Innere Medizin Mehr Schwerstpflege?

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Akimba

Hallo zusammen,
ich bin neu in diesem Forum und hoffe, ihr könnt mir helfen.
Ich arbeite seit neun Jahren in einem Akutkrankenhaus als Krankenpfleger auf einer gastro-enterologischen Station und habe den Eindruck, daß die Zahl der schwerstpflegebedürftigen und multimorbiden Patienten seit einigen Monaten permanent steigt.
Auch meine Kollegen bestätigen dies.
Daher meine Frage an Euch da draußen: Wie sieht es bei Euch aus?
Und wenn ähnlich, wie geht Ihr mit dieser Situation um, da der Stellenschlüssel nichts mehr hergibt.
Wär schön, wenn jemand antworten könnte.:neugier:
Tschüß, Akimba
 
HBR69

HBR69

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05.10.2000
58644
@Akimba,

ich glaube da liegst du nicht ganz falsch. Auch mein Gefühl sagt mir, dass es immer mehr multimorbide Patienten gibt. (Studien dazu gibt es bestimmt auch....)Vieleicht ist das auch einfach nur in subjektives Gefühl aber mir geht es ähnlich. Auch ich glaube, dass wir es immer häufiger mit Patienten zu tun haben, die eine Krankheitsgeschichte mitbringen wo es einem ziemlich schwindelig werden kann.
Woran liegt es? Vieleicht an unserem "super-truper Gesundheitssystem"??? Viele gehen erst garnicht zum Arzt um die Praxisgebühr zu sparen. Andere nehmen ihre Medkamente nicht regelmäßig ein um die Gebühren beim Apotheker zu sparen. Viele gehen recht spät ins KH um die Tagesgebühren zu sparen. Sie kommen dann erst wenn es schon fast zu spät ist und haben dann natürlich sämtliche Spätschäden.
Wahrscheinlich liegt es aber auch einfach nur daran, dass die Medizin so weit ist das fast jeder "gerettet" werden kann. Früher sind die Leute einfach viel eher gestorben!

Gruß
Heike
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
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flocky

flocky

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25.12.2005
14157
Also auch ich kann das zumindest vom subjektiven Gefühl her bestätigen und wir haben auch sehr viele " Stammgäste" will sagen Patienten die immer wieder kommen mindesten 1-2 mal pro Jahr . Woran das liegt ist schwer zu sagen. Was mir auffällt ist dass sehr viele Patienten zu Hause versorgt werden und die Angehörigen sich damit überfordern , weil sie auch keinen Pflegedienst hizuziehen , und es deshalb immer wieder zu Einlieferungen kommt .Und bei jeder Einweisung geht es dem Patienten schlechter und es dauert länger bis wir ihn wieder entlassen können. Ein Ansatz wäre das ambulante Netz besser auszubauen, oder besser gesagt ambulante Leistungen auch besser oder überhaupt zu bezahlen. Ich denke damit könnte so mancher Kraknkenhausaufenthalt vermieden werden.
Wie wir mit der enttsprechenden Arbeitsbelastung umgehen ist ein Thema für sich über das ich mich heute nicht auslassen will ,da uns am Freitag mitgeteilt wurde dass bei einer Kollegin der Vertrag nicht verlängert wird obwohl wir durchweg eine Belegung von annähernd 100% haben.:mad_2:
etwas gefrustete Grüße
Flocky
 
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L

Lilofee

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21.01.2007
86343
Hallo,
ich pflege meinen Mann auch daheim, ohne Pflegedienst. Deshalb muss mein Mann nicht öfter ins KK und wenn dann nur mit mir, oder gar nicht. Alle die ohne Pflegedienst pflegen müssen alle Vierteljahr einen Nachweis erbringen dass alles o.k. ist. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Pflegedienste,wir hatten einen sehr guten, nach unserem Umzug wars damit vorbei und ich bin nicht gewillt fürs Kaffe trinken und Zeitung lesen 30 Euro in der Stunde zu bezahlen.Von richtiger Lagerung nach Bobath haben die wenigsten eine Ahnung, auch nicht im KK. Pflegende Angehörige als überfordert und somit als die Schuldigen hin zu stellen......das ist mir schon etwas zu einfach.
Und dann auch noch zurück zur "guten alten Zeit" wo die Menschen eben schneller hopps gingen, nur damit man nicht "soviel Arbeit" hat - NEIN DANKE!
LG Lilo
 
