Arbeitsrecht Mitarbeiterfotos

Digger

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Hallo @ all

Bei uns auf der Station (Psychiatrie) soll ein Schaukasten mit den Fotos der Teammitglieder erstellt werden.
Das Foto wird gekennzeichnet mit dem Vor- und Zunamen und der Berufsbezeichnung "Pflegefachkraft" bei alle Pflegenden.
Das Haus hat auch neue Namensschilder an die Mitarbeiter verteilt auf denen der volle Name steht (Vor+Zuname) und als Berufsbezeichnung nur "Pflegefachkraft", beim Pflegepersonal.

Nun meine Fragen:

1. Habe ich das Recht, meine Teilnahme daran zu verweigern?

2. Ich bin Fachkrankenpfleger und sehe nicht ein, dass ich mit "Pflegefachkraft" tituliert werde, wie alle anderen Pflegekräfte (dafür habe ich mir schließlich den Titel erarbeitet).
Kann ich auf Änderung der Berufsbezeichnung bestehen?
(Immerhin läuft mein Arbeitsvertrag ja auch auf "Fachkrankenpfleger")

3. Muss der volle Name auf den Namensschildern stehen?

Jetzt gibt es sicherlich wieder einige die schreiben werden: "Was ist denn schon dabei" oder "stell Dich doch nicht so an".
Aber auf solche Kommentare kann ich verzichten, die höre ich schon genug auf der Arbeit.

Auf einer "Nachbarstation" ist es schon vorgekommen, dass ein Patient die Mitarbeiterfotos mit seinem Handy abfotografiert hat.
Darin sehe ich auch die größte Gefahr, dass diese Fotos dann irgendwann im WWW auftauchen.
Wie schon geschrieben, ich arbeite in der Psychiatrie und ich möchte nicht erleben was z.B. ein Psychotiker damit alles anstellen kann.

Für hilfreiche Antworten wäre ich dankbar.
Falls jemand irgendwelche Gesetzestexte dazu hat, oder §, wäre ich auch dafür sehr dankbar, da ich mir vorgenommen habe die Sache durch alle Instanzen auszureitzen.

Gruß Digger
 
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hemicranus

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AW: Mitarbeiterfotos

Moin moin,


zu 1. Die Teilnahme kannst Du verweigern, hier steht noch das Persönlichkeitsrecht über allem.

zu 2. Da Dein AV ja auch auf deine Berufsbezeichnung ausgerichtet ist, würde ich sagen, dass Du die Änderung in Aussicht stellen kannst.

zu 3. Nein der volle Vor und Zuname muss auf keinem Namensschild stehen, auch hier steht dein Persönlichkeitsrecht über dem. Bei den "neuen GuK" ist es wohl so, das diese mit Vor und Zunamen angesprochen werden.


Greetz
 
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leaving-the-moon

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AW: Mitarbeiterfotos

Zu 1: Kannst du verweigern, siehe oben
zu 2: Ich denke du hast ein Recht darauf dass die korrekte Berufsbezeichnung auf deinem Schild steht... die ist bei mir z.B. Krankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege (also ganz schön lang) Fachkrankenschwester (oder - pflegekraft) steht jedenfalls nicht auf meinem Zeugnis, das mir erlaubt oben genannte Berufsbezeichnung zu führen. Schau mal bei deinen Urkunden/Zeugnissen nach wie das korrekt heißt.

zu 3.: Die Diskussion um Vor- und Nachname kenne ich zur genüge. Meist geht es darum, dass PKs nicht wollen, dass ihr Nachname auf den Schildern steht. Ob der Vorname verpflichtend sein kann weiß ich nicht, aber gegen den Nachnamen wirst du vermutlich nichts machen können. Ich schätze da greift das Weisungsrecht des AG - und dies zu Recht zumal in einem Dienstleistungsberuf. Die Menschen sollen wissen mit wem sie es zu tun haben - das gilt für Ärzte, Therapeuten, Verwaltungsleute genauso wie für Pflegekräfte. Ich führe diese Diskussionen jetzt schon seit Jahren immer wieder, denn Pflegekräfte sind mitnichten besonders gefährdet Opfer von Kundenstalking (Patientenstalking) zu werden, so dass sie besonders schützenswert wären. Jede Bankangestellte, die einen Kredit verweigert oderkein Geld mehr rausrückt hat selbstverständlich ein Namensschild MIT Nachnamen oder hat schon mal jemand gesehen, dass auf dem Schild "Bankkauffrau Ute" steht? Die Angst Patienten könnten einem hinterhertelefonieren oder einen terrorisieren halte ich für sehr irrational. Opfer von Stalking kann man überall werden. Bevor es die PK trifft trifft es wahrscheinlich den Arzt (auch in der Psychiatrie) und der ist mitnichten mit "Arzt Sven" beschildert sondern in der Regel mit "Herr/Frau (Dr.) Rosenstein, Assistenzarzt"

