Kölner Stadt-Anzeiger Merkel fordert harten Lockdown: Verzweifelte und emotionale Debatte im Bundestag

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22.07.2016
Kölner Stadt-Anzeiger - Politik
Merkel fordert harten Lockdown: Verzweifelte und emotionale Debatte im Bundestag
Angela Merkel versucht es mit Zahlen, vielleicht geht es ja so. Sehr präzise hat sie sich die heraussuchen lassen für diese Bundestagsdebatte, in der es um den Haushalt geht, aber mindestens genau so viel um die Corona-Krise. Auch weil das eine nicht von dem anderen zu trennen ist. Milliardenhilfen für Corona-Ausfälle, 500 000 Arbeitslose als mehr im vergangenen Jahr, andauernd hohe Infektionszahlen – es ist eine ernüchternde Bilanz, die Merkel da ziehen muss. Aber für sie steht etwas anderes im Zentrum: die Toten. Und in ihre Nüchternheit mischt sich in die Rede viel Emotion. Am 29. September habe man im Bundestag das erste Mal über den Haushalt debattiert, sagt Merkel also. An diesem Tag habe es 1827 neue Infektionsfälle gegeben, 352 Corona-Patienten auf den Intensivstationen und zwölf Tote. An diesem Mittwoch seien es 20815 Neuinfektionen gewesen, tags zuvor lag die Zahl der Intensivpatienten bei 4257 Personen. Und außerdem: 590 Tote. An einem einzigen Tag. „Die Zahl der Kontakte ist zu hoch“, mahnt Merkel. Und sie rechnet weiter: 3500 Fälle mehr als vor einer Woche, nur noch 14 Tage bis Weihnachten. „Wir sind in einer entscheidenden Phase“, sagt Merkel. Vielleicht sei es sogar DIE entscheidende Phase. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Zahlen bald wieder exponentiell entwickelten. Was das bedeutet, hat die Kanzlerin im September auch schon einmal erklärt: eine ständige Verdopplung. Die 19.200 Neuinfektionen täglich, vor der sie damals mit Blick auf Weihnachten gewarnt hatte und die wie eine absurde Größe wirkten, sind längst erreicht. All die Hoffnungen aus dem November, dass der Teil-Lockdown zur einer Beruhigung der Lage und einem - halbwegs - normalen Weihnachtsfest führen würde, haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: Reihenweise ziehen die Länder die Corona-Zügel wieder an. Sachsen kehrt am Montag zu einem harten Lockdown zurück. Schulen, Kindergärten, Horte und die meisten Geschäfte bleiben geschlossen - und zwar bis zum 10. Januar. Auch der sogenannte kleine Grenzverkehr bleibt untersagt. Zwar dürfen die Sachsen zum Tanken oder Einkaufen über die Grenze fahren – nach ihrer Rückkehr müssen sie aber für mindestens zehn Tage in häusliche Quarantäne. Das gilt auch für Skiurlauber in den tschechischen Bergen. Ausgenommen sind lediglich Berufspendler – etwa Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen, Kliniken und grenznahen Betrieben. Seit Mittwoch ist auch in Bayern der kleine Grenzverkehr eingeschränkt. Auch dort sind die Corona-Fallzahlen in den grenznahen...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta