Arbeitsrecht Mobbing durch PDL

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Bastet76

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17.12.2010
82057
Hallo liebe Forenmitglieder.
Ich habe im Moment ein ziemliches dickes Problem und wollte eure Meinungen hören,bzw.wie ich mich weiter verhalten soll.

Kurze Darstellung ohne Details zu nennen:
Ich bin Leitung einer Innerern Station..seit knapp 5 Jahren.
Teamarbeit läuft gut,bis auf die normalen Problemchen die auftreten wenn viele Menschen zusammenarbeiten.
Vor ca. 4 Jahren bekamen wir eine neue PDL.
Zu Beginn gestaltete sich die Zusammenarbeit recht gut.Dann fingen die Probleme an.Die PDL legte ein Verhalten an den Tag was mit Wertschätzung und Mitarbeiterführung nichts mehr zu tun hatte.
Das ging von Beschimpfungen bzgl.der Kompetenzen von MA vor Kollegen,Angehörigen und Patienten,Verbreitung von Unwahrheiten,anschreien,versuchte Kündigung von schwerbehinderter Mitarbeiter OHNE Einbeziehung des Integrationsamtes,keine Hilfestellung bei Personalausfall, kritisierens von waschen der Patienten ( muss nicht sein und es reiche die Patienten "aus dem Dreck zu holen") bis hin zum anhalten von gezielter Fälschung von PKMS Pat.
Das sind nur einige Dinge.
ALLE Stationsleitungen haben (nachdem Gespräche mit PDL nichts ergaben) ein Schreiben an die Geschäftsstelle verfasst worin alle bestätigt haben dass das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört ist und eine weitere Zusammenarbeit ablehnen.
Daraufhin gab es ein Treffen mit SLS und Geschäftsführer wo wir alle unsere Erlebnisse schilderten.
Es ergab sich....nichts.Er fände keinen arbeitsrechtlichen Grund der für eine Kündigung spräche.
Daraufhin gab ich ein Schreiben weiter,in dem ich aufführte dass ich genötigt wurde bei einem Patienten der vor über einem Jahr bei uns lag,eine PKMS zu vervollständigen.
Viele in meinem Team weigerten sich natürlich und sahen es auch als Dokumentenfälschung.So auch ich.
Als ich das der Pdl mitteilte brüllte er nur rum.Habe das "Gespräch" abgebrochen.
Nun...jetzt ist es so das die PDL mir keinerlei Informationen oder Änderungen mehr mitteilt,mit mir weder per Mail,brieflich,telefonisch oder persönlich kommuniziert.Ich erfahre nicht das eine Besprechung verschoben wurde,Praktikanten nicht kommen oder dergleichen.
Und gestern hat dieser Mensch mich vor allen Leitungen als Lügnerin hingestellt (im Rahmen einer Leitungsbesprechung an der ich aufgrund 4 Ausfällen nicht teilnehmen konnte) und das er "froh wäre das diese Person nicht anwesend ist"
Mein Betriebsrat weiß über alles bescheid und unterstützt mich auch vorbildlich.
Nur die Geschäftsführung hält an PDL fest.
Nach wie vor stehen alle Leitungen des Hauses hinter dem was wir schrieben.
Wie kann das sein,das jemand bleiben kann der nicht mehr gewollt wird und mit dem keiner mehr zusammenarbeiten möchte und kann??
Und ich bin jetzt Persona nongrata weil ich mich nicht einer Dokumentenfälschung schuldig machen möchte???PDL ignoriert mich und enthält mir wichtige Dinge vor.
Ich fühle mich als Leitung diskreminiert.
Ich überlege ernsthaft einen Anwalt hinzuzuziehen.....
 
Qualifikation
Krankenschwester/ STL/ PA/ QB
Fachgebiet
Kardiologie
Böserwolf

Böserwolf

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29.09.2008
kassel
AW: Mobbing durch PDL

Schwierige Situation. Kenne mich jetzt im Arbeitsrecht nicht so aus, aber ich denke, dass eine Kündigung gerechtfertigt ist, wenn der Betriebsfrieden nachhaltig
gestört ist. Und das scheint er ja nun zu sein. Ist schon toll, dass alle Leitungen hinter dir stehen.
Was für Vorschläge hat der BR?
Bisschen überspitzt jetzt, aber was wäre denn, wenn "alle" mit Kündigung drohen, wenn sich an dem Zustand nichts ändert?
Eine anwaltliche Beratung kann nix schaden.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
Placebo82

Placebo82

Unterstützer/in
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11.02.2014
30657
AW: Mobbing durch PDL

Das ist echt krass, was du da schilderst. Das geht gar nicht! Vielleicht ist es wirklich nicht verkehrt einen Anwalt hinzuzuziehen. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft! Bleib stark!
 
