Nephrologie lebendnierenspende?

Carrie1409

Carrie1409

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Hallo ihr Lieben,

zu allererst, ich bin neu hier :) bin 20 jahre alt, habe gerade die ausbildung zur gesundheits- und krankenpflegerin angefangen und komme aus der Landeshauptstadt NRW's ;)

Nun habe ich eine ganz spezielle Frage an euch:

Habt Ihr Erfahrungen mit Lebendnierenspenden? Könnt Ihr mir ein paar Infos geben?

Zum Background: Ein langjähriger sehr guter Freund von mir ist nun seit mehreren Jahren dialysepflichtig...Nach Glomerulinephritis. Ich bekomme live mit, wie schlecht es ihm damit geht... Er hat 2 kleine Jungs, für die er aufgrund der Erkrankung nicht da sein kann. Er ist kaum belastbar, fühlt sich oft körperlich nicht gut,...
Nun überlege ich mir schon seit 1 Jahr, ihm eine meiner Nieren zu spenden. Ich hab 2 von den Dingern, ich kann auch mit einer leben, wo ist also das Problem? Für mich steht mein Wunsch außer Frage.

Nun, wer kann mir ein bisschen was über den Ablauf erzählen?Wie schauts mit der Ethik-Komission aus? Ich habe schon gegoogelt, aber ich hätte gern Insider-Infos....

Liebe Grüße

Carina
 
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matras

Hallo,

zunächst mal Hut ab vor Deinem Mut!!!

Dennoch, - so leicht ist das nicht. Es müssen trotzdem noch allerhand Dinge geregelt werden und stimmen! Außer der Hürde von der (von Dir schon genannten) Ethikkommision werden einige Ausschlußkriterien, wie Gewebskompatibilität, eigene Gesundheit usw. zu nehmen sein.
Letztlich wird Dir die Entscheidung aber niemand abnehmen können. Ob Du zugunsten Deines Freundes auf eine Niere verzichten willst, musst Du mit Dir abmachen. Der Weg entsteht dabei im gehen....

Gruß Matras
 
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traveler

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Liebe Carrie,

Respekt vor deinem Wunsch, aber ich habe Zweifel ob du dies wirklich zu Ende gedacht hast.
Ich hab 2 von den Dingern, ich kann auch mit einer leben, wo ist also das Problem?
Wenn du das wirklich so meinst, dann würde ich dir dringend Gespräche mit dem Transplantationszentrum empfehlen.

Abgesehen von ethischen, zwischenmenschlichen und medizinischen Aspekten und Problemen, die Wahrscheinlichkeit das deine Niere passt ist sehr, sehr, sehr gering.

Du kannst als Erstkontakt auch das Dialysezentrum deines Freundes nutzen. Beim Vergleich der Blutgruppen könnte sich dabei schon herausstellen - geht nicht.

Mach den ersten Schritt vor dem Zweiten.

Gruß renje
 
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mary_jane

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Liebe Carrie,

Mutig deine Entscheidung.
Ich würde dir auch empfehlen dich in einem Transpalantzentrum zu informieren.

Für den Fall, dass du wirklich eine Niere spenden willst, müsst du vor der Ethikkomission erklären warum du spenden willst.
Da du keine Verwandte bist kann das manchmal etwas schwieriger sein.

Dann muss man auch noch sehen ob du überhaupt der passende Spender bist.

Du solltest auch bedenken das eine Nephrektomie kein kleiner Eingriff ist und es durch Kompilkationen geben kann.

Eine NTX ist nicht zwangsläufig von Erfolg gekrönt auch darüber sollte man sich vorher im Klaren sein.

Ebenso kann es ein, dass die Lebensqualität nach NTX nicht unbedingt besser ist. Es müssen viele Medikamente mit Nebenwirkungen eingenommen werden um das Immunsystem zu unterdrücken.

Will dir nichts ausreden, wollte dir nur ein paar Ansätze aufeigen mit denen man sich vorher auseinander setzen sollte.

Hatte schon viel mit NTX Patienten und deren Angehörigen zu tun und hatte oft das Gefühl dass viele nicht wussten was auf sie zukommt.

lg mary
 
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Carrie1409

Carrie1409

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Hallo,

ich danke euch für eure Anregungen.

Ich hatte eh im neuen Jahr vor, einen Termin im Transplantationszentrum in Essen zu machen. Dies ist wohl zuständig für meinen Freund (im Sinne von total enger Freund, nicht der Beziehungsfreund ;) )

Zum Thema Blutgruppen, ich hab jetzt im Internet gelesen, dass diese nicht mehr entscheidend ist... Also soll wohl nach vorheriger Therapie bei einer Blutgruppenunverträglichkeit des Empfängers jede Niere passen. Wie sieht das in der Realität aus?
Die Blutgruppen passen grundsätzlich wohl nicht. Ich habe A1 (Rh(D)positiv,ccD.EE, Kell +k+) und der Empfänger hat 0 positiv. Umgedreht wärs wohl besser.
Werden die HLA's auch getestet?