Ich selbst stelle mich Patienten schon seit Ende meiner Ausbildung - und dies war noch im letzten Jahrtausend - mit meinem Nachnamen vor. "Guten Tag, ich bin Frau Schimmer, ich bin Krankenschwester und heute für sie zuständig". Patienten bekommen oft trotzdem den Vornamen raus weil die Kollegen mich so ansprechen und rufen dann "Schwester Gabi" das ist ok - weil es leider immer noch üblich ist. Ich bevorzuge allerdings eine Anrede wie ich sie im Alltag auch bevorzuge.

Dies als halb -off topic Einschub zum Nachdenken - vielleicht wäre dies ein lohnenswerts eigenes Thema gewesen. Ich gehe nochmal googlen wie das mit den Namenschildern ist, rechtlich.


P.S. ich heißte natürlich nicht Gabi Schimmer :wink:

und hier ein Link zu einer Diskussion von 2004 auf einem anderen Board (Google ist mein Freund :) )
http://tinyurl.com/43e2ow8

 
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AW: Mitarbeiterfotos

Mittlerweile ist es sogar so, dass Freiberufler komplett auf Namensschilder verzichten und auch sollten. Es hängt allerdings mit dem Kriterium der Scheinselbständigkeit zusammen. Es gibt Kliniken, wo ein Freiberufler auch Namensschilder erhält. Dort steht dann Vor- und Nachname drauf sowie die Berufsbezeichnung. Zudem steht dann noch Freiberufliche/er davor.
 
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AW: Mitarbeiterfotos

. . . Das Recht am eigenen Bild oder Bildnisrecht ist eine besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden (§ 22 Satz 1 Kunsturheberrechtsgesetz (KUG/KunstUrhG)). Soweit erst mal die gesetzlichen Grundlagen für die Bildergeschichte.
Mit den Namen wäre ich ebenfalls sehr vorsichtig, vor allem im Bereich Psychiatrie und das würde ich auch geltend machen. Habt Ihr einen Betriebs,-Personalrat oder eine MAV? Denn im BetrVG z.B. wäre das eine mitbestimmungspflichtige Angelegenheit . . .
 
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Ledana

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Hi,
ich persönlich habe keine Probleme mit dem, was auf den Schildern steht.
Mein Problem liegt an dem Schild selbst, der aus einem harten Plastik ensteht, und einen potenziellen Verletzungsgefahr für die Patienten mitbringen kann.
Wir sind verpflichtet die Schilder im Brustbereich befestigt zu tragen, und wir durchführen überwiegend pflegerische Maßnahmen bei desorientierten, und auch voll pflegebedürftigen Pat. Bei Lagerungen, Transfer, Pat. auf die Bettkante aufsetzen usw... befinden wir uns oft ( Sekundenbrüche) in einer körperlichen nähe des ( auch unruhigen) Pat.
Den Rest kann man sich denken...
Außerdem die Namenschilder sind am oberen und unteren Rand offen. Unter der oberen Plastikabdeckung befindet sich ein kleines Kartonstück mit dem aufgedruckten Namen.
Die Desinfektion des Schildes kann nach meiner pers. Empfindung nicht ausreichend erfolgen.
Aus welchen Materialien sind die von Euch benutzten Namenschilder ?
 
leaving-the-moon

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AW: Mitarbeiterfotos

Ich habe viele Jahre mit unruhigen desorientierten Patienten gearbeitet - neurologische Internsivstation - dabei hat sich nie ein Patient am Schild verletzt. Überhaupt komme ich mit der Brust doch nur sehr selten in Patientenkontakt - ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bei anderen anders ist. Das Argument der Verletzungsgefahr habe ich allerdings auch von Kollegen häufig gehört... allerdings nie, dass es tatsächlich eingetreten sei. Es wird um ein Schild das aus den verschiedensten Gründen nicht gerne getragen wird ein riesen Bohei gemacht... Schmuck wird aber weiterhin getragen - Ketten, Ohrringe, Ringe.... ich trage immer einen Schlüsselring mit Schere und Klemme in meiner Tasche - außen an dieser hat sich wesentlich häufiger beim Lagern die Hand eines Patienten befunden als in der Nähe meines Namensschildes... verletzt hat sich dabei aber auch noch nie jemand. Ich halte die theoretische Verletzungsgefahr (welche Formen der Verletzung erwartest du denn?) für ein vorgeschobenes Argument.
Desinfektion ist sicherlich ein Thema - und wird nur in den seltensten Fällen wirklich ausreichend gemacht werden. Wenn es sich um ein eingelegtes Stück Pappe handelt kann man dieses ja regelmäßig ersetzen und den Rest ordentlich desinfizieren.
 
