Meldung einer Morddrohung im geschlossenen Bereich?

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*hexe*

*hexe*

Mitglied
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26.03.2006
30559
Wir brauchen eine Information über den Umgang oder die Vorgehensweise bei einer Morddrohung eines Patienten gegen eine uns unbekannte Person nach seiner Entlassung.
Im alkoholisierten Zustand äußerte er bereits, um wieder ins Gefängnis zu können, würde er eine Person nach seiner Entlassung von der geschlossenen Station umbringen wollen. Inzwischen ist er nüchtern und spricht weiterhin davon.

Ist es uns gestattet, eine polizeiliche Meldung zu machen? Oder sind wir sogar verpflichtet? Wie geht man mit solch einem Verhalten um, wenn der Patient nicht bereit ist, sein Vorhaben zu überdenken.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Suchtmedizin Psychiatrie
Weiterbildungen
WB:
Praxisanleiterin
Hygieneansprechpartner
Zertfizierter Gesundheitsmanager
Wohnbereichtsleitung
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege

Weitere Erfahrungen:
Dozentin, Projektleitung, Öffentlichkeitsarbeit
weitere Kenntnisse in Akupunktur nach NADA-Protokoll, Gruppenarbeiten, Gesprächstechniken, Kriseninterventionen, sehr gute EDV-Kenntnisse, etc

zur Zeit: Aromapflege in Ausbildung
N

Nasonex2001

Mitglied
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08.03.2005
14712
Hallo ich würde einen Psychologen und den behandelnden Arzt hinzu ziehen. Unter diesen Umständen kann der Pat. garnich aus der geschlossenen Psychatrie entlassen werden.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, QB
Fachgebiet
Pflegeeinrichtung
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Unabhängig von dem, was Nasones richtig sagt, seid ihr verpflichtet, polizeiliche Meldung zu machen (ihr = behandelnder Arzt, nicht das Pflegepersonal). Wenn "höherwertiges Gut" (in dem Fall das Leben eines Menschen) mit den Interessen des Patienten kollidieren (in dem Fal der Wunsch, ins Gefängnis zu kommen) besteht lt StGB §203 die Verpflichtung, die Schweigepflicht zu brechen. Wie die Polizei darauf reagiern wird ist nu ein ganz anderes Thema.

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
B

Baldr

Mitglied
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13.12.2004
Basel
Nun ja, entlassen kann man so eine Person natürlich nicht, das könnte schief gehen. Du schreibst von Gefängniss, unter welchen Bedingungen ist der Patient denn bei euch? Forensik, PsychKG, oder "freiwillig"? Kann ein Psychologe feststellen dass er sehr wohl weiss das ein Mord unrecht ist, ist er in der Psychiatrie eigentlich falsch untergebracht. Aber ob man ihn in Sicherheitsverwahrung nehmen kann kann ich ohne nähere Kentnisse des Falls nicht angeben, auch nicht ob ihr die Polizei darüber informieren müsst/dürft.
 
Qualifikation
IT Support
Fachgebiet
Psychiatrie
*hexe*

*hexe*

Mitglied
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Themenstarter/in
26.03.2006
30559
Dieser Patient hat wegen versch. schwerwiegender Delikte bereits lange Zeit eingesessen und ist betreuungrechtlich einen Tag nach seiner letzten Entlassung zu uns gekommen. Er fühlt sich im Gefängnis "zu Hause". Der Arzt ist über die Aussagen des Patienten informiert und dokumentiert ist es auch. Inzwischen wurden auch mehrere Gespräche des Pflegepersonals mit dem Betreffenden geführt, wobei er sich immer wieder wiederholt dazu äußert. Zwischendurch äußert er dann seit neuestem, es wäre alles nur ein "Scherz".
Meiner Ansicht nach ein ziemlich schlechter, wenn ich mir die Vorgeschichte anschaue und ich dem Patienten diesen "Scherz" bei der Häufigkeit der Aussage auch nicht wirklich abnehme. meine Frage an ihn, ob ihm bewußt ist, daß er evtl. einem Kind ein Elternteil mit seinem Vorhaben nimmt, wenn es ihm egal ist, wen er umbringt draußen, tat er mit einem Schulterzucken ab und meinte, es sei ihm absolut egal. Ich war schon ein wenig schockiert, aufgrund seines kaltblütigem, gleichgültigen Eindrucks, den er bei mir hinterließ.

Seit neuestem drängt er auf Ausgang.

Wir können zur Zeit wohl nichts anderes tun, außer diese Aussagen weiterzuleiten an den ärztlichen Bereich und hoffen, daß einer auf die Idee kommt, den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen zu prüfen.
 
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Achim

Achim

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16.01.2001
Kerken
Hallo Hexe.

Würde mich richtig interessieren wie ihr jetzt mit der Situation umgeht bzw. was jetzt mit dem Pat. geschieht. Diagnose? Ausser F10.2
Gruß
Achim
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Hospiz & Substitutionspraxis
Weiterbildungen
RettAss
L

lounge

Mitglied
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14.05.2005
02789
www.myspace.com
Auf jeden Fall! Halt uns bitte auf dem Laufenden... Das ist endlich ein handfestes Beispiel; wenn auch kein Schönes. Ich find`s nur echt bescheiden, dass wir in der Ausbildung zwar gelernt haben, wann man die Schweigepflicht brechen darf, es aber nie weiter geführt haben, was denn hinterher daraus wird... :ermm:
 
Qualifikation
Pflege, B.A.
Fachgebiet
Intensiv
N

niemand

Neues Mitglied
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15.09.2003
Bochum
Hallo Hexe,
ist die Pflegedienstleitung, der/dir Oberarzt /in, der/ die Chefärztin informiert?
Welche Haltung haben sie?
Über unerfreuliche Schlagzeilen freut sich keine Klinik, außerdem seit ihr alle potenzielle Opfer, also melden der Drohung ist meiner Meinung nach notwendig. Ich würde mir überlegen ob ich als Privatperson die Polizei um Rat bitte, wenn ich mich bedroht fühle.
Liebe Grüsse
niemand
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester f. Psychiatrie
Fachgebiet
Psychiatrie
W

Wuschi63

Mitglied
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28.06.2006
74850
Ich denke , da steht der behandelnde Psychiater in der Pflicht. Auch darf niemand mit solchen Gedanken/ Vorhaben aus der Psychiatrie entlassen werden. Die Drohungen sind sehr ernst zu nehmen
 
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stat. Altenpflege
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