Anleitungspraxis Medikamenten Gabe

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Rettungszwerg1987

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Hallo ,
Im September beginnt meine PA Ausbildung. Doch schon jetzt stellen mir öfters Schüler fragen, die ich natürlich super beantworten möchte. Folgendes Problem: Der Schüler stellt mir die Frage, ob das Medikament Metohexal Succ 47,5 über PEG gegeben werden kann. Da er sich nicht sicher war, ob er es während der Begleitung geben soll, oder nicht.

Jetzt hab ich mal im Internet geschaut ob es über PEG gegeben werden kann. Es steht, dass es unter bestimmten Bedingungen möglich ist. Man soll die Tablette in einer Spritze mit 20 ml auflösen. (Ähnlich wie bei Nexium) Zermörsert darf es nicht werden, weil sonst die redatierung zerstört wird. So , jetzt meine Frage: Was ist an der Suspension den anders, dass genau die Retardierung nicht zerstört wird. Ich habe im Internet alles durchsucht, leider nichts gefunden.
grüße
 
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Frank Schlößer

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Hallo Rettungszwerg,
ich bin leider nicht sicher ob das succ (für succinat) identisch ist mit dem zok aus Beloc zok. Das steht für Zero order kinetic und bedeutet Freisetzung 0. Ordnung (kannste ja mal googeln). Kurz gesagt läuft die Freisetzung linear ab, also unabhängig von der Wirkstoffmenge und Zeit. Beim Beloc wird das über sogenannte Retardpellets erreicht in die die Tablette zerfällt. Heist also die Tablette kann in Wasser aufgelöst werden da sie dann in Pellets zerfällt, soll aber nicht zermörsert werden da sonst die Pellets zerstört werden. Ich kann mir vorstellen, das succ einen ähnlichen Mechanismus besitzt.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
Grüßle aus Ulm
Frank
 
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Frank67

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...etwas spät, aber trotzdem....Frag doch einfach in solchen Fällen den Apotheker, das ist sein Job.
Gruß, Frank
 
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Monika58

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... wird das über sogenannte Retardpellets erreicht in die die Tablette zerfällt. Heist also die Tablette kann in Wasser aufgelöst werden da sie dann in Pellets zerfällt, soll aber nicht zermörsert werden da sonst die Pellets zerstört werden.
Ganz großen Dank für diesen Denkanstoß :)
LG
Monika
 
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lulli00

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Sind die Retard nicht mit einem magensaftresistenten/ verzögernder Überzug? Oder ist die Kapsel magensaftresistent/ verzögernd ?

Bzw. Kann die Kapsel die Retardierung sein oder ein Überzug auf den Pallets?

Wenn... Dann sollte der Magensaft den Pallets ja nichts anhaben können. Erst wenn sie zermörsert werden ist der magensaftresistente Überzug zerstört und das Pulver wird vom Magensaft zerstört.
 
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lulli00

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Ah hab gerade was gefunden.

Retardkapsel sind bedingt Sondengängig bzw. fähig. Es kommt drauf an wo die PEG endet. Im Magen endend kann man die Retarttablette in Wasserauflösen und das über die PEG injezieren.
Ist es eine Retardkapsel kann man den Inhalt der Kapsel in Wasser lösen, aber die Sonde muß im Duodenum enden.
 
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Frank Schlößer

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Ah hab gerade was gefunden.

Retardkapsel sind bedingt Sondengängig bzw. fähig. Es kommt drauf an wo die PEG endet. Im Magen endend kann man die Retarttablette in Wasserauflösen und das über die PEG injezieren.
Ist es eine Retardkapsel kann man den Inhalt der Kapsel in Wasser lösen, aber die Sonde muß im Duodenum enden.
Ja, so kenne ich das auch. Mir hat mal ein Apotheker gesagt, dass alles was sich in kurzer Zeit in Wasser auflöst sich auch schon im Magen auflösen würde und daher in der Regel über Magensonde gegeben werden kann. Vorsichtig sein muss man nur bei mehreren Medikamenten. Das Problem ist nur, jeder warnt davor Medis nicht vor der Gabe über Sonde zu mischen aber wenn ein Patient 54 Pillen auf einmal schluckt macht sich kaum jemand Gedanken. ;-)
 
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Naja. Ich hau mir schon vor den Kopf wenn PP das Antibiotika mit Jogurt geben... ;)
 
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DerAugenjäger

Naja, das machen doch viele, seien wir doch ehrlich, sehr sehr selten werden Medikamente richtig verabreicht...es ist einfach die Realität..
 
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lulli00

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Naja, das machen doch viele, seien wir doch ehrlich, sehr sehr selten werden Medikamente richtig verabreicht...es ist einfach die Realität..
Leider ja.

Zu wenige Kommunikation, zu wenig Aufklärung, zu wenig Medikamententraining, zu wenig Personal.
Hab leider aber auch schon die Variante zu wenig Interesse gesehen :(
 
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Monika58

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DerAugenjäger

Den Begriff habe ich auch noch nie gehört, wahrscheinlich hat war eine Schulung gemeint...
 
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lulli00

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Nein.

Ich hab das auch erst in der Psychiatrie kennengelernt.
Dort wird mit den Pat. zusammen die Einnahme der Tabletten besprochen. Wie, wann, womit, weswegen, wann nicht, was gilt es zu beobachten etc.

Der Pat. wird zum Spezialisten seiner eigenen Medikamente gemacht. Er weiß was er nimmt, wie das Medikament heißt, wieviel und warum er es nimmt. Eben auch wann und so Sachen wie Antibiotika mit Mich runterspülen wird vermieden.

Und das wird eben mit Patienten trainiert bei denen einmal erzählen nicht ausreicht.
 
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wusselinchen

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medikamententraining ist in der psychiatrie üblich bei Patienten die kurz vor der Entlassung stehen. sie sollen so selbständig zu hause ihre medikamenteneinnahme managen. und wie lulli00 schon schrieb, die pat. lernen dabei noch einiges über ihre Medikamente.
 
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lulli00

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Ich finde das auch gar nicht so verkehrt für die Somatik. Da brauchen auch einige mehr Aufklärung über das Medikament und wie es einzunehmen ist.
 
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das ist richtig. denke aber das scheitert am Zeitproblem.
 
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Monika58

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denke aber das scheitert am Zeitproblem.
Das ist natürlich ein typisches "Totschlag-Argument". Wenn der Patient nicht gut über seine Medikation Bescheid weiss, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er uns bei seiner nächsten Aufnahme mehr Arbeit macht, als das Medikamententraining in Anspruch genommen hätte, recht hoch!

Danke an wusselinchen und lulli00 für die Erklärung :dankeschoen:
 
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