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D

dr.poops

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Ich glaube nicht, Lilofee, daß es hier um "Schuld" geht. Sicher ist deine Sichtweise als pflegende Angehörige anders als die derer, die in der Klinik oder im ambulanten Dienst arbeiten. Du pflegst deinen Mann - wir pflegen uns fremde Personen. Die emotionale "Anbindung" ist wesentlich geringer als bei dir.
Ich arbeite auf einer cardiochirurgischen Intensivstation und staune seit geraumer Zeit, wie viele wirklich alte Menschen hochriskante OP´s überleben (Bypässe mit ner neuen Klappe, zwei neue Klappen, dies & das...). Primär überleben. Wenn diese Patienten aber schon mit einem Krea von 3,7 ins Rennen gehen, dann muss man nicht staunen, wenn die Nieren postoperativ arrivederci sagen - das heißt, die Folgen der OP machen aus diesem Menschen einen pflegerisch und medizinischen Wackelkandidaten, der nach zwei Wochen stirbt. Und da krieg ich echt n Fön! Aber irgendwer hat mit dieser OP erstmal schön Knete gemacht...
Früher sind die Leute in der Tat früher gestorben. Jetzt kann man sie medikamentös und auch operativ wesentlich besser versorgen. Es gibt aber auch PatientInnen, da hilft das alles nichts mehr. Und das ist der Punkt, an dem ich dann denke, warum diese beschissene Quälereien, "wir probieren noch mal dies..." - wir schneiden uns mit unserem Wissen und Können auch ins eigene Fleisch und können die Menschen nicht mehr würdevoll sterben lassen. Wir lassen sie einfach nicht mehr in Ruhe. Jedes Mal kommt ein weiterer Klassenprimus und dann geht es nochmal richtig rund:heul:, "die ist doch erst 85!"
Ich finde, eine fundierte Schmerztherapie ist wichtiger als die x-te "wir-gucken-nochmal"-OP.
dr.poops
 
flocky

flocky

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25.12.2005
14157
Pflegende Angehörige als überfordert und somit als die Schuldigen hin zu stellen......das ist mir schon etwas zu einfach.
wie schon Dr. Poops geschrieben hat geht es hier nicht um Schuldzu weisungen und jeder der seinen Angehörigen zu Hause betreut verdient meine Hochachtung allerdings habe ich oftmals den Eindruck dass viele Angehörige tatsächlich überfordert sind und leider in solchen Situationen auch allein gelassen werden - bzw. dann kommt der Hausarzt und der weist ein , weil er meint die Verantwortung nicht übernehmen zu können . Hier müsste es meiner Ansicht nach mehr Möglichkeiten geben die Angehörigen zu unterstützen ( auch ohne Pflegestufe )damit eine Einweisung vermieden werden kann. Ich bin der Meinung dass der Leitsatz "ambulant vor Stationär " nur umgesetzt werden kann wenn den Angehörigen die Möglichkeit haben sich kurzfristig unbürokratisch und möglichst auch kostenneutral bei auftrtetenden Problemen Hilfe zu holen.Ich hoffe ich habe mich nicht wieder missverständlich ausgedrückt.
Flocky
 
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Krankenschwester
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HBR69

HBR69

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05.10.2000
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Und dann auch noch zurück zur "guten alten Zeit" wo die Menschen eben schneller hopps gingen, nur damit man nicht "soviel Arbeit" hat - NEIN DANKE!

