Arbeitsrecht Mitarbeiter schützen?

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Teetrinkerin

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Hallo, ich stelle diese Frage für einen befreundeten Kollegen ein:

"Auf meiner Arbeitsstelle (Altenpflegeheim) haben wir im Moment Probleme mit einem leitenden Vorgesetzten. Er schreit unkontrolliert Pflegekräfte an, stellt Behauptungen und Wertungen über Pflegekräfte in den Raum, alle zittern vor ihm und wenn jemand es sich mal getraut zu widersprechen, kriegt man auch auf den Deckel und wird zum Heimleiter zitiert"
Das geht schon so seit Jahren. Es haben viele Leute gekündigt und es werden immer dieselben schikaniert.
Wir möchten, dass die MAV uns hilft. Die sagt aber ohne Zeugen kann sie nichts machen. Wo aber ist der Mitarbeiterschutz? Ich muss doch meiner MAV vertrauen, dass ich denen was sagen darf und muss von denen geschützt werden vor dem PDL und der Heimleitung!
Sollen wir jetzt immer so weiterleiden und nur die Kündigung ist der Ausweg?
Einige von uns sind lange da, sind nicht mehr ganz gesund und haben Angst vor einem Wechsel.
Meine konkrete Frage ist, kann und darf die MAV Kollegen schützen, die sich wehren wollen?"

Ich leite Antworten weiter ...

Danke!
Gabi
 
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traveler

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AW: Mitarbeiter schützen?

Schützen gegen was?

Ich lass mich auch von niemanden anschreien. Das Recht gestehe ich keinem zu.
Es gibt immer zwei Seiten, einer der es macht und einer der es mit sich machen lässt!

Warum verlässt du nicht den Raum mit dem Hinweis:
Für ein Gespräch stehts du gerne zur Verfügung?

Wenn die HL die Zustände kennt und die cholerischen Ausbrüche duldet, wirst du es dir verbitten dich anzuschreien, denn Raum verlassen - wenn du es nicht mehr aushältst kannst du nur noch kündigen.

Gibts nen Träger - ist der Informiert?
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Schützen davor, dass der Heimleiter bei einem Gespräch nicht sagen darf: WER HAT DAS GESAGT? Dass durch dieses aufgeblasene Verhalten der Vorgesetzten der Wille der Mitarbeiter sich zu wehren oder auch mal anderen beizustehen sofort im Keim erstickt werden kann!
Dass eine Interessenvertretung auch mal sagen kann: wir sind die MAV, die Kollegen haben Hilfe gesucht und das muss doch über die MAV möglich sein ohne dass die MAV die beschwerdeführenden (mutigen) Mitarbeiter gleich benennen muss!
Da sagt klar keiner mehr was.
Der Träger ist selbstverständlich informiert, schon seit langem!
Diesem ist eine Spaltung der Mitarbeiterschaft aber nur zuträglich.
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Mitarbeiter schützen?

. . . Eure Geschichte kann zu einem langen Leidensweg werden. Im Prinzip können die Kollegen nur eins machen: abwarten, dass irgendwann und irgendwo die Bananenschale liegt, auf welcher dieser Vorgesetzte ausrutschen kann. Und dann sollte man ihn auch nicht auffangen, sondern möglichst die Bananenschale noch schön zurechtrücken.
Denn: es ist schon richtig: die MAV kann Probleme ansprechen. Der Vorgesetzte wird jedoch alles bestreiten, also müsste man einfach mit Zeugen als Beweis agieren. Was wäre jedoch die Folge? Auch wenn sich der übergeordnete Leiter oder Träger durch die Beweislast breitschlagen ließe, in diesem konkreten Fall etwas zu unternehmen, würde der Vorgesetzte Kraft seiner Stellung Rache nehmen, oder?

