen Behörden :wink:).

Das "hilfreich-sein" einer Sache oder Handlung hingegen wird jeden Tag neu bewertet, es ist daher recht schwer für mich, Dir darauf eine umfassende Antwort zu geben. Wir (und das wir ist mir an dieser Stelle wichtig - ich komme noch drauf) probieren jeden Tag, was hilfreich ist und was nicht. Von Lageveränderungen über "Ablenkungsmanöver" bis zu verschiedenen Medi's - alles wird probiert. "Wir" bedeutet in diesem Fall, dass ich und die Menschen, die mich betreuen, eine Art Team bilden.

Selbstredend ist es mitunter geradezu nervtötend, 24 h am Tag jemanden umsich zu haben. Ich lebe den völligen Verlust von Privat- und Intimsphäre, das ewige Bitten kann für beide Seiten sehr belastend sein. Ansonsten bin ich leicht glücklich zu machen. Es langt, wenn die Schmerzen sich beherrschen lassen und der Begriff "Lebensqualität" paßt sich von Mal zu Mal den Umständen an. - Was am Anfang noch undenkbar erschien (z.B. die Beatmung), ist heute normal geworden usw.

Sofern die Sprechkanüle mal funktioniert, reden wir auch recht viel miteinander (gemeint ist "mein Team", aber auch Freunde und Angehörige), es ist klar, dass das Unvermeidliche sich inzwischen nicht mehr schön reden läßt bzw. von "ereignisfreiem Überleben" wohl nicht mehr die Rede sein kann - ich bin froh über jedes Ereignis, das mich verschont :rolleyes:. Wir thematisieren mein Sterben - es wird so sicher kommen wie jeden Morgen die Sonne aufgeht - aber machen es nicht zum Mittelpunkt (auch nicht der Pflege). Wir lachen eigentlich sogar recht viel... ich habe einen ausgeprägen Sinn für Humor (der offenbar für einige zunächst einmal recht gewöhnungsbedürftig ist - grins), verlieren aber auch das "Ziel" nicht aus den Augen.

Grüße

Hannes
 
Qualifikation
Rentner
Fachgebiet
Keine Angabe möglich
R

romana

Aktives Mitglied
Basis-Konto
5
Ostrach
0
Hallo Meatball !

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, es hilft schon ein wenig, wenn man Rückmeldung von Betroffenen bekommt,auch wenn jeder individuell verschieden damit umgeht.

Ein schönes Wochenende

LG
Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
W

woolfi

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
26757
0
hallo nochmal
freue mich über den austausch mit dir.ob im chat oder im forum.Über grosse und kleine Fische(z.B.Sprotten),Leben und Sterben,Lachen und Weinen,schönes und unschönes betr.pflege u.v.mehr.das dann aber nicht beim reden belassen,weil des eh zu viel tun,da werden wissenschaften über dinge geführt die wir längst wissen aber nichts geändertWeil das uns alle ausmacht und auch angeht.Woolfi
 
Qualifikation
krankenpfleger/Altenpfleger
Fachgebiet
Altenpflegeheim/hygienebeauftragter
R

romana

Aktives Mitglied
Basis-Konto
5
Ostrach
0
Hi !

Bist Du ein Rastloser in der Nacht oder schläfst Du schlecht, dass Du um diese Zeit postest ?

Wie geht's Dir denn so ?

LG
Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.