Lagerung Urinbeutel

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Edwin Laufer

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Hallo,
mein Name ist Edwin und ich pflege meine Mutter daheim. Sie hat einen Dauerkatheter. In der Nacht hat sie einen großen Urinbeutel und morgens wird dieser gegen einen kleineren Tagesbeutel getauscht, abends ist es dann umgekehrt. Meine Frage ist folgende: Wie muß ich den Urinbeutel, während er nicht benutzt wird, lagern? Gibt es da irgendwelche Vorschriften. Bisher habe ich diesen geleert und dann abgelegt. Allerdings sammelt sich im laufe der Zeit immer noch Urin an. Für Informationen wäre ich sehr dankbar.
Es grüßt
Edwin
 
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lulli00

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Hallo

eigentlich ist eine Diskonjektierung des Urinbeutels äußerst ungünstig. Ich weiß das dass in der häuslichen Pflege allerdings ständig gemacht wird.
Ich finde es sehr gruselig. In den Beuteln können sich wunderbar die Keime vermehren und über den Katheter in die Blase aufsteigen. Dort verursachen sie dann einen Harnwegsinfekt. Zudem gelangen über die Manipulation auch sonstige äußeren Keime in das System.

Grundsätzlich müsste immer ein original verpackter Beutel ran gemacht werden. Eine Desinfektion der Konjektierungsstelle ist aus o.g. Gründen nicht ausreichend. Es ist vorzuziehen den Beutel nicht zu diskonjektieren.

Urinbeutel – PflegeWiki

Wechselintervalle Urinbeutel/
 
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Karola Weissbrich

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Hallo Lulli,
also zusammengefasst für Nicht-Fachleute: jedes Abstöpseln ist ungünstig, und eigentlich müssten die Beutel nach einmaligen Gebrauch direkt in die Tonne wandern?
Dann würde man bei dem Tag- UND Nachtsystem den Nachtbeutel jeden morgen wegwerfen müssen, richtig?
Danke
Karola
 
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Edwin Laufer

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Danke für die schnelle Reaktion. Ich glaube, dass ich mit der Lagerung einen riesigen Fehler begangen habe. Morgens habe ich den Urinbeutel geleert und ins Bad gehangen. Abends sah er dann so wie auf den Fotos aus. Den gesammelten Urin habe ich in den Beutel laufen lassen und habe diesen nochmals geleert und anschließend für die Nacht angeschlossen. Im November war meine Mutter wegen einer Harnwegsinfektion im Krankenhaus und jetzt weiß ich auch, dass es meine Schuld war. In zwei Wochen kommt meine Mutter in ein Pflegeheim und ich hoffe, dass sie dort keinen Dauerkatheter mehr benötigt.
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lulli00

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Hallo.

Ja man kann es so zusammenfassen. Ein Beutel der abgemacht wird, sollte in den Müll. Allerdings sollte der Beutel gar nicht erst abgemacht werden.

Karola ein Tag- und Nachtsystem gibt es nach fachmännischer Versorgung gar nicht.

Auch eine Krankenkasse bzw. Pflegekasse berücksichtig diese ständige Wechselei nicht. Die geht davon aus das das System fachmännisch versorgt und eben nicht "abgestöpselt" wird. Somit fallen auch keine weiteren Kosten für verworfene Beutel an. Demnach werden keine neuen Beutel, über den fachmännische Bedarf hinaus, von der Kasse finanziert. Ich weiß allerdings das aus dieser Not heraus ständig die Beutel "gelagert" und wieder angehangen werden. Allerdings erschließt sich mir die Wechselei nicht ganz. Man kann andere Wege finden, das ein Urinbeutel nicht in der Öffentlichkeit präsentiert werden muß.

Hat man dich denn nicht in der Versorgung angeleitet und habt ihr keinen Pflegedienst?

