Mein Sohn soll ADHS haben!?

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Sara-Valesca

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Hallo zusammen!
Ich habe mal eine Frage: Wie ist eure Meinung zu ADHS? Was sagt ihr dazu, dass man Kindern Ritalin gibt? Ist das nicht wie eine " Kinderdroge"? Gibt es noch andere Möglichkeiten zur Therapie von ADHS? Habt Ihr Erfahrungen mit betroffenen Kindern? Reichen die Kardinalsymptome aus, um zu sagen: ihr Kind hat ADHS? Wie äußert sich ADHS im Gegensatz zu ADS?
Haben betroffene Kinder wirklich Schwierigkeiten in der Schule? Wenn ja, welche?
Bin für jede Info dankbar!
Gruß Sara
 
Qualifikation
Krankenschwester/ Weiterbildung PDL
Fachgebiet
Potsdam
SaarNadja

SaarNadja

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Guten Morgen, Sara-Valesca!

Der Sohn meiner Freundin hatte auch ADHS.

Zuerst hat er noch kein Ritalin bekommen, sondern er musste alle zuckerhaltigen Lebensmittel weglassen (Süßigkeiten, Ketchup usw).

Möglicherweise ist es daran gescheitert, dass nicht alle konsequent reagiert haben. Später musste er dann doch Ritalin einnehmen. Heute ist er 18 Jahre alt und alles ist "normal" ohne Ritalin.

Mehr weiss ich leider auch nicht zu dem Thema.

Schönes WE
Nadja
 
Qualifikation
PDL, Mentorin
Fachgebiet
stat. Altenhilfe
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romana

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Ostrach
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Hallo Sara-Valesca !

Unser Sohn hat auch ADHS, ich wollte das lange nicht wahrhaben, bis es in der 3.Klasse massive Probleme in der Schule gab.Bei ADS-Kindern funktioniert der "Filter " im Gehirn nicht, der Nebengeräusche beiseite schiebt, so dass sie sich von jeder Kleinigkeit ablenken lassen und dann das andere komplett vergessen, weil sie sich eben nur auf eine Sache konzentrieren können. Dann habe ich eine Erziehungsberatungsstelle aufgesucht, es wurden umfangreiche Tests gemacht sowie Untersuchungen beim Neurologen.
Meine erste Reaktion auf die Frage nach Ritalin war nein, nach vielen Gesprächen und sehr anstrengenden Gesprächen mit Lehrern Psychologen und meine schiere Verzweiflung, weil nichts wirklich was gebracht hat, haben wir den Versuch gemacht.
Und es hat funktioniert !
Zum ersten mal konnte er am Stück Aufgaben machen, hat weniger herumgezappelt und die Lehrer haben auch mal positives von ihm berichtet.
Es war eine unheimliche Entlastung, viel Druck war weg. Wir gingen auch weiterhin zur Erziehungsberatung und haben Regelungen erarbeitet, die wichtig waren.
Nach zwei Jahren haben wir das Ritalin wieder aufgehört, mit Beginn der Pubertät wollten wir das nicht mehr und er muss einfach lernen, mit diesem Defizit umzugehen und selbst für sich Lösungen zu finden. Er sagte zwar, dass er mit dem Ritalin besser klarkommt, aber wir habens gelassen.
Mittlerweile ist er 17 Jahre alt und kommt gut zurecht. Er hat angefangen zu malen, was gut ist für Entspannung und Konzentration.
Du brauchst einfach ganz viel Gelassenheit, lass Dir nicht irgendwas aufschwatzen, wende Dich an Fachleute zur Unterstützung.
Zum Ritalin gibt es viele Meinungen, die einen verteufeln es, den anderen hat es geholfen. Du bist allein für das Wohl des Kindes verantwortlich, und nur jemand, der selbst ein solches Kind hat mit den gleichen Problemen, kann Dich verstehen.Mach das, was Du tun kannst und hol Dir Unterstützung !

Viel Kraft dabei !

LG
Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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