Innere Medizin Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

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carnik

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02.02.2010
Bonn
Hallo liebe Pflegegemeinde,

meine Mutter war zur Kurzzeitpflege im Heim. Dort habe ich ihr - wie üblich zu Hause - den Blutdruck gemessen was dort nicht gemacht wurde. Der war 220 zu x. Daraufhin habe ich das Pflegepersonal gebeten, zur schnellen Senkung Nitro zu geben, um auch einem evtl. Schlaganfall oder Herzinfarkt vorzubeugen. Dies wurde abgelehnt mit dem Hinweis, das dürften sie nicht ohne ärztliche Anordnung. Daraufhin habe ich das übernommen. Vorher musste ich aber eine Erklärung unterschreiben. Ich habe danach den Eindruck gewonnen, dass bei potentieller Gefährdung weder kontrolliert noch ohne ausdrückliche ärztliche Anordnung therapiert wird.

Vor diesem Hintergrund diese Fragen:

1. Welche Kontroll- und Therapieverpflichtungen hat das Pflegepersonal in Altenheimen, wie z. B. Blutzuckerkontrolle bei Zuckerkranken, Blutdruckkontrolle bei betroffenen Bewohnern und darf das Pflegepersonal in kritischen Situationen ohne ärztliche Anordnung nicht therapieren, auch nicht in Notfällen?

2. Sind die Befugnisse irgendwo geregelt?

Beste Grüße
carnik
 
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pegean

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22.09.2009
düsseldorf
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hallo !
Nein die Mitarb. dürfen grundsätzlich nicht therapieren.
Aber in Deinem Fall hätte sofort wer den RR nach messen müssen und dann Maßnahmen einleiten müssen.
In kritischen Situationen wird sofort ein Notarzt informiert .
Z.Bsp. haben Diabetiker und auch Menschen mit hohem RR Richtwerte in den Akten. Werden bei Messungen nun Werte ermittelt die ausserhalb dieser "Richtwerte" liegen liegt oft eine
schriftliche Anweisung des behandelnden Arztes vor was dann gemacht werden soll.Ist dieses nicht vorhanden muß immer ein Arzt verständigt werden.

LG
 
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Freiberufler73

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02.02.2010
29633
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hallo carnik,
das ist alles im Heimgesetz geregelt. Aber grundsätzlich gilt im Heim,daß eben nichts ohne AO des Hausarztes gemacht wird und das Pflegepersonal ist ja auch vordergründig nicht zur medizinischen Behandlung da,sondern zur Alltagsbegleitung,denn die Bewohner sind ja dort zu hause und eben diese Betreuung steht im Vordergrund. Du hast doch zu hause auch niemanden mit griffbereitem Notfallkoffer,der Dir alle Nase lang den Blutdruck kontrolliert und Du gehst doch auch nur zum Arzt,wenn Dir was fehlt. Anders ist das im Heim auch nicht.
 
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thorstein

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14.03.2008
85221
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hallo Carnik,

da wurde einfach bei der Aufnahme geschlampt, denn die RR-Probleme waren ja wohl schon bekannt. Der Standard ist dann selbstverständlich regelmäßige RR-Kontrolle und Nitro bei Bedarf, aber eben entsprechend der ärztlichen AO. Was ich nicht verstehe, dass in deinem Fall nicht einfach der Hausarzt angerufen wurde. Stattdessen Angehörige schriftliche Erklärungen unterschreiben zu lassen habe ich so auch noch nicht erlebt.
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
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AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

So wie sich der Beitrag von Carnik liest, hat er dem Pflegepersonal gar nicht die Zeit dazu gelassen.
:ermm:Wasserfrau
 
