Minusstunden - Urlaub

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haus maranatha

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Hallo Werktätiger,

man müßte lesen können, dann wären die Probleme kleiner. Man müßte die Gesetze kennen, dann wären manche Dinge klarer - auch für dich. Man müßte rechnen können, dann erhielte man auch Ergebnisse, die einer Prüfung stand halten.

1. Ein Arbeitnehmer erhält 6 Wochen Jahresurlaub. Hast du damit ein Problem? Er kann damit 3 x 3 Wochen in Urlaub fahren. Hast du damit ein Problem?

Eine Freiwoche ist keine Urlaubswoche sondern immer nur eine Freiwoche. Ich will aber den AN sehen, der seine Freiwoche verschenkt und erst nach diesen 7 Tagen in Urlaub fährt. Ich bin sicher, du wärest der Erste.

2. Mir scheint, du kennst auch die Gesetze nicht, die dich als Werktätigen betreffen. Sonst hättest du deinen Beitrag nicht geschrieben.

Wer 10 Stunden - gesetzlich zulässige tägliche Arbeitszeit - arbeitet, muß gem. Gesetz die zusätzlichen 2 Std. tgl. zeitnah ausgeglichen erhalten. Ein AN arbeitet 7 x 10 Std., damit sind ihm 14 Std. zeitnah auszugleichen. So das Gesetz. In der auf die Arbeitswoche folgenden Woche sind demnach 14 Stunden in Freizeit auszugleichen. Bedeutet 1 Tag mit 8 Stunden und 1 Tag mit 6 Std.

In der 7-Tage-Woche ist ein Sonntag inbegriffen. Dieser Tag ist durch einen weiteren freien Tag auszugleichen. Damit "verbraucht" der AN von seiner Freiwoche (7 Tage) 3 Tage mit je 8 Std. als Ausgleich für die Mehrarbeit an den 7 Tagen und die Arbeit am Sonntag. Es verbleiben noch 4 freie Tage. Wenn diese 4 zusätzlichen freien Tage bei dir zum langen Gesicht führen, dem kann ich abhelfen. Komm her zum Arbeiten. Du erhältst natürlich die 3 Ausgleichstage, die dir von gesetzeswegen zustehen. Für die vier anderen Tage finde ich gewiß eine gute Verwendung für dich.

3. Bei uns bestimmt der MA seinen Urlaub. Weißt du, wie lang ein zusammenhängendes Frei sein muß, um als Urlaub zu gelten? Mach dich mal klug, du wirst überrascht sein. Nur dann, wenn ein MA seinen Urlaubsanspruch nicht anmeldet und trotz Aufforderung nicht fähig ist, ihn einzuplanen, wird dies bei uns durch den Chef gemacht, damit er nicht verfällt!

4. Und nun ans Eingemachte. Wieviel freie Tage im Jahr hast du bei einer Vollzeitstelle vorzuweisen? Also ich komme bei mir auf 203 freie Tage im Jahr. Ich denke, du bist froh, wenn du 94 Tage erreichst. Nun bist du dran

Gruß

johannes
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Leitung
F

ferdi

Aktives Mitglied
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20.03.2007
44379
Hallo!

Das habe ich gerade unter Arbeitsrecht "Bezahlter Urlaub im Nachtdienst"
geantwortet:
38,5 Wochestunde = 5 Tagewoche = 7,7 Stunden täglich, 40 Lebensjahr vollendet = 30 Tage Urlaub.
Die 30 Tage gelten auch für Teilzeitbeschäftigte.
Arbeite du mehr als 5 Tage in der Woche erhöht sich der Urlaub, in 5,5 Tagewoche auf 33 Urlaubstage, in der 6 Tagewoche auf 36 Urlaubstage.
Arbeitest du unter 5 Tage in der Woche veringert der Urlaub sich.
In der Regel hat der Monat 4 Wochen. Eine Dauernachtwache hat aber 1 Woche Dienst 1 Woche Frei. Also arbeitet sie nur 14 Tage und es steht ihr nur die Hälfte, 15 Tage, Urlaub zu.
Gezählt werden nur die Arbeitstage. 5 Diensttage = Urlaub, dann 5 Tage Frei, 5 Diensttage = Urlaub, 5 Tage Frei macht 20 Tage den Job nicht sehen.
Als Dauernachtwache stehen dir 2 Zusatztage zu = 17, plus die Hälft von dem was dir für den 6. Arbeitstag zusteht, das sind nochmal 3 Tage = 20 Tage Urlaub.
Die Frage die sich mir stellt: "Wie werden Feiertage verrechnet? Gibt es dafür Freizeitausgleich oder werden sie mit 135 % bezahlt?

