Innere Medizin Lysetherapie

M

mohrneitz

Mitglied
Basis-Konto
0
56729
0
Hallo,

dürfen Lysetherapien nach Coro auf der Station durchgeführt werden?
Was ist dabei zu beachten, wie engmaschig sind Vitalwerte zu erheben?

Würde mich über Rückmeldungen freuen
MfG Mohrneitz
 
Qualifikation
Fachbereichsleitung
Fachgebiet
Innere
D

Dirk Jahnke

Mitglied
Basis-Konto
AW: Lysetherapie

Moin Mohrneitz

Habt ihr einen neuen Chefarzt:rolleyes:

Du meinst wohl eher eine Therapie mit einem Thrombozytenaggregationshemmer iv also Abciximab, Tirofiban oder Eptifibatid ?

Aufgrund der Punktion beim Herzkatheter sieht man wenn dann meist Blutungskomplikationen im Bereich der Leiste / radialis ist da nicht so empfindlich da besser komprimierbar und weniger Gewebe.

Auch hier ist sicher minimal ein EKG Monitoring zu empfehlen. Der Entschluss zum Einsatz eines solchen Medikamentes geschieht ja meist aufgrund von Flussproblemen im Coronarbereich. Der Patient hat also einen komplikativen Verlauf und sollte auch deshalb engmaschig überwacht werden. Die Häufigkeit der Sichtkontrolle hängt sicher von der Kooperationsfähigkeit des Patienten hab. Denkbar wäre hier Minütig (Unruhe / desorientiert) bis 2 Stündlich. Dies muss aber sicher nicht im Intensivbereich geschehen, eine kardiologische IMC reicht da sicher aus.

Wir sehen eher selten Komplikationen unter dieser Therapie. Eine Lyse nach Infarkt war da damals schon ein anderes Kaliber :cry:
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Internistische Intensivpflege
M

mohrneitz

Mitglied
Basis-Konto
0
56729
0
AW: Lysetherapie

Hallo Dirk,

vielen Dank für die schnellen Antworten,

ja, wir haben einen neuen Chefarzt.
Die "Lysetherapie" auf der Station wurde mit Aggrastat 50 durchgeführt, das ist wie Du beschreibst ein Thrombozytenaggregationshemmer.
Unsere Überwachung nach LHK sieht in der ersten Stunde eine 30 minütige Überwachung der Vitalzeichen und des Druckverbandes vor, danach nach 1 Stunde und vor der Mobilisation.
Eine Monitorüberwachung können wir auf der Station nicht durchführen. Im Nachtdienst betreut eine Schwester 35 Patienten.
Werde mit dem Chefarzt ein Gespräch suchen.

Nochmals vielen Dank für die schnelle Antwort
LG Mohrneitz
 
Qualifikation
Fachbereichsleitung
Fachgebiet
Innere
D

Der kleine Jumge

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
49214
0
AW: Lysetherapie

Lyse. nach Coro ist bei uns sehr sehr selten kommt immer auf dem Bufund an.
Normalerweise bekommt man wärend einer Coro genug Antikoagulantien.
Zu Beachten ist.
- Vitalparameter (Schock?)
- achten das der Pat. ausreichend trinkt (achten auf EF (%)), damit Kontrasmittel renal ausgespült wird.
- Durchblutung, Motorik und Sensibiltät von puntierten Exträmität beobachten.
- Gucken ob der Femo, oder Radialis "Stop" richtig liegt. (Blutung)?
- bei Femopunktion palpation der Oberschenken um Aneurysma auszuschließen
- 30 min nach dem setzten vom "Femostop" Druck ablassen auf 80mmHg
- nach 5h Bettruhe "Femostop" raus

mehr fällt mir erstmal nichts ein ^^
 
Qualifikation
Auzibi als Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Auzibi als Gesundheits- und Krankenpfleger
D

Dirk Jahnke

Mitglied
Basis-Konto
AW: Lysetherapie

Moin Der kleine Jumge

Zuerst - eine Lyse löst Blutgerinsel auf. Der Patient fängt häufig an z.B. aus Punktionststellen sichtbar zu bluten. Es besteht akute vitale Gefahr durch z.B. Blutung ins Hirn oder aus einem Magenulcus .... Da die Lyse keinen Unterschied zwischen Koronargefäß und sonstigen Orten mit Gerinselbildung macht. Selbst aus Fehlpunktionen im Venenbereich fängt es wieder an zu bluten.
Medikamente sind z,B, Actilyse und Streptokinase.
Lysiert wird heute nur noch bei fulminanter Lungenembolie, unter Reanimation bei Verdacht auf akutem Infarkt/Lungenembolie oder halt bei Herzinfarkt und keinem erreichbaren Herzkatheterlabor. Ausserdem wird noch lokal radialogisch in verschiedenen Körperregionen lysiert. Eine Lyse sollte nach PTCA also nicht nötig sein, da das Gefäß ja bereits offen ist. Ein erneuter Verschluß führt zur Re-PTCA , der Patient hat dann einen Herzinfarkt.

Die Thrombozytenaggregationhemmer verhindern weitere Gerinnsel. Halten das Blut in Fluss. Dies kann vor einem HK, bei instabiler Angina pectoris oder halt nach PTCA bei Flussproblemen nötig sein. Dies ist ein erheblicher unterschied zur Lyse.

Die Versorgung von Coro Patienten wird wahrscheinlich in jeder Klinik etwas anders sein.

Unsere Patienten werden mit Angioseal versorgt.
Erhalten nur in Ausnahmefällen einen Femostop (auch in der Zeit vor Angioseal Einsatz).
Nach 4 Stunden können Sie ohne Vollheparinisierung oder Thrombozytenaggregationhemmer iv. wieder aus dem Bett. Ansonsten Bettruhe bis 4 Stunden nach beenden der AntiGerinnungstherapie. (Die benutzten Schleusen wurden kleiner, die Liegezeit auch :grin:)
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Internistische Intensivpflege
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.