Allgemein Mobbing?

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Sound_of_Silence

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13.10.2016
Hessen, Deutschland
Hallo, ich hoffe ich habe das richtige Forum gewählt. Ich habe ein großes Problem und hoffe hier kann mir irgendwer helfen. Bin Auszubildende zur Altenpflegefachkraft im 3. Lehrjahr.

Bei uns im Heim läuft es schon eine Weile nicht gut, kaum Personal, aber ständig werden die Zimmer voll gemacht. Aus Krankheitsgründen ausgefallenes Personal wird für den entsprecheneden Dienst nicht ersetzt oder wir arbeiten von der Planung her schon zu wenig. Bei uns wurden im letzten Jahr ziemlich viele Mitarbeiter aus dem Ausland eingestellt. Was ja erst mal kein Problem ist, nur leider bleibt dieses Personal nur unter sich und spricht in der eigenen Landessprache.... und beschweren sich dann wir würden sie nicht integrieren. Was sprachlich schon mal richtig schwer ist. Dann gab es einige weitere Vorfälle..... vorallem werden unsere Bewohner nicht Ordentlich versorgt etc, und für diesen Zustand bekommen nur wir vom "alten" Personal auf die Mütze, meine neueren Kollegen bekommen 5000 Chancen. Unser PDL hat sich versucht auf unsere Seite zu stellen, hat versucht einen Einzugsstopp zu erreichen, weil einfach kein ausreichend qualifiziertes Personal zur verfügung steht. Hatte leider zur Folge, dass unsere PDL gekündigt wurde.

Daraufhin hat sich fast die Hälfte ca. vom Personal zusammengetan, hauptsächlich aus der Pflege, und einen Brief an die Geschäftsleitung verfasst, mit der Bitte unsere PDL wieder zu holen und an dem Gesamtzustand irgendetwas zu Ändern, ggf mal die Heimleitung zu ermahnen, weil mit dieser einfach keine vernünftigen Gespräche zustande kommen und sie über alles hinwegsieht. Supervision gab es auch schon, allerdings war die Visorin definitiv auf der Seite unsere Heimleitung......

Seit dem ist es auf Arbeit die Hölle.... das "sich wehrende" Personal wird jetzt Schickaniert an allen Enden, unsere Chefin stellt unsinnige Regeln auf. Bin jetzt seit über 4 Jahren in diesem Heim und ich hatte noch nie so viele Gespräche wie in den letzten Wochen. Wegen nichtigkeiten. Ebenso meine Kollegen. Die Anderen dürfen weiterhin tun was sie wollen....

Ist das schon Mobbing? Kann ich mich da als Azubi irgendwie wehren? Meine Praxisanleiter gehören mit zu denen die sich gewehrt haben. Ich möchte ungern im 3. Lehrjahr die Einrichtung wechseln. Außerdem hänge ich sehr an meinem Team (also diese die mit mir im gleichen Boot sitzen) und an meinen Bewohnern. Möchte also ungerne gehen. Ich bin aber mit den Nerven am ende und körperlich merke ich es auch schon (10 Kilo abgenommen, Magenschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung).

Was kann ich tun? Hilfe!

Vielen Dank..........

Rechtschreibfehler sind meiner Erschöpfung geschuldet ......
 
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Azubi Altenpflege
Fachgebiet
Altenpflege Stationär
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lulli00

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17.02.2016
Wien
Hier mal eine Informationsseite
HENSCHE Arbeitsrecht: Mobbing - Definitionen

Wichtig ist das du die Übergriffe mit Datum, Uhrzeit, was und durch wen dokumentierst. Das über eine geraume Zeit.
Ich kann mir vorstellen das dass gezielte Schikanieren einer Handvoll MA Mobbing ist. Allerdings frage ich mich mit welchem Ziel? (unter Vorbehalt das dass so abläuft wie du hier schreibst) Hol dir hilfe und lass dich extern Unabhängig beraten.
Mobbing: Kontaktadressen

Anders solltest du dir gut überlegen ob du das weiterhin mit dir machen lassen willst? es kostet sehr viel kraft das durch zustehen und du hast zu lernen und ein Examen vor dir. Lass dich nicht so jung schon so kaputt machen. Glaub mir ich kann dir ein Lied davon singen. Ich hab das 2-3 Jahre durch gemacht mit dem Willen nicht klein bei zu geben. Ich habs mit meiner Gesundheit bezahlt und es hat mühen gekostet diese wieder aufzubauen.