Sechs Wochen am Stück"
Die Nachtwache Mary Manila möchte im Urlaub zu ihren Eltern auf den Philippinen fliegen. Der Flug wird teuer. doch die Vorgesetzte erklärt: "Mehr als drei Wochen kann ich den Kolleginnen aus der Tagschicht das Einspringen nicht zumuten."
In Tarifverträgen wie dem BAT oder dem BMT-G steht ausdrücklich: Wir selber (und eben nicht die Vorgesetzten) haben das Recht, unseren Urlaub in zwei Teile auf zu splitten oder am Stück zu nehmen. Leider ist dies beim DRK-TV oder in den katholischen AVR etwas anderes. Dort darf sich der Arbeitgeber auf dringende betriebliche Gründe berufen und unseren Urlaub zerstückeln. Wer dort mit einer ganz speziellen Qualifikation auf einem Einzelarbeitsplatz beschäftigt ist, könnte daher beim 6-Wochen-Urlaub über solche betrieblichen Gründe stolpern. Die Nachtwache Mary Manila aber braucht sich so nicht abspeisen zu lassen.
Merke: Unersetzlich ist nur unser Chef.

Mehr unter Arbeitdrecht: "Zum Thema Urlaub".

ferdi
 
Qualifikation
AP,
Fachgebiet
nach Bedarf
W

Werktätiger

Mitglied
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23.03.2006
26169
Hallo Haus Maranatha!
Ich habe versucht, mir Deinen Beitrag vorzusingen, aber er klingt immer noch unfreundlich. Aber vielleicht ist mir nur der württembergische Humor nicht ganz geläufig.

Sei's drum.
1. Ein Arbeitnehmer erhält 6 Wochen Jahresurlaub? Arbeitet er als Dauernachtwache? Ich habe 20 Tage. Meine Chefetage rechnet mir vor: 'Mit 20 Tagen Urlaub haben Sie 2 Tage mehr, als Ihnen zustehen würde.' Wie er das rechnet, kann ich noch immer nicht nachvollziehen.

Damit kann der AN 3x3 Wochen Urlaub machen? Bei uns nicht. Maximal bekomme ich 1x eine Woche Urlaub garantiert, eingerahmt von zwei freien Wochen, die den Arbeitgeber nichts, aber auch gar nichts angehen. Trotzdem nennt er sie immer 'drei Wochen Urlaub' oder, bei Einwänden, 'drei Wochen arbeitsfreie Zeit'. Danach meint er seine gesetzliche Pflicht erfüllt zu haben und bringt fortan als Gründe für Urlaubsverweigerung bzw. -zersplitterung seine Unfähigkeit vor, die beurlaubte Stelle mit Arbeitskraft auszufüllen. Für ihn sind das wichtige betriebliche Gründe, für mich nicht. Ich kann mir also nur für eine Woche aussuchen, wann ich in Urlaub gehen will, alle anderen Urlaubswünsche werden so umgelegt, wie es der Arbeitgeber wünscht.
Damit habe ich tatsächlich ein Problem. Er sieht auch nicht, dass ich die erste freie Woche in der Arbeitswoche davor reingearbeitet habe und er sie mir gar nicht mehr unter irgendeiner Verrechnung als Urlaub andienen kann.

