Medigabe als verabreichen direkt in den Mund ?

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Lehrling

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11.03.2005
01279
Hallo alle zusammen,

wir hatten heute ein Problem mit der "grünen" Gesundheitskasse,
welche neuerdings darauf besteht das Medigabe als verabreichung nur
genehmigungsfähig ist wenn diese durch die Schwester direkt in den Mund erfolgt. Nach Meinung unserer Altenpfleger und Krankenschwestern ist uns dies aber untersagt und grenzt schon an Nötigung, bzw. Körperverletzung !?
(So haben Sie es in der Ausbildung gelernt !) Bisher wurden die Medikamente dem Patienten in die Hand gegeben und gegebenenfalls noch ein Glas Wasser gereicht. Auch gibt es für unseren Patienten eine Empfehlung des MDK, nach erfolgter Pflegestufenüberprüfung, an die Kasse eine Medigabe bis zu 3x tägl. zu genehmigen.

Hattet Ihr schon ähnliche Probleme ?
hat jemand eventuell einen Link wo dieses Thema eindeutig beschrieben oder behandelt wird, auch Urteile ?

Danke !

:sick: Euer hilfesuchender Lehrling :blushing:
 
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Pflegedienst
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Nordlicht

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09.02.2006
25377
so`n Quatsch!
Wie will die KK bei der Argumantation denn Medabe 1 x wö genehmigen - alle Pillen auf einmal?
(Und einmal wöchentlich den Dosierer bringen ist doch total im Sinne der KK, da wirtschaftlich.)
Wenn aus der VO hervorgeht (s.o. auf der VO relevante Diagnosen), dass der Pat. einen Abusus mit den Tbl. betreibt (Sammeln und nehmen, wie es gefällt), ist durchaus ein kontrolliertes Einnehmen sinnvoll.

Dreh die Sache doch mal um: warum sollst Du eine schriftliche Bestätigung erbringen - soll die Sachbearbeiterin doch mal ihre Quelle nennen - die gibt es nämlich nicht.

Privater PD? Seit Ihr organisiert? Dann habt Ihr eine Rechtsauskunft.
Gruß Britta.
 
Qualifikation
Krankenschwester
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Lehrling

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11.03.2005
01279
hallo britta,

vielen dank für die schnelle Antwort. In der Begründung des VO-Scheines steht eindeutig: "Der Patient ist mit der notwendigen Medikamenteneinnahme
völlig überfordert". Daher auch die Anweisung die Medigabe 1x tägl. 7x
wöchentlich durchzuführen. Bisher war das auch kein Problem, machen wir seit 01.07.2006. Aber das scheint die neueste Variante der möglichen Ablehnungen zu werden.

Danke !

Lehrling

P.S. ja privater Pflegedienst und im bpa organisiert.
 
Qualifikation
Büroleiter
Fachgebiet
Pflegedienst
N

Nordlicht

Mitglied
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09.02.2006
25377
Moin Lehrling,
da wird sich der bpa doch freuen, dass ist doch genau das Rictige für die!
Viel Spaß weiterhin, Britta
 
Qualifikation
Krankenschwester
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KH
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
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Lieber Lehrling,
welche neuerdings darauf besteht das Medigabe als verabreichung nur genehmigungsfähig ist wenn diese durch die Schwester direkt in den Mund erfolgt
Wie hat die Krankenkasse dies denn formuliert (Originaltext)? Ist die Leistung nun bewilligt oder nicht? Wenn nicht, sollte der Patient Widerspruch einlegen und sich dabei auf die MDK-Empfehlung beziehen. Erfahrungsgemäß macht die Kasse dann einen Rückzieher (nach dem Motto: alles erst einmal ablehnen, und abwarten, wer sich wehrt).

Die "grüne" Gesundheitskasse sollte sich wirklich in "Kreativkasse" umbenennen, da ihre Auslegungen immer abenteuerlicher werden!
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
G

Gerd

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15.06.2001
Neustrelitz
Hallo Lehrling,
frag doch mal die Kassenmitarbeiter ob bei jeder Medikamentengabe das Medikament in den Mund verabreicht werden muss. Soweit ich weiss ist z.B. Augensalbe auch ein Medikament, die Verabreichung zählt lt. Richtlinien des Bundesausschuss zur Medikamentengabe. Wird sie jetzt auch über den Mund verabreicht?
Gruß
Gerd


AG FREIER HIMMEL
 
Qualifikation
Dipl.Sozialarbeiter
Fachgebiet
Pflegedienst
Griesuh

Griesuh

Gesperrter Benutzeraccount
Hallo Leute,
Generell dürfen ungelernte Kräfte keine Behandlungspflege ausführen.
Aber das hatten wir doch schon mal.

