Medikamentengabe auf nüchternen Magen

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minchen

minchen

Mitglied
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08.04.2006
63869
Hallo :eek:riginal:


Ich habe mal eine Frage : Wann verabreicht ihr morgens euren Bewohnern
die Medikamente :blink: ? Gleich auf nüchternen Magen oder laßt ihr sie
erst etwas frühstücken:ermm: ? Selbstredend das die Medis wie L_Thyroxin
usw......die nüchtern eingenommen werden , jetzt nicht zur Diskussion
stehen:thumbsup: . Wie haltet ihr es bei den Sonden ? Nach Wassergabe gleich
Medis ? Oder doch erst mal etwas Nahrung ?
Bei uns ist das mittlerweile schon ein Dauerbrenner an Diskussion .
Kaum ist der Bewohner morgens im Speisesaal , zack , hat er auch schon
seine Medis verabreicht bekommen , egal ob das Frühstück jetzt schon
fertig ist oder nicht ! Tja Übelkeit und Magenschmerzen sind dann bei
einigen die Folge , aber man hat ja MCP in der Bedarfsmedikation :devil: .
Heiß umstritten bin dabei natürlich ich , da ich dagegen bin :cry:
Was meint ihr dazu ?:ermm:


Gruß minchen :sad:
 
Qualifikation
Krankenschwester/ PA/WBL, Pain-Nurse , WB Palliative care
Fachgebiet
Seniorenheim
B

Batz

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2006
64625
Hallöle!:eek:riginal:
Bei uns ist es eigentlich immer so, daß wir die Medis nach der Mahlzeit geben.
Auch bei Sondenkostapplikation geben wir die Medis, wenn Nahrung eingelaufen ist.
Lg Batz:wink:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
19.10.2005
Rosenheim
Hallo minchen:grin: ,

unsere Bewohner nehmen ihre Medikamente während oder nach den Mahlzeiten, wir achten schon darauf, das die Medikamteneinnahme nicht nüchtern erfolgt.
Bewohner mit PEG beginnen bei uns zuerst mit der Sondenkost, dann erst der Wechsel zu Wasser, entsprechend erhalten auch diese Bewohner ihre Medikation zumindest während der Mahlzeit.

Habt ihr denn einen Standard zum Thema" Medikamenteneinnahme"?

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
V

Vitaminsaft ACE-Hemmer

Mitglied
Basis-Konto
18.08.2006
46048
Huhu Eine Schwester wollte die Morgenmedikation auch direkt mit der GP kombinieren. Ich war dagegen, da die Bew ja noch nüchtern sind. Bei der Abendmedikation kann es schonmal vorkommen, dass ich ein Teil der Bew die Medi's 10 bis 15 Mins früher verabreiche bevor das Essen kommt. Kann doch nix passieren, da sie ja nicht mehr nüchtern sind, oder wie sieht ihr das?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger/Praxisanleiter
Fachgebiet
Altenheim
U

UlrichFürst

Ich persönlich denke, dass es ziemlich egal ist, ob die Medikamente vor oder nach dem Essen eingenommen werden (für den Magen).
Und zwar aus folgendem Grund: Es gibt Medikamente, die tun dem Magen von Haus aus nichts. Also kein Problem.
Andere wie z. B. der Klassiker schlechthin (Voltaren) schädigen den Magen über den Wirkmechanismus und nicht dadurch das die Tbl. oder Kps im Magensaft schwimmt. Da die Wirkung so ca. 30 bis 60 Min. nach Einnahme eintritt, sollte es also auch ausreichen in diesem Abstand nach der Tbl-Einnahme das erste mal etwas zu Essen...