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. . . leaving-the-moon, auch wenn mir Dein Beitrag bezogen auf das posting von ledana gut gefällt und genau meiner Beobachtung entspricht, muss ich trotzdem auf die Ausgangsfrage zurückführen: die Situation in der Psychiatrie ist schon ein wenig anders und wenn man mal erlebt hat, wie findig solche Patienten sein können, um Personaldaten bestimmter Pflegepersonen oder Ärzte herauszufinden und wie lästig die dann z.B. am Telefon werden können, der wird verstehen, dass sich die meisten dort arbeitenden MA nicht mal ins Telefonbuch eintragen lassen. Das heißt nicht, dass diese Patienten gefährlich wären. Sie sind oftmals sogar lieb - nur einfach lästig, weil ihnen beispielsweise nachts um 2:00 Uhr einfallen könnte, sich bei Schwester XY entweder zu bedanken, oder auszuheulen.
Und deswegen verstehe ich die Bedenken, es den Leuten noch einfacher zu machen, den Vollnamen festzustellen.
Bezüglich der Bedenken der Titulierung hätte ich weniger Einwände, denn ein Fachkrankenpfleger, ein Krankenpfleger, eine Praxisanleiterin usw. usw. sind mit diesem Abschluss im Sinn der Dienstplangestaltung und der rechtlichen Konsequenzen eine Pflegefachkraft. Deswegen bekommt man seinen Titel nicht aberkannt. Im Pflegeheim z.B. rangieren Altenpfleger, Krankenschwestern, Kinderkrankenschwestern, Fachschwestern und wie sie alle heißen, unter dem Ober-oder Sammelbegriff Pflegefachkraft. Die Schilder sollen in erster Linie auf einen Blick Auskunft darüber geben, ob ein Patient, ein Angehöriger, ein neuer oder fremder Arzt, oder auch der MDK, Krankenfahrer, MA Beerdigungsinstitut, MA Sanihaus u.dgl. bei der gegenüberstehenden Person gewisse fundierte Kenntnisse voraussetzen können. Und da ist es als Kurzinfo für den Ansprechenden unerheblich, ob auf dem Schild steht, dass ich Fachkrankenschwester für sonstwas bin - man sieht, dass ist jemand vom Fach und das reicht an Information.
Früher haben die Schwestern mal Hauben getragen - die hatten die gleiche Funktion, wie jetzt die Schilder, denn man konnte anhand der Form (Z.B. Beutelhauben, Kastenhauben, Faltenhauben) schon von weitem erkennen, ob es sich um geschultes oder ungeschultes Personal handelte. Die Hauben wurde als antiquiert und für die Haarpracht schädlich irgendwann abgeschafft. Alte Kolleginnen haben das noch lange bedauert, weil es auch ein wenig mit Berufsethos zu tun hatte, wenn man nach erfolgtem Abschluss berechtigt war, die gefaltete Haube zu tragen und diese in feierlicher Form beim Abschluss überreicht bekam. Die Schilder sind da halt eine Notkrücke für den gleichen Effekt - nur: die Haube hat sogar jemand mit Sehschwäche erkennen können - bei den Schildern bezweifle ich das . . .
 
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Ich verstehe deine Bedenken - ich zähle aber nun auch jemanden zu meinen guten Freunden, der schon viele Jahre nur mit psychiatrischen Patienten arbeitet als Pfleger. Schon seit Jahren arbeitet er nur unter seinem Nachnamen, stellt sich so vor und ist den Patienten so bekannt.
Ich sehe einfach den Unterschied nicht, warum ein Arzt, ein Therapeut, ja jemand vom Hol- und Bringedienst selbstverständlich seinen Nachnamen spazierenträgt und nur für die Pflege anderes gelten sollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Pflegekraft gefährdeter ist als der Therapeut oder der Arzt Opfer leidiger Anrufe zu werden. Verstehst du was ich meine?