Auch gefährdest du deine Zulassung zum Examen. Wie nennt sich das? durch solche Störungen ist das "Ausbildungsziel" in Gefahr...

Ich kann verstehen und es ist Löblich das du dich nicht unterkriegen lassen willst. Bitte achte auf dich. Deine Kollegen und Bewohner können dir nicht Helfen wenn du Krank bist und übernehmen auch nicht dieses Scheiß Gefühl für dich. Auch kannst du unter diesen Bedingungen keinen Menschen vernünftig pflegen. Dein AG hat keine Not mehr Leute einzustellen, bzw. betten zu sperren wenn ihr euch Krank und Erschöpft zur Arbeit schleppt und das tragt ihr passiv an die Patienten weiter, weil ihr nicht fit seid für eine Vernünftige Pflege.

Ich wollte damals aus Prinzip nicht gehen. Mir hätte es auch sehr gefallen wenn ich soviel Beweise hätte sammeln können, das ich meinen EX AG hätte wegen Körperverletzung anklagen können. Aber das habe ich nicht geschafft.

Aktiv gegen das Mobbing vorgehen ist schwierig. Es gibt Tips... sich nicht auf Gespräche zwischen Tür und Angel einlassen. Gesprächstermine ablehene, wenn der grund für das Gespräch verschwiegen wird. Niemals alleine zu einem Gespräch gehen etc.
 
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Sound_of_Silence

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13.10.2016
Hessen, Deutschland
Vielen Lieben Dank!!
An ein "Mobbing Protokoll" habe ich noch garnicht gedacht! Danke dafür. Ja wenn ich hoch rechne mit den Außenpraktikas und den Schulblöcken habe ich vllt. nur noch 4 Monate die ich insgesammt dort noch verbringe.

Ja wir haben uns in der Richtung schon zusammen getan und gesagt das immer einer von uns mit geht zu Gesprächen bzw unsere Wohnbereichsleitung lässt und garnicht zu den Gesprächen alleine gehen, war auch heute bei dem dabei, dass ich hatte. Da ist halt doch das "Teil-Team" echt stark.

Aber das mit dem Protokoll werde ich machen und auch meinen anderen Kollegen sagen. Und auch mal in die Schule gehen und das besprechen wegen dem "Ausbildungszieh" gefährdet.

Vielen Dank!
 
Qualifikation
Azubi Altenpflege
Fachgebiet
Altenpflege Stationär
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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
Erstmal, Respekt, dass Ihr solange durchgehalten habt.

Was bei einem Mobbing-Tagebuch noch effektiv sein kann: Wenn es eine gewisse Dicke hat, und die Gegenseite weiß, dass es existiert, auch ungefähr, wie dick es ist, aber nicht, was drin steht. Manche Führungskräfte werden dann sofort etwas vorsichtiger (auch, wenn es in Deinem Falle die Wahrscheinlichkeit der Einstellung nach dem Examen behindert; das ist wohl mehr was für die examinierten Kollegen im Betrieb, wenn Du vorhaben solltest, zu bleiben.).

Wenn Ihr Euch untereinander vertraut, mag es hilfreich sein, auch Protokolle und Informationen, oder auch einfach nur die gemeinsame Gefühlslage auszutauschen. Darauf achten, dass keiner "von der Herde abgesondert" wird, sich auch mal vor jemanden stellen.

Lasse Deine gesundheitlichen Beschwerden sofort ärztlich dokumentieren. Suche das Gespräch mit Deiner Schule. Wenn Du keinen Rechtsschutz hast, dann organisier Dir den, oder trete einer Gewerkschaft bei. Wenn die Einrichtung einen Betriebsrat hat, dem man vertrauen kann, dann wendet Euch in der Gruppe daran.

