Mitarbeiterschutz bei MRSA Patienten

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Anniu

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11.10.2008
münchen
Hallo,
bitte um Info zu folgender Situation:
- MRSA Patient/in seit ca. 1 Woche anwesend ( vom KH )
- noch keine neuere ärtztliche Bestätigung / Entwarnung mangels Arztvisite
- Schutzkleidung ( Mundschutz und Überwurfkittelchen ) wird gestellt

a ) Ist die gestellte Schutzkleidung ausreichend, da kein Schuh- oder Haarschutz, vorhanden?
b ) Ist es zulässig, ( da innerhalb der gesetzlichen Regelung - keine weitere Arbeitskleidung gestellt wird und diese auch nicht im Hause gewaschen wird ) mit dieser Kleidung ( ggf. eingepackt ;) ), diese nach Hause zu bringen?
c) Was sagen hier allgemeine Hygiene-Vorschriften aus?

Danke im Voraus :)

PS: Falls diese Fragestellung im ausgewählten Hygienekapitel falsch sein sollte, bitte verschieben :)
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Bayern
L

lulli00

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17.02.2016
Wien
In was für eine Einrichtung arbeitest du und wo hat der Patient den Erreger?
 
Qualifikation
Pflege
Oehm

Oehm

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21.11.2015
Oberhausen
Also ich finde ein bisschen merkwürdig dass Du das nicht weißt. Bist du noch in der Ausbildung ? Es geht hier nicht um eine offene TBC ... Es geht vor allem darum dass du den MRSA nicht zu anderen Bew. trägst. Dazu reichen Handschuhe, Kittel, Mundschutz, spezieller Müll und Wäscheabwurf. Der Bew. darf sogar in den Speisesaal, ohne Mund/Rachen Kolonisierung sogar ohne Mundschutz. Und sogar zu einem Bettnachbarn ohne MRSA wenn dieser keine Wunde / Stoma oder sonstige individuelle Gründe dagegen aufweist. Dazu empfehle ich Dir die neuesten Verfahrensweisen des Robert Koch Institutes und die ggf. auch mal die Hygiene Standards deines Hauses zu lesen. Du brauchst da keine Angst vor zu haben. Höchstens Angst davor haben die Wunde eines anderen Bewohner massiv zu verschlimmern.
Schau mal ... Wenn ein Bew. z.B. MRSA im Urin hat, wie kann es sein dass er es nicht auch immer in den Haaren hat wenn er keine Kopfhaube trägt ? Warum solltest du dann eine tragen ?
 
Qualifikation
Altenpfleger
A

Anniu

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Themenstarter/in
11.10.2008
münchen
Hallo

Inzwischen hat sich herausgestellt das sich MRSA nicht nur in der Wunde ( rein Lokal ), sondern diese auch am ganzen Körper nachzuweisen sind. Die Patientin darf das Zimmer absolut nicht verlassen, selbst das benutzte Geschirr wird luftdicht eingepackt.

Un die MA gehen wie bei anderen Patientin auch mit Straßenkleidung in die Zimmer und später nach Hause. Während bei der MRSA Patientin wir Mundschutz, Handschuhe und Überwurf-Kittel benutzen sollen.
Die MA kommen mit Jeans-Hose und Top in die Arbeit und diese können nicht mit hohen Temperaturen gewaschen werden. Gewaschen wird zu Hause, garantiert dann nicht bei 90°C.
Und fragt mich nicht, wie der Boden gereinigt wird ... über den schweben wir Tag täglich...

Nach 25 Jahren Berufserfahrung ist das das erste mal für mich, in dem ein AG seine Hygiene Vorschriften auf das Minimum reduziert hat ( stellen von Schutzkleidung -Inhalt siehe oben- in besonderen Fällen ) um Kosten zu sparen.
Nach Gesetz ist der AG bekanntlicher weise nicht verpflichtet, Berufskleidung zu stellen.

So, meine ursprüngliche Fragen sind leider nicht geklärt...
a ) Ist die gestellte Schutzkleidung ausreichend, da kein Schuh- oder Haarschutz, vorhanden?
b ) Ist es zulässig, ( da innerhalb der gesetzlichen Regelung - keine weitere Arbeitskleidung gestellt wird und diese auch nicht im Hause gewaschen wird ) mit dieser Kleidung ( ggf. eingepackt ;) ), diese nach Hause zu bringen?
c) Was sagen hier allgemeine Hygiene-Vorschriften aus?