Ich glaube, hier sollte mal genauer gelesen werden! Ich glaube nicht, dass ich mich falsch ausgedrückt habe. Es wurde früher einfacher und schneller gestorben! Das hat nichts damit zu tun, dass man weniger Arbeit haben möchte!! Dr.poops hat es schon richtig geschrieben. Vieleicht sollten manche Leute sich das Sterben auf einer Intensivstation/stationären Bereich mal genauer anschauen um zu verstehen was damit gemeint ist! Ich finde jeden Angehörigen, der die Last einer Pflege auf sich nimmt und ohne Ausbildung einen Schwerkranken zu Hause pflegt, bewundernswert.Aber bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!!

Gruß
Heike
 
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Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
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dr.poops

Themenstarter/in
Es liegt wohl auch einfach daran, daß wir immer öfter alte Menschen betreuen/versorgen und diesen Menschen auch eine ganz andere Behandlung zuteil werden lassen können.
Es stellt sich selbstverständlich die Frage, ob das den alten Leuten tatsächlich was bringt (für ne saftige Rezeptgebühr geht doch schon ein guter Teil der Rente drauf) oder - so kommt es mir manchmal vor - sie dienen als Versuchsobjekt. Mit Anstand und Würde hat das dann nicht mehr viel zu tun und das ist dann auch wurscht, ob man da in die Altenpflegeheime oder die Kliniken guckt. Nach außen hin verkauft sich das alles natürlich glänzend - aber das ganze "Heititeiti" kann auch perfekt in Windeln gesteckt und in die Klinik abgeschoben werden. Da geht die Idiotie dann weiter. Die Alten haben davon am wenigsten. dr.poops
 
wernecla

wernecla

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26.03.2007
32427
dr poops und rettungsmaus calm down.
das liest sich gerade ein bischen wie eine festzeltrede auf nem bayrischen Parteitag der CDU...
1. Ja der Anteil multimorbider / schwerstpflegebedürftiger nimmt zu ( gewollt)
2. Nach der devise ambulant vor stationär wird alles was "keiner dringenden stationären Krankenhausbehandlung bedarf" ambulant oder Teilstationär versorgt. somit fallen alle "fitten" weg und es kommen vermehrt multimorbide Patienten ergänzt um den Faktor derer die als Kurzlieger noch für erhöhte Fluktuation sorgen als Stressfaktor ergibt sich die Wahrnehmung = mehr multimorbide Patienten.
3. Unsere Strukturen im GSW sorgen nach wie vor für Missmanagement bei der ressourcenallokation (verteilung der gelder)
4 Es kommt zu Fehleinweisungen aufgrund überlastung durch Hausärzte und auch von pflegenden angehörigen.( ein viel zu geringes Hilfsangebot über den amb. Pflegedienst hinaus [Pflegekurse, Schulungen ect.]
5. Es gibt nach wie vor kein funktionierendes Casemangement für die Patienten und Alten, also jeand der in ihrem Sinne den Weg durch die Instanzen leitet , und in doppeluntersuchungen/fehleinweisungen... verhindert.
6. Die Reform der Pflegeversicherung war auch schon wieder nichts ...
nehmen wir zum Beispiel den Punkt Reha, also die Möglichkeit in sowohl beruflicher, familiärer und Sozialer Sicht wieder eingliederung zu erfahren.
Ich zitiere aus dem Newsletter des BMG.
7. Ein typischer Weg des Patienten.
Hausarzt>Radiologe>Hausarzt>Chirurg>KH>Aufnahme>Station>OP>Aufwachraum>Staion>
>Entlassung>Angehörige>Pflegedienst>
Problem wie soll das bei diesen vielen Schnittstellen reibungslos funktionieren???Es wird immer wieder zu problemen kommen, z.b.
Bei einweisung keine Bilder dabei, Blutwerte nicht da , oder zu alt, noch mal zum Röntgen (kontrolle...) , Vernünftige Anamnese und Pflegeplanung? Op Planung , Alle Prophylaxen durchgeführt,?, rechtzeitiges Entlassungsmanagement (?) Kommt der PD vielleicht ins KH um den Pat. vor Ort kennen zu lernen? und mit dem kollegen eine Übergabe zu machen, statt oftmals halbherziger Überleitungsbögen? wann wird der endgültige entlassungsbrief an den HA gesendet, .....
Nicht immer nur nach aussen hauen..:nono: Es sei denn ihr erkennt euch nicht an dem einen oder anderen Punkt wieder...:innocent:
BMG Newsletter:
6. Bessere Ausgestaltung der Prävention und Reha in der Pflege