Tue die Dinge, die man tun muss, um in einem stressigen Job in der Balance zu bleiben. Hobbies, Sport, Achtsamkeitsübungen usw. Das hilft aber auf Dauer auch nur bedingt. Ich kann den Wunsch, in einer Institution zu bleiben, in der Du Dich vielleicht einmal wohlgefühlt hast oder Menschen, die Du magst, nicht im Stich zu lassen, gut verstehen, aber, die Einrichtung hat sich offensichtlich verändert.

Eine Frage hätte ich:
Habe ich das richtig verstanden, dass Du sagen möchtest, dass die Einrichtung vorwiegend ausländische Mitarbeiter einstellt, und ihr dann gegeneinander ausgespielt werdet? (Ui. Glatteisterrain. )

Ich wünsche Euch viel Kraft und Erfolg.
 
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Gesundheits - und Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
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Sound_of_Silence

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13.10.2016
Hessen, Deutschland
Hallo! Vielen Dank für deine Rückmeldung.

Also unser Unternehmen holt zur Zeit regelmäßig Fachkräfte vorwiegend aus Jugoslavien. Diese wohnen dann erst mal in unserem Heim in einem Doppel Zimmer, das eigentlich für Bewohner gedacht ist. Ausgespielt würde ich das nicht nennen, aber diese Kollegen kommen einfach mit sehr geringen Sprachkenntnissen zu uns und unterhalten sich halt auch dementsprechend nur in ihrer Sprache. Außerdem haben die halt einfach eine viiiiiiiiel längers Schonfrist als wir Anderen und im weiteren Verlauf einfach viel mehr Fehler "zugestanden" bekommen. Z.B. eine Kollegin trägt einen RR falsch ein und bekommt eine Abmahnung dafür, einer der jugoslavischen Kolleginnen spritzt Insulin falsch, keine Konsequenz.
Ich hatte gestern ein riiiiesen Affentheater wegen einem nicht bezogenen Bett, weil eine Kollegin von der sozialen Betreuung (SOB) sich bei der Chefin beschwert hat weil ich ein Bett nicht bezogen habe während sie den bettlägerigen Bewohner badet. Die Info das sie gerade am Baden ist, ging an eine der "ausländischen" Kollegen. Diese hat es wohl nicht verstanden, mir also diese Info nicht weitergegeben, Ende vom Lied war, ich saß mit meiner WBL, stellv. PDL, der Kollegin von der SOB und der Leitung der SOB bei unserer Heimleitung und hab auf den Sack bekommen.
Als die von der SOB dann gesagt hat das sie es der Kollegin mitgeteilt hat kam von meiner Heimleitung nur "Ach die ist doch erst 4 Wochen im Haus die kann sowas ja garnicht wissen" Also null Konsequenz für die Kollegin die mir die Informationen für einen reibungslosen Ablauf vorenthalten hat. Sowas geht halt garnicht. Und wenn wir uns beschweren wird uns unterschwellig zu verstehen gegeben wir wären Ausländerfeindlich. Da wird einfach mit zweierlei Maß gemessen. Genau wie jeder normale bei uns max. 2 Wochen Einarbeitung hat wenn alles gut läuft, hat eine der jugoslavischen Kolleginnen schon den 5.!! Monat!! Einarbeitung. Und mir als Azubi wird immer gesagt aufgrund der knappen Personalsituation kann ich nicht extra geplant werden um mit der Fachkraft mit zu laufen. Bis auf einen Tag in 2 Jahren Ausbildung mache ich nur Pflegehelfer.

