massive Personalfluktuation

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stefanay

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Hallo an alle,

ich möchte Euch meine Situation schildern und Eure Erfahrungen dazu wissen!

Ich arbeite nun seit 01.04.07 in einem 84 Betten Heim, welches familiär geführt wird. Allerdings seit über einen Jahr, genau kann ich es garnicht sagen, haben wir einen hohen Krankenstand und unser Personal wechselt, viele neue Kollegen sind dem Streß nicht gewachsen, denken sie haben zu wenig Kompetenzen als examinierte. Unser Haus hat eine PDL, wie alle anderen auch, wir haben 2 Stationsleitungen mit jeweils einer Vertretung. die Stationsleitung übernimmt Medikamenten stellen, Medikamentenverteilung Telefonate mit dem Arzt etc. Alle weiteren examinierte arbeiten voll in der Pflege, wie auch die superguten und wichtigen Helfer. Allerdings haben examierte und nicht examinierte die gleiche Anzahl an Bewohnern zu versorgen, nur das die examinierten noch Wundversorgung und Dokumentation und Kontrollen der Einfuhr- und Bewegungspläne durchführen müssen. Die Einzelnen Bereichsleiter sind Ansprechpartner für die Bew. und müssen für ihren Bereich Akten kontrollieren und Zimmervisiten machen etc.

Ich selbst bin ein Bereichsleiter und neben bei noch für das Schmerzmanagment zuständig, ich werde meiner Arbeit in der Diesem Bereich nicht gerechnet. Bekomme natürlich Rüffel von der Chefin. Ich wie auch die anderen Kollegen, schaffen es in der regulären Arbeitszeit nicht und teilweise macht das Stammpersonal Überstunden, ohne diese nicht aufzuschreiben und die, die aufgeschrieben werden, fangen bei 40 an und Enden bei 120 und es ist kein Ende absehbar. Geschweige diese abzubummeln ist in naher Zukunft nicht zu sehen.

Im letzten Monat haben 8 Leute gekündigt, weil sie es nicht mehr packen. Ist dies nur ein Problem bei uns?? Kennt ihr dieses Problem auch???

Ich bin momentan sehr am schwanken, überlege zu kündigen, allerdings liebe ich dieses Haus und das "alte" Team, habe diesem Haus, was mein Arbeitszeitmodell angeht einiges zu verdanken. Angefangen mit 30 h/Woche, dann für ein halbes Jahr eine Vollzeitstelle, dann aus familiären Gründen wieder runter auf 30 h/Woche, nach einem halben Jahr wieder Vollzeit nur im Frühdienst. Desweiteren bin ich leicht anfällig für Krankheiten und habe eine Krankenstand der über dem Durchschnitt liegt. Allerdings gehöre ich auch zu denen, die wenn ich im Dienst bin, Überstunden auf meine Kosten mache, in die Nachtwache gehen, wenn unsere Nachtwachen ausfallen ohne extra Vergütung (zahlt der chef nicht), schiebe auch mal Doppelschichten, wenn nötig etc. Ich denke mal es ist ein geben und nehmen, zwischen AN und AG.

Bitte helft mir!!!
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
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Sonnensturm

Sonnensturm

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AW: massive Personalfluktuation

Hallo Stefanay, ich habe das jetzt nur mal schnell überflogen und ohne auf die einzelnen Punkte einzugehen, Du redest Dir das schön. Was gibt z. B. der AG? Keine Na-Zuschläge, geschenkte Überstunden, er nimmt doch nur. Die PFK's haben die gleiche Anzahl von Bew. zu versorgen, aber noch mehr Tätigkeiten und Aufgaben zu leisten in der gleichen Zeit.
Und Du wunderst Dich?
:ermm:Wasserfrau
 
Qualifikation
Krankenschwester
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stefanay

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AW: massive Personalfluktuation

ist es ein schön reden? Ich liebe diesen Beruf über alles und meine Bewohner. Sie mögen mich und jedes Läücheln von ihnen ist etwas besonderes und gibt einem etwas besonderes.

Ich bin momentan verunsichert, ist es das Haus indem ich arbeite oder ist Job, der einen so kaputt macht.