Ich denke dass durchaus eben die Traditionen hier eine Rolle spielen - die ich aber für alte Zöpfe halte, die abgeschnitten gehören. Es professionalisiert die Pflege nicht, es macht sie in der Wahrnehmung nicht distanzierter eher im Gegenteil: Ich würde eher nächtens eine Schwester Eva anrufen, deren Nachnamen ich zufälligerweise herausbekommen habe als eine Frau Müller-Wohlgemuth oder Herrn Bellinski. Ich glaube, dass der Nachname schützt vor Übergriffen dieser Art, denn er baut eine Distanz auf. Ein Mensch den ich mit Herr/Frau anspreche ist für mich ein Mensch mit dem ich keine nähere persönliche Bindung habe, sondern in diesem Fall bestenfalls eine professionelle Beziehung. Herr/Frau Pflegekraft ist ein Dienstleister. Schwester Eva ist ein Mensch mit Berufung.... den kann ich auch nachts stören.
Und Vorname ohne Titel/Berufsbezeichnung setzt den Respekt in der Wahrnehmung nochmal herab. Klaus der mit mir ein Gespräch führt ist ein guter Kumpel, der ist mir nahe.

Es wäre wirklich eine spannende Studie ob die Anrufe und sonstigen Übergriffe zunehmen oder abnehmen.
 
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. . . ob nun Nachname, oder Vorname - darüber kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein und Deinen Ausführungen zu den Befindlichkeiten eines Patienten würde ich durchaus zustimmen. Aber: eben nur Nachname, oder Vorname sollte üblich sein, nicht beides. Wenn ich nur den Nachnahmen kenne, finde ich den zugehörigen Telefonanschluss nur mühsam heraus. Ich muss alle Leute gleichen Nachnamens durchklingeln, in der Hoffnung den Richtigen dabei zu haben. Bei nur Vornamen ist es noch schwieriger.
Und es kann 20 Jahre lang gut gehen, ohne Probleme. Aber der eine, der mir dann Schwierigkeiten bereitet - der kann genau der eine und einzige sein, der mir kurz-oder langfristig das Leben vergällen kann . . .
 
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AW: Mitarbeiterfotos

Man kann für einen solchen Transfer das Namenschild auch mal abnehmen - meinen Kugelschreiber nehm ich ja dafür auch aus dem Kittel, wenn ich einen Patienten zum MRT begleiten muss nehm ich gar alles metallische aus meinen Taschen - ich sehe das Problem nicht, man hat ja nicht den ganzen Tag Patienten auf dem Schoß und ich kenne mich mit Kinästhetik durchaus ein wenig aus... und praktiziere es auch. Beim Trösten sehe ich eher keine große Verletzungsgefahr, da dies eine Art von Nähe ist - wenn sie körperlich stattfindet, die nicht von Kraft und Scherkräften geprägt ist, dort wird sich der Mensch, wenn das Schild denn drücken sollte schon melden oder sonst wie sein Unwohlsein ausdrücken.

Ich hatte bei den Links jetzt echt Bilder von Verletzungen durch Namenschilder erwartet - ganz ohne Flax, ich lass mich ja durchaus eines bessern belehren.

Meine Schilder waren auch immer aus hartem Plastik - allerdings mit abgerundeten Ecken. Sollten die Schilder scharfkantig sein wäre meine erste Maßnahme dies zu beanstanden - mehr weil ich mir um mich selbst Sorgen machen würde in Hinsicht auf Schnitt- und Schürfverletzungen.

Ich finde es gehört auf jeden Fall der Nachname auf ein Schild - der Vorname kann optional sein. Nur der Vorname kommt mir auf kein Schild mehr. Es geht wildfremde Leute eigentlich gar nichts an wie ich mit Vornamen heiße - wenn sie ihn erfahren nur als Zusatzinfo - aber nicht um mich mit diesem anzusprechen.

Es gibt mit meinem Nachnamen über Telefonbuch.de genau 28 Einträge in ganz Deutschland... davon einen in meiner Region. Ich bin mit dem Nachnamen deutlich einfacher zu finden als mit dem Vornamen
Ja, es kann den einen geben, der dir das Leben vergällen kann. Leben ist nun mal gefährlich. Es kann aber auch der sein, den du den letzten Parkplatz weggeschnappt hast oder dem du eine Schramme in sein heiliges Belchle (schwäbisch für "Auto") gemacht hast. Es lassen sich nicht alle Risiken vermeiden. Ich schätze aber, dass die Gefahr, dass du im Straßenverkehr irgendwo einen Unfall mit persönlichem Schaden hast ist deutlich höher, als dass dir ein ehemaliger Patient die Hölle heiß macht.
Nach wie vor bin ich der Ansicht, dass die Bankangestellte, die den Geldhahn zudreht, der Beamte, der Zuschüsse zum ALGII ablehnt, die Mitarbeiterin vom Jugendamt, die entscheidet, dass die Kinder zu Pflegeeltern kommen, der Gerichtsvollzieher und viele andere deutlich gefährdeter sind Opfer solcher Attaken zu werden und diese Menschen stellen sich allesamt mit Nachnamen vor - und das zu Recht.
 