PS:
@Oehm Und wenn TBC es wäre, macht das wohl auch keine Unterschied mehr....
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Bayern
R

resigniert

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03.01.2013
Münster
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war kurz in der weiten Welt unterwegs und habe geschaut was das Robert Koch Institut so meint
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Intern
M

ms-sophie

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14.03.2007
Mannheim
Hallo,

ich verstehe dein Problem noch nicht ganz. Wenn du doch im Zimmer einen Schutzkittel trägst, kommt der doch mit dem MRSA gar nicht in Kontakt. Der Boden wird täglich vermutlich desinfiziert.
Dass du deine Wäsche zuhause bei 60° wäscht hast du vermutlich unterschrieben.
Warum wird er isoliert? Hat er Auswurf? Wenn du das RKI nochmal bemühst wirst du feststellen, dass eine Isolierung am Wohnort des Patienten und das sind Pflegeheime in den meisten Fällen als Freiheitsentzug gesehen wird.

Vielleicht liest du auch noch mal nach wie sich MRSA überträgt.......


Ausserdem : Dies ist ein Klient bei dem die MRSA Besiedlung bekannt geworden ist. Was ist denn mit allen anderen die nicht getestet wurden?
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
Joan Doe

Joan Doe

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23.06.2009
Wolfsburg
Der Boden wird täglich vermutlich desinfiziert.
Reicht das denn ... "ein mal desinfizierend wischen"?

da kein Schuh- oder Haarschutz, vorhanden?
Der Bewohner wird sich ja öfters im Zimmer bewegen - und wenn dann das Personal die Keime fröhlich die mit den Schuhen durchs ganze Haus verbreitet?
Ich bin nu schon länger raus und hab weniger Ahnung - deshalb frag ich nach ...
 
Qualifikation
Altenpflegerin/Sozial- und Pflegeberater in der Altenhilfe
Fachgebiet
Arbeitsuchend
Oehm

Oehm

Mitglied
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21.11.2015
Oberhausen
Ja, dein Arbeitgeber hält sich an die Vorgaben des RKI. Ja, die Schutzmaßnahmen sind ausreichend.
Wasche deine Wäsche bei 60 Grad und desinfizierendem Waschmittel, desinfiziere deine Hände trotz Handschuhe und Google doch nochmal selbst wenn du uns dass nicht glauben möchtest.
 
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Altenpfleger
Flybee

Flybee

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07.07.2000
Nimm aber nur für Haushalts-Waschmaschinen geeignetes desinfizierendes Waschmittel oder Hygienespüler! Die desinfizierenden Waschmittel, die in Großwäschereien / mit Industriemaschinen benutzt werden, zerstören bei einer Haushalts-Waschmaschine innerhalb kürzester Zeit Dichtungen und Schläuche.
 
Qualifikation
Qualitätsmanager im Gesundheitswesen
Fachgebiet
Gemeinnütziger Träger von Pflegeeinrichtungen
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Qualitätsmanager (TÜV) Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie Teamleiter Call Center (IHK)
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Gesundheits- und Sozialökonom (VWA)
C

Care2000

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18.02.2014
Berlin
Normales Waschmittel tut es auch, würde aber eher auf 75 Grad gehen, da dass 60 Grad Programm nicht immer die Temperatur von 60 Grad garantiert -gerade im ECO Modus. Im Anschluss die Wäsche in einem Trockner und die Wäsche ist MRSA frei ;)

Der Kommentar mit der Isolierung des Patienten finde ich fragwürdig, da es eine nicht rechtmäßige und nicht gerechtfertigte Freiheitsberaubung darstellt. Ich denke wenn man das Personal screenen würde, sind mind. 80% MRSA Träger. Wenn du ungerechtfertigte Angst vor Infektionen hast gepaart mit Halbwissen, dann ist die Pflege aus meiner Sicht für dich der falsche Beruf!

Der Staphylococcus aureus gehört zu den physiologischen Hautkeimen, nur der Stamm mit den multiresisten macht Probleme. Aber nur bei geschwächten Personen insbesondere dann wenn er dort ist wohin er eigendlich nicht gehört, beispielsweise durch schlampige Arbeit im KH

Als Lektüre:
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Qualifikation
TQM Auditor, Gutachter, Wundspezialist, DCM, exam Krpfl. etc.
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ms-sophie

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14.03.2007
Mannheim
Hallo FlyBee,

Woher hast du die Info bzgl.der Waschmaschinen, dass die Prof. WASCHMITTEL die Haushaltsgeräte eher angreifen?