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bienemaja

bienemaja

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19.02.2009
10178
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hallo Carnik,
da ich auch in einem Pflegeheim arbeite und wir hin und wieder jemanden zur Kurzzeitpflege haben sollten diese Informationen vom Hausarzt schon dabei sein.
Beim nächsten Mal einfach vom Hausarzt ein Medikamentenblatt mitbringen mit Medikamentenliste( und Erkrankungen) sowie Bedarfsanordnungen bei Hohem Blutdruck (in deinem Fall Nitro) wie oft Messung oder bei Übelkeit...Schmerzen...was zuhause praktiziert wird ist privatsache...im Heim haben wir die Verantwortung.
In diesen Situationen müssen wir uns absichern -wir dürfen auch nur Anweisungen vom Arzt durchführen(genauso in Krankenhäusern aber da ist auch immer ein arzt anwesend)-sonst erwartet uns noch der Staatsanwalt...schlimmstenfalls Anzeige wegen Körperverletzung und Berufsverbot...
Ich möchte mir gar nicht ausmalen wenn der Blutdruck in den Keller gesaust wäre...
Übrigens in Notfallsituationen bei Auffälligkeiten in deinem Beispiel "Zuckerkrankheit" (wenn uns das bekannt wäre/anzeichen) hätte jede Schwester einen Blutzuckertest gemacht und bei Unterzuckerung Traubenzucker gegeben und Arzt telefonisch informiert)-was bei Ohnmächtigkeit gefährlich wäre(verschlucken)-> bleibt der Notarzt der sofort gerufen wird. Alle Pflegekräfte müssen in Notfallsituationen geschult sein-Erste Hilfe seminare sind Pflicht.
In Pflegeheimen dürfen wir nur auf schriftliche Anordung vom Arzt:
-Medikamente stellen und geben/verabreichen/Salben/Zäpfchen (nur durch eine gelernte Schwester/Altenpflegerin)
-wundversorgung/ Verbände/Thrombosestrümpfe~verbände
-Vitalzeichenkontrollen (blutdruck,puls,temperatur,Blutzucker,gewicht..)
-Sondenkostverabreichung durch PEG
-Insulin/ Heparin spritzen ins "Fettgewebe"
auch durch schriftlich deligationen vom Arzt auf Fachkräfte für bestimmte Tätigkeiten z.B. Trachealkanülenwechsel+absaugen/Sauerstoffgabe(ich bin im Wachkomabereich tätig), Dauerkatheterwechsel nur bei Frauen, Porternährung, I.m-injektionen da gibt es auch wiederum unterschiede in den Bundesländern...frage einfach in der Einrichtung nach.

Liebe Grüße
 
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Beatmung+Wachkoma
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Weiterbildung zum Pflegeexperten Wachkoma
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carnik

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02.02.2010
Bonn
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Zunächst allen herzlichen Dank für die Antworten.

Freiberufler73 hat geschrieben:
das ist alles im Heimgesetz geregelt.
Habe nach erster Durchsicht aber hierzu nichts finden können.http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/heimg/gesamt.pdf Vielleicht gibt es ja noch Richtlinien oder sonstige übergeordnete Vereinbarungen, die die Kompetenzen des Pflegepersonals näher beschreiben.
Gleichwohl ist mir Eure übereinstimmende Aussage wichtig, dass ohne ärztliche Anordnung - außer erste Hilfe - keine medizinische Versorgung geleistet werden darf. So bin ich auch in meinem Fall unterrichtet worden.

bienemaja hat geschrieben:
Ich möchte mir gar nicht ausmalen wenn der Blutdruck in den Keller gesaust wäre...
Bei 220 zu x hat diese Gefahr aber nicht bestanden. Hier musste sofort gehandelt werden (Nitro oder Adalat) und da erwarte ich schon ein Einschreiten des Pflegepersonals auch ohne ärztliche Anordnung, die auch nicht immer sofort zu erhalten ist (Feiertage, Nachts etc.). Ein Notarzt oder der Hausarzt hätte auch nichts anderes gesagt.

Beim nächsten Mal einfach vom Hausarzt ein Medikamentenblatt mitbringen mit Medikamentenliste( und Erkrankungen)
Das Heim hatte von mir eine Exeldatei mit allen Medikamenten und den letzten Arztbericht des Krankenhauses erhalten. Statt diese Exeldatei mit der Abzeichnung des Hausarztes so zu verwenden, hat man alles wieder in eigene Unterlagen mit der Gefahr von Übertragungsfehlern übertragen. So wurde es leider auch immer im Krankenhaus gemacht. Meine Datei beinhaltete alle Informationen über die aktuelle Medikation vom Wirkstoff angefangen über die tägliche Dosierung bis hin zur Wirkung und noch mehr. Wenn diese Liste ausweist, dass vorrangig Medikamente gegen Herz- Kreislauferkrankungen sowie Diabetes (Insulin) verordnet sind, dann muss man doch erwarten dürfen, dass dann auch ohne ärztliche Anordnung Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden, wie das ja zu Hause auch der Fall ist, oder?

Nochmals herzlichen Dank für Eure Beiträge.