Also gibt es nur die Möglichkeit, Material über einen längeren und repräsentativen Zeitraum zu sammeln, mit Datum, Uhrzeit und Zeugen und dann die geballte Ladung zu präsentieren, so dass dem Träger nichts anderes übrigbleibt, als dieses Übel zu beseitigen. Und das muss so erdrückend sein, dass nur eine umgehende und fristlose Entfernung (kann ja auch eine Versetzung sein) in Frage kommt, denn hätte dieser Mensch nur 2 Wochen Zeit, könnte er noch viel Unheil anrichten. Als repräsentativ würde ich den Zeitraum von ca. 1/2 bis 1 Jahr ansehen und es sollten nicht nur Befindlichkeiten und Knautscherei zur Sprache kommen.
Bitte versteh auch die MAV - die können nicht irgendwelchen blauen Dunst papeln - sondern der Chef vom Ganzen wird schon genau wissen wollen, wo der Hase im Pfeffer liegt, um bestimmte Verhaltensweisen zu untersagen und dazu muss dann wieder Ross und Reiter genannt werden. Können sie das nicht, ziehen sie nur mit hängenden Ohren ab, weil der große Chef mit Recht sagt: bringt mir Zeugen und Beweise . . .
 
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traveler

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AW: Mitarbeiter schützen?

Schützen davor, dass der Heimleiter bei einem Gespräch nicht sagen darf:
Na entschuldige, natürlich geht sowas nicht.
Dass die MAV dem HL untersagen kann eine Frage zu stellen? - Da solltest du schon nochmal darüber Nachdenken, was du da erwartest.

Wenn ihr euch so in die Defensive treiben lasst - was ist dann das Ziel eines solchen Gesprächs?

Dass eine Interessenvertretung auch mal sagen kann: wir sind die MAV, die Kollegen haben Hilfe gesucht und das muss doch über die MAV möglich sein
Das könnte in einem Orientierungsgespräch schon mal möglich sein.
Wenns aber Konkret werden soll, dann müssen natürlich Ross und Reiter genannt werden.
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Renje, natürlich kann ein Heimleiter fragen stellen, sei doch nicht so haarspalterisch!
Was erwartet wird? Dass Pflegekräfte oder wer auch immer sich im Konfliktfall vertrauensvoll an ihre MAV wenden können, mit dem Anspruch, dass sich da jemand auch mal gegebenenfalls vor sie stellt.
Kannst du dir vorstellen, dass Mitarbeiter erst mal tierisch Schiss haben und sich die allerwenigsten getrauen offen und in die Runde zu sagen: das habe ich gehört!
In diesem Betrieb wurde die Erfahrung gemacht, dass diese Mitarbeiter anschließend bevorzugt unter Mobbingattacken zu leiden hatten.
Es muss doch möglich sein, die Hilfe der MAV zu erbitten und bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch im Hintergrund bleiben zu dürfen - wenn man sich schon mal traut!
Nicht hinter der MAV verstecken, das ist nicht gemeint. Nur so, wird keiner mehr was sagen.
Und urteile nicht so vorschnell von wegen in die Defensive treiben lassen!
Ich glaube du kannst dir tatsächlich nicht vorstellen, wie schlimm und verfahren eine solche Situation tatsächlich für Betroffene sein kann, bis hin zu völliger Handlungsunfähigkeit.
Du Glücklicher warst scheinbar noch nie Ziel.
 
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nofretete

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AW: Mitarbeiter schützen?

so richtig Ziel von irgendwelchen Mobbigattacken war ich au noch nicht, kann mir aber sehr gut vorstellen, wie sich die Mitarbeiter fühlen, weil wi r au ab und an einen kleinen Stänkerer haben. Und das reicht schon aus um miese Stimmung zu verbreiten. Bisher sind wir die aber immer wieder "losgeworden", aber glaubt mir einfach ist das nicht, weil die Beweislast liegt bei uns. Und glaubt mir ein einziger Mitarbeiter reicht aus, und es muß kein Vorgesetzter sein, obwohl das sicher noch schlimmer ist.
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Das geht weit über schlechte Stimmung hinaus.
Das geht an die körperliche und psychische Gesundheit der Angestellten.
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

