Arbeitsrecht Mobbing durch Kollege?

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briena

briena

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10.08.2014
71720
Guten morgen ihr lieben ich habe ein Anliegen und weiß nicht ob ich hier in dem Thread richtig bin, und zwar geht es um folgenden Sachverhalt. Kollege 1 und Kollege 2 arbeiteten zusammen, seit 6 Monate ist Kollege 1 in einem anderen Haus untergekommen , er wurde nicht versetzt aus betrieblichen Gründen sondern weil er dies aus persönlichen Gründen so wollte. Kollege 1 kommt immer mal wieder zu dem alten Haus da er sich mit den Bewohner und einigen Kollegen sehr gut versteht. Eines Tages kam Kollege 3 ins Spiel. Beim rauchen tauschten sich Kollege 3 und 1 aus unter anderem auch über Kollege 2. Ein paar Tage später Gong Kollege 3 zu Kollege 2 und erzählte ihm dies woraufhin dann Kollege 2 meinte , das er dies so nicht akzeptiere was da geredet wurde und er zu der nächst höheren Stelle sich wenden mag. Nun kam was kommen musste denn Kollege 1 bekam diese Information auch. Nach ein paar tagen dann kam Kollege 1 erneut in das Haus und traf Kollege 3 und sprach diesen direkt an das wenn irgendwelche Behauptungen und Unwahrheiten hier im Umlauf sind sollte man die erhaltenen "Information " auch korrekt weitergeben und besagter Kollege hätte keine Probleme dies auch an Kollege 2 so weiter zu tragen. Dies hörte auch ein weiterer Kollege. Also ging Kollege 3 und 2 zur nächst höheren Stelle , dort wurde ein schreiben mit den gehörten "Aussagen" protokolliert und gegengezeichnet und nun steht der Verdacht des Mobbings im Raume.


Soweit zu dem Sachverhalt. Meine persönliche Meinung jedoch ist , in der Pflege wird viel zu viel getratscht anstatt konstruktiv die Arbeitszeit zu nutzen kommen immer wieder privat Gespräche zu Stande. Meiner Meinung nach empfinde ich dies nicht als Mobbing. Oder sehe ich das falsch? Zumal die Kollege nicht miteinander mehr arbeiten. Bitte um Anregung denn es steht im Raume Kollege 1 Abzumahnen
 
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Böserwolf

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29.09.2008
kassel
AW: Mobbing durch Kollege?

So was erlebe ich fast in jedem Haus, in dem ich schon gearbeitet habe und das waren einige. Jeder redet über jeden, hier ein Grüppchen, da ein Grüppchen - und alle gegeneinander statt miteinander. Ich weiß nicht ob das ein spezifisches Frauenproblem ist, obwohl ich auch männliche Kollegen kenne, die da gerne mitmischen.

"Gerede" übereinander ist für mich eigentlich noch kein Mobbing, da gehört ein bisschen mehr dazu. Kollege 1 sollte die Dinge mal versuchen richtig zu stellen und eine Abmahnung kann man auch zurückweisen, wenn diese nicht berechtigt ist.

Nun wissen wir natürlich auch nicht ob und was geredet wurde - müssen wir ja auch nicht und deshalb kann man die Situation nicht richtig einschätzen.

Was ich immer nicht verstehe: warum geht die HL oder PDL nicht her und beordert die Beteiligten zu einem gemeinsamen Gespräch. Man sollte bei so etwas immer alle Seiten hören und ggf. lassen sich dann einige Dinge klären.

Ich dürfte weder PDL noch HL sein, entweder wäre ich nicht lange auf meinem Posten oder das Personal würde fluchtartig das Heim verlassen.
Man kommt sich manchmal vor wie im Kindergarten nach dem Motto: "er hat mir mein Förmchen weggenommen"...
 
Qualifikation
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Fachgebiet
Freiberufler
S

stern3007

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29.07.2005
Köln
AW: Mobbing durch Kollege?

Warum kann man das Getratsche hinter dem Rücken eines anderen nicht einfach sein lassen?
Dann würde es solche Probleme nicht geben.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
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29.09.2008
kassel
AW: Mobbing durch Kollege?

Tja, warum nicht? Ich weiß es nicht - ich habe schon Dramen erlebt. Als (männlicher) FB bin ich immer stiller Beobachter und Zuhörer und kann manchmal nur den Kopf schütteln wie man sich gegenseitig das Leben schwer macht.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
Henoch

Henoch

Mitglied
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11.10.2011
63517
AW: Mobbing durch Kollege?