Mit finanziellen Anreizen sollen Anstrengungen von stationären Pflegeeinrichtungen gefördert werden, mit aktivierender Pflege und Rehabilitation qualitativ gute Pflege zu bieten und - soweit möglich - Verbesserungen im Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen zu erzielen bzw. Verschlechterungen zu vermeiden. Pflegeheime, denen es durch verstärkte aktivierende und rehabilitative Bemühungen gelingt, Pflegebedürftige in eine niedrigere Pflegestufe einzustufen, erhalten einen einmaligen Geldbetrag in Höhe von einheitlich 1.536 €. Der Betrag entspricht der Differenz zwischen den Leistungsbeträgen der Pflegestufe II und der Pflegestufe I, der sich innerhalb eines halben Jahres ergibt.

Die Krankenversicherung erstattet der Pflegeversicherung den Betrag in Höhe von 1.536 € für diejenigen pflegebedürftigen Menschen, für die innerhalb von 6 Monaten nach Begutachtung und Antragstellung keine notwendigen Leistungen zur medizinischen Rehabilitation erbracht worden sind!"

:spinner:
?? Warum erhält die Pflegekasse Geld von der Krankenkasse für nicht erbrachte Lesitungen ???
Müssten nicht dem Klienten eigenbeteiligungen erlassen werden, wenn für ihn notwendige Massnahmen nicht ergriffen wurden???:mad_2:

1 , 2 , gsuffa:trink:
 
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Diplom Pflegepädagoge
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krankenpflegeschule
HBR69

HBR69

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Ein Prosit auf wernecla:trink:

Schön, das du weißt welcher Partei mein Vertrauen gilt:spinner: aber egal!


Warum sollten wir nur nach außen hauen??? Ich glaube nicht, dass dies aus meinem Beitrag so zu lesen ist. Wenn denn dann doch war das so nicht gemeint! Ich kann nur das wiedergeben, was ICH empfinde und MEIN Empfinden ist halt so. Natürlich sind es viele Faktoren die zusammen kommen. Logisch! Mir fallen halt nur viele Patienten ein die, warum auch immer, viel der Hilfe, die ihnen angeboten worden sind, nicht angenommen haben um dann auf unserer Station zu liegen wo es im Grunde schon fast zu spät ist und die gemeine Schwester sich fragt: Warum erst jetz ins KH und nicht schon viel eher. Die Gründe sind vielfälltig. Ich denke da sind wir uns einig.

Aber für die Erklärungen sind dann so studierte Leute wie du zuständig. Ich fahre da lieber nach Bayern um im Bierzelt MEINER Partei zu lauschen...

Gruß
Heike
 
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wernecla

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26.03.2007
32427
:wink: war doch nur spaß...
Das problem liegt wirklich darin, das den Leuten die möglichkeiten nicht genug zugänglich sind,
oder sie nicht genügend aufgeklärt wurden.
nicht bös sein , gell:cry:
 
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Diplom Pflegepädagoge
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krankenpflegeschule
HBR69

HBR69

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05.10.2000
58644
Ach so, ja dann.....:wink:


Gruß
Heike
 
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D

dr.poops

Themenstarter/in
:mad_2:Mensch, wernecla, wie kannst du mich nur so derart erschrecken! CSU, ich glaub, es hackt:spinner:. Natürlich hast du jetzt einen ordentlich fetten Fakten-Hasen aus dem Hut gezaubert, der an sich auch schlüssig ist und von dem ich so detailliert nix weiß undundund (sogar die Vokabel "Schnittstelle" taucht auf, dabei muss ich bei Sachen wie "Konzept" schon lachen - oder schreien, kommt drauf an...). Es ist trotzdem spürbar geworden, daß die einzelnen Abteilungen (und auch die Altenpflegeheime) der Versorgungslage nicht mehr Herr sind und dann kommt es zu irgendwelchen Verschiebeaktionen. Das ist dann echt wie im "House of god" - wenn man nicht weiß, was die alte Frau oder der alte Mann wirklich hat, dann kommt die Darmspiegelung und bei der gibt es dann gepfefferte Komplikationen. Hurra, endlich ne Diagnose: Darmbluten, tatütata!
Nach Bierchen ist mir ja heute nicht so (ich muss irgendwie ein wenig versackt sein am gestrigen Abend...), aber wenn du das mit diesen Klerikalfaschisten wieder zurücknimmst
:)laughing:), dann stoße ich beim nächsten "Jever" auch auf dich an.
Sapperlot... dr.poops
 