Ich gebe zu ich habe auch ein wenig mehr Bammel mich woanders zu bewerben. Da ich nicht weiß, ob es da genauso ist! Jetzt habe ich einen unbefristeten Vertrag und weiß was für ein Chaos ich jetzt habe.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflege
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lasammy

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AW: massive Personalfluktuation

Hallo,
woanders ist es auch nicht besser und bedenke, dass heute erst mal nur Jahresverträge vergeben werden.
Wenn du einen hohen Krankenstand auf weißt, kannst du froh sein, wenn du die Probezeit überstehst!!!
Ich bin seit 23 Jahren in der Pflege tätig, und glaub mir: kein Chef der Welt honoriert deinen Einsatz,
am Ende ist jeder zu ersetzen!!!! Denk an Dich und tu was für Dich gut ist!!!!!!!!!!!!!!!!
Viele liebe Grüße LaSammy
 
Qualifikation
pflegekraft
Fachgebiet
stationäre altenpflege
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stefanay

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AW: massive Personalfluktuation

vielen Dank! Das ist das was mir ja auch im Kopf rum geht. Dies Jahr bin ich sowieso vom Pech verfolgt, Sturz auf Arbeit im Badezimmer, Zerrung des Oberschenkelmuskels, 2 Wochen krankgeschrieben, wegen verkehrter vorab Diagnose, da wurde er Haarriss am Becken diagnostiziert. Dann sollte ich nochmal 14 Tage krankgeschrieben werden, die ich allerdings zerrissen habe, weil ich mich mit dem Chef auf Schreibarbeit geeinigt habe. konnte ja nicht laufen, nur humpeln. 2. Unglück Wegeunfall Ende Mai, Reh ins Auto gesprungen. 14 Tage krank wegen massiven Panikattacken und Überdosierung von Cymbalta. Dies ist nun zu 100% abgesetzt nun geht es mir wieder gut. Tja und Himmelfahrt wollte ich wieder arbeiten und bin mit Wadenschmerzen aufgestanden und dachte an Muskelzerrung. Kollegin hat mich nach Hause geschickt und im Krankenhaus wurde eine tiefe Beinvenenthrombose festgestellt. 3Wochen Krankschreibung und nun Hamburger Modell: 3Wochen 2Stunden , 2 Wochen 4, dann 2 Wochen 6 und dann wieder voll.

Ich weiß ja auch noch nicht ob Beschwerden wegen der Thrombose nach bleiben, doch ich weiß ich kann nicht immer an den Pflegebetten stehen. Mich hat momentan die Thrombose in ein Loch gezogen, da ich erst 33 Jahre alt bin und nun renne ich wie meine Bewohner mit den schicken Kompressionsstrümpfen rum. Dann ist es auch noch so, daß ich keine Kinder mehr bekommen darf. Da zeiht mich das Chaos auf Arbeit auch mit runter. Grad weil ich auch noch um meine freien Tage nach dem Hamburger Modell fragen muß. Werd voll mit zugerechnet und am liebsten noch Überstunden wollen die Kollegen sehen. Als Antwort bekommt man dann: " du arbeitest doch nur zwei Stunden, dann fragst du wegen freien Tagen"

Genug gekotzt!!!

bin bestimmt nicht alleine damit. Ich liebe diesen Beruf sehr und finde es schade und traurig, daß solche Umstände es einem so schwer machen.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
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Pflege
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Sr. Käthe

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AW: massive Personalfluktuation

.. auch mir fällt auf, dass die Fluktuation des Personals zunimmt. Nicht nur in meiner Einrichtung, sondern auch im gesamten Umfeld. Leute fangen an und sind sofort mit den Ansprüchen überfordert. Zum Teil liegt das sicherlich an immer kürzeren Einarbeitungen: Man kann sich drauf verlassen: Neuer Kollege, Einarbeitung geplant für 4 Tage Früh, 4 Tage Spät- nach spätestens 3 Tagen Frühdienst werden Kollegen krank, und es wird vorsichtig gefragt(aber eigentlich ganz klar erwartet), ob der "Neue" es sich zutraue, ohne Begleitung zu arbeiten.. und natürlich traut er/sie es sich zu.. und danach wird nie mehr von weiterer Einarbeitung gesprochen: D.h. neue Kollegen sind nicht vertraut mit einrichtungsinternen Abläufen, bekommen oft "einen drüber", das ganze Zusammenspiel ist gestört und Kollegen sind genervt "das müsste aber bekannt sein!", und keiner ist mehr zufrieden.