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. . . in einem stimme ich Dir voll und ganz zu: das ungesündeste, was es überhaupt gibt ist das Leben, denn es führt unweigerlich zum Tode . . . ;-)
 
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Man kann für einen solchen Transfer das Namenschild auch mal abnehmen - meinen Kugelschreiber nehm ich ja dafür auch aus dem Kittel, wenn ich einen Patienten zum MRT begleiten muss nehm ich gar alles metallische aus meinen Taschen - ich sehe das Problem nicht, man hat ja nicht den ganzen Tag Patienten auf dem Schoß und ich kenne mich mit Kinästhetik durchaus ein wenig aus... und praktiziere es auch. Beim Trösten sehe ich eher keine große Verletzungsgefahr, da dies eine Art von Nähe ist - wenn sie körperlich stattfindet, die nicht von Kraft und Scherkräften geprägt ist, dort wird sich der Mensch, wenn das Schild denn drücken sollte schon melden oder sonst wie sein Unwohlsein ausdrücken.
Hi,
arbeitest Du auch überwiegend mit psychisch kranken Pat., die in 80% Hilfe bei allen ATLs brauchen, und mehr oder weniger ( nicht kontinuierlich aber spontan) aggressiv, oder hyperaktiv sind, oder spontane, unkoordinierte Bewegungen machen ?
Auch ich bin schon sehr, sehr, sehr lange in dem Beruf....und bin immer für alles offen.
Aber das ist nur meine Meinung, und keine absolute Wahrheit.....
Mir ist es zu schade die Zeit für solche Sachen in unendlichen Diskussionen zu vergolden.
Ach übrigens. Die Schilder wurden bei uns vom kurzen umgeentert......
 
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Ich habe 10 Jahre auf Neuo-Intensiv gearbeitet... pflegeintensiv - weil 1. Intensivpatient, 2. neurologischer Patient und damit häufig Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen, Desorientiertheit, Bettflüchtigkeit, Aggression, mangelnde Koordination. Dabei fällt der Hauptteil der Arbeit auf die direkte Arbeit am Bett und mit den Patienten - die Unterstützung bis Übernahme aller ATLs wobei bei uns noch der Kabelsalat einer Internisv als zusätzliches Problemfeld hinzukommt.

Ich hatte mit meinem Schild 10 Jahre lang keine Probleme - habe weder mich selbst noch andere jemals verletzt.

Ich denke allerdings es ist total ok, wenn man solche Diskussionen nicht führen will. Ich selbst habe immer neuen Mitarbeitern nur einmalig erklärt, warum ich es für sinnvoll halte, wenn sie sich in der Kurve mit ihrem Nachnamen eintragen, sich am Telefon so melden und sich auch so bei Patienten und Angehörigen vorstellen - und habe sie gebeten darüber nachzudenken. Ein Teil konnte meiner Argumentation folgen und hat es dann ähnlich gehandhabt wie ich - ein anderer nicht und hat es eben anders gemacht. Ich sah mich da nie berufen weiter tätig zu werden. Ich persönlich halte das Thema Vorname/Nachname für ein berufspolitisches denn es ist meiner Meinung nach ein Ausdruck der Selbsteinschätzung und Selbstbewertung, der Sichtweise der Pflege auf sich selbst, wie sich jemand vorstellt und hat meiner Meinung nach etwas mit der Entwicklung einer Professionalität zu tun, die auch nach außen wahrgenommen wird. Das ist aber meine Meinung - die niemand teilen muss. Ich vertrete sie aber weiterhin und ich halte solche immer wiederkehrenden Diskussionen auch nicht für sinnlos.
 
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Ich finde die Namenschilder als selbstverständlich.
Ich freue mich immer, wenn die Ex- Patienten, oder deren Angehörige mich wieder auf der Strasse erkennen.
Zugegeben... ich war schon mit ein paar zufällig getroffenen Angehörigen einfach spontan Kaffee trinken.
Ich freue mich, wenn man mich erkennt.
Ich habe nie mit meinem Namen auf dem Schild Probleme gehabt. Nun, mit der Plastik hülle. Aber auch das hat sich erledigt.
 
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