S

smily

Mitglied
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20.03.2006
91056
Hallo alle zusammen,

nun, ich teile Eure Meinung, daß mehr Schwerpflege-Pat. die Häuser "überfluten".
Wenn Ihr hier allerdings beklagt, wíe manch eine häusliche Versorgung abläuft, muß ich sagen, daß es zum großen Teil ja auch an uns "professionellen" Pflegenden liegt, wie und in welchem Umfang wir die Angehörigen auf die Entlassung vorbereiten wenn diese Entlassung in die häusliche Umgebung geplant ist:eek:riginal:
Ich kann nur für unser Haus (eine Reha-Klinik) sprechen- wir haben ein Überleitungskonzept erarbeitet, in dem Patient und pflegende Angehörige im Mittelpunkt stehn. Dazu gehört ein Angehörigenseminar mit allen grundlegenden relevanten Infos, die Möglichkeit zur Erprobung der häuslichen Versorgung an einem Wochenende unter Betreuung eines wohnortnahen Pflegedienstes (der von der Klinik finanziert wird und einen Rückmeldeboegen an uns schickt nach Beendigung des WE), die gezielte individuelle Anleitung der Angehörigen durch die Bereichspflegekräfte und eine sogenannte Nachsorgekooperation, bei der auch nach der Reha Konatkt gehalten bzw. möglich ist. Dazu kommen Info-gespräche bei Sozialdienst und Hilfsmittelberatung.
Immer mehr Patienten nehmen die Möglichkeit wahr, in der häuslichen Umgebung gepflegt zu werden und wir haben bei unserem Vorgehen durchweg positive Erfahrungen gemacht, eine großangelegte Studie hat dies belegt. Viele Patienten kommen immer mal wieder und in den seltenstens Fällen hat sich der Zusatnd verschlechtert.
Was uns allerdings immer wieder auffällt, ist, daß Patienten in wirklich bedauernswertem Zustand zu uns aus diversen Akuthäusern kommen- so nach dem Motto "..Reha ist immer noch billiger als Akuthaus..."- wahrlich auch eine Auswirkung des maroden Gesundheitssystems....:spinner:

Liebe Grüße, smily
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Neurologie / Pflege
wernecla

wernecla

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26.03.2007
32427
Hi und guten morgen,
an dr. poops. ich habs doch schon zurückgenommen.
gebe auch zu, das der vergleich mit der csu ein definitiver tiefschlag war....
zu smiley- ich kriege immer eine gänsehaut, wenn ich höre was in manchen institutionen möglich ist. Das ist gelebte ganzheitliche pflege.
toll und weiter so, es komt immer mal wieder vor, das patienten verschoben werden. (leider) aber was tun wir für die "Regelpatienten"?!
Ihr seid dort bei euch etwa einen Quantensprung den meisten Akutkliniken voraus.
keep it going
 
Qualifikation
Diplom Pflegepädagoge
Fachgebiet
krankenpflegeschule
D

dr.poops

Themenstarter/in
:devil: @wernecla:ausheck:: is scho recht!
es ist ja nun auch oftmals so, daß jede/r hier - je nach eigenem beruflichen schwerpunkt - ne eigene lesart hat und das macht die ganze kiste hier aus: wen es gut läuft, dann kann man sich am ende eines threads ein wesentlich komplexeres bild machen. ich persönlich profitiere durchaus davon. nur wenn es schlecht läuft, dann kommen "die checker":mad_2: und machen dich zur wurst. und das ist ist nicht nur "on board" öde... dr.poops
 