2. Grundsätzliche zum Gedanken des zeitnahen Ausgleichs: Ich arbeite in 14 Tagen 70 Stunden, der Tagdienst 77 Stunden. Die fehlenden 7 Stunden (denn im Arbeitsvertrag steht 38,5 Stunden pro Woche) lässt der Arbeitgeber verfallen, weil ich nicht eingeplant werde, und zieht sie mir vom Gehalt ab. Hast Du damit ein Problem?
Wenn ich also meine Schicht abgearbeitet habe, habe ich - bis auf die leidigen verfallenen 7 Stunden - mein Pensum für 14 Tage erledigt.

Du meinst, vom Gesetz her müsse man es so sehen, dass ich 8 Stunden Arbeitspflicht pro Tag habe und zwei Stunden ausgeglichen werden müssen, und dann bleiben noch 4 Tage, die ich nicht als Freizeit rechtfertigen kann und auch noch der Firma schuldig bin? Aber hallo, ich bin nicht im Reichsarbeitsdienst, sondern habe mit dem AG ausgehandelt, vielmehr er mit mir, dass ich eine 6-Tage-Woche mit 38,5 Stunden arbeite, das sind nach Adam Riese 6,41666... Stunden pro Tag, jetzt rechne mal.
Pro Nacht sagt das Gesetz also, 2 Stunden zeitnaher Ausgleich, und den Sonntag dazu. Richtig, macht 24 Stunden oder drei freie 8-Stunden-Tage. Ich kann das nicht so sehen, denn ich habe ausserdem pro Nacht etwas mehr als 3,5 Stunden der zukünftigen Woche reingearbeitet, dazu am Sonntag 10 Stunden. Der Sonntag steht mir ohne Wenn und Aber als auszugleichender Tag zu. Das andere sind vorgearbeitete Stunden, Rest 7 Stunden, die mir abgezogen werden.
Ich habe demnach in 7 Tagen 6x6,41666... , also meine vertragliche Arbeitswoche, und 6x3,58333... Stunden plus 10 Stunden am Sonntag für die nächste Woche vorgearbeitet, das sind 38,5 +31,5 Stunden, also 70. Er hätte also in der Freiwoche noch Anspruch auf 7 Stunden Arbeit, die er verfallen lässt.

Das sieht doch ganz anders aus als die vier Tage (32 Stunden), die du mich noch abarbeiten lassen willst, wobei netterweise in deiner Rechnung der zweite Sonntag auch noch draufgeht.

3. Bei uns darf sich der AN seinen Urlaub wohl wünschen, aber das hat wenig zu sagen. Und nicht dass du meinst, ich würde meinen Urlaubsanspruch nicht anmelden oder trotz Aufforderung nicht fähig sein, ihn einzuplanen. Jeder personelle Engpass, sei es durch Krankheit, Kündigung oder Urlaub, dient als "wichtiger betrieblicher Grund", um den Urlaub nicht zu genehmigen. Und für mich als Nachtdienst heißt das, 1 Woche darf ich mir wünschen - unter Berücksichtigung der anderen Nachtwache, die jüngere schulpflichtige Kinder hat als ich - und der Rest ist Gnade.
Weiß ich, wie lang ein zusammenhängendes Frei sein muß, um als Urlaub zu gelten? Nee, weiß ich nicht, steht das wo im BUrlG? "Mach dich mal klug, du wirst überrascht sein." Also, wo find ich das? Kann ein Frei überhaupt irgendwann als Urlaub gelten? Erklär mal...

4. Also hier verstehe ich nur Bahnhof. Nach Meinung meines AG habe ich es so zu sehen, dass ich 7 von 14 Tagen zu 10 Stunden arbeite, was man auch so sehen könne, dass ich in 14 Tagen täglich 5 Stunden arbeite. Das sagt er, um mir klar zu machen, dass ich auch im "Frei"
zur Verfügung zu stehen habe. Das Frei habe ich also nur, weil ich es abbummle, in Wirklichkeit hätte also mein Arbeitsjahr 365 Arbeitstage? Aber wenn ich um Verständnis für meine Urlaubswünsche nachsuche, heißt es: Du arbeitest ja das halbe Jahr nicht.