Interessante, wenn auch Aussagenschwache Geschichte.
Unterstellen mag ich hier, dass es sich bei dem Inhalt der Geschichte um Hören-Sagen handelt.
Soweit zu dem Sachverhalt.
Wobei ich wiederum unterstelle, dass zu dem Begriff des "Sachverhalt" insoweit Einigkeit besteht, dass dieser lediglich als der Gegenstand einer Aussage aufzufassen ist. Er muss also solange als fiktiv gelten, bis seine inhaltliche Aussage einer Überprüfung unterzogen und verifiziert werden konnte.

Nun wissen wir natürlich auch nicht ob und was geredet wurde - müssen wir ja auch nicht und deshalb kann man die Situation nicht richtig einschätzen.
Daher kann ich mich Böserwolf nur anschließen...

Was nun diverse Kollegen sich direkt oder indirekt nach-/gesagt oder unterstellt haben, was der Eine zum Gesagten des Anderen hinzugedichtet, falsch verstanden oder interpretiert hat, vom gesagten vergessen hat etc. etc. entzieht sich uns völlig.
Das es mit dem tatsächlich Gesagten des Beteiligten 1 ein Kommunikationsproblem bei dem Beteiligten 3 geben könnte, würde ich aus dem Satz
...sprach diesen direkt an das wenn irgendwelche Behauptungen und Unwahrheiten hier im Umlauf sind sollte man die erhaltenen "Information " auch korrekt weitergeben und besagter Kollege hätte keine Probleme dies auch an Kollege 2 so weiter zu tragen
herauslesen. Aber auch diese Vermutung, wäre "ins Blaue" gedacht.

Somit ist es auch ein Ding der Unmöglichkeit, zu dieser Geschichte irgendeine sachliche Position zu beziehen.
Nur soviel, Mobbing oder wie auch immer man es nennen mag, ist immer als der Ausdruck eines „Orientierungsverlustes“, hier im Arbeitsprozess, von vorhandenen bewussten wie unbewussten sozialen „Wahrnehmungs-, Denk-, Bewertungs- und Handlungsmuster“ der daran Beteiligten zu verstehen. Die personalen Muster des Mobbing dienen dann wieder als Orientierungshilfe. In der sozialen Isolation der/des Betroffenen werden diese zu psychosomatischen Symptomträger gestörter Dialoge. Z.B. "Hinter meinem Rücken wird schlecht über mich gesprochen.", "Man verbreitet Gerüchte über mich.", "Ich werde lächerlich gemacht." usw.

Dies ist auch immer ein fortdauernder Prozess, was aus dem Verständnis des Mobbing als individuelles, dialogisches, dynamisches und "betriebliches" Problem zu entnehmen ist. Es kann auf der dynamischen und betrieblichen Ebene als Kommunikations“spiel“ „hinter den Kulissen“ verstanden werden.

Ob nun ein einmaliges Gespräch zwischen den hier Beteiligten 1 und 3 als "Mobbing" zu sehen ist, da regen sich mir erhebliche Zweifel. Zumal ich den "sozialen Benefit" für den Beteiligten 1 aus diesem "Gesagtem" nicht erkennen kann.

Und welchem Zweck hier die "höhere Instanz" dienen soll... ist mir unverständlich. Es gibt keine Beweise, ausser der (fragwürdigen) Aussage des B. 3 für die vorgeblich vom B. 1 getätigten Behauptungen.
Also mein Gedanke, das ganze ist nicht das Papier wert, welches die "höhere Instanz" hier für die "Protokollierung" des ganzen aufgewendet hat.

Meine persönliche Meinung jedoch ist , in der Pflege wird viel zu viel getratscht anstatt konstruktiv die Arbeitszeit zu nutzen kommen immer wieder privat Gespräche zu Stande.
Mmh, ich neige nicht dazu, die persönliche Meinung meiner Mitmenschen in Frage zu stellen. So auch hier nicht.
Nun aber zum berühmten "Jedoch",... es gibt mir zu denken.
Wo Menschen zusammen treffen, entsteht häufig die Erfordernis zu verbaler und nonverbaler Kommunikation.
Von Pflegepersonal wird nun gerade eine hohe kommunikative Kompetenz erwartet.
Auch ist es doch gerade hier wichtig, das eine solide Team-Bildung stattfindet, welche tragfähig im täglichen Arbeitsumfeld ist.
Da betreiben wir gerade in der Altenpflege z.B. Biographiearbeit um die Patienten/Bewohner und deren Reaktionen, Verhaltensweisen, Abwehr etc. besser zu verstehen. Ärgern uns, wenn im täglichen Routinebetrieb nicht genügend Zeit für eine zwischenmenschliche Interaktion, ein einfühlsames Gespräch bleibt.
Wenn dann unter den Pflegenden persönliche Beziehungen entstehen und diese ihren Wiederhall auch in privaten Gesprächen finden, welche ja auch gerade der stabilen Team-Bildung dienen, zeigen wir Unverständnis?
Sorry, aber da passt mir ein Gedanke nicht zum anderen.
Um es einmal böse auszudrücken, vielleicht wäre hier die konstruktive Suche nach einem Job ohne zwischenmenschliche Interaktion* sinnvoll. An einem Fließband könnte man seine Arbeitszeit ohne diese * produktiv nutzen.
Alternativ kann man sich natürlich auch aktiv in die Team-Bildung / das bestehende Team-Gefüge einbringen.
Es ist nunmal so, wo immer Menschen zusammenarbeiten, müssen sie ebenso konkurrieren wie kooperieren, debattieren und Kompromisse schließen. Meinungsverschiedenheiten und Ideenwettbewerb gehören zum Arbeitsalltag ebenso dazu, wie das arrangieren mit vorhandenen Strukturen oder das Einhalten von Kommunikationswegen.

