Mobilisation bei Wachkoma

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siggi

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15.02.2006
Heiligenhaus
Hallo, im neuen Heim meiner seit 14 J. komatösen Tochter mangelt es, trotz anderen Zusagen, seit Monaten an Mobilisation während der Pflege sowie in den Rollstuhl. Bis auf geringe Ausnahmen liegt sie nur noch in ihrem Bett und seit Wochen stellen wir fest, dass sie nur noch schläft.
Frage: ist das Schlafen die Folge von 14 J. Wachkoma oder könnte daran die praktisch fehlende Mobilisation erfolgen. Sie hat seit Monaten nicht mehr in ihrem Rollstuhl an der frischen Luft gewesen bzw. konnten wir sie nicht dorthion bringen, weil sie nicht in den Rollstuhl gesetzt wird. Es ist jetzt ein Altenheim - weil es ein Fachpflegeheim hier nicht gibt- und für mich sieht das aus, als wenn die Pflegerinnen und Pfleger direkt Angst davor haben, sie in den Rollstuhl zu setzen. Der im Heim vorhandene Lifter wird auch nicht genutzt - angeblich kommt man mit dem Netz nicht zurecht.
Danke.
 
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geronto88

geronto88

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20.02.2014
10785
AW: Mobilisation bei Wachkoma

Der Klassiker, …..und Sie sind leider nicht allein.

Jeder Stafgefangene Schwerverbrecher hat ein Menscherecht auf "Hofgang" ,sprich frische Luft , min 1 Stunde am Tag.

Sind Sie aber alt und/oder pflegebedürftig, dann glift dieses Menschenrecht nicht, und niemand störts, auch unsere sonst so betroffenen Gutmenschen nicht. ich kenne Patienten, die haben seit 8 Jahren das Zimmer nicht mehr verlassen. Isolationshaft verschärft!
Mobilisation bei Wachkoma braucht sehr gut ausgebildete Fachkräfte, die auch das Konzept der basalen Stimulation und Verbindung mir Bobathlagerungen verstehen und anwenden können. Ausserdem braucht man min 2 Fachkräfte bei einer sinnvollen Mobilisation einer Wachkoma-Patientin. Willkommen in der Wirklichkeit.
Ein Tip noch. Prüfen Sie doch mal Ihren Heimvertrag auf die darin festgelegten Leistungen und bedenken Sie , das eine Patintin der Pflegestufe 3 min 360 min Pflege am Tag beanspruchen kann. Checken Sie per geheimer kamerea mal die Zeiten. Bei Nichteinhaltung der Leistungen können Sie das Entgeld kürzen und oder der Sozialträger.
 
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leaving-the-moon

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29.06.2011
Karlsruhe
AW: Mobilisation bei Wachkoma

Hier eine geheime Kamera zu empfehlen finde ich nicht korrekt. Es ist illegal. Und fordert damit zu einer Straftat auf. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel.

Ansonsten hilft vielleicht Druck zu machen, darauf zu bestehen. Es gibt keinen Grund eine Wachkomapatientin nicht zu mobilisieren. Kündigen Sie ihre Besuche an und geben sie gleich an, dass sie mit Ihrer Tochter dann einen Spaziergang draußen machen wollen. Es ist nicht zuviel verlacht. Es gibt einen Liftet - also soll der auch verwendet werden. Natürlich kostet das mehr Zeit als jemanden mal schnell zu drehen im Bett, aber das MUSS drin sein.
 
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S

siggi

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15.02.2006
Heiligenhaus
AW: Mobilisation bei Wachkoma

Hallo geronto88, danke für die Antwort. Seit über 4 Jahren hatte ich versucht herauszufinden, wer zuständig ist, dass es hier weit und breit kein Pflegeheim mit Fachpflege für Wachkoma gibt. Jetzt weiss ich: niemand. Alle können nur anregen. Wenn die Heimbetreiber solche Stationen nicht einrichten, passiert nichts. Der Landtagspräsident empfahl ein Altenheim. Kaum eines nimmt einen Komabewohner auf. Im April 13 fanden wir ein Heim, 7 km entfernt. Es gibt keine Alternative, kein Klagerecht auf einen Heimplatz und eine Gesundheitsministerin NRW die 4 neue Kliniken für Straftäter bauen läßt, damit diese ortsnah unterkommen und die Angehörigen zu Besuch kommen können. Bitte, wer will und könnte da den Tagessatz kürzen oder groß lamentieren. Wir haben es in gesprächen versucht, es bringt nichts. Deutschland kümmert sich um alle und alles, aber nicht um seine Wachkoma-Bürger, die sich meist dort befinden, weil es keine ordentlichen Gesetze über das Verhalten von Notärzten in aussichtslosen Fällen, z.B. nach über 30 Min. Atemstillstand, gibt. Da wird 1 1/2 Std. reanimiert und den Rest in ein lebenslanges Koma besorgen dann die Apparate.
Wir sind jetzt 80 Jahre alt und die Gedanken daran, was mit der Tochter passiert, wenn wir nicht mehr ins Heim kommen können, hat meine Frau und mich krank gemacht.
 
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