Und bei Unzufriedenheit verlässt Personal eben die Einrichtung..zuerst die Neuen, über kurz oder lang aber auch einige des "Stammpersonals", weil immer mehr überfordert, kein Nachwuchs in Sicht, jede "Einarbeitung" für die Katz..(super, schon wiiiiieder ne Neue..seufz)..

Und so siehts leider in der Regel aus.. oder nicht?

Auf anderslautende Antworten wartend..

Käthe :verknallt
 
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Altenpflegerin
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Böserwolf

Böserwolf

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AW: massive Personalfluktuation

Hallo

ich bin ja nun Freiberufler und da ich oft mehrmals hintereinander im gleichen Haus arbeite, bekomme ich auch mit, dass neues Personal kommt und geht und das teilweise innerhalb von 2-3 Monaten. Manche können die Anforderungen nicht erfüllen, manchen ist der Stress zu groß.

Bei uns im Ort hat im März ein neues Heim (das mit den 3 großen Buchstaben) eröffnet. Eine Bekannte hat sich dort für einen 400 € Job beworben, diesen auch bekommen. Sie ist gelernte Krankenschwester und geht nach der "Mutterzeit" wieder in die alte Arbeitsstelle zurück. Sie hatte nach 1 Monat schon die Nase voll. Vereinbart waren 27 h/Monat...im 1. Monat hatte sie schon 24 Überstunden und alle Naselang rief die PDL an und wollte wissen ob sie einspringen kann.

Man findet kein Personal...frage mich warum? Wahrscheinlich aus genau den Gründen, die du angeführt hast...und nun greift man teilweise auf Leiharbeit zurück.

Habe vor einigen Tagen einen Artikel gelesen: in Zukunft wird Fachpflegepersonal Mangelware sein.
Vielleicht sollten die, die dann noch da sind, mal anfangen ihre Bedingungen zu stellen.

Und wenn du es zeitlich hinbekommst, solltest du vielleicht mal darüber nachdenken auch freiberuflich zu arbeiten...hat für mich nur Vorteile.

Ansonsten wirst du mit dem leben müssen was du hast.

Alles Gute.

LG
Böserwolf
 
Qualifikation
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Fachgebiet
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THOMMY

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AW: massive Personalfluktuation

Hallo Stefanay,

ich hoffe, dass es Dir nun gesundheitlich etwas besser geht.

Du beschreibst einen Zustand, der in vielen Einrichtungen vorherrscht und sowohl Träger, EL, PDL, Mitarbeiter und viele andere beschäftigt. Das Du vom Pech verfolgt wirst, mag schon so sein. Allerdings solltest Du Dich mit Deinen Ärzten beraten, ob Dein Beruf langfristig gesehen, der richtige Beruf ist. Du weckst bei mir wirklich den Eindruck, dass Du Deinen Beruf liebst und als Berufung siehst. Bei all dem, was Du geschildert hast, solltest Du Dir wirklich überlegen, ob Du Dich qualifizieren möchtest und somit aus dem "Alltagsrummel" heraus kommst. Oder zumindest Deinen Arbeitgeber wechselt. Angebote gibt es auch in "Deinem Fall" !!

Du solltest Dich nicht weiter ausnutzen lassen. Ebenso wie es "Böserwolf" beschrieben hat. Als Arbeitgeber sollte ich für das Wohl meiner Mitarbeiter sorgen, denn zufriedene Mitarbeiter, fühlen sich wohl, identifizieren sich mit dem Haus und insbesondere mit den Bewohnern. Leider hat sich auch vieles bei den Mitarbeitern verändert. So lassen sich weniger Menschen in der Altenpflege ausbilden, gehen eher in die Heilerziehungspflege oder Sozialpflege. Zum anderen werden die Notendurchschnitte der Schulabgänger schlechter. Unentschuldigte Fehltage, Einschränkungen im Sozialverhalten u.ä. werden leider häufiger beschieden. Von 25 Auszubildenden schaffen nur 15 das Examen (aktuelle Zahl!). Und die Arbeitsbedingungen müssen sich ändern. In der Pflege ist es mir allgemein klar, dass Wochenenddienste, Nachtdienste, Dienst zu ungünstigen Zeiten mit zum Beruf gehören. Aber ich kann die Dienste gestalten - angenehmere Angebote gelingen aber nur im Team, wobei sich der Egoismus jedes einzelnen störend auswirkt. Alles nicht neu!!

