Mängelanzeige an Heimaufsicht und dann Strafanzeige wg Verleumdung und Schweigepflicht

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Lu123

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Hallo an alle,

als Zeitarbeiterin fallen mir oft Mängel in den Pflegeeinrichtungen auf, welche von den PDL und den Heimleitungen ignoriert oder sogar akzeptiert werden.

Als ich diese Mängel angesprochen habe, wurde ich von verschiedenen Heimleitungen darauf aufmerksam gemacht, das sie über ihre Anwälte, selbst bei einer anonymen Anzeige bei der FQA, den Adressaten herausfinden würden z.B über die IP-Adresse. Und dieser dann mit der fristlosen Kündigung und einer Strafanzeige zu rechnen hat.

Könnt ihr das bestätigen?

Im voraus vielen Dank für Eure Antworten







Berta Ströhlein
 
Christian Kröhl

Christian Kröhl

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Nein. Das sind lediglich Einschüchterunsversuche, um Mitarbeiter eben genau davon abzuhalten.
 
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Lu123

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Ich war mir diesebzüglich auch immer sehr sicher, aber heute wurde mir auch durch Kollegen zugetragen, das der Heimleiter Strafanzeige gegen Unbekannt wg Rufschädigung und Verstoß gg die Schweigepflicht gestellt hat und nun die Staatsanwaltschaft ermittelt.Ich bin geschockt!!!
 
Christian Kröhl

Christian Kröhl

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Das kann er natürlich tun und da muss man auch nicht geschockt sein. In der Tat kommt es immer wieder auch zu Falschbeschuldigungen, sei es durch unzufriedene Mitarbeiter, Mitkonkurrenten u.ä Personen. Wenn man sich als Einrichtungsleiter dageen wehren möchte, bleibt nur der Rechtsweg - und der beginnt nunmal mit einer Strafanzeige.

Sofern die Staatsanwaltschaft genügend öffentliches Interesse sieht, um die Strafanzeige auch tatsächlich zu verfolgen und ermittelnd tätig zu werden, erhält sie selbstverständlich auch die Daten desjenigen, der die Meldung machte und auch deren Inhalt. Über die Akteneinsicht des Anwalts erhält man über diesen Umweg dann auch in der Tat den Namen des "Melders". Ob eine StA allerdings hier ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung annimmt, wage ich in den meisten Fällen zu bezweifeln.

Und selbst wenn: wenn ich etwas so schwerwiegendes zu melden habe, dann bin ich mir vor dem Absenden über 3 Dinge im Klaren.
  1. Ich kann den Inhalt meiner Meldung/Anzeige beweisen und diese Beweise sind gesichert.
  2. Sie sind so gesichert, dass sie sich nicht plötzlich in Luft auflösen können.
  3. Wenn ich mich schon gezwungen sehe, als letztes aller Mittel, eine Anzeige zu verfassen, würde mir der Arbeitsplatzverlust in dieser Einrichtung nicht sonderlich Schmerzen bereiten. In aller Regel käme sie einem gar entgegen. Man hat schließlich ein Gewissen.
Der "Verstoss gegen die Schweigepflicht" ist übrigens immer ein recht lächerlicher Versuch. Jeder Bürger ist gesetzlich verpflichtet, jeden Gesetzesverstoss anzuzeigen - so gibt es unser Rechtssystem vor. Gleichzeitig gilt der Leitsatz 'Aus illegaler Handlung kann sich für den Handelnden kein legaler Anspruch oder Rechtsschutz begründen.' . Sprich, wenn Dein Chef jemanden umbringt, darfst und musst Du - trotz welcher Verschwiegenheitsverpflichtung auch immer - das selbstverständlich anzeigen.
 
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