Eine 38,5-Stundenwoche, das sind im Jahr 2007,5 Stunden. Mein Nachtdienst leistet 1825 Stunden, bekommt 26x7=182,5 Stunden abgezogen vom Gehalt. So viel weniger als der Tagdienst arbeite ich also gar nicht, obwohl man der Ansicht sein möchte, dass ich das halbe Jahr nichts arbeite. Ja, das ist halt Dialektik...
 
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Altenpfleger (exam.)
Fachgebiet
ich bin raus in die Rente
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haus maranatha

Gesperrter Benutzeraccount
Tja, Werktätiger,

jedem das Seine! Soll ich dich bedauern, daß dein Arbeitgeber dir nur so wenig Freizeit im Jahr einräumt? Tue ich aber nicht! Soll ich dich bedauern, daß dein Arbeitgeber deinen Urlaub bestimmt - bis auf eine Woche? Tue ich aber nicht!

Ich meine auch nicht, was du vom Gesetz her wie sehen mußt. Das Gesetz schreibt etwas vor, das kannst du dir also nicht aussuchen, wie du es sehen willst! Wie du mit deinen Mitarbeitern umgehen würdest, wenn du denn welche hättest, geht mich recht wenig an. Meine Mitarbeiter unterschreiben jedenfalls einen Arbeitsvertrag erst dann, wenn für sie alle Fragen geklärt und sie zufrieden sind!

Deine weitschweifenden Ausführungen ändern dennoch nichts daran, daß meine Mitarbeiter

- bei einer Vollzeitstelle von 365 Tagen im Jahr nur 173 Tage arbeiten (auf wieviele Arbeitstage im Jahr kommst du - und vergiß dabei nicht die Sondereinsätze, weil wieder mal jemand ausgefallen ist?)

- bei einer Fahrzeit von 15 min. von der Wohnung zur Arbeitsstelle 44 Stunden jährlich weniger Fahrzeit aufzuwenden haben weil sie immerhin 88 Tage weniger zur Arbeit fahren müssen (diese 44 Stunden sind Freizeit, die sie zusätzlich zur Verfügung haben!)

- auf dieses Jahr berechnet 33,72 % weniger Kilometer zu fahren haben (die eingesparten Fahrzeugkosten stellen eine reale Nettolohnerhöhung dar)

- eine um ca. 20 % niedrigere Gesamtarbeitsbelastung aufzuweisen haben, weil ausgeglichene Heimbewohner nun mal weniger Arbeit machen, und dadurch

- eine geringere Krankheitsquote vorzuweisen haben (in den letzten 15 Jahren liegt die durchschnittliche Quote bei 1 % der Gesamtjahresarbeitszeit)

Nun, Werktätiger, wenn du die Lösung für gewisse Probleme gefunden hast und etwas Besseres zu bieten hast, dann können wir uns ja noch mal drüber unterhalten. Ich habe jedenfalls festgestellt, daß es meinen Mitarbeitern bei der jetzigen Arbeitszeitordnung besser geht als im so hoch gelobten Schichtdienst. Drum werd ich die auch erst dann wieder ändern, wenn es eine noch bessere Lösung gibt.

Gruß

Johannes
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Leitung
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Werktätiger

Mitglied
Basis-Konto
23.03.2006
26169
Uiii...:neugier:
Ich bin grad frei, wie du weißt - soll ich mal ins schöne Württemberger Land kommen und meine Mappe vorlegen? :vertrag:
 
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Altenpfleger (exam.)
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ich bin raus in die Rente
H

haus maranatha

Gesperrter Benutzeraccount
Hallo Werktätiger,

du fragst zu viel und handelst zu wenig. Du mußt wissen, was du willst! Auch mit Gucken kann man lernen, wenn man will.

Im Übrigen hab ich keinen württembergischen Humor, sondern rheinischen, da ich am Niederrhein aufgewachsen bin und die meiste Zeit meines Lebens dort verbracht habe.

Gruß

Johannes
 
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Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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05.07.2001
www.pflegeboard.de
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