Lagerungshilfsmittel und Wechseldruckmatratze

  • Ersteller JoSaHH
J

JoSaHH

Neues Mitglied
Basis-Konto
07.03.2021
Moin liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich arbeite im Haus- und Pflegenotruf in Hamburg als exam. Krankenpfleger und wir haben eine feste Tour von Patienten die nachts gelagert werden und Inkoversorgung bekommen. Sehr häufig stelle ich fest das Patienten mit Wechseldruckmatratze das Bett vollgestopft mit dicken Kissen zur Lagerung haben. Das widerspricht komplett meinem erlernten und meine Erfahrung eine Wirkung der Wechseldruckmatratze zu erreichen. Ein Pflegedienst behauptet da nun, das der Hersteller Lagerungshilfsmittel als kein Problem ansehen würde. Auf der Homepage habe ich dazu nichts gefunden und es widerspricht ja auch jeglichem Verstand. Hat jemand von Euch Infos wo man hierzu etwas schriftlich finden kann bzw eigene Erfahrungen oder Ideen.
 
Qualifikation
exam. Krankenpfleger/Palliativfachpfleger
Fachgebiet
z.Zt. Haus- und Pflegenotruf/Nachtdienst
C

Cutter

Mitglied
Basis-Konto
16.11.2008
Hannover
Du machst es richtig, wenn Du es so machst, wie Du es erlernt hast. Und genau dort findest Du auch Deine Antwort: In den Lehrbüchern.
Und Deine Vorgesetzten würde ich das auch genau so unter die Nase reiben. Vermutlich werden sie genau das korrekte Lagern auf einem Wechseldrucksystem auch gelernt haben (*grübel: oder nicht???*).

Ein Gesetz wird es nicht geben. Ein Hersteller wird sich höchst wahrscheinlich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, daß er die Lehrbücher infrage stellt. Eher noch unterstützen und diese falschen Lagerungen mit Warnhinweisen versehen.

Du bist letztlich für die Lagerung verantwortlich. Es richtig zu machen ist also sehr gut für Deine Klienten und letztlich für Dich.

In unserer Einrichtung kämpfen wir auch immer gegen diese "Lagerungsirrglauben" mit den 100 Kissen und Rollen. Es gelingt mir aber meist schnell andere Mitarbeiter davon zu überzeugen, das es eben Irrglauben sind, wenn ich ihnen erkläre, wie sie die Funktion der Wechseldruckmatratze sabotieren, indem sie 100 Kissen und Rollen mit im Bettchen unterbringen (inkl. Spannbettlaken und Stecklaken). Sowas gefährdet in erheblichem Maße die Gesundheit der zu Pflegenden.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
  • Gefällt mir
Reaktionen: supetrosu
J

JoSaHH

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
07.03.2021
Moin Cutter, Dankeschön für Deine Antwort....ich hatte mir etwas mehr Resonanz hier erwartet, freue mich aber über zumindest eine Antwort :)
 
Qualifikation
exam. Krankenpfleger/Palliativfachpfleger
Fachgebiet
z.Zt. Haus- und Pflegenotruf/Nachtdienst
petruschka66

petruschka66

Mitglied
Basis-Konto
29.01.2016
Kreis Rotenburg
Für mich ist die Devise weniger ist manchmal besser. Durch die Kissenberge wird die noch vorhandene Beweglichkeit stark eingeengt. Ich habe auf gehört mit den Leuten darüber zu reden, denn es wird so weiter gemacht unter dem Motto : " Das haben wir immer schon so gemacht. " Besonders bei Schulungen habe ich mal die Stationleitung mal gelagert, wie sie es angeordnet hat. Bei meiner Frage nach den Lagerungsgefühl kam ein böser Blick und energisches Nein. Es hatte sich nicht geändert.
 
Qualifikation
Fachkraft
M

Menschenkind

Mitglied
Basis-Konto
18.12.2012
Der Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe von 2017 beschreibt nicht konkret, dass Lagerungen bei gleichzeitigem Einsatz von Wechseldrucksystemen ausgeschlossen werden müssen (Seite 43).

Der Einsatz von Wechseldrucksystemen wird empfohlen, wenn Wechsellagerungen nicht oder nur eingeschränkt möglich sind - also wird eine Lagerung bei gleichzeitigem Einsatz einer Wechseldruckmatratze nicht ausgeschlossen.

Teilweise ist so eine Lagerung also nur mit Lagerungsmaterialien möglich, aber wie schon gesagt könnte hierdurch auch eine Mobilitätsbehinderung des Nutzers hergestellt werden, die wiederum kontraproduktiv wirkt.

Wesentlicher Aspekt für mich ist: Wird durch ein Lagerungskissen an einer bestimmten Stelle ein erhöhter Druck auf das Gewebe hergestellt als die Wechseldruckmatratze, so sollte der Einsatz kritisch gesehen werden.
Ist dadurch gezielt an einer relevanten Stelle jedoch 0-Druck, welcher gewünscht/erforderlich ist, so dürfte der Einsatz von Lagerungshilfsmitteln durchaus ein probates Mittel sein.

Wie beschrieben, wird jedoch das Bett "vollgestopft" mit Lagerungshilfsmitteln, was wahrscheinlich auch seine Ursache darin haben dürfte, dass die Bezugsperson keine klaren Angaben zur korrekten Lagerung gemacht hat und jeder "nach Gusto" verfährt. Hier sind wir wieder im Expertenstandard Strukturqualität S5a "Die Pflegefachkraft verfügt über die Kompetenz, die Notwendigkeit und die Eignung druckvertielender und -entlastender Hilfsmittel zu beurteilen und diese zielgerichtet Einzusetzen".
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)

Verwandte Forenthemen

magunda
Hallo Ihr alle! Eine sowieso schon "geschlagene " Patientin soll unbedingt Resonium Pulver zu sich nehmen. Zwei Tage hat´s mit viel...
  • Erstellt von: magunda
0
Antworten
0
Aufrufe
69
magunda
P
Hallo Neu hier und schon 2 Fragen Wisst ihr, wieviel km eure Touren gehen, bzw die Tour die ihr fahrt? Fahrt ihr nur in einer...
  • Erstellt von: Pferdefan
12
Antworten
12
Aufrufe
551
Flybee
P
Hallo Ich weiß heikles Thema. Ich habe gerade eine Stelle bei einem ambulanten pflegedienst angefangen. Ich bin seit 6 Jahren nur...
  • Erstellt von: Pferdefan
7
Antworten
7
Aufrufe
632
C
E
Guten Tage, leider bin ich im Internet noch nicht ganz fündig geworden, und hoffe sie können mir ggf. Weiterhelfen. Ich bin examinierte...
  • Erstellt von: Ella1208
2
Antworten
2
Aufrufe
302
Zum neuesten Beitrag
Menschenkind
M