Es ist klar, dass Teamfähigkeit immer mehrere Dimensionen hat und auf vielfältige Art und Weise zum Ausdruck kommen kann - persönlich wie organisatorisch.
Die Teamfähigkeit ist eben keine Charaktereigenschaft oder ein natürliches Talent.
Gute Teamfähigkeit bedeutet gewiss auch nicht, dass man allseits mit den Kollegen gut auskommt, immer nett miteinander spricht und sich alle lieb haben.
Ebenso wenig heißt es, sich stets unterzuordnen, nichts in Frage zu stellen und Kadavergehorsam zu pflegen sowie Vorschläge nach dem "Senioritätsprinzip" zu bewerten, dem Motto eben: Wer länger dabei ist oder in der Hierarchie höher steht, hat automatisch Recht (auch wenn das viele Leitungen sehr gerne missverstehen).

Gute Teamfähigkeit steht immer in einem Spannungsverhältnis zwischen echter Selbstreflexion und Empathie auf der einen Seite und fundierter Konfliktfähigkeit und Querdenkertum auf der anderen.

Jeder redet über jeden, hier ein Grüppchen, da ein Grüppchen - und alle gegeneinander statt miteinander
Und hier haben wir es auch wieder, fehlgeschlagene Team-Bildung.
Das es immer, auch innerhalb von stabilen Team´s verschiedene Grüppchen gibt ist völlig normal.
Es liegt jedoch in der Hand der Team-Leitung diese Grüppchen immer wieder für ein gemeinsames Team-Ziel zu motivieren und "unter einem Hut" zusammen zu führen. Tja, schwache Leitung = schwaches Team = starke Grüppchen -(führer) mit unterschiedlichen Ziel-/Weg-Definitionen = inhomogene Arbeitsumgebung... mit all ihren negativen Auswirkungen.

Warum kann man das Getratsche hinter dem Rücken eines anderen nicht einfach sein lassen?
...wegen den, in der menschlichen Natur liegenden Dingen wie Stolz & Eitelkeiten, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstreflektion, Gelassenheit, Schüchternheit, Perfektionismus... etc. etc. Gruppendynamiken.
Gut, dass sprengt jetzt den Rahmen. Ist jedoch häufig anzutreffen und überwiegend Therapieresistent.


Wünsche Euch was schönes...
:coff:

P.S. stabile Team´s kennen kein Mobbing...:eek:riginal:
 
Qualifikation
Pflegeberater (7a), CM, Pflegegutachter (FH)
Fachgebiet
MDK
Weiterbildungen
Fachkrankenpfleger Intensivpflege & Anästhesie
Fachkrankenpfleger Psychiatrie -Gerontopsychiatrie
TQM-Auditor
R

resigniert

Aktives Mitglied
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03.01.2013
Münster
AW: Mobbing durch Kollege?

Man/frau kann sich auch als nicht Beteiligte/r wogenglättend einbringen.
Mache ich so ganz ohne jegliche Vorgesetztenfunktion häufiger mal.
Klappt mal besser, mal schlechter - wie in jeder Familie/sozialen Gruppe halt
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Intern
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
AW: Mobbing durch Kollege?

...wegen den, in der menschlichen Natur liegenden Dingen wie Stolz & Eitelkeiten, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstreflektion, Gelassenheit, Schüchternheit, Perfektionismus... etc. etc. Gruppendynamiken.
Sowas akzeptiere ich als Begründung nicht. ich beteilige mich auch nicht an solchem Getratsche. Mag ich überhaupt nicht. Es ist völlig überflüssig und macht einem nur das Leben schwer. Scheine da aber als Frau eher Seltenheitsfaktor zu haben.