Nun zu euerem Problem.
da habt ihr wohl was miss verstanden oder nicht richtig übermittelt bekommen!
Seit es den DTA (Datenträgeraustausch = elektonische Übermitlung der Rechnungen an die Pflege- u. Krankenkassen) gibt, gibt es so genannte Bundeseinheitliche Positionsnummern für alle Behandlungspflegetätigkeiten und für alle Pflegetätigkeiten.
Darin wird genau unterschieden um welche Art z.B. der Med.gabe es sich handelt. Die ersten beiden Nummern geben die Einrichtung an, ob privat, ambulant, oder Stationär) dann folgt die Nummer zur Unterscheidung ob SGB XI oder SGB V, dann folgen die Pos Nr. der Tätigkeit. Zum beisp. hat ein privater ambuanter Pflegedienst die Nrummer 03, Behandlungspflege hat die Nummer 2. Dann folgen die Nummern der Tätigkeit. So setzten sich diese
6 stelligen Positionsnummer zusammen.
So wäre z. B. die Pos. Nr. für einen privaten ambul. pflegedienst für Med. Gabe:

03-2-248 Med. Gabe als Einreibung, 03-2-512 Med. Gabe-Behandlung des Mundes, 03-2-234 Med Gabe als Augen- Salbe, 03-2-223 Med. Gabe über Magen-Darm-Trakt. Bekommt der Kunde Insulin s.c verabreicht, so ist hierfür die Positionsnummer: 03-2-301. Und so weiter.
Nur um ein paar zu nennen. Diese Positionsnummernliste für SGB V umasst ca.8 DIN-A 4 Seiten in enger, kleiner Schrifft.
Dieses bundeseinheitliche Positionsnummern -Verzeichniss sollte euerer PDL, aber zumindest euerer Verwaltung in der Abrechnung bekannt sein.
Denn nach diesen Nummern wird mit der Kasse abgerechnet.
ich vermute einfach einmal, dass euere PDL dies gemeint hat.
Die Medikamente werden wie bisher verabreicht.

grüße Griesuh

PS: auf den VO's steht zum Beisp. : Medikamenntengabe über Magen-Darmtrakt,oder AT Gabe
(1 x tgl.) / (2 x tgl) / (3 x tgl.) 7 x wtl. Medgabe, je nach dem wie oft die Medi's tgl. gegeben werden müssen.
 
Qualifikation
Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
Fachgebiet
Ambl. Pflegedienst
V

Vroni

Mitglied
Basis-Konto
18.04.2007
97993
Hallo!

Puhhhh, wie ich dieses Thema liebe!:angry:

Bei uns stellt sich das ganze so dar:

Wir arbeiten mit 4 Leistungsgruppen(LG), d.h. jede tätigkeit kommt in eine LG, dementsprechend bekommen wir einen Geldbetrag von der KK. LG1 ist die niedrigste. Tgl. Medikamentenverabreichung oder tgl. richten wird gleich abgerechnet,genehmigt (LG1), also da schonmal egal ob wir viel Zeit brauchen oder nicht. (auser PEG od. Infusion)

Tritt jetzt der Fall ein, das wir tgl. Augentropfen geben(LG1) und eine Medikamentenbox 1x pro Woche richten(das wäre LG2), wird uns diese nicht genehmigt, da wir ja tgl. AT , also eine Medigabe machen und somit ja auch tgl. die Tabletten richten könnten.


Mal ein kleines Beispiel über den derzeitigen Stand.....überall anders.....:blushing: !

MfG
Heikek
 
Qualifikation
Altenpflegerin/ gerontopsychiatrische Fachkraft
Fachgebiet
ambulante Pflege
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Pflegeboard.de

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05.07.2001
www.pflegeboard.de
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