Beste Grüße
carnik
 
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Freiberufler73

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02.02.2010
29633
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hallo carnik,
bist Du aus einem medizinischen Beruf ? Versetz Dich doch bitte mal in eine Schwester,welche vielleicht schon 20 oder mehr Dienstjahre und ihre Erfahrungen hat und dann sag mir,ob Du Dir an ihrer Stelle etwas von einem Laien sagen lassen würdest ! Ist jetzt nicht böse gemeint,wirklich nicht,aber wenn Du da mit ner ellenlangen Exceldatei ankommst und denen vorschreiben willst,was Deine Mama wann wie und warum zu kriegen hat,dann würde ich Dich auch erstmal "auflaufen" lassen. Angehörige,die voraussetzen und verlangen,daß in der Kurzzeitpflege alles haarklein so gemacht wird,wie zu hause,sind nicht besonders beliebt,die sieht man lieber von hinten*gg*:laughing:. Wie gesagt,ist nicht böse gemeint,aber solche Angehörigen vergessen in der Regel,daß ihre Mama oder ihr Papa dort nicht die einzigen kranken Bewohner sind.
Verstehst Du,was ich meine,carnik ?
 
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Alraune

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05.02.2010
53844
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hallo Carnic,
auch wenn ich deinen Unmut nachvollziehen kann, eine Exel Datei von dir auch wenn vom Arzt unterschrieben , reicht so nicht.

Der Arzt kann schreiben: bei RR über x zu y soundsoviel Medikament z. Dann ist das ok.

Wir können schon Probleme bekommen, wenn wir einem Bewohner bei Übelkeit einen Kräutertee anbieten. Und hier reden wir von einem verschreibungspflichtigem auf den Kreislauf wirkenden Medikament. Das Risiko wird keine Fachkraft eingehen, erst recht nicht bei einem Kurzzeit Bewohner.

Zu Hause und in einem Heim sind 2 völlig verschiedene paar Stiefel.

Gruß
Astrid
 
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carnik

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Themenstarter/in
02.02.2010
Bonn
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Freiberufler73 schrieb:
Verstehst Du,was ich meine,carnik ?
Aus Zeitgründen nur kurz: Ich verstehe Dich und bin für jede kritische Äußerung hier im Forum sehr dankbar, weil ich auch deshalb hier unterwegs bin. Ich möchte gerne die Meinungen und Erfahrungen derjenigen hier lesen, die täglich mit der Materie "Altenpflege" oder "Krankenhauspflege" umgehen müssen. Ich habe Euch schon immer bewundert und gleichzeitig auch bedauert, was ihr nicht nur bei dem engen Personalschlüssel leisten müsst. Also, ich bin keinem hier böse, der sich kritisch und aus seinen eigenen Erfahrungen heraus hier äußert. Das ist mein Wunsch, denn auch ich bin noch lernfähig und möchte mich auch auf die extern Pflegenden einstellen. Dies ist mir sehr wichtig.

Im Einzelnen werde ich mich aber noch morgen, auch zum Beitrag von A-s-t-r-i-d, äußern, heute klappt das leider nicht mehr.
 
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Pensionär
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Unterwegs/Zu Hause
F

Fripi

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02.08.2005
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Was dir eventuell noch abgeht sind die Nebenwirkungen der Medikamente. Du magst wissen was klappt und wie es wirkt, ich als Pflegekraft kann das aber von einem mir unbekannten Patientienten nicht behaupten. Wenn du einmal erlebt hättest wie man nach einem "harmlosen" Medikament kurz vor der Reanimation steht und der Patient Intensivpflichtig wird wärst du auch nicht so entspannt, vor allem da Gesetztlich die Medikamentengabe nur nach Anordnung geleistet werden darf. Ich kann es für mich auch nicht verantworten einem Patienten ein Medikament zu geben das nicht angeordnet ist, jeder Schaden der diesem dadurch entsteht wird mir voll angerechnet, keiner Zahlt irgendwas für mich da es eben nicht meine Aufgabe ist und ich damit Fahrlässig handele. Unterlassene Hilfeleistung hingegen ergibt sich erst wenn der unmittelbar eintretende Schaden so groß ist das ein unmittelbares Handeln unbedingt erforderlich ist. Handel ich dann muss ich aber auch all das was ich tue beherrschen - ansonsten ist man trotzdem dran.
Ich persönlich halte nichts von den Anordnungen "Ab RR xy 1x Nitro", ich bevorzuge eine kurze Notiz bei Bedarfsmedikamenten etwa "Nitro-Spray bei Bedarf" - das könnte man ja in der Excel-Tabelle aufnehmen und mit Stempel und Unterschrift vom Hausarzt gilt diese Anordnung dann auch. Das sollte man ruhig auch ansprechen und dann wird auch entsprechend verfahren.