Offen für Einwände (mit Begründung)
Ulrich
 
V

Vitaminsaft ACE-Hemmer

Mitglied
Basis-Konto
18.08.2006
46048
Ich persönlich denke, dass es ziemlich egal ist, ob die Medikamente vor oder nach dem Essen eingenommen werden (für den Magen).
Und zwar aus folgendem Grund: Es gibt Medikamente, die tun dem Magen von Haus aus nichts. Also kein Problem.
Andere wie z. B. der Klassiker schlechthin (Voltaren) schädigen den Magen über den Wirkmechanismus und nicht dadurch das die Tbl. oder Kps im Magensaft schwimmt. Da die Wirkung so ca. 30 bis 60 Min. nach Einnahme eintritt, sollte es also auch ausreichen in diesem Abstand nach der Tbl-Einnahme das erste mal etwas zu Essen...

Offen für Einwände (mit Begründung)
Ulrich
Ist die Verträglichkeit allgemein von Tabl. nicht besser, wenn man vorher wenigstens schon was gegessen hat??
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger/Praxisanleiter
Fachgebiet
Altenheim
M

Michl

Wie wär´s mit einem Blick in den Beipackzettel?
Wenn dort steht: Während dem Essen oder Nach dem Essen... dann darf es doch gar keine Diskussionen mehr geben?!
Wo nix steht, ist es scheinbar unwichtig. - solche Medis geben wir in der Regel zum Frühstück dazu.

Bei Sondenkost würde ich genauso verfahren.

Grüße
Michl
 
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.01.2006
63110
Wie wär´s mit einem Blick in den Beipackzettel?
Das ist doch ein guter Rat. Die Apotheke hilft da bestimmt auch gern weiter.

Ach, Schmerzmittel, die ja sowieso schon gern auf den Magen schlagen, wirken besser und schneller, wenn sie nüchtern verabreicht werden.
Da gibt es dann wieder Omeprazol o.ä.

Also einfach Beipackzettel oder Apotheke und dann dürfte es doch keine Diskussionen geben?

:eek:riginal: Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
U

UlrichFürst

Ist die Verträglichkeit allgemein von Tabl. nicht besser, wenn man vorher wenigstens schon was gegessen hat??
Hängt von den Tabletten ab. Voltaren z. B. würde ich möglichst erst kurz vor oder besser nach dem Essen nehmen. Allerdings schlagen starke Schmerzen auch auf den Magen...
Aber dann gibt's ja auch magenverträgliche Alternativen!

Insgesamt kann ich Michl voll zustimmen.

Ulrich
 
Z

zephirus

Mitglied
Basis-Konto
18.08.2006
91207
Ich persönlich denke, dass es ziemlich egal ist, ob die Medikamente vor oder nach dem Essen eingenommen werden (für den Magen).
Und zwar aus folgendem Grund: Es gibt Medikamente, die tun dem Magen von Haus aus nichts. Also kein Problem.
Andere wie z. B. der Klassiker schlechthin (Voltaren) schädigen den Magen über den Wirkmechanismus und nicht dadurch das die Tbl. oder Kps im Magensaft schwimmt. Da die Wirkung so ca. 30 bis 60 Min. nach Einnahme eintritt, sollte es also auch ausreichen in diesem Abstand nach der Tbl-Einnahme das erste mal etwas zu Essen...

Offen für Einwände (mit Begründung)
Ulrich


Naja...

Penicillin, Doxyciclin und Eisen sind bekannt dafür die Magenschleimhaut direkt zu schädigen (Kontaktreizung)...
Kortikoide zum Großteil über den Wirkungsmechanismus...
Nahezu alle NSAR sowohl als auch...
Was auch zu bedenken ist: Die Resorption kann wesentlich beeinflußt werden...Und damit auch die Wirkung...
Lipophile Stoffe, die im Darm resorbiert werden und hierfür ein alkalisches Milieu benötigen sind gerne Säureempfindlich (z.B. Nifedipin)...
Magensaftresistent überzogene Tabletten können sich schon im Magen auflösen, wenn sie mit fettreicher Nahrung eingenommen werden (Reflux von Darmsaft)...
Antacida wirken dann am Besten, wenn der PH Wert im Magen am höchsten ist - also ca 1,5h nach dem Essen...Sucralfat (Ulcogant) wirkt durch Reaktion mit der Magenschleimhaut - hier ist ein unmittelbarer Kontakt nötig...
Dazu noch die Interaktionen von Nahrungsmitteln mit Arzzneistoffen: Doxyciclin (und auch Estrogene) bilden mit dem Calcium (der Milch z.B.) schwer resorbierbare Komplexe. Klassisch auch die Wechselwirkung von Nifedipin mit Grapefruitsaft. Oder die Resorptionsbehinderung von Antacida...