Aber ich habe heute mal initiative ergriffen und bin zur Schule gefahren und habe mit meiner Schulleitung geredet. Diese meint sie hat die befürchtung, dass meine Chefin mich absägen will und das natürlich schlecht für die Ausbildung ist. Haben uns jetzt drauf geeinigt, dass sie sich mal nach einer alternativen Stelle umhört und ich mir das ganze bei uns noch bis zum Schulblock im November anschaue und dann entscheide ob ich nicht doch wechseln möchte. Ist alles echt mist, weil eigentlich mag ich meine Arbeit bzw meine Bewohner und meine restlichen Kollegen sehr sehr sehr gerne und möchte sie ungerne im Stich lassen.....
 
Qualifikation
Azubi Altenpflege
Fachgebiet
Altenpflege Stationär
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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
Okay, da hast Du schon mal eine Aktion gestartet und die Schule informiert, das ist gut.

Wegen einem nicht bezogenen Bett ein Tribunal zu veranstalten hört sich schon sehr nach "Du Bist/Ihr Seid Im Fokus" an. Was, wie ich durchaus aus eigener Erfahrung sagen kann, eine echt beschissene Lage ist.

Wenig hilfreich ist es, mit dem Finger auf andere zu zeigen, weil dann eher neutrale Leute aus Angst noch eher bereit sind, jemanden fallen zu lassen.

Und das hier ...

Und wenn wir uns beschweren wird uns unterschwellig zu verstehen gegeben wir wären Ausländerfeindlich. Da wird einfach mit zweierlei Maß gemessen.
hatte ich befürchtet.

Da alle fremdsprachigen Mitarbeiter aus der selben Region kommen (nebenbei, es macht einen Unterschied, aus welcher ehemaligen Teilrepublik), und in einem größeren Ausmaß, arbeitet das Unternehmen wohl mit einem Personaldienstleister zusammen, der aus solchen Ländern Fachkräfte "importieren" soll. (Was vielleicht ein gutes Thema für einen anderen Faden wäre, einmal festzustellen, in wie weit das gerade in Deutschland Mode wird.) Inwieweit die dann nach §1 Krankenpflegegesetz überhaupt, und nach §2 individuell die Berufserlaubnis haben (und damit als Fachkräfte gelten) können, entzieht sich meiner Kenntnis, und da sind hier andere im Forum fitter, was Gesetzeskunde angeht. Was ich vermute, ist, dass diese Kräfte "billiger" sind.

Sollte das alles so sein, liegt natürlich auch der Verdacht nahe, dass das, was Du als Mobbing beschreibst, nicht unbedingt auf persönlichen Abneigungen Deiner PDL basiert, sondern auf einer vorgegebenen Linie von ganz oben, die "teuren" deutschen Mitarbeiter aus dem Haus zu drängen. Insofern bist Du vielleicht einfach - als Auszubildende - das schwächste Glied in der Kette, und wenn Du weg bist, ist einfach der nächste dran.

Wie kontert man den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit?
Da musste ich selbst erst mal überlegen.

Als erstes: Überprüfe Deine Einstellung, wie Du selbst gegenüber Ausländern stehst, alleine, für Dich. Versuche, die so genau wie möglich zu erkennen, ohne sie zu bewerten. Wenn Du zu einem Thema eine feste Haltung, einen festen Stand hast, dann kann Dich auf diesem Thema auch keiner mehr so schnell umwerfen und verletzen.

Zweitens: Bei insinuierten Beleidigungen sofort nachhaken, nachfragen, um Klarstellung bitten. "Meinen Sie etwa, ich wäre ausländerfeindlich ?" oder ausdrücklich verbitten und dies als Beleidigung kennzeichnen. Vielleicht kann man den Spieß auch einfach umdrehen, und die Lohn- und Arbeitsbedingungen der ausländischen Kollegen als Zwangsarbeit (hier ein schöner Artikel aus einer anderen Branche) insinuieren, womit der Braune Peter dann bei der PDL liegt.

Halte uns auf dem Laufenden. Ich wünsche Dir weiter viel Mut und Kraft und Erfolg bei deiner Ausbildung und Deinem Examen.

Und nicht vergessen:

Es ist ja nicht so, dass der Arbeitsmarkt in der Pflege überlaufen wäre.
 
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