Wenn ich mitbekomme, dass andere über mich tratschen, werde ich sehr schnell aktiv. Entweder rede ich mit der "Tratscherin" oder ich spreche es gezielt vor dem Team an. Bin damit immer gut gefahren.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
Henoch

Henoch

Mitglied
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11.10.2011
63517
AW: Mobbing durch Kollege?

Nun gut,
Sowas akzeptiere ich als Begründung nicht.
dann etwas ausführlicher...

Also, der Klatsch und Tratsch ist ein wichtiges Mittel, den „Stamm“ zusammenzuhalten.
Wir sind Herdentiere. Wir brauchen einen vertrauten Stamm, und der Klatsch und Tratsch sind eben unerlässliche und wichtige Mittel, diesen Stammzusammenhalt zu festigen.
Evolutionsgeschichtlich befinden wir uns immer noch nah an der Zeit, in der wir in kleinen Gruppen eng zusammenlebten.

"Vielleicht weil sie fürchten, dass andere hinter ihrem Rücken über sie herziehen, halten viele Leute Klatsch und Tratsch für keine gute Sache.
Der Eindruck, dass jemand sich mittels Tratsch in ungebührlicher Weise in die Angelegenheiten anderer einmischt, haben wir immer nur bei anderen – niemals aber, wenn wir selbst uns im Besitz interessanter Informationen über eine Person befinden und diese weitergeben." (Lewin 1996)

Allgemein wird unterstellt, Tratschen sei vor allem ein weiblicher Zeitvertreib, häufig sind es Männer welche sich hierzu abfällig äußern. Das dürfte daran liegen, dass sie oft an Gefühlslegasthenie leiden und die Feinheiten und Zwischentöne des Tratsches nicht verstehen. Sie tun das Gerede als bedeutungslos ab, obwohl es beim Tratsch um nichts Geringeres geht als um eine sinnhafte Verbindung zu unseren Mitmenschen.

Dem Evolutionspsychologen Robin Dunbar zufolge drehen sich zwei Drittel unserer Kommunikation um soziale Themen, um Menschen, nur ein Drittel um Kultur oder Politik. Dunbar hält den Austausch sozialer Informationen für eine entscheidende Primärfunktion der Sprache. Der Tratsch ermöglicht es, uns mit anderen zu vergleichen – und zu testen, welche sozialen Normen und Grenzen in unserem Stamm gerade gelten. Es geht darum, informiert zu sein. Und immer wieder zu lernen, dass das ganze Leben eine Suche ist.

"Klatsch ist eine Form der Alltagskommunikation, bei welcher der Klatschproduzent mit dem Rezipient Neuigkeiten über persönliche Angelegenheiten des Klatschobjektes austauscht. Klatsch bezeichnet einerseits den Inhalt einer Kommunikation, andererseits aber auch den kommunikativen Prozess, d.h. einen Kommunikationsvorgang. Dabei findet interpersonale Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Teilnehmern über Dritte statt“ (Fawzi 2009)

"Obwohl Klatsch einen schlechten Ruf innehat, erfüllt er jedoch viele wichtige Funktionen in der Gesellschaft. Wie? Klatsch unterstreicht beispielsweise die Gültigkeit geteilter Normen und Werte, indem abweichendes Verhalten von Personen kritisiert und somit auf die Urheber sozialer Druck ausgeübt wird." (Bergmann 1987)

"Dieser dient zudem dem Erhalt sozialer Gruppen, da sich Akteure beim Klatsch an gruppenspezifischen Kodizes orientieren und somit die soziale Gruppe als verbindliche soziale Einheit anerkennen." (Gluckmann 1963)

[Weitere Verweise gerne auf Anfrage beim Verfasser...]

Heutzutage zerreißen wir uns unsere Mäuler am liebsten über Prominente.
In einem kürzlich im Journal of Social Neuroscience veröffentlichten Aufsatz berichten Wissenschaftler darüber, wie die Gehirne der Probanden neuronal auf verschiedene Arten von Klatsch reagierten. Auch wenn die Testpersonen es nicht zugeben wollten: Über negative Promigerüchte freuten sie sich besonders, das belegt eine beträchtlich erhöhte neuronale Aktivität im Belohnungssystem ihrer Gehirne. Es behagt uns, zu sehen, wie andere von ihrem Sockel stürzen. Wir betrachten den Misserfolg eines Prominenten so, als handelte es sich bei ihm oder ihr um einen Rivalen in unserem eigenen Stamm.
Wenn wir Klatsch über Prominente austauschen, wirkt das für unser Gehirn in etwa so, als ob wir uns gerade über gemeinsame Bekannte unterhielten.

