Intensiv Lyell-Syndrom

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walker

Neues Mitglied
Basis-Konto
07.11.2002
hat jemand Infos zu diesem Thema? :confused:
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Anästhesie und Intensiv
I

Ingo Tschinke

Hi Das ist das was ich zum Lyell syndrome gefunden habe:

auf deutsch:
Mehr als 30 Prozent der Fälle enden tödlich. Das medikamentöse Lyell-Syndrom, oder Epidermolysis acuta toxica, ist wohl die schwerste Arzneimittelkomplikation. In einem Drittel der Fälle endet es tödlich. Wegen seines Aussehens wird es auch als "Syndrom der verbrühten Haut" bezeichnet.

Am gesamten Körper löst sich die Haut in großflächigen Fetzen ab. Das medikamentöse Lyell-Syndrom entwickelt sich meistens nach der Einnahme von Medikamenten bei einem einfachen Infekt. Zuerst kommt es zu kleinen, sich rasch vergrößernden Rötungen der Haut. Diese Rötungen fließen mit der Zeit mehr und mehr zusammen. Zusetzt ist die gesamte Haut tief rot verfärbt. Es bilden sich Blasen, die sich von der Haut immer mehr ablösen. Schließlich kommt es zur Ablösung der gesamten Oberhaut in großen Fetzen. Diese Fetzen liegen der Haut wie ein „nasses Tuch" an. Auch die Schleimhäute sind betroffen. Es kommt zu ausgedehnten Entzündungen im Genitalbereich in der Analregion. Die Lider des Auges sind ebenfalls beteiligt. Es entstehen wunde offene Stellen, die nässen und bluten. Häufig kommt es auch zu inneren Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Die Betroffenen haben hohes Fieber.

Verschiedene Medikamente können die Erkrankung auslösen. Das Lyell-Syndrom kann, wie die meisten Arzneimittel-Exantheme, durch verschiedene Medikamente entstehen. Besonders bekannt sind: Antibiotika, Pyrazolone (wirken schmerzlindernd und fiebersenkend), Penicilline,
Hydantoine (schlaffördernde und antiepileptische Wirkung) und Barbiturate (wirkt betäubend und schlaffördernd).

Die Therapie gleicht der bei Verbrennungen. Die Therapie gleicht der Behandlung bei großflächigen Verbrennungen. Drei grundlegende Aufgaben müssen erfüllt werden: der allgemeine Ersatz der verlorenen Flüssigkeit, die Stabilisation des Kreislaufs und vorbeugende Maßnahmen gegen Infektionen.

Die Schleimhäute müssen besonders behandelt werden. Die hochdosierte Gabe von Kortikosteroiden ist bis heute umstritten. Die Schleimhäute müssen besonders behandelt werden. Das ist wichtig, um narbigen Verklebungen vorzubeugen. Die Betroffenen haben große Schmerzen beim Essen und Trinken. Deshalb wird die Nahrung oft parenteral zugeführt. Das bedeutet, daß die Nahrungsaufnahme, unter Umgehung des Mundes, z.B. über einen direkten Schlauch in den Magen, erfolgt.

Das medikamentöse Lyell-Syndrom ist zu unterscheiden von dem staphylogenen Lyell-Syndrom, das als Komplikation bei der bakteriellen Grindflechte besonders bei Säuglingen auftreten kann.

Auf english:

Debré-Lamy-Lyell syndrome
Also known as:Fuchs-Salzmann-Terrier syndrome
Lyell's syndrome Brocq-Debré-Lyell syndrome

Synonyms:
Acute toxic epidermolysis syndrome, bullous erythroderma epidermolysis, dermatitis medicamentosa syndrome, epidermolysis acuta combustiformis, epidermolysis combustiformis, epidermolysis acuta toxica, epidermolysis necroticans comustiformis, erythrodermia bullosa with epidermolysis, scalded skin syndrome, toxic epidermal necrolysis, toxico-allergic epidermal necrolysis.

Associated persons: Louis-Anne-Jean Brocq, Robert Debré, Ernst Fuchs, Maurice Emile Joseph Lamy, Alan Lyell

Description: A rare syndrome characterized by a severe bullous eruption of the skin and mucous membranes, fever, malaise, conjunctivitis, and a diffuse erythema. Recovery is slow and contractures may form in the skin and mucous membranes. It may be a severe form of erythema multiforma and is frequently lethal in children and old people.

Aetiological factors are allergic reactions to a number of factors, e.g., sepsis, lymphoma, graft-versus-host disease, a variaty of drugs, most notably sulfonamides. Some drugs, bacterial (sometimes secondary to staphylococcal infection), viral and fungal infections, malignant disease especially lymphoma, vaccination and radiation.

Salzmann and Terrier will be entered later.

Bibliography:
E. Fuchs: Über knochenförmige Hornhauttrübung.
Albrecht von Græfes Archiv für Ophthalmologie, 1902, 53: 423-435. Über knochenförmige Hornhauttrübungen.
Albrecht von Græfes Archiv für Ophthalmologie, 1915, 89: 337-349.

A. J. Brocq: Schème des eruptions bulleuses. Le pemphigus subaigu malin à bulles extensives et faits connexes.
Annales de dermatologie et de syphilographie, Paris, 1919, 7: 449-461.

R. Debré, M. Lamy, M. Lamotte: Un cas d'erythrodermie avec épidermolyse chez un enfant de 12 ans. Bulletins de la Société de Pédiatrie, 1939, 37: 231-238.

A Lyell: Toxic epidermal necrolysis: eruption resembling scalding of the skin. British Journal of Dermatology, Oxford, 1956, 68: 355-361.

Cheers

Ingo :redface:

[ 07. November 2002 23:22: Beitrag editiert von Ingo Tschinke ]
 
W

walker

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
07.11.2002
Hallo Kai-Uwe,
ich habe es gesehen das dieses Thema schon mal behandelt wurde.
Leider gibt es in diesem Bericht keine aktuellen Daten die ich für meine Facharbeit benötige.
Bleibt dran und vielen Dank für deine Bemühungen
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Anästhesie und Intensiv
B

brellmann

Mitglied
Basis-Konto
17.02.2003
90475
Hallo Walker

Dei letzter Eintrag ist ja schon ziemlich alt und ich weiß nicht, wie weit Du mit Deiner Facharbeit schon gekommen bist.

Ich arbeite auf einer Intensivstation, die auch einen Bereich für Schwerbrandverletzte hat und wir behandeln ab und zu auch Patienten mit Lyell-Syndrom.

Es gibt an der Universitätsklinik Freiburg eine Abteilung, die sich mit dem Lyell-Syndrom befasst. Unsere Ärzte kooperieren bei jedem neuen Patienten mit Lyell-Syndrom mit dieser Uni-Klinik. Du kannst dort ja mal Dein glück versuchen. Dort gibt es bestimmt aktuelle Daten und die neuesten Therapie-Vorschläge.

Viel Erfolg

Bernd
 
Qualifikation
Krankenpflegediakon
Fachgebiet
chirurgische Intensivstation
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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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