lg, Nils
 
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Alraune

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05.02.2010
53844
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hallo Nils,
Bevorzugen würde ich das auch .Im Heim ist aber die Formulierung "bei Bedarf" zu vage, Bei uns musste vor kurzem die ganze Bedarfsmedikation durch Auflage der Heimaufsicht sehr konkretisiert werden. Im KRHS ist das sicher anders
Gruß
Astrid
 
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Wohnheim Eingliederungshilfe
Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Da wir bei RR sind, muss auch der RR- Wert angegeben werden, ab dem z. B. Nitro gegeben wird. Ebenso Anzahl der Hübe/ Tag. Je nachdem , wie sich RR entwickelt, evtl. sofort Arzt informieren.
Trifft für alle Bedarfsmedikationen zu, genaue Beschwerden mit evtl. Werten, Einzel- und Tagesdosis müssen angegeben werden. So reicht z.B. nicht einfach Schmerzen, die Schmerzen müssen spezifiert werden.
:eek:riginal:Wasserfrau
 
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josephine

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15.03.2008
München
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hi carnik,

das mit der Gesetzeslage ist in Deutschland ein bißchen schwierig.
Im Heimgesetz sind die Aufgaben der Einrichtungen beschrieben.
Wer im Heim mit welcher Kompetenz welche Position bekleiden darf ist in der Heim Personal Verordnung geregelt. http://www.gesetze-im-internet.de/heimpersv/index.html
Das Pflegekräfte nicht therapieren (also „Heilkunst ausüben“) dürfen ist im Heilpraktiker Gesetz geregelt. Da ist geregelt, wer die Heilkunst ausüben darf und Pflegekräfte sind NICHT aufgeführt. HeilprG - Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung

Hatte deine Mutter den irgendwelche erkennbaren Symptome? Sonst sehe ich keinen Anhalt für den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung. Wenn du deiner Mutter den Blutdruck misst, hat sicherlich keiner was dagegen.
Wenn aber von mir verlangt wird ein Medikament ohne AO zu geben: Sorry, ich brauche meinen Job, ich verdiene nicht genug um davon irgendwelche Geldstrafen zu bezahlen und in den Knast gehe ich auch nicht für anderer Leute Mutter.

Das mit der Erklärung finde ich auch etwas seltsam, aber vielleicht haben die Kollegen auch schon mal schlechte Erfahrungen gemacht.

Deine Exeldatei ist sicher für die Informationssammlung hilfreich. Aber: MDK und Heimaufsicht wollen ein einheitliches Dokusystem und dazu gehört auch das Medikamentenblatt. Und das muss dann leider der Herr Doktor schon bitte selber unterschreiben. Telefonische Anweisungen, nur, wenn ich den Arzt persönlich kenne und sicher bin, dass dieser binnen 24 h die notwendige Unterschrift nachholt; Faxanweisungen nur mit Stempel und Unterschrift und nur, wenn ich den Arzt persönlich kenne und sicher bin, dass dieser binnen 1 Woche die notwendige Unterschrift nachholt.
Sorry, ich habe schon gehört: das haben sie falsch verstanden, das habe ich nicht gesagt, ich bin gar nicht kontaktiert worden.

Wenn Medikamente ohne schriftlich AO des Arztes gegeben werden und MDK oder Heimaufsicht das mitkriegen, kann da auch sehr schnell ein Aufnahmestopp verhängt werden. Und der kostet nicht nur richtig Geld sondern ein kleines Haus auch ganz schnell die Existenz.

Vitalmessungen finden nur auf AO statt. Auch sie gehören zu den delegierten Tätigkeiten und ob, wann und wie oft sie stattfinden (und wann eine Situation da ist, die einen Bedarf darstellt) legt der Arzt fest, und zwar bitte schriftlich! S.o.

Als pflegender Angehöriger kann ich zu Hause machen was ich will. Im Heim sieht das leider anders aus. Die gesetzlichen und finanziellen Vorgaben sind so eng gesteckt, das Handlungsspielraum kaum bleibt.
LG,
josephine
 
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thorstein

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14.03.2008
85221
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Im Altenpflegegesetz wird als Ausbildungsziel angegeben:

die Mitwirkung bei der Behandlung kranker alter Menschen einschließlich der Ausführung ärztlicher Verordnungen

Ähnlich steht es im Krankenpflegegesetz.