Mach dich jetzt aber bitte nicht fertig wegen der HWI. Leider sieht man das sogar zu häufig bei Fachkräften :(
 
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Karola Weissbrich

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Lulli, danke. Allerdings pflege ich aktuell nicht mehr ;-)
Edwin, mach Dir bitte keine Vorwürfe! Du hast das Beste getan, was Du konntest, mehr kann man einfach nicht leisten.
Und wenn Du keine gute Beratung/Information bekommen hast, konntest Du das wirklich nicht wissen. Und wie Lulli schrieb, scheint es ja auch bei Fachleuten durchaus gängig zu sein.
Hast Du einen Pflegedienst? Die sollten Dich beraten, ansonsten hat vielleicht noch hier eine der Fachkräfte eine Idee.
Dir und Deiner Mutter alles Gute!
Karola
 
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Edwin Laufer

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Vielen Dank an Karola und Lulli ihr habt mir sehr geholfen. Bisher hatte meine Schwester das Zepter in der Hand und ich muss sagen, dass ich absolut überfordert bin. Ab Montag kommt ein Pflegedienst. Danke nochmals für Eure Hilfe und die guten Wünsche.
Euch auch alles Gute
Edwin
 
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lulli00

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Sehr schade das man Dich damit alleine gelassen hat.

Pflege ist eine sehr große Verantwortung die man nicht mal eben so übernehmen kann. Überforderung lässt eine Pflegesituation leider sehr häufig eskalieren.

Es ist sehr gut das Du Dir Hilfe gesucht hast.
Wenn du interesse an der Materie hast, kann ich dir das Buch Pflege Heute empfehlen. Ist zwar recht teuer aber das steht leicht verständlich alles drin. Selbstverständlich ersetzt das aber keine Ausbildung. Dennoch kannst du die Handlungen etc. Nachlesen und ggf. hinterfragen.

Alles Gute weiterhin
 
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Karola Weissbrich

Karola Weissbrich

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Hallo Edwin,
ich bin froh, wenn wir Dir etwas helfen konnten.
Es ist gar nicht wichtig, wie und warum du Dich mit dieser Verantwortung wieder gefunden hast, die Entscheidung, Dir professionelle Hilfe zu holen, auch noch für die zwei Wochen, ist richtig!
Auch von alles Gute weiterhin!
Karola
 
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Housearzt

Also ich kenne das seit 8 Jahren auch nicht anders aus der ambulanten Pflege;

(Bei mobilen Patienten) Morgens Nachtbeutel (gross) ab, leeren, aufhängen und Beinbeutel (klein) ran. Abends Beinbeutel ab, leeren, aufhängen und Nachtbeutel (gross) wieder ran. Immer Anschlüsse desinfizieren. Nächsten Tag von vorn mit den selben Urinbeuteln.

Der Arzt entscheidet, wie oft der Beutel erneuert wird.

(Bei nicht mobilen Patienten) Manche Patienten entscheiden auch selbst, wann sie den Beutel wechseln wollen, weil er evtl. nicht mehr so ansehnlich ist, nach einer Woche z. B.
 