Ich bin als Arbeitgeber dankbar, wenn Mitarbeiter Ideen entwickeln und umsetzen wollen. Transparenz und Mitbestimmung-nur so kann ich langfristig in der Pflege arbeiten und Spaß haben.

Liebe Stefanay, bitte überlege Dir ganz genau, was Du für Dich möchtest. Eine Depression, ein Burn out und / oder weitere Erkrankungen lassen nicht lange auf sich warten. Deshalb gebe auf Dich Acht - ich spreche aus eigener Erfahrung! Übrigens: Mit jedem Wechsel kann ich mich auch persönlich entwickeln -- also nur Mut!

Alles Gute !
 
Qualifikation
Einrichtungsleiter
Fachgebiet
Vollstationäre Pflege
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stefanay

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AW: massive Personalfluktuation

Ich liebe meinen Beruf über alles und es wahrlich eine Berufung für mich! Alle Menschen, ob jung ob alt haben mit Respekt und Liebe behandelt zu werden. Wir haben unseren jetzigen "Alten" eine Menge zu verdanken, wir würden nicht so leben heut, hätte die nicht im Dreck alles wieder aufgebaut!!! Würde heut zu Tage unsere Jugend das noch schaffen??? Schaut sie Euch doch an, viele Junge sind kaum belastbar, wenn es um Arbeit geht und wollen nur Party machen. Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, es gibt auch ganz liebe und fürsorgliche Junge Kollegen, die abgöttisch von den Bewohnern geliebt werden und auch toll arbeiten. Doch ich bin selbst Mutter eines 10jährigen und da erlebe ich einiges, wenn seine Kollegen zum Spielen kommen.

Mein Junior ist sogar an einem Schulfreien Tag auf Arbeit mitgekommen und hat bei der Beschäftigung mit gemacht, hat einer Bewohnerin beim Trinken und Essen geholfen. Sie hatte noch Tage danach gestrahlt, wenn man sie darauf ansprach.

Ich finde es so schade, daß die Pflege so dem Kommerz und dem Papierkram unterliegt. Aber das ist wohl die deutsche Bürokratie, was nicht geschrieben ist, ist nicht gemacht. doch ich sage nur, Papier ist so geduldig!!!

Viele sind in die Pflege mit Euphorie erlerntes umzusetzen. Ich kann mich dran erinnern als ich Examen machte, setzte ich mir als Ziel 80% dieser Sachen umzusetzen, doch nun bin ich bestimmt bei weniger als 50%, die mir möglich sind umzusetzen. Schade, es sind so viele schöne Dinge da, die unseren Bewohnern, zu Gute kämen, doch aufgrund von Bürokratie und Zeitmangel es uns nicht möglich gemacht wird, es in der regulären Arbeitszeit zu schaffen.

Ich habe letztens einmal grob unsere Dokus überflogen und mal gezählt, bei wievielen Bewohnern wir Begleitung am Rollator, etc. stehen haben und wenn wir die alle Begleiten würden, könnten, wären wir eindeutig zu wenig Personal.

Genauso mit Essen eingeben, wieviel Bewohner hat man, die nicht innerhalb der abrechenbaren Zeit essen, Trinken. Man soll aber Ressourcen erhalten und fördern. Also kommen hochkalorische Trinker, damit Flüßigkeit und Nahrung aufgenommen werden und ersetzen 1-2 Mahlzeiten, weil man sonst garnichts schafft. Wer bleibt auf der Strecke, Bewohner und der engaierte Mitarbeiter.

Es muß was in der Pflege passieren, doch wir haben keine Lobby und sind nur die "Scheiße-vom-Arsch-wischenden" und "Beckenschubsen" in der Gesellschaft. Laßt die Wasserköpfe von Politiker alle mal ein halbes Jahr in der Pflege arbeiten, dann wüßten die vieleicht mal eher, wie es Bewohnern und Pflegekräften mit der ihrer Politik geht.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflege
Böserwolf

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AW: massive Personalfluktuation

Hallo,

bin zwar selbst noch unter 30 aber mit den "alten Tugenden" erzogen, sprich höflich,freundlich,rücksichtsvoll und hilfsbereit zu sein und das besonders älteren Menschen gegenüber. Da liegt heute vieles im Argen...aber das ist ein anderes Thema.