Qualifikation
Pflegehelfer
Fachgebiet
Stationäre Pflege
K

Keßler

AW: Mobbing durch PDL

Ich sehe hier eine Tendenz :
Absolut empathiefreie Mitarbeiter werden auf Leitungspositionen gehievt (gehoben).
Die halten dann die Belange der niederen Ränge von der Geschäftsleitung fern.
Dass das Personal so nicht zu halten ist, wird sich allerdings rächen.

Meint Frieda !
 
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
AW: Mobbing durch PDL

Hallo Bastet,

dokumentiere kontinuierlich, wo Deine Arbeit im Unternehmen so sabotiert wird. Letztlich hat das Einfluss auf den Betriebsablauf und erzeugt durch Deine gezielte Ausbootung durch die PDL Mehrkosten und stört in beiden Fällen den Betriebsfrieden. Anwaltlich würde ich in Deiner Situation noch nichts in die Wege leiten und stattdessen die Geschäftsführung nochmals schriftlich auf die aktuellen Umstände hinweisen und um zeitnahe Terminierung eines gemeinsames Gesprächs (GF, PDL, Du + Betriebsrat) bitten. Je nach Unternehmensgröße ist u.U. bei euch ein Mobbingbeauftragter vorhanden, der mit dem Betriebsrat an diesem Treffen teilnehmen sollte.

Vermenge bei dem Gespräch nur Deine persönliche Situation mit der PDL nicht mit dem grundsätzlichen Problem aller SL. Das müssen zwei getrennte paar Schuhe bleiben. Gesprächsprotokolle sind natürlich bei dem Treffen ein Muss, wie auch ein Ergebnisprotokoll und ein späterer Evaluationszeitpunkt in einem Folgetreffen.

Geh also in die Offensive.

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
P

Personal-Referent

Neues Mitglied
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06.08.2014
25355
AW: Mobbing durch PDL

Hallo,

echte verschärfte Arbeitsatmosphäre...
Rein rechtlich ist Urkundenfälschung ein Straftatbestand und die Anstiftung dazu ist in § 26 StGB geregelt. Mit dem Wissen ist es jedem personalverantwortlichen möglich eine Verdachtskündigung zu begründen. Sollte es zu einer Kündigungsschutzklage kommen, wäre der Verdacht durch Zeugen zu belegen.

Gruß Personal-Referent
 
Qualifikation
Senior Consultant
Fachgebiet
Metropolregion Hamburg
Weiterbildungen
Dipl. Kaufm. - Schwerpunkt Finanzwirtschaft und Wirtschaftsrecht
Weiterbildung zum Personalfachkaufmann und Personalreferenten
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Bastet76

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17.12.2010
82057
Re: AW: Mobbing durch PDL

Danke erstmal für die Antworten.Verschärfte Arbeitsbedingungen trifft es ganz gut.Meine Station und ich werden von der PDL ignoriert.
Und er streitet die Anweisung ab.Aber es gibt Zeugen innerhalb sowie außerhalb des Teams.
Die Geschäftsführung hat jetzt eine Mediation beschlossen für die Leitungen und PDL.
Wir alle wollten diese nicht,aber wir beugen uns jetzt einmal und legen unsere Dinge deutlich klar.
Es ist eine belastende Situation aber mein Team hat mir versichert das es zu 100% hinter mir und zu mir steht.
Das macht es etwas erträglicher.
 
Qualifikation
Krankenschwester/ STL/ PA/ QB
Fachgebiet
Kardiologie
I

Igel77

Mitglied
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23.12.2014
Oldenburg
AW: Re: AW: Mobbing durch PDL

Respekt. Du scheinst vorher als Leitung eine Menge richtig gemacht zu haben, und bewahrst Dir jetzt in der Krise einen geraden Rücken. Denn wenn das nicht so wäre, hätte die PDL sicherlich schon einen Unzufriedenen gefunden, den sie gegen Dich eingesetzt hätten - so kenne ich es jedenfalls aus meinem Haus.

