Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

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smiley77

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Hallo,

bei uns ist es immer wieder Thema. Und zwar Tabl. die eine Kerbe zum einmaligen Teilen haben kann/soll/darf man nicht vierteln, oder?
Es wird bei uns sehr unterschiedlioch gehandhabt. Die einen machen es trotzdem, damit der Patient dann wenigstens etwas von dem Medik. kriegt, wenn es in der passenden Dosierung nicht vorrätig ist. D.h. Wenn ich es vierteln würde hätte er die passende Dosis, es ist aber nur zu halbieren... ich joffe, ihr vertseht, was ich meine?!
Die anderen sagen, ne das mach ich nicht, es wird schon einen Grund haben, warum ich es nicht vieteln darf.

Wie ist es denn nun? Wer hat Erfahrungen diesbezüglich?
 
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ms-sophie

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AW: Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

Hallo smiley,

es ist fachlich falsch, Medikamente, die nicht teilbar sind zu teilen. Es ist in jeder Packungsbeilage angegeben, bzw. inzwischen auch auf den meisten Packungen per Item, ob sie teilbar sind. Manche haben nämlich auch eine Einkerbung des Designs wegen. Ihr solltet euch hier dringend mal von einem Apotheker beraten lassen.

Sophie
 
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stern3007

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AW: Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

Und zwar Tabl. die eine Kerbe zum einmaligen Teilen haben kann/soll/darf man nicht vierteln, oder?
Darf man nicht. Man darf aber auch nicht einfach eine Tablette teilen, nur weil sie eine Kerbe hat. Wie ms-sophie schon schrieb, kann die Kerbe auch designtechnisch vorhanden sein.

Viertele mal eine Tablette und wiege dann das Ergebnis. Du wirst erstaunt sein, wie groß die Schwankungsbreite ist. Solche Schwankungsbreiten sind bei einer Medikamentengabe nicht tolerabel.
 
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waage69

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Re: AW: Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

Ich finde das Thema interessant!
Leider gibt es aber auch genügend Ärzte,die das Teilen oder sogar mörsern von Tbl. anordnen,die dafür nicht vorgesehen sind.Und weist man sie daraufhin,erhält man z.T. entweder auch keine Änderung oder den Kommentar:"es geht nun mal nicht anders",oder "dann muß Frau XY mehr dazu zahlen" was die Pat. auch oft nicht können oder wollen.
 
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PflegeFrei

PflegeFrei

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AW: Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

Hallo Kollegen,

ich hatte mal so einen Kasper von Neurologen ( entschuldigt bitte die Ausdrucksweise , nur mir fällt kein besser Begriff für diesen Arzt ein ), der meinte doch ernsthaft dass man Kapseln teilen könne. Nachdem ich dass ablehnte,da nicht möglich, bestand er drauf dass dies möglich ist. Er machte eine kapsel auf und fing an die kleinen kügelchen zu zählen, dann sollte ich seiner Meinung nach weitermachen , die Summe durch 2 teilen und dann die Summe erneut abzählen und dann sollte dies zurück in die Kapsel .


Grüsse
 
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stern3007

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AW: Re: AW: Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

Ich finde das Thema interessant!
Leider gibt es aber auch genügend Ärzte,die das Teilen oder sogar mörsern von Tbl. anordnen,die dafür nicht vorgesehen sind.Und weist man sie daraufhin,erhält man z.T. entweder auch keine Änderung oder den Kommentar:"es geht nun mal nicht anders",oder "dann muß Frau XY mehr dazu zahlen" was die Pat. auch oft nicht können oder wollen.
Und davon läßt du dich beeindrucken? Was nicht korrekt ist mache ich nicht, basta. Wir haben immer noch die Durchführungsverantwortung.
 
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resigniert

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AW: Re: AW: Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

Und davon läßt du dich beeindrucken? Was nicht korrekt ist mache ich nicht, basta. Wir haben immer noch die Durchführungsverantwortung.
Ich würde mich davon beeindrucken lassen! Und von der entsprechenden Apotheke schriftliche Information für den HA erbitten. Weiters meine PDL meiner Einrichtung um Hilfe bitten, falls keine Reaktion des HAes (Meldung bei ?) um "Druck" auszuüben.
Aber den Pat. ganz ohne entsprechendes Medikament lassen? Ist auch nicht ganz ungefährlich - ist auch eine Durchführungsverantwortung - die ich verantworten muss.
BTW: im Krankenhaus gibt es diese Probleme genauso. Wir haben aus dem Internet und unserer liefernden Apotheke schon seit ca. 10 Jahren Infoblätter über: 1. Teilbarkeit
2. Mörserbarkeit
3. Suspendierbarkeit
der Medikamente angefordert und erhalten/ausgedruckt.
Wir konnten damit alle Ärzte (sogar Chefarzt) davon überzeugen, die Medikamente entsprechend korrekt anzuordnen.
Denn selbst wir müssen manche Medikamente mit Sonderanforderungen bestellen da unsere gelisteten Medis die entsprechende Dosierung nicht durch Teilung ergeben können.
Noch problematischer war die Mörser/Suspendier-barkeit. Da dauerte es recht lange bis die Docs überzeugt waren. Und dann noch die Mehrarbeit, schließlich musste man ein Austauschmedikament finden.
Aber die Arbeit hat sich gelohnt, geht nicht wird inzwischen von allen Ärzten sofort akzeptiert und entsprechend geändert.
 