. . . eine MAV oder ein BR sollten sich schon schützend vor die MA stellen, denn dafür haben sie den Sonderkündigungsschutz - "normale" Arbeitnehmer nicht. Das kann z.B. so funktionieren, dass man, wenn man einen Hinweis bekommt, dass im Dienstplan Ungleichbehandlung stattfindet, so tut, als hätte man das bei einer Dienstplankontrolle selbst entdeckt. Oder anderes Beispiel: Kolleginnen haben sich über fehlende Hilfsmittel beschwert. Dann kann der BR oder MAV eine Betriebsbegehung machen und im Ergebnis feststellen, dass Hilfsmittel fehlen. Damit nimmt man die Kolleginnen aus der "Schußlinie". Nur - wie das bei oben geschilderter Problematik funktionieren soll, da hätte ich keine Idee dazu. Spricht man mit dem Träger und beschwert sich über den rüden Ton des Vorgesetzten, wollen sie mit Sicherheit Beispiele. Man selber würde auch nicht wollen, dass unbewiesene Behauptungen in den Raum gestellt werden und ohne Beweis gelten sollen . . .
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Danke, genau so ist es.
Und da beisst sich die Katze in den Schwanz.
Leider.
 
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traveler

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AW: Mitarbeiter schützen?

@teetrinkerin:
Du Glücklicher warst scheinbar noch nie Ziel.
Doch schon, ich bin schon lange im Job und irgendwann ist man dran.

Aaaaaber -

ich habe mich noch nie zum Opfer machen lassen!!!

Ich habe mich weder anschreien, noch von irgendjemand in die Defensive drängen lassen.

Und urteile nicht so vorschnell von wegen in die Defensive treiben lassen!
mmmh

alle zittern vor ihm und wenn jemand es sich mal getraut zu widersprechen...
Als was würdest du das dann bezeichnen?
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Ich würde es als Angst bezeichnen.
Einfach nur Angst.

Weil dort noch jedes Mal bezahlt werden musste für den persönlichen Mut.
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Vielleicht würde es helfen, wenn sich betroffene Mitarbeiter mal nen Aufnahmegerät einstecken und aufnehmen, weil ohne Beweise gehts nich und wenn Mitarbeiter 2 bis 3 sich zusammenschließen und gemeinsam zur MAV gehen? Und damit nichts weiter passiert, natürlich weiter mit Aufnahmegerät rumlaufen, und wenn er nich weiß, welche Mitarbeiter es sind, muß er sich zusammenreißen. is nur sone Idee, die mir gerade kam.
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Das mit den heimlichen Aufnahmen ist so eine Sache... :wassat::nono:
 
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Ja i weiß aber es geht um Beweise und wie willst du sie sonst bekommen?
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Heimliche Tonaufnahmen sind verboten.

Fristlose Kündigung ist noch das kleinste Problem dabei.

Finger weg!
 
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Teetrinkerin

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AW: Mitarbeiter schützen?

Wie also bitte, kann man als Betroffener an Beweise kommen?
Bei Konflikten mit Vorgesetzten, wo einer den anderen deckt, wo man scheinbar nichts, nichts tun kann.

WIE kann man solche Beweise sichern?

Kann die einzige Möglichkeit immer nur die eigene Kündigung sein?
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Dokumentation und Zeugen sind das zulässige Mittel.

Tonaufnahmen sind illegal und nicht verwertbar.
 
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Teetrinkerin

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AW: Mitarbeiter schützen?

"Dokumentation und Zeugen sind das zulässige Mittel"

Renje nein, das ist mir zu einfach!
Das hatten wir schon, die Problematik der Zeugen, die dann die nächsten Mobbingkanditaten sind.

Hast du mal einen praktisch tauglichen Vorschlag, eine Möglichkeit, eine Phantasie, wie man es machen könnte?
 
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AW: Mitarbeiter schützen?

Liebe Teetrinkerin,

Renje nein, das ist mir zu einfach
komplizierter kann ichs dir leider nicht machen.
Was anderes gibt es nicht.
Zeugen können nun mal nur die beteiligten Personen sein, das sind meist dann die Kollegen, vielleicht auch mal die MAV oder ein zufällig andere anwesende Person.
Die PDL flippt aus und ein Angehöriger steht auf dem Gang etc.

Wenn ich einen Anderen einen Kopf kürzer machen will, dann muss ich unter Umständen auch meinen Riskieren - ja so ist es.

Bild und Tonaufnahmen sind und bleiben illegal.
Wir haben uns doch alle so wahnsinnig über Lidl, Schlecker und Co. aufgeregt.
Nur weils ein AG war?
Für den AN solls dann erlaubt werden?
 
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