Sprecht Euch vor der Mediation ab. Es darf nicht so laufen, dass eine SL alleine die Wortführung übernimmt.

Ggf., wenn möglich, die Ärzteschaft mit einbinden - wenn man die Folge des Führungsstils der PDL eine verminderte Belastbarkeit, Leistungsfähigkeit, und Qualität der Versorgung darstellbar machen kann.

Jedes noch so kleine, verwendbare Detail dokumentieren, mit Namen, Datum und Uhrzeit. Und dann erstmal weglegen (siehe, unten).

Mit anderen über Gefühle, Wahrnehmungen, Wünsche sprechen. Damit nicht alleine bleiben.

Aggressive Angriffe kontern lernen. Wenn Dich die PDL wieder anschreit oder niedermacht, darauf verweisen, dass dies wohl kaum den für Euer Haus geltenden Spielregeln (Vertrauensvolle Zusammenarbeit, falls vorhanden, Führungsleitlinien) entsprechen dürfte.

Wenn Du Dir das zutraust und es entsprechende Vier-Augen-Situationen gibt, demjenigen selbst Spitzen reindrücken.

Und: Schreien, Empathiefreiheit, aggressives und menschenverachtendes Auftreten sind ja auch Merkmale zumindest einer entsprechenden Akzentuierung der Persönlichkeit. Die gerät ja auch schnell mal aus der Balance. (Das ist oft die Kehrseite dieser Brüllaffen: dieser miese Umgang mit anderen ist ja auch ein schlechter Umgang mit sich selbst. Das kann auf Dauer niemand aushalten. Manche kompensieren dies mit, nun ja, Substanzen. Gibt es Anzeichen für, sagen wir, Alkohol? Oder, illegale Substanzen?)

Eine Rechtsberatung in dieser Phase ist sicherlich nicht verkehrt. Ein Gang zum Anwalt ist ja durchaus etwas, was diskret gehalten werden kann, und bedeutet ja auch nicht sofort, dass Du Deinen AG verklagen musst.

Etwas für die eigene Gesundheit tun. Gerade in solchen Phasen reibt man sich auf.

Vielleicht nach einem neuen Job Ausschau halten - kein Arbeitsplatz der Welt ist es wert, dass man dafür seine seelische und irgendwann seine körperliche Gesundheit auf's Spiel setzt. (Und ich kann selber kaum glauben, dass ich das schreibe.:rolleyes:)

Ich wünsche Dir auf jeden Fall für die kommende Zeit viel Glück, Mut, Kraft und Erfolg. Wie gesagt, so wie es aussieht, scheinst Du eine ganz gute Leitung zu sein, das gibts nicht so oft.
 
Qualifikation
Gesundheits - und Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
B

Bastet76

Mitglied
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Themenstarter/in
17.12.2010
82057
Re: AW: Re: AW: Mobbing durch PDL

Danke Igel für deine aufbauenden, warmen Worte.
Ich glaube mein Team gibt mir im Moment das zurück was ich ihnen schon 5 Jahre vorlebe (ohne jetzt selbstbeweihräuchernd zu klingen) Meinungsfreiheit für jeden und bei Problemen hinter ihnen zu stehen.
Ich und meine Stellvertretung sind immer in engen Kontakt zueinander und zum Team.Wir sprechen viel miteinander und haben auch schon viel miteinander durch.
Als ich vor knapp 5 Jahren dort die Leitung übernahm war alles sehr chaotisch und das Team irgendwie verloren.
Gemeinsam haben wir viel geschafft und uns zu einem richtigen Team vereint.Wir treffen uns auch mal außerhalb der Klinik sei es zum grillen,brunchen oder einfach nur zum Kaffee.Das macht uns glaube ich,so stark und trägt viel zur Teamfähigkeit bei.
Als ich den Leitungskurs machte fand ich einen Spruch von Laotse und den beherzige ich bis heute:
Wer Menschen führen will,muss hinter ihnen gehen.
Da mein Pdl mich im Moment eh ignoriert kommt es zu gar keinem Gespräch.
Ich warte jetzt mal die Mediation ab.
Mein Team hat Angst das ich gehe.Hab ich aber nicht vor.Ich stehe hinter dem was ich sagte und das bleibt so.
Ich versuche meine Arbeit wie bisher zu machen,auch wenn mich die Situation belastet.Wenn man etwas angefangen hat,muss man es zu Ende bringen.
Und das tue ich...wie immer es auch ausgeht....
 