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Eisenbarth

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AW: Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

kleine anekdote:

ich stehe im KH-zimmer meines großvaters, er war schon fast präfinal, nebenschauplatz massivst³ erodiertes hüftgelenk, er sollte 2x20mg oxycodon bekommen, retardiert, und er bekam es abends in form einer halbierten 40er targin (die natürlich nicht teilbar sind). targin ist nicht nur nicht teilbar, sondern es ist absolut unmöglich, sie dennoch auch nur ansatzweise sicher in zwei perfekte hälften zu bekommen. ansage der krankenpflegerin auf meine noch freundliche frage, ob das oxy nicht in form von 20ern im haus sei: "dieses targin kann man teilen" (!!!). ich hab das teil dann mit wut-rotem gesicht kommentarlos in die toilette geworfen und freundlich gebeten, man möge doch bitte eine andere station aufsuchen, um irgendwie an 20er zu kommen, oder geeignet substituieren.

auf das weiterteilen einer nur einmal teilbaren tablette sollte man tendenziell allergisch reagieren, denke ich. das ist eine sache von budget, vorausplanung und verantwortung.
was nicht geteilt werden darf, wird nicht geteilt!


danke auch für die vorstehenden postings von design-kerben. ich wollte das damals nicht glauben, bis ich beim hersteller anrief: wenn nicht vermerkt oder in erfahrung zu bringen ist, ob geteilt werden darf, dann wird nicht geteilt!
es sei denn, man hat eine feinwaage für 2000 euro beim patienten stehen und ist pflegekraft UND pta oder apotheker, dann kann man meinetwegen aus dem vorhandenen, nicht-retardierten medikament ein neues herstellen und es danach exakt abwiegen.

einzige ausnahme: echte(!) notfälle (falls irgendwie möglich und nicht zum offensichtlichen nachteil des patienten ->) nach rücksprache mit dem verordner oder vllt auch apotheker.
 
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stern3007

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AW: Medikamente teilen, die nicht zum teilen sind

Der Arzt will eine entsprechende Medikation haben. Dann bitte soll er es auch durchführbar machen, in welcher Form auch immer. Es ist nicht unsere Aufgabe zu recherchieren, welche Möglichkeiten es gibt. Der Arzt verschreibt die Medikamente, nicht wir.

Es gibt übrigens Möglichkeiten, Medikamentendosierungen anzupassen über die Apotheke, denn die haben, wie eisenbarth schon beschrieben hat, die dafür notwendige Analysenwaage. Abgesehen davon weiß ich von einigen Pharmafirmen, dass man nicht teilbare Medikamente auch niemals selbst teilen sollte, da hier nicht gewährleistet ist, dass der Wirkstoff wirklich homogen über die gesamte Tablette verteilt ist. In diesem Fall kann auch die Apotheke nix machen.

Wie ich vorhin schon schrieb, verordnet der Arzt die Medikamente. Es ist nicht unsere Aufgabe, z.B. den Arzt mit Informationen zu füttern, wie was möglich wäre. Er rezeptiert, er muß sich darum kümmern und muß uns ein Rezept so ausstellen, dass wir das Medikament ordnungsgemäß verabreichen können.

Im KH ist es sicher etwas einfacher, da meist eine Apotheke im Hintergrund ist. In der ambulanten Pflege wirds schwieriger. Aber trotzdem gilt auch hier, dass der Arzt rezeptiert und dafür sorgen muß, dass das Medikament ordnungsgemäß verabreicht werden kann. Ich muß mich nicht auf dubiose Teil-, Mörser- und Lösungsversuche einlassen. Wenn für mich im Beipackzettel nicht eindeutig steht, dass das Medikament teilbar, auflösbar, mörserfähig ist, werde ich das Medikament nicht verabreichen, wenn eine normale Verabreichung nicht möglich ist.

Sollte der Arzt sich weigern, eine umsetzbare Basis zu schaffen, soll er das betreffende Medikament selbst verabreichen. Dann hat er die Durchführungsverantwortung und nicht ich.
 
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Kiwikeks

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Ich bin unsicher. Mir wird tatsächlich auf meine station gesagt, dass ich laut Anordnung 0,25mg tavor geben soll diese aber nur in 0,5 und 1 mg tabletten vorhanden sind. Unteilbar. Entzieht sich meiner Logik das ich Tavor teilen darf dementsprechend wenn es KEINE Kerbe hat. Aus meiner Ausbildung kenne ich es noch, das es dann der wirkstoff nicht gleichmäßig verteilt in der Tablette ist sodass man geregelte Dosen kriegt.
Genauso verlief es sich mit einem anderen Medikament... filmüberzogen und sollte geteilt werden... von falscher Resorption der Medi ist dann nie die rede....
 
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ms-sophie

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Hallo Kiwikeks,

Tavor = Lorazepam. Dieses Produkt findet du sicherlich in der gewünschten Dosierung.

sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
benny34

benny34

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sehe ich genauso...was nicht geteilt werden darf/kann, bleibt, wie es ist. Da muss der Doc dann in der Apotheke anrufen.
Interessant sind die homöopathischen Dosierungen, aktuell z.B. 2,5mg Torem oder im obigen Bsp. 0,25mg Tavor.

Vor ein paar Tagen hatte unsere Urlaubsvertretungs-Ärztin sogar eine BTM-Reduktion von 12µg TTS auf 6µg.
Hehe, da war sie ganz baff, als wir ihr die Unmöglichkeit erklärt haben.

Leider passiert sowas ständig und mann muss seine Augen überall haben.
Gerade Medis mit spezieller Wirkstoffabgabe, z.B. Nexium werden vom Doc zum mörsern angeordnet.
Irgendwie haben die niemals Unterricht zum Umgang mit Medis gehabt...
 
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Früh-Reha (B,C)
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