wernecla

wernecla

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26.03.2007
32427
Ich wollte dich nicht wegen deines inhalts angreifen.:nono:
Ich wollte dich nur zügeln weil dein temperament duchgegangen ist (mein eindruck).:)mad_2: )
als checker fühl ich mich nicht, ich habe bloß gerde das GSW mit seinen absolut chaotischen Strukturen unterrichtet. Habe etwa 600 Seiten zum Thema gelesen und wollte nur meine sicht der dinge mitteilen, :innocent:
ich hab bis vor kurzem noch auf Station gearbeitet, und bin kein "theoretiker"
hab mich mit so manchem Stations/oberarzt und Chefarzt angelgt und auch schon mal einen Hausarzt "gefaltet" ...Einweisungsschein am Donnerstag gegeben und am Wochende sollten die Angehörigen noch das Datumeintragen, wenn sie in KH müssten......:spank:
soviel zum thema strukturen.
http://www.gesundheit-transparenz.de/fileadmin/user_upload/infothek/Grafik_A4.pdfhttp://www.gesundheit-transparenz.de/fileadmin/user_upload/infothek/Grafik_A3_I.jpg
 
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A

Akimba

Themenstarter/in
Hallo Rettungsmaus,
ähnliches habe ich auch schon mehrfach erlebt.
Ich glaube aber nicht, daß noch mehr "Hilfsangebote" für Patienten oder pflegende Angehörige etwas bewirken würden, wie von wernecla vorgeschlagen.
Ich erlebe immer wieder, daß die Eigenverantwortung an der Pforte abgegeben wird und die Erwartungshaltung in Deutschland recht groß ist.
Selbstverständlich gilt dies nicht ausschließlich.
Und letztendlich ist es so, daß die Fortschritte in der Medizin sicherlich das Übrige dazu beitragen.
Aber m.E.nach sollte man sich fragen, ob es wirklich notwendig ist, bei einem 80-jährigen Demenzkranken mit PEG und Kontraktionen u.s.w. auf Tumorsuche zu gehen, welche Konsequenz hat das?
Bevor ich falsch verstanden werde: Ich rede hier nicht von Eutanasie, sondern von der Möglichkeit, einen Menschen am Ende seines Lebens gehen zu lassen, ohne vorher sämtliche diagnostischen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Ab und zu sollte man sich vielleicht vorstellen, der Patient wäre mein Partner, dann würden manche Sachen vielleicht anders laufen.

Tschüß, Akimba

P.S. Nimmst Du mich mit in`s Bierzelt???
 
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dr.poops

Themenstarter/in
Ich wollte dich nicht wegen deines inhalts angreifen.:nono:
Ich wollte dich nur zügeln weil dein temperament duchgegangen ist (mein eindruck).:)mad_2: )
als checker fühl ich mich nicht, ich habe bloß gerde das GSW mit seinen absolut chaotischen Strukturen unterrichtet. Habe etwa 600 Seiten zum Thema gelesen und wollte nur meine sicht der dinge mitteilen, :innocent:
http://www.gesundheit-transparenz.de/fileadmin/user_upload/infothek/Grafik_A4.pdf
:innocent:a) das war das ding mit der lesart,
b) sixt´s, und da geht mer dann net zum Stoiber sondern auf die barrikaden.
600 seiten - donnerschlag! das ist ja ne menge text - ist ja auch n großes problem. wer soll das denn noch alles lesen? und umsetzen? weißt du, es inzwischen einfach so, daß ich - ich wiederhole mich - beim wort "konzept" schon grinsen muss. und du kennst es ja von station: viel zeit für gesabbel ist da nicht, da rennst du übern flur und dann fällt dir ein, "scheiße, ich mus noch alles aufschreiben". nix mit kaffee. es wäre der erste gewesen...
und jetzt ist auch mal gut. ich muss morgen frühdienst machen und werde sehen, was sich da wieder alles abspielen wird. zur zeit kann ich meine pausenstulle regelmäßig zu hause lassen. bis die tage!:suche:la kète poops
 
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