Natürlich stehen keinerlei finanzielle Aspekte im Hintergrund, auch erwarte ich keine lebenslange Dankbarkeit oder sonstige emotionalen Verpflichtungen des Empfängers an mich.

Selbst wenn die Transplantation daneben gehen sollte, ich wäre froh und dankbar, es zumindest versucht zu haben. Dass er nicht möchte, dass seine Frau spendet, wegen den Kindern, kann ich zu 100% nachvollziehen..

Nur mit meinem Wunsch, ihm eine Niere zu spenden, gerate ich ja nicht in eine Verpflichtung. Sollte ich zwischendrin Bedenken bekommen, kann ich ja immernoch Nein sagen...
Aber Bedenken habe ich eigentlich keine!
Mich interessieren eure Erfahrungen in diesem Bereicht...

Und ich finde es gut, dass Ihr mir neue Gedankenanstöße gebt. Denn selbst wenn ich bereits 1 Jahr mit dem Gedanken spiele, heisst es nicht, dass meine Gedanken vollständig sind ;)

Liebe Grüße

Carina
 
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henneschen13

henneschen13

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Hallo!
Bin von Zeit zu Zeit hier im Forum unterwegs und daher erst jetzt auf deine Frage gestossen und bin unheimlich neugierig, was aus deinen Überlegungen geworden ist?
Ich arbeite seit ca. 9 Jahren in einer Dialyse und habe von daher auch schon Lebendspenden begleitet. Es wird nicht von jeder Ethikkommision einer Lebendspende von guten Freunden zugestimmt. Bin wie schon gesagt neugierig wie es weitergegangen ist und wie geht es deinem freund mittlerweile??!

Liebe Grüsse
fchenenschen :eek:riginal:
 
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Carrie1409

Carrie1409

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hallo,

bis jetzt hat sich nicht viel getan.
ich habe ihm gesagt, er soll bitte einen termin im transplantationszentrum ausmachen, wenn er zeit hat. hat er bis jetzt nicht getan..
ich glaube, er hat einfach angst und traut sich nicht oder hat schiss, dass ich zurückziehe... ich will ihn aber auch auf keinen fall drängen....
schwierig...

lg carina
 
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orbity

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Hi Carrie.

Ich finde es auch toll, dass Du mit dem Gedanken spielst / gespielt hast. Wir haben immernoch viel zu wenig Menschen in der BRD die sich mit der Frage Organspende beschäftigen. Es ist echt deprimierend zu sehen wie Menschen langsam dahin vegetieren nur weil sich andere Menschen keine Gedanken über Organspenden machen. Dabei verlange ich ja garnicht, dass jeder einer Organentnahme zustimmt. Es soll sich nur jeder mal damit beschäftigen; sich eine Meinung bilden.

Die Sache mit der Blutgruppe ist etwas komplizierter. Da kein Blut transplantiert wird ist die Blutgruppe erstmal nicht so wichtig. Allerdings haben die Gewebe jedes Menschen bestimmte "Oberflächenmerkmale" die genetisch bestimmt werden. Anhand dieser Merkmale auf den Zellen entscheidet das Immunsystem des Empfängers ob das neue Organ als fremd angesen und abgestoßen oder ob es akzeptiert wird.
Mit bestimmten Medikamenten ist es kein Problem das Immunsystem gezielt, dass heisst nur bestimmte Zellen des Immunsystems, zu unterdrücken und damit die neue Niere zu schützen.
In der Nephrologie sind Abstoßungsreaktionen des Körpers damit eigentlich nichtmehr das Hauptproblem. Je unterschiedliche aber die Gewebemerkmale sind, desto stärker muss das Immunsystem unterdrückt werden und umso gefährlicher wird es für den Empfänger.
Das Leben mit einer neuen Niere wird aber in den meißten Fällen besser als mit der Dialyse. Es wird wieder lebenswert.

Für den Spender sieht es nicht ganz so gefährlich aus wie viele annehmen. Du hast ganz recht, Du hast zwei von den Dingern. Mit einer gesunden Niere kann man fast ohne einschränkungen Leben. Probleme treten, wenn überhaupt, meisst erst im hohen alter auf wenn die Nierenfunktion abnimmt. Das passiert aber bei jedem Menschen. Die OP ist wahrscheinlich das größere Risiko. Ich würd`s machen.

Liebe Grüße

Orbity
 
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Renelli

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AW: Re: lebendnierenspende?

Hallo,
ja es gibt die sogenannte blutgruppeninkompatieble Transplantation bei Nieren.Wir machen das hier in Jena auch.Aber die Vorbereitungen sind für den Empfänger nicht ohne und ihr solltet da unbedingt Nutzen und Risiko abwägen.Seit wann steht denn dein Freund auf der Warteliste und wie lange dialysiert er schon?Ich denke,wenn es ihm an der Dialyse so schlecht geht,sollte man auch da schauen,was man noch anders machen kann.Denn in eine NTX sollte man relativ fit gehen!
Viel Erfolg!
 
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Fachkrankenschwester
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