Machtkämpfe im Krankenhaus

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schatzko

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Hallo zusammen,

ich möchte mal eine allgemeine Diskution über Machtkämpfe und Machtausübung zwischen verschiedenen Berufsgruppen in Krankenhaus eröffnen.
Ein Beispiel (eigentlich direkt aus der Realität!): die Ärzteschaft ist mit der Verwaltung nicht einig und nutzt die Pflege dazu ihre Interesse durchzubringen. Da hat die PDL eine schwere Aufgabe ihre eigen Leute zu steuern, da wie wir es alle wissen, lässt sich sich die Pflege leicht beeinflußen und hat leider noch nicht die nötige "Größe" sich als selbstständige Berufsgruppe zu profilieren (sihe Diskussionen über Professionalisierung). Dies alles wird auf Rücken von Patienten getragen, egal ob auf Station oder im OP. Ich kann zu besseren Verdeutlichung Beispiele bringen wenn gewünscht.
Kennt ihr das auch?
Ich freue mich auf eine regge Diskussion!
schatzko
 
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Dies alles wird auf Rücken von Patienten getragen, egal ob auf Station oder im OP.
Hallo schatzko,
ich kenne solche Machtkämpfe durchaus auch, muss aber sagen, dass diese immer auf einer schlechten Kommunikation beruhen, sprich: es wird zu wenig überhaupt und zu wenig professionell kommuniziert.
Dadurch kommt es zu Phantastereien, um die Lücken zu schließen. Diese sind dann oft persönlich gefärbt, will heißen, es werden Dinge bezüglich der eigenen Wertschätzung hineininterpretiert, die sachliche Ebene wurde verlassen. Wird so ein Stil von der obersten Führungsebene gar gepflegt, ist die Kultur kaum zu retten. Leider erlebe ich gerade dieses z.Zt. oftmals.
Die einzige Rettung: immer selbst sachlich und professionell bleiben, das ist schwer, aber ich versuche es täglich, mehr oder weniger erfolgreich. Leider zieht mir das Energie für anderes ab.
Patienten sollten darunter nicht leiden müssen, da ist erst recht die Professionalität des Einzelnen gefragt.
Ich kann zu besseren Verdeutlichung Beispiele bringen wenn gewünscht.
Oh, gerne, da bin ich neugierig genug für.

Lieben Gruß, Nora
 
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schatzko

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Hallo Nora,
aufgrund von Patientenzahlen und finanziellen Erlöse wurde in unserem Haus eine ganze Station geschlossen und dadurch wurde natürlich mit der Zeit auch das Personal was auf diese Station beschäftigt war erstmal verteilt und dann peau a peau durch die natürliche Fluktuation abgebaut. Ferner wurde eine "Aufnahme Station" mit 8 Betten eingerichtet, wo internistische Patienten ab 17.00 aufgenommen werden und bis zum nächsten Tag um 10.00 versorgt werden. Um die Uhrzeit sollte auf die anderen Stationen die Visite gelaufen sein und entschieden werden wo Entlassungen stattfinden und Betten frei werden für die Patienten der Aufnahmestation. Pflegerisch ist die Versorgung zwischen 17.00 und 10.00 Uhr organisiert, manchmal werden aber wegen der ärztlichen zu späten Visite oder Diagnostik die Betten nicht rechtzeitig frei, sodass die Patienten nicht verlegt werden können. Mit viel Engagement, Organisationsgeschick und Arbeitseinsatz können die Patienten weiter auf der Aufnahme Station pflegerisch versorgt werden, was aber nicht von Ärzten unterstützt wird. Und jetzt kommt`s:
Die Patienten werden trotzdem verlegt und zwar auf die Flure und in die Bäder, weil die Ärzte keinen Personal haben um die Aufnahme Station tagsüber zu versorgen. Natürlich kommt das bei den Patienten nicht gut an und sie oder Angehörige werden angeheuert sich zu beschwerden, weil schliesslich eine ganze Station leer steht (siehe Anfang)!!!
Dieser Umstand zu verstehen benötigt auch ein gewißes Vertändnis für die Finanzierung und Betreibung eines Krankenhauses und das ist nicht jederman Sache und diese Unwissenheit wird von Ärzten benutzt um viel Unmut zu verbreiten, weil sie eben auch Personal einbüßen mußten.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich bin nicht für Personalabbau, aber man muß aus der Situation das beste raus holen und die Patienten bestmöglichst versorgen und sie nicht auf dem Flur oder im Stationsbad zu verfrachten damit sie sich beschwerden und für die Interessen einer Berufsgruppe zu benutzen.
Wie findet ihr das?
Ich habe noch viele Beispiele!! Leider!!
 
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Hallo,

also das sind ja schlimme Zustände, eigentlich hatte ich bei dem Titel deines Themas weniger schwerwiegende Begebenheiten erwartet.

Da passt ja eher die Überschrift "Verantwortungslosigkeiten" oder "Gewissenlosigkeiten" oder "Dilettantismus im Krankenhaus".

Ich verstehe nicht, warum die Ärzte so eine Vernachlässigkeit der Versorgung der Patienten auslösen können. Welche PDL kann das zulassen (????), schließlich herrscht doch bei euch keine Rechtssicherheit mehr! Wie soll denn jemand im Bad oder auf dem Flur als Neuzugang klingeln, geschweige würdevoll versorgt werden?

Und wieso wäre eine Versorgung der Patienten auf der Aufnahmestation ohne Ärzte nicht möglich? Haben die kein Piepser?

Nora, etwas entsetzt.....
 
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