Und zur Pflege: worum geht es heute? Nur um Geld, Gewinn machen um jeden Preis:devil:, der Mensch ist zur Ware geworden und wird mit dem Nötigsten versorgt. Bin im letzten Jahr viel rum gekommen, viele Heime gesehen und teilweise ist es traurig:sad:

Wenn die Träger/Betreiber der Heime auf ein bisschen Geld verzichten würden, dafür mehr und qualifiziertes Personal einstellen würden und dieses auch noch "menschenwürdig" bezahlen, könnte man das Problem in den Griff kriegen. Wobei man sagen kann, dass die großen Betreiber noch (teilweise) die schlimmsten "Ausbeuter" sind.

Wenn ich sehe, dass eine examinierte Kraft in Vollzeit knapp über 1600 € brutto verdient (ohne Zuschläge), dann frage ich mich wo da die Motivation und die Lust am Beruf herkommen soll:mad_2:

Es wird Zeit, dass wir Pflegekräfte unseren AG's und der Politik mal eine lange Nase zeigen:spinner:
 
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Axis!

AW: massive Personalfluktuation

bei 1600 euro brutto wäre ich mehr mit meinen privaten finanziellen problemen beschäftigt als das mich noch irgendwas motivieren könnte für so einen arbeitgeb er zu arbeiten...

solange weiter so schlecht bezahlt wird es so weitergehen.. keiner wills mehr lernen, abwanderung in andere berufe oder in zeit und leiharbeit oder halt in die freiberuflichkeit....

ich hab keine hoffnung mehr das sich das mal ändern wird... ich mach für mich das beste daraus... freiberuflichkeit...

festanstellung nie wieder....
 
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baccille

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AW: massive Personalfluktuation

Ich kenne das Problem auch zu genüge und es wird eher immer schlimmer!!!! Ich arbeite über 20J. in der stationären Altenpflege. Früher einmal bin ich SEHR gerne zur arbeit gegangen, heute gehe ich weil ich muß.
Alleine die pflegerischen Arbeiten sind vernünftig überhaupt nicht mehr zu schaffen (habe mich schon daran gewöhnt hier und da Abstriche machen zu müssen) und dann kjommt noch die ganze Dokumentation hinzu. Bei uns im Hause macht es den Eindruck, dass die Dokumentation wichtiger erscheint, als die Pflege und Versotgung der Menschen.
Es ist für mich kein Wunder, dass immer mehr MA krank werden, bzw. sind, das die Motivation sinkt und die Überstundenanzahl steigt (ich habe über 300Std. bei 84 Std monatl.) .
Wüßte auch nicht wo, bzw. wie man das Problem konkret angehen könnte, da die MA untereinander auch nicht einig sind, und immer noch die Meinung vorherrscht: "das haben wir aber doch mal wieder ganz gut geschafft"
Solange die Leute noch so denken und aus Angst um ihren Arbeitsplatz sich nicht trauen ihre eigenen Rechte einzufordern , wird sich wohl nicht viel ändern lasse. Es ist traurig, denn der Beruf den ich vor 20 J. gerlernt habe hat mir viel Freude gemacht und mit dem heutigen Hin-u. Herhasten nicht mehr viel gemein!!!
 
Qualifikation
altenpflegerin
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AW: massive Personalfluktuation

und genau das ist der Punkt: die MA sind sich nicht einig. Dabei sitzen sie am längeren Hebel und wenn man sich mal einige wäre, könnte einiges in Bewegung geraten.
Ich bin der Meinung, dass heute ein exam. AP/APH keine Angst mehr um seinen Arbeitsplatz haben muss und jederzeit etwas Neues und sogar Besseres finden kann. Ich sehe es doch immer wieder, egal wo ich hinkomme - in ganz Deutschland werden Pflegekräfte gesucht.

Vielleicht muss man auch mal den Mut haben zu sagen, ok - ich wohne zwar in Niedersachsen würde aber auch in Hessen oder NRW arbeiten wenn die Bedingungen besser, das Gehalt höher ist. Warum hat keiner mal den Mut zu sagen: für 2000 € brutto arbeite ich nicht!
 
