Kuscheltier im Bett???

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Pauline81

Mitglied
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29.03.2007
45527
Hallo,

ich muss mal was loswerden,was mir irgendwie sehr am Herzen liegt und hoffe auf ein paar Kommentare!

Also...wir haben eine Patientin die seit ein paar Jahren im Koma liegt und sich was dieses Thema betrifft,nicht äußern kann.
Zu den meisten Anlässen werden die Patienten von meiner Chefin mit einer Kleinigkeit beschenkt(was ich ja auch toll finde) und diese Dame bekam dieses Jahr zu Ostern einen kleinen Teddybär.
Ich weiß allerdings nicht,wieso grad sie diesen Teddy bekam,denn es ist in keinsterweise bekannt das sie einen besonderen Bezug zu diesen Tieren hat.
Ein paar meiner Kollegen meinen jetzt sie müssten ihr diesen Teddy in den Arm legen,als würde sie mit ihm kuscheln.
Ich aber finde es jedesmal schrecklich und respektlos dieser Frau gegenüber.
In der Schule habe ich gelernt,das dies schon eine Form von Gewalt ist(Infantilisierung).
Ich nehme ihr den Teddy dann aus dem Arm und setzte ihn ins Regal.

Ich finde es einfach nur schlimm,würde dies gerne im Team ansprechen....
wollte jedoch erst sehen,ob ich das zu eng sehe,oder ob mir jemand zuspricht.
Vielen lieben Dank
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
ambulante Pflege
MuuuHaaa

MuuuHaaa

Gesperrter Benutzeraccount
07.02.2007
0815
Hallo Pauline,

ich kann dich zum Teil verstehen.
Ich würde es auch nicht mögen. Ich bin ebenfalls ein Gegner der Infantilisierung. (welche sich zum Teil auch in Vorstellungswänden, innerhaln von manchen Bereichen darstellt(als Teddybär, beim Schlittenfahren, als Leuchtturm wärter oder ähnlichem))

In diesem Fall würde ich es einfach ansprechen. Allerdings scheint es eine Tradition deiner Chefin zu sein, dann wäre es besser du würdest sie ansprechen.

Wenn diese Frau seit Jahrem im Koma liegt, glaube ich allerdings auch nicht das der Teddybär sie daran hindern würde aufzuwachen.

Oder in Anlehnung an Freud:

Manchmal ist ein Teddybär einfach nur ein Teddybär....oder
Manchmal ist ein Teddybär einfach nur eine Aufmerksamkeit, welche man einfach erfreut zu Kenntnis nimmt.


Gruß
Vader
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
B

Butterfly26

Hallo Pauline,

ich sehe darin kein Problem, mich persönlich würde es nicht stören. Ich finde es nicht unbedingt verkehrt wenn man jemanden ein Kuscheltier ins Bett legt. Manchmal vermittelt das ein beruhigendes Gefühl, habe das schon häufiger bei Demenzkranken und Komapatienten erlebt. Aber um allen Vermutungen aus dem Weg zu gehen würde ich einfach mal die Angehörigen befragen.........

In diesem Sinne, ich knuddel mich an mein Kuscheltier und gehe in mein Bett......... :)
 
B

Batz

Mitglied
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15.05.2006
64625
Hallo!
Grundsätzlich ist gegen Kuscheltiere nichts zu sagen.
Manche mögen sie sogar sehr.
Aber man sollte vielleicht die Angehörigen fragen ob die Patientin ein Anhänger von Kuscheltieren ist.
Lg Batz:wink:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
P

Pauline81

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
29.03.2007
45527
Hallo,

das ist es ja eben....die Pat hat seit sieben Jahren nicht ein Kuscheltier gehabt und wenn sie so darauf "stehen" würde,hätten ihr die Angehörigen schon was besorgt....ich kann absolut nicht verstehn,wie manche Pflegkräfte das so einfach hinnehmen....
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
ambulante Pflege
C.Tina

C.Tina

Mitglied
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30.01.2006
25489
Hallo,

ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
Bei mir auf Arbeit gibt es einige Bew. die ein Kuscheltier im Bett haben (nicht nur Demente) und es beruhigt sie ungemein wenn sie diese Stofftiere im Arm halten.
Ich persönlich finde absolut nichts negatives daran.
Könnte es vielleicht auch sein,das es den Angehörigen deiner Pat. bisher einfach nur *peinlich* war ein Kuscheltier zu einer erwachsenen Frau ins Bett zu legen? Wie reagieren sie denn auf den Teddy von Deiner Chefin?
Ich würde die Angehörigen einfach mal drauf ansprechen,aber ohne den eigenen Widerwillen dazu zu äussern.


LG,Tina
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin
Fachgebiet
Senioren - und Pflegeheim
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Palliative Care
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
Wichtig ist doch nur die Geste. Die Patientin hat ein Geschenk bekommen an dem sie sich erfreuen kann.

Ob sie dies wirklich tut, kann man leider nicht feststellen. Ich kann aber von meinen Patienten in der ambulanten Pflege berichten, dass diese Menschen sich über Geschenke sehr freuen und diese als etwas besonderes ansehen.

Eine 95 jährige, die nie etwas mit Kuscheltieren am Hut hatte, bekam einen großen Hasen geschenkt, zu Ostern. Dies geschah vor 3 Jahren. Der Hase bekam einen "Ehrenplatz" auf der Couchlehne der Patientin, auf der sie sich viele Stunden am Tag aufhält. Manchmal findet man diesen Hasen morgens auf der Sitzfläche liegend.

Tja warum wohl? Vermutlich hat die Patientin ihn sich von der Lehne geholt. Ich käme nie auf die Idee, hier zu sagen, die Patientin würde "infantilisiert".

Und genausowenig würde ich dies bei einer Komapatientin behaupten. Wir wissen nicht, was wirklich bei den Komapatienten ankommt und wieviel sie von dem Geschehen rundherum aufnehmen können. Aber Fakt ist, dass man immer wieder feststellt, dass Komapatienten oft mehr wahrnehmen als wir vermuten können. Ein Stofftier fühlt sich warm an, erzeugt normalerweise kein unangenehmes Gefühl. Warum sollte man das einr Komapatientin vorenthalten?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
R

Rixte

HAllo,
Ich arbeite viel mit Komapat.
Habe mich auch immer wieder ein wenig gewundert, warum es so viele Kuscheltiere gibt.
Habe festgestellt, die Besucher wollen etwas mitbringen. Das meiste kommt nicht in Frage, und so wird es ein Kuscheltier,
das ist weich und es kann angefasst werden.
Ich nutze für mich einige dieser Tierchen. Sie sind manchmal prima um die Hände richtig zu lagern. :thumbsup2:
Kommt natürlich auf Form und Größe an.

Gruß Rixte
 
knigge

knigge

Gesperrter Benutzeraccount
16.07.2006
22111
Hallo,
aslo ich finde es auch gar nicht so schlimm und es ist wirklich nett von der Chefin, dass auch diese Pat. etwas bekommen hat.

Was spricht dagegen? Eigentlich gar nichts. Ich würde auch die Angehörigen fragen, ob es okay ist.

Ich selbst habe total gute Erfahrungen mit Kuscheltieren. Kommen immer gut an und werden angenommen.

Eine Bew. macht jede Nacht ihr Bett frei, geht freiwillig auf ihr Ldedersofa schlafen und in ihrem Bett legt sie ordentlich aufgereiht ca. 10 Kuscheltiere und die Puppen kommen in den Rollator.

knigge
 
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