Eine wirklich hervorragende Abhandlung zu diesem Thema:

http://www.st-vincenz.de/downloads/Haftungsrecht.pdf

@ Josephine: natürlich führen wir in Notfällen bzw. bei entsprechender Symptomatik Vitalzeichenkontrollen auch ohne ärztliche Anordnung durch. Du beziehst dich wahrscheinlich auf regelmäßige Kontrollen.
 
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josephine

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15.03.2008
München
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Selbstverständlich!
LG,
josephine
 
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carnik

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02.02.2010
Bonn
AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Hallo und einen schönen Abend,

danke für die rege Teilnahme zu diesem mir wichtigen Thema. Ich sehe doch jetzt klarer und mein Verständnis für die Pflegenden ist noch weiter gewachsen.

Der von thorstein eingefügte Link mit der Abhandlung ist wirklich sehr gut. Er beleuchtet das Thema fachlich und juristisch mit wichtigen weiterführenden Quellenangaben, zeigt aber auch auf, dass in dem Verhältnis Arzt-Pflegende-Angehörige und Pflegebedürftige doch manche Grauzonen bestehen, die es im Einzelfall zu interpretieren gilt. Ich denke mal, dass diese Abhandlung dabei hilfreich ist und sie auch Euch nicht immer bekannt war. Sie dürfte deshalb auch hier von allgemeinem Interesse sein.

Zur Medikation der alten Leute habe ich ein zweifelhaftes Verhältnis. Zum Einen ist es die Fülle der Medikamente nach dem Motto je älter desto mehr und zum Anderen die damit einhergehenden evtl. Wechselwirkungen, was ich noch für wichtiger halte.
Meine Mutter erhält z.B. neben noch den insgesamt 11 täglichen Medikamenten und 3 weiteren "nach Bedarf" Pantoprazol und dies nicht, weil sie Magenprobleme hat, sondern damit die Flut von Medikamenten diese nicht hervorrufen. In der Apotheke habe ich einmal das Problem der Wechselwirkungen bei vielen Medikamenten angesprochen, da ich nicht glaube, dass alle Ärzte oder Ärzte allgemein dies immer bei der Verordnung so hinreichend wissen (können). In den Apotheken scheint es ein Programm zu geben, dass die Medikation auf Wechselwirkungen überprüft, aber auch da habe ich so meine Zweifel.
Nebenwirkungen von Medikamenten ist wieder ein anderes Thema, das ich hier nicht näher ausführen möchte, denn wenn man die Beipackzettel liest??????

Noch ein Wort zu Nitro: Da meine Mutter neben hohem Blutdruck auch Herzkrank ist (mit 94 hat sie noch 2 Stents bekommen) ist Nitro für sie wichtig. Hat sie Herzprobleme, wird erst der Blutdruck gemessen. Bei Werten von 120 und kleiner wird kein Nitro verabreicht. Die Gefahr, dass der Blutdruck dann absackt, ist zu groß. Bei hohem Blutdruck von 180 plus wird es jedoch zur Senkung verabreicht (erst einmal 1 Hub).

Nochmals vielen Dank für Eure hilfreichen Beiträge und viel Kraft, aber auch Freude am Pflegeberuf.
 
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Sonnensturm

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05.01.2006
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AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Meine Mutter erhält z.B. neben noch den insgesamt 11 täglichen Medikamenten und 3 weiteren "nach Bedarf" Pantoprazol und dies nicht, weil sie Magenprobleme hat, sondern damit die Flut von Medikamenten diese nicht hervorrufen.
Ist wirklich schon STANDARD.:mad_2:
Nebenwirkungen von Medikamenten ist wieder ein anderes Thema, das ich hier nicht näher ausführen möchte, denn wenn man die Beipackzettel liest??????
Ja, man ist froh, wenn man das überlebt.:whistling
Die sichern sich ab, damit niemand Schmerzensgeld fordern kann.:devil:

:smile:Wasserfrau
 
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carnik

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AW: Medizinische Kompetenzen des Pflegepersonals in Heimen?

Dazu fällt mir mal wieder ein:
Nach langer Zeit treffen sich zwei ältere Damen wieder. Es folgen die üblichen Fragen nach dem Befinden.
Sagt die eine:"Mir geht es sehr gut. Mein alter Hausarzt ist gestorben." Die andere ist entsetzt: "Wie kann es Dir da gut gehen? Das verstehe ich nicht."
"Der Neue hat die ganzen Medikamente abgesetzt!" antwortet die erste.
:devil:Wasserfrau
 
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