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stefanay

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AW: massive Personalfluktuation

Warum arbeitet man für 2000euro brutto bzw. in meinem Fall für 2100euro brutto.

Mein Mann hat ein Haus, zwei Kinder für die Unterhalt bezahlt werden muß, mein Kind lebt bei mir und ich bekomme zwar Unterhalt, aber da wir ländlich wohnen, sind wir im Besitz von zwei Autos, das Haus muß bezahlt werden und mein Mann verdient ebenfalls nur 2000euro.

So dann schaut Euch doch mal um was kostet es alles. Wir brauchen das Geld. Wir sind froh um jeden Euro den man verdient. Man traut sich den Mund nicht aufzumachen, weil man angst um den Arbeitsplatz hat, auf den man finanziell angewiesen ist. Würde ich im Lotto gewinnen und ein sicheres Polster im Rücken haben, würde ich auch ganz anders auftreten und meinen Chef um mehr Kohle anhauen. So geht es uns doch allen und deswegen haben uns die Arbeitgeber in der Hand und man duckt sich und erträgt deswegen sehr viel, was einen aber innerlich ganz schön extrem gegen den Strich geht. Da es heut zu Tage nur Zeitverträge überwiegend gibt, hemmt es auch vor einer Bewerbung woanders, wenn man endlich unbefristet beschäftigt ist. Sicher ist das kein Ruhekissen, doch es gibt ein bischen mehr an Sicherheit, als nicht zu wissen, was nach einem Jahr ist. Man ist in dem Jahr den Spielchen der Chefs ausgesetzt, wir haben viele kommen sehen und nach einem Jahr gingen sie und für die wurden neue eingestellt.

Sicher waren es nicht die besten Arbeitskräfte, aber es waren auch welche dabei, wo ich sagte, die haben leider zu mutig den Mund aufgemacht und das Recht haben die Neuen doch nicht, die wissen doch garnicht was die letzte Zeit abging. Das hört man dann oder eine gute Pflegekraft in einem Haus ist erst die, die sieben Jahre in einem Haus ist. In meinen Augen absoluter Schwachsinn, ich denke grad bei uns im Haus sind einige schon extrem betriebsblind. Neuerungen, was sind das...

Ich selbst bin ja im Hamburger Modell und mußte mir anhören, ich trage meine Krankheit (Thrombose im rechten Bein) auf dem Rücken meiner Kollegen aus. Mußte in 2Stunden genauso viel Bewohner versorgen, wie unserer Aushilfen, die 3Stunden da sind. Nun habe ich das offene Gespräch mit der PDL gesucht und ich habe nun die Entscheidung getroffen, die Schicht zu wechseln, damit ich weniger Kontakt zu diesen Schrägen Kollegen habe. Ich habe auch zur PDL gesagt, geht das weiter, werde ich die nächste sein die, die Kündigung auf den Tisch legt. Der Vorschlag mit dem Wechsel, kam auch von ihr und sie will nun auf der nächsten Dienstbesprechung das Thema allgemein thematisieren. Bin ja mal gespannt.
 
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Jeder hat irgendwo Verpflichtungen, muss Geld verdienen, jeder hat immer einen Grund, warum gerade ER oder SIE sich nicht gegen den AG und die bestehenden Verhältnisse auflehnen und sagen kann: "du , mein lieber AG, kannst mich mal. Zu dem Hungerlohn bin ich nicht mehr bereit zu arbeiten. Und die Bedingungen , die hier herrschen, toleriere ich nicht mehr."

So lange (fast) jeder irgendeinen Grund hat sich - überspitzt gesagt - "ausbeuten" zu lassen, kann jeder jammern wie er will, es wird sich nichts ändern.

Ich weiß nicht wieviel Kranken-und Altenpfleger es in Deutschland gibt, aber wenn nur die Hälfte davon sagen würde: wir legen alle mal für einen oder zwei Tage unsere Arbeit nieder, gehen mal auf die Strasse und dann sehen wir mal, wer am längeren Hebel sitzt - so lange man das nicht macht, wird sich gar nichts ändern. Dann ärgert man sich eben bis zum Schluß.
 
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Altenpfleger
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