Danke Sophie
 
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QM
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
Flybee

Flybee

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07.07.2000
Vom Leiter der Hygieneakademie in Essen und von einem Waschmaschinen-Monteur. Denen glaube ich es einfach.
 
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Care2000

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18.02.2014
Berlin
Hallo Ludmilla,

evidente Angaben habe ich hierzu leider nicht. Ich kann mich jedoch auf einer Anfrage bei dem Bund berufen: Hier wird 2005 bei der Landbevölkerung ein Besiedlungsgrad mit 20 bis 38% CC398 MRSA benannt. Auch bei den Personen die kein direkten Kontakt mit Tieren haben. Wenn ich das auf das Pflegepersonal hochrechne (die aus beruflichen Gründen engen Kontakt mit MRSA Infizierten bzw. Träger haben, habe ich diese Zahl als eigene Hypothese in den Raum gestellt.

Der Link zur Anfrage bei dem Bund:
Fragen und Antworten zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) - BfR
unter dem Punkt:
"Wie kann sich der Mensch mit MRSA infizieren?"

Ich denke es gibt ein Grund warum das Pflegepersonal, Ärzte usw. nicht systematisch gescreent werden...wirtschaftliche/politische Gründe, personelle Resourcen und und und.
 
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ludmilla

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14.08.2011
Düsseldorf
Ich halte die Zahlen dennoch für spekulativ.
Ich habe 2x erlebt, dass bei vermehrten MRSA- Fällen das gesamte Personal 2er-Intensivstationen gescreent wurde. Es gab bei Ärzten und Pflegepersonal nur ein positives Ergebnis (von gesamt 80 untersuchten Personen) und es war nicht der Stamm der vermehrt aufgetreten war. Da waren wir aber weit von dir genannten Zahlen entfernt.
 
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Care2000

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18.02.2014
Berlin
Die Frage ist doch, wo und was wurde gescreent? Nur die Nasenhöhle etc. Wären für jede Person diverse Abstriche nötig...


Da der Bund sich auf Daten von empirische Studien bezieht, empfinde ich meine These als nicht übertrieben vielleicht als etwas gewagt! Dann haben wir an diesen Punkt zwei Meinungen - können wir doch aushalten oder?
 
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TQM Auditor, Gutachter, Wundspezialist, DCM, exam Krpfl. etc.
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ludmilla

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14.08.2011
Düsseldorf
Abgestrichen wurden auf jeden Fall Nasenhöhle, Rachen!
Es geht nicht darum ob ich gegensätzliche Meinungen aushalten kann, das kann ich (unsere Meinungen haben sich ja auch in einem anderen Thema gekreuzt...., wolltest du nicht irgendwo anrufen)!
Aber, wir schreiben hier in einem Fachforum, da halte ich Spekulationen, gerade in diesem sensiblen öffentlichkeitswirksamen Bereich der MRSA für gewagt und auch gefährlich.
 
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Pflegekraft
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Care2000

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18.02.2014
Berlin
Dann belege bitte das Gegenteil! Ich habe ja gesagt meine These. Zu deiner Frage: Ich habe die Leitung der Einzefallbegutachtung eine Mail hierzu geschrieben, sobald ich etwas höhre...

Wenn man von keinem MRSA Problem ausgeht, dann frage ich mich wie die ganzen MRSA Keime in die Wunde etc. kommen, wenn man diese unter Einhaltung normaler Hygieneregeln fast ausschließen kann.

Wo wurden denn bei den erwähnten Situationen die Ursache des mehrfachen Auftreten ausgemacht? Das Gesundheitsamt hat sich doch bestimmt dazu geschaltet!
 
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Care2000

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18.02.2014
Berlin
Und Träger bedeutet nicht automatisch Überträger, da es viele Keimarten gibt. Fakt ist jedoch das die häufigsten Infektionen im KH entstehen. Gegenüber den Niederlanden sind die MRSA Infektionen in Deutschland 20mal höher woran liegts...

Wenn sich alle MA an die Hygienrichtlinie halten, sollte es doch gar nicht passieren
 
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