Arbeitsrecht Lohnfortzahlung bei Berufsverbot wegen Schwangerschaft

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Frageliese

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25.07.2018
Ihr Lieben,

ich habe bis zur Bekanntgabe meiner Schwangerschaft als persönliche Assistenz gearbeitet und bekam wegen der Risiken in der Schwangerschaft ein Berufsverbot. Nun habe ich erfahren, dass die Organisation, die die Personalplanung der persönliche Assistenz übernimmt, sich von meiner Pflegepersonal trennt (Gründe hierfür sind mir nicht bekannt). Zwangsläufig löst sich damit auch mein Arbeitsvertrag auf. Bekomme ich dann keine Lohnfortzahlung mehr? Es sind noch einige Monate bis zur Geburt und schwanger werde ich keine neue Arbeitsstelle finden. Es geht ja auch um mein Elterngeld, das sich dadurch deutlich vermindern würde. Könnt ihr mir hierzu etwas sagen? Ich bin wirklich verzweifelt gerade...!!!
 
Qualifikation
Persönliche Assistenz
Fachgebiet
Pflege
Spindy 2607

Spindy 2607

Mitglied
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30.01.2016
Hallo!
Ich selbst hatte kein BV bei meiner Schwangerschaft, aber meine Frauenärztin meinte damals, dass derjenige, der das BV ausspricht auch das Gehalt übernehmen müsste. In der Klinik, in der ich arbeite, ist es mittlerweile gängige Praxis, die MA auf risikoarme Stellen zu versetzen wenn ein mitarbeiten nicht mehr möglich ist. Was ich nicht ganz verstehe ist
dass die Organisation, die die Personalplanung der persönliche Assistenz übernimmt, sich von meiner Pflegepersonal trennt
Was soll das bedeuten? Bist du quasi Leitung dieser Pflegegruppe und die Organisation steht drüber? Wer ist dein Arbeitgeber?
VG, Gabi
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester f. Onkologie / Pall. Care
Fachgebiet
Onkologie
M

Microknee

Mitglied
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31.08.2011
Augsburg
Hallo frageliese,

Du meinst sicher das Beschäftigungsverbot bei einer Risikoschwangerschaft. Das ist aber kein Berufsverbot, weil du deinen erlernten Beruf nach der SS wieder ausüben darfst. Es ist lediglich ein Verbot der Gynäkologin deine Beschäftigung in der bestehenden Form zu erledigen.

Das Geld während eines BV wird von der Krankenkasse bezahlt. Egal, wer es ausspricht.
Während einer SS bist erst mal unkündbar.

Ganz verstehe ich nicht, was du mit persönlicher Assistenz meinst: als was, bei wem?
Warum löst sich dein Vertrag automatisch auf, nur weil die Stelle gestrichen wurde? So verstehe ich deinen Post.
Hast du einen gültigen Arbeitsvertrag? Was für eine Tätigkeitsbeschreibung ist dort ausgewiesen? Ist dieser befristet oder an irgendwelche Kriterien gebunden?

Wenn er befristet ist, läuft der AV (glaube ich) einfach aus, auch während einer SS. Bin mir aber nicht sicher.
Wenn nicht, hast du Anspruch auf Erfüllung des AV seitens des AG und brauchst dir erstmal keine Sorgen machen.
Das Elterngeld berechnet sich aus dem Gehalt, welches du vor deiner SS bezogen hast.

Habt ihr einen Betriebsrat oder eine Arbeitnehmervertretung? Dort mal nachfragen, die können auch weiterhelfen.

LG Microknee
 
Qualifikation
OP-Schwester
Fachgebiet
OP-Managerin (IHK)
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Praxsianleitung OP
Fort- und Weiterbildung
Führungskräftewerkstatt
Ausbildung zur OP-Managerin
PflegerPhil

PflegerPhil

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16.02.2014
Köln
Ich gestehe den Ausgangspost nicht komplett. Da fehlen leider ein paar Infos.

Grundsätzlich: Der Arbeitsvertrag einer schwangeren kann nicht einfach "aufgelöst" werden. Gekündigt kann dieser Vertrag nur mit Zustimmung des Gewerbeaufsichtsamtes! So lange du keine Kündigung erhälst geh davon aus, dass du weiter dort beschäftigt bist. So lange hast du ein recht auf Weiterzahlung deines Gehaltes.
Solltest du jetzt aber eine Kündigung erhalten, oder die Ankündigung, dass dein Arbeitsplatz weggefallen ist, geh schnellstmöglich zu einem Anwalt, deiner Gewerkschaft oder Berufsverband, damit die notwendigen rechtlichen Schritte eingeleitet werden. Sollte eine Kündigung bestand haben, bitte deine Frauenärztin dein BV aufzuheben, sonst hast du
1. Keine Arbeit -> kein Gehalt
2. Wegen bv nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung -> kein ALG 1

--> Heißt am Ende HARZ IV
Ohne BV kannst du wenigstens ALG 1 beantragen ohne Gefahr zu laufen, dass du zur Arbeit gezwungen werden kannst, denn wie du schon sagst: Wer stellt schon ne schwangere ein?

Wende dich am besten jetzt wo alles noch unklar ist auch mal an das Gewerbeaufsichtsamt und frag nach ob deine Kündigung von denen bewilligt wurde.

LG
PP
 
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