Allgemein Kundenauftrag abgesagt nach Hospitation

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steffie.berlin

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Hallo,

Nächste Woche hätte ich einen Auftrag von Mo-Fr 54km Entfernung gehabt (eigentlich schon letzte Woche). Da ich "nur 1,5h Fahrt hätte, wär ich tägl. hingefahren. Wurde alles in den Stundensatz einkalkuliert also kein Ding. Ich hatte mit dem Kunden bereits bei der Verhandlung schon Diskussionen bzgl. meiner Konditionen, letztlich lies der Kunde sich aber (zähneknirschend) darauf ein. Es wurden 9 Dienste vereinbart. von diesen 9 Diensten wurden 2 Wochen nach Vertragsabschluss 4 Dienste gestrichen. Dies wurde mir zunächst nicht mitgeteilt. Erst als der Kunde anrief um nach einem Hospitationstag zu fragen und ich nach der Terminvereinbarung nochmals mündlich den vereinbarten Auftragszeitraum bestätigte rückte der Kunde damit raus (er hätte vergessen mir bescheid zu geben). Blieben also nur noch 5 Tage. Der Hospitationstag fiel allerdings auf einen Tag, der innerhalb des gestrichenen Zeitraums lag :spinner:.

Letzten Donnerstag war ich dann also für ein paar Stunden zur Hospitation dort (auf Wunsch des Kunden). Ich habe diese 2,5h als Service betrachtet, denn man will dem Kunden keine Absicht unterstellen (wegen der Streichung und des vergessenen Bescheids) und ja auch wieder gebucht werden.
Es wurde also leider kein Zeitnachweis unterschrieben für die Hospitation (habe ich halt nicht für Notwendig befunden).
Mir wurden vor Ort die Patienten mit Ihren Problemen vorgestellt, die Doku gezeigt, ein paar Gepflogenheiten mitgeteilt. Ich habe ein paar Patienten abgesaugt, Ernährungspumpen bedient und ein paar Kleinigkeiten mitgeholfen (da man sich von meinem Können überzeugen wollte, was ich auch vollkommen legitim fand für eine Hospitation). Meine Arbeitskleidung hatte ich ja an. Dann sprach ich nochmals mit der Geschäftsführung ab, die fragte mich nochmal nach der Zahlungsfrist die bestätigte dann. Damit ging ich dann (war insgesamt von 10:00-13:00 da). Was ich erwähnen muss: war eine Fachkraft und einer Pflegehilfskraft im Dienst für 7 Patienten. Die anderen Kräfte sind mit der PDL zusammen zu einem Ausflug gewesen zur Zeit meiner Anwesenheit. Als der Ausflug vorbei war kam dann der Arzt und ich habe nur noch auf die Geschäftsführung gewartet, weil diese wegen der Zahlungsfrist noch Fragen hatte.

Gestern Früh hatte ich dann eine E-Mail im Postfach. "Es tut mir leid wir müssen die Dienste für die nächste Woche leider absagen! Wir haben genug Mitarbeiter für diesen Zeitraum. Tut mir leid für die Umstände!"
Ähm. Ja! Danke auch!

Ich bin echt sauer. Ich weis nicht wie ich mich verhalten soll. Ich weis es ist das Risiko eines Selbständigen und es gibt da wenig Handlungsspielraum (bzw. gar keinen ausser Vertraglich Ausfallgeld festlegen zu lassen aber wer macht spwas denn von den Freiberuflern? Sicher kaum einer, weil das doch auch nicht gut ankommen würde bei den Kunden). Laut Vertrag gibt es bei mir keine Kündigungsfrist für diese kurzen Vertragszeiträume. Eine Kündigungsfrist habe ich in meinem Vertrag nur für den Fall drin stehen, dass ein Vertrag über einen ganzen Monat geschlossen wird (Was dann eintritt wenn monatlich beauftragt wird, oder der Einsatzzeitraum länger als 14 Tage dauert).

Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass es geplant war. Das sieht für mich verdammt nach kostenlosem "Hilfseinsatz" aus oder bin ich Paranoid? Ich habe nunmal jetzt 2 Wochen Dienstausfall diesen Monat. Das ist echt nicht witzig, selbst wenn man als Selbständiger damit rechnen muss. Trotzdem: ich wollte mal Dampf ablassen. Es Ist unter den Umständen einfach nur ärgerlich, weil es eben von Anfang an Probleme gab. Aber daraus kann ich jetzt nur lernen :ermm::bae:.