Qualifikation
Krankenschwester/ STL/ PA/ QB
Fachgebiet
Kardiologie
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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29.11.2008
Cottbus
AW: Mobbing durch PDL

. . . Bastet76, aus Erfahrung und als Resultat von Seminaren über Mobbing, Bossing &Co. würde ich Dir dringend raten:
- anwaltlichen Rat (vorerst nur Rat, keine Aktivitäten) wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, bzw. Rechtsabteilung der Gewerkschaft, wenn Du Mitglied bist. Wichtig aus dem Grund: wenn überraschend von der "Gegenseite" eine negative Aktivität erfolgt, rennst Du erst, suchst nen Anwalt bekommst nicht sofort einen Termin und evtl. laufen Dir Fristen davon. Viele Anwälte haben es auch gern, wenn man sie von Anfang an einbindet, damit man keine Fehler macht, die er dann später mühsam ausbügeln muss.
- Psychische Unterstützung egal in welcher Form. PMR bietet sich gut an, es gibt auch sehr gute Entspannungs-CDs, aber da will ich Dir nichts empfehlen - da spricht jeder auf was anderes an. Wenn es schlechter werden sollte und Schlafprobleme, Magenprobleme, Hautprobleme u. ä. hinzukommen, dann auch umgehend ärztliche Unterstützung holen, nicht erst warten, bis die Probleme übermächtig werden.
- Tagebuch führen: alles, was Du hier so geschildert hast, mit Datum, Uhrzeit, und evtl. Zeugen aufschreiben, auch künftiges. Dazu jedesmal eine kurze Einschätzung, wie Du die Situation empfunden hast. Dient im Streitfall als Beweismittel und gleichzeitig der Psychohygiene. Wenn man aufschreibt, hören die Gedanken auf, sinnlos im Kreis zu drehen und man verarbeitet es besser.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen, aber bitte nicht um den Preis Deiner Gesundheit! Ich besinne mich auf eine Liedzeile von Bettina Wegner:
Gerade, klare Menschen sind ein schönes Ziel,
Menschen ohne Rückrat - haben wir schon zuviel.
In dem Sinne: viel Erfolg!
:super:
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflegeheim
B

Bastet76

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
17.12.2010
82057
Re: AW: Mobbing durch PDL

Danke Schwester Wolfgang für deine Ratschläge.Ich bin von Anfang an in anwaltlicher Beratung (wurde von meinem Betriebsrat organisiert).Was ich noch vergessen habe zu erwähnen,das ebenso der gesamte Betriebsrat hinter mir steht und mich sehr gut unterstützt,kann zu jederzeit seine Hilfe in Anspruch nehmen und auch er ist im ständigen Kontakt mit dem Anwalt.
Er schätzt meine Zivilcourage.
Und sein Interesse gilt mir und dem Fortbestand meines Arbeitsplatzes.
Gesundheitlich machen sich schon die ersten Symptome bemerkbar...Schlafstörungen und "Nervenschmerzen" .Aber ich lasse mich nicht unterkriegen denn ich habe wie gesagt viel Unterstützung von allen Seiten und das ist es mir wert.
Ich stehe unbedingt zu dem was ich sage und geschrieben habe.
Ich habe mir E-mails ausgedruckt,habe Gesprächsprotokolle und ne Menge Zeugen.
Nur die Geschäftsführung hat,glaube ich Angst das die PDL vor das Arbeitsgericht geht und ne Abfindung in großer Höhe verlangt,da die Klinik aber im Moment strauchelt,finanziell gesehen,zögert die Geschäftsführung.
Ich denke das da der Hund begraben ist.
 
Qualifikation
Krankenschwester/ STL/ PA/ QB
Fachgebiet
Kardiologie
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05.07.2001
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