Es kommt halt immer darauf an, mit welcher Intention welche Meinung auf welche Art und Weise mitgeteilt wird.

Eine Grundregel gegen "negative Empfindungen" bei dieser Kommunikationsform hat schon Watzlawik aufgestellt: sich nicht als Opfer fühlen.

Gerade im Beruf werden Menschen zusammengespannt, die sich freiwillig nie an einen Tisch setzen würden. Das hat Folgen: Reibereien und Konflikte. Und gerade hier ist es wichtig, Tratsch als positiven Weg für eine "Stammesbildung" dieser unterschiedlichen Charaktere zu nutzen, es als sinn- und zweckvoll anzusehen und einzusetzen.

Natürlich hat alles seine 2-Seiten. Auch das Tratschen hat eben diese. Aber, was soll es denn schaden, wenn auch beim Tratschen die Eine oder der Andere "über´s Ziel" hinausschießt?
Es gibt ja Mitmenschen, die wissen so viel Neues über einen selbst, dass man fast erstaunt zum Spiegel rennen muss, um auch ganz sicher zu gehen das man jeden morgen der richtigen Person die Zähne putzt :grin:

Ich persönlich lebe ja nach dem Motto: Solange man redet, ist man interessant. Ich finde es sogar belustigend, was mancher Fantasie so entspringt, wenn der Tag lang ist und das eigene Leben langweilig.

Also, was juckt es mich...
- Welchen Nutzen hätte es den, einer "Tratscherin" den Spiegel vorzuhalten?
- Welchen Nutzen hätte es den, dieses Tratschen vor dem Team zu verbalisieren?
Kurz gesagt, keinen.
Damit werde ich gewiss das Tratschen nicht aus der Welt verbannen. Warum auch. Warum etwas verbannen, was die Mensch-Werdung in ihrer gesellschaftlichen Form erst ermöglicht hat? Bin ich Don Quijote und führe einen lächerlichen und absurden Kampf gegen die menschliche (und tierische...) Kommunikation?
Der Ratio bewahre mich vor dererlei Unfug.

In diesem Sinne, Horriddoo
:coff:
 
Qualifikation
Pflegeberater (7a), CM, Pflegegutachter (FH)
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TQM-Auditor
S

Sittichfreundin

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02.05.2008
35457
AW: Mobbing durch Kollege?

Es gibt eine ganze Reihe von Mobbingtatbeständen, die einmal zusammengefasst wurden:
Frank Linzer: Liste der Mobbing-Handlungen nach Leymann

Ein einzelner Tatbestand ist aber noch kein Mobbing. Von Mobbing spricht man, wenn einer oder mehrere dieser Tatbestände sich über einen längeren Zeitraum (mind. ein halbes Jahr) systematisch und zielgerichtet gegen eine Person fortsetzen.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere, Stroke Unit
alltagsbegleiter

alltagsbegleiter

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10.09.2011
85221
AW: Mobbing durch Kollege?

Klascht und Tratsch sind ist den meissten Fällen Kompensationsverhalten...für die eigenen Ängste

Mobbing ist das nicht (mehr)

Dagegen muss sofort etwas unternommen werden (nicht erst nach Monaten, denn dann hat sich das verfestigt)
 
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alltagsbegleiter
Fachgebiet
pflegeheim
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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25.11.2011
Leipzig
AW: Mobbing durch Kollege?

Dagegen muss sofort etwas unternommen werden (nicht erst nach Monaten, denn dann hat sich das verfestigt)
Das kann ich so zu 100% unterschreiben. Ich erlebe gerade bei einer Freundin mit, was passiert, wenn nichts passiert. Sie ist stellv. PDL in einem kleineren Pflegedienst und der steht kurz vor der Schließung, weil das dort in zwei Teams so eskaliert ist, dass nicht nur keiner mehr dort arbeiten will, sondern auch die anderen Mitarbeiter reihenweise zur Kündigung getrieben hat. Man musste deswegen schon eine Versorgung kündigen und jetzt steht man kurz davor eine Beatmungs WG mit 3 Patienten komplett kündigen zu müssen. Das Alles, weil PDL und Geschäftsführung das Problem zwei Jahre lang wegignoriert haben bzw. jedes mal der Teamleitung die Schuld gaben und diese dann ersetzten.
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Heimbeatmung
Weiterbildungen
Krisenintervention, Ernährungsberatung, PDL, Mentor, Pflegeexperte außerklinische Intensivpflege
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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