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regenpfeifer

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Danke für die schnelle Reaktion. Ich glaube, dass ich mit der Lagerung einen riesigen Fehler begangen habe. Morgens habe ich den Urinbeutel geleert und ins Bad gehangen. Abends sah er dann so wie auf den Fotos aus. Den gesammelten Urin habe ich in den Beutel laufen lassen und habe diesen nochmals geleert und anschließend für die Nacht angeschlossen. Im November war meine Mutter wegen einer Harnwegsinfektion im Krankenhaus und jetzt weiß ich auch, dass es meine Schuld war. In zwei Wochen kommt meine Mutter in ein Pflegeheim und ich hoffe, dass sie dort keinen Dauerkatheter mehr benötigt.
Anhang anzeigen 1451 Anhang anzeigen 1452
Hallo,
bei mir wurde letztes Jahr eine urologische Operation (transurethral) durchgeführt. Den Dauerkatheter (Uromed Voll-Silikon) hatte ich für 10 Tage drin. 2 Tage nach der Operation konnte ich das Krankenhaus verlassen. Von Anfang an war ein 2Liter Urinbeutel (MonoFlo, 120cm Schlauch) angeschlossen. Es war nicht vorgesehen den Beutel gegen einen kleineren Beutel (Beinbeutel) für tagsüber zu tauschen. Es wurde mir genau erklärt, dass eine Trennung bzw. ein Wechsel der Urinbeutel sehr kritisch in Bezug auf Keime sei. Mit dem Beutel kam ich auch tagsüber sehr gut zurecht, unter einer langen Hose welche etwas weiter geschnitten ist ging das sehr gut. Einkäufe, und sonstiges war kein Problem - ich musste mich aber trotzdem schonen. Da ich viel getrunken habe, hatte ich die ganze Zeit über kein einziges Problem mit dem Katheter und dem Beutel. Die Nachtruhe war ebenfalls perfekt, der Beutel hing am Bettrand. Ich hätte mich für 2 Beutel entscheiden können, aber der Reinigungsaufwand wäre doch hoch gewesen. Mehrmaliges auswaschen der Beutel, zum Schluss mit steriler und verdünnter Essigessenz. Zusätzlich die Gefahr der Keimeinschleppung durch trennen eines geschlossenen Systems. Ich hatte nach der Katheterentfernung noch 2 Tage leichte Probleme beim Wasserlassen. Danach war alles wieder wie vorher. Ich würde jedem empfehlen den Beutel niemals abzumachen - 10Tage sind eine lange Zeit - gehen aber auch vorbei.
 
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Hallo zusammen,
das Thema ist mir aus dem stationären Bereich bekannt und dort war es dann auch immer ein Problem, wenn sehr mobile Bewohner einen Beinbeutel hatten und in der Nacht sehr viel ausschieden. Von den Ärzten bzw. Kassen erhielten die Bewohner eine nur begrenzte Anzahl an Beuteln, zudem auch oft in schlechter Qualität, denn da gibt es schon große Unterschiede im Tragekomfort.
Zu Beginn meiner beruflichen Tätigkeit habe ich dann wie selbstverständlich auch die Beutel vollständig gewechselt und im Badezimmer aufgehangen. Später gab es dann aber eine rechte gute Lösung, die aus meiner Sicht durchaus eine Verbesserung war.
Ein hochwertiger Beinbeuten wurde am Tag und in der Nacht getragen. Am Ablass des Beitels gab es einen Adapter, an den der große Nachtbeuten angeschlossen wurde. So ist dann in der Nach der Urin durch den Bein- in den Nachtbeutel geflossen. Sicherlich keine optimale Lösung, aber immer noch besser als das tägliche Wechseln am DK selbst. Die Beutel hatten beide eine Rücklaufsperre.

So hat das dann ausgesehen.

Beutel.jpg
 
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regenpfeifer

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Hallo,
täglicher Wechsel am DK ist risikobehaftet so wurde es mir ebenfalls kund getan. Deshalb wurde von Anfang an ein Bettbeutel angeschlossen. Gewiss, der Monoflo ist ein großer solider Urinbeutel und sehr zuverlässig. Ich hatte den Beutel Tag wie Nacht immer dran, und es war gut so. Die nächtliche Ausscheidung lag meist über einem Liter, lag aber eher daran das ich ausreichend viel getrunken habe. Die Abstöpselei würde ich niemand raten, mit etwas Motivation kommt man gut damit zurecht. Der Katheter war fast angenehm zu tragen.
 
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NikSpy

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Hallo zusammen,
hoffentlich ebenfalls passend zur Thematik:
Wie kann man sich das im Pflegeheim genau vorstellen, also wo hängt der Bett-Beutel z. B. welche Position am Pflegebett und wie läuft der Schlauch am Bett normalerweise vorbei? Besteht Nachts nicht die Gefahr, dass der Katheter abfällt?

PS: Vielleicht wäre jemand so lieb und könnte vielleicht ein Bild oder Produktnamen teilen, für einen Urinbeutel, den man üblicherweise in der stationären Pflege in Heimen nutzt? Für eine Studienarbeit von mir wäre es interessant zu wissen, wie der Urinbeutel als Pflegehilfsmittel in der stat. Pflege genutzt wird, ggf. würde ich einfach einen bestellen zum anschauen.

Liebe Grüße
Nikki
 
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