Ich habe nun für mich entschieden, sollte der Kunde nochmal Anfragen, dass ich 1. den Stundensatz erhöhe und zweitens 50% Dienstausfallgeld/h voraussetzen werde, da die Erfahrung bzgl. dessen Zuverlässigkeit nicht besonders gut war. Wenn die sich drauf nicht einlassen bin ich nicht unbedingt traurig.

Danke fürs Lesen und "zuhören" :wink:
 
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Hallo Steffi,

auch mir ist es vor Kurzem passiert und dabei sind mir drei Monate einfach mal eben so weggeplatzt:-( Nun ja...da ich wohl schon etwas erfahrener bin, hab ich definitiv keinerlei unbezahlten Hospitationstag in "Anspruch" genommen. Allerdings bin ich umsonst über 500 km quer durch die Weltgeschichte gereist (wie sich schlussendlich herausstellte). Dies ist durchaus ein Verdienstausfall von ca. 1200 Euronen gewesen, was mir kein Mensch mehr ersetzen kann.
Daher werde ich in Zukunft nur noch den Kunden persönlich besuchen, wenn er maximal 1 h von mir entfernt seinen Sitz hat und zudem werde ich mir solch einen Bären nicht mehr aufbinden lassen.

Dir kann ich nur raten: Lass diesen Auftraggeber entgültig sausen und such Dir was Besseres und vorallem Auftraggeber, die nicht nur ein zusätzliches " Schnäppchen" rausschlagen wollen und vorallem vereinbare den Verdienstausfall in Deinem Dienstleistungsvertrag bzw. in den AGB`s.
 
Qualifikation
ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
Fachgebiet
freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
Weiterbildungen
Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
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SvenJ

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AW: Kundenauftrag abgesagt nach Hospitation

Mein Tip dazu. Setz eine Klausel in den Vertrag, der natürlich vor der Hospitation unterschrieben werden sollte, die für solche Fälle zumindest eine geringe Entschädigung enthält. z.B. bei Dienstabsage durch den AG bis zu 5d vor den geplanten Dienste wird eine Stornierungsgebühr in Höhe von 2-3 (je nach Dauer) vereinbarten Tagessätzen fällig.
Weiterer Tip. In dem Moment wo Dir offenbart wird, das es nun doch nur 5 statt 7 Diensten sind: Sachen packen und gehen!
Unsere AG erwarten von uns Zuverlässigkeit und ich erwarte diese eben auch seitens des AG. Irgendein MA hat immer Überstunden, die er dann abbauen kann. Mach einen Haken dran und weiter geht`s.
Sollte sich der AG doch nochmal melden, halt die genaue Dauer und Dienste festhalten und eine Stornogebühr in Höhe von 50% anbieten. Meint er es ernst macht er es, will er eh nur "auf Verdacht" buchen, lässt er es. An AG herrscht kein Mangel und solche Erfahrungen sorgen dann leider für höhere Stundensätze. Das sollte jedem AG klar sein.
 
Qualifikation
Fachpfleger IMC und ausserklinische Beatmung
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Heimbeatmung, IMC, Altenpflege bundesweit
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Verein zur Förderung der Beatmungspflege
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steffie.berlin

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rundumsorglospaket: Das ist natürlich bitter. Da kann ich mit meinen popligen 2 Wochen ja noch Froh sein. Bei dem AG melde ich mich jedenfalls nicht mehr und für Hospitationen werde ich in Zukunft Stundenzettel führen, auch wenn ich sie nicht unbedingt in Rechnung stelle, aber für den Fall, dass dann doch eine Absage kommt, kann ich die dann wenigstens rechtmäßig als Beleg nutzen um die Arbeitszeit auszahlen zu lassen, die ich freundlicher Weise zur Verfügung stellte.


Sven: Ich hatte mich bisher nicht getraut so eine Klausel in den Vertrag zu schreiben :whistling, weil ich noch ganz am Anfang stehe. Aber ich werd das unter Kündigung jetzt doch mit einbeziehen.
Ansonsten lernt man ja aus solchen Erfahrungen (leider).
 
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SvenJ

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Steffi. Das ist völlig normal und fast jeder Freiberufler hat eine solche Klausel in seinen Verträgen. Trau Dich ruhig;-)
 
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steffie.berlin

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Ich hab meinen Vertrag jetzt "aufgebessert", danke :).
 
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