Man könnte hierüber stundenlang schreiben...Wie schon gesagt wurde, hier hilft der Beipackzettel.

Prinzipiell obliegt es dem Arzt anzugeben wenn er eine bestimmte Applikationszeit wünscht...

Ich persönlich seh es so:
Sofern der Patient / der Bewohner nicht gerade wegen eines Magenleidens behandelt wird, oder über Beschwerden klagt, empfiehlt es sich die Einnahmegewohnheiten zu übernehmen...(schon allein deswegen ihn nicht zu verunsichern / verwirren)...
Der Meinung von Michl schließ ich mich bedingungslos an...
 
Qualifikation
KPH
Fachgebiet
Ohne
U

UlrichFürst

Naja...

Penicillin, Doxyciclin und Eisen sind bekannt dafür die Magenschleimhaut direkt zu schädigen (Kontaktreizung)...
Kortikoide zum Großteil über den Wirkungsmechanismus...
Stimmt, hast recht. Ich denke einfach zu eng in dem Schema der von uns meist verwendeten Medikamente

Nahezu alle NSAR sowohl als auch...
Wäre mir neu - hast Du da Belege?

Was auch zu bedenken ist: Die Resorption kann wesentlich beeinflußt werden...Und damit auch die Wirkung...
Geschenkt:eek:riginal:


Prinzipiell obliegt es dem Arzt anzugeben wenn er eine bestimmte Applikationszeit wünscht...
:ironie:Sag ich doch, irgendwann geben. Ich habe noch nie (?) erlebt, dass ein Arzt eine Zeitangabe zu den Medikamenten schreibt, selbst wenn es wichtig wäre! <Ende:ironie:> Ausgenommen Opiate und Antibiosen...

Sofern der Patient / der Bewohner nicht gerade wegen eines Magenleidens behandelt wird, oder über Beschwerden klagt, empfiehlt es sich die Einnahmegewohnheiten zu übernehmen...(schon allein deswegen ihn nicht zu verunsichern / verwirren)...
Der Meinung von Michl schließ ich mich bedingungslos an...
Dem kann ich nur zustimmen. Zumal: ich muss es auch selbst wissen; sonst muss ich jedesmal in der Kurve nachblättern wann ich das Medikament geben muss (mal abgesehen von dem völlig abwegigen Gedanken, ein Arzt könnte sowas überhaupt notieren bzw. interressieren)

Ulrich
 
Z

zephirus

Mitglied
Basis-Konto
18.08.2006
91207
Wäre mir neu - hast Du da Belege?
Rolf Bausch schreibt in seinem Buch 'Arzneispezalitätenkunde' dass eine Kontaktschädigung aufgrund des 'stark sauren Charakters' gibt...
Mutschler schreibt in seinem pharmazeutischen Standardwerk dass es auch eine Kontaktschädigung gibt...
Vor Entdeckung des Aspirins wurde gerne Weidenrinde (mit dem Wirkstoff Salicylsäure) zur Schmerzbekämpfung genommen die eine noch reizendere Wirkung hat...mit Übelkeit, Erbrechen und Magenbeschwerden als Ergebnis...erst nach Veresterung mit Essigsäure (Acetylsalicylsäure) war dies rückläufig...

Beide schreiben aber auch, daß diese Kontaktreizung eher vernachlässigbar ist und der Großteil der Schleimhautschädigung über die Prostaglandinsynthesehemmung erfolgt...
Beide empfehlen aber die Einnahhme zum Essen...

Naja...wie dem auch sei...Im Großen und Ganzen bin ich deiner Meinung...
 
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KPH
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Ohne
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Pflegeboard.de

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05.07.2001
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