Künstliche Befruchtung und AG

S

Sunny25

Hallo ihr lieben

Ich brauche euren Rat. Ich bin in einem ambulanten Pflegedienst beschäftigt ( außerklinische intensiv ).
Leider wurde ich letztes Jahr plötzlich krank und war 4 Monate in der Klinik, weil ich 3 mal ne SIRS hatte.
Seitdem ist mein Immunsystem leider nicht mehr das beste und ich schnappe mir irgendwie total viel auf und hatte daher immer mal wieder ca 7 Tage ne AU.
Ich glaube, es ist für jeden von uns nachvollziehbar, dass ich mit einer Erkältung nicht zu einem SMA Typ 1 Kind fahre.
Für meinen AG natürlich sehr ärgerlich weil die sich dann um Ersatz kümmern müssen und auch wir haben Personalmangel.
Mein Mann und ich haben seit einiger Zeit Kinderwunsch. Laut der Ärzte und dem Spermiogramm brauchen wir eine Künstliche Befruchtung ( ICSI ).
Wir wollen im Mai mit der Behandlung starten. Die Kinderwunschklinik schreibt die Patienten nach Punktion der Eizellen oder spätestens nach dem Transfer der befruchteten EZ für 14 Tage krank bis zum Bluttest. Da ich auch mit infektiösen Patienten zu habe ( u.a MRSA & MRGN 3 ), würde ich mir auch die AU geben lassen.
Kann mich mein AG kündigen ? Ich bin unbefristet seit 1 Jahr.
Ich musste vor kurzem auch zum Betriebsarzt weil meine Vorgesetzte glaubt ich würde immer wieder blau machen ( die Betriebsärztin hat meine Vorgesetzte zitiert ).
Muss ich da ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich dann nach der KB mit AU daheim bleibe ?
Ich will nach der Elternzeit dann eh kündigen und mir etwas anderes suchen. So wie die bei uns mit Personal umgehen ist echt unter Gürtellinie. Ich möchte aber nicht jetzt wechseln weil ich aufs BV warte ( auch wenn das nicht so fair von mir ist ! Mein AG hat mich auch schon ein paar mal gelinkt !! ).

Würde gerne Eure Meinungen dazu hören.

Danke schon mal dafür !

LG
 
K

Keßler

Ööööhhhh....

Weiss Deine Vorgesetzte warum Du AU bist ?
- Offenheit fördert Verständnis.

Kündigungsgrund ?
- Nun ja, wenn ein AN öfter aus dem gleichen Grund AU ist, hat der AG schon eine Handhabe.
(Wenn sich das über 6 Wochen summiert...)

Perspektive ?
- Gerade bei Kinderwunsch würde ich doch allen Müll hinter mir lassen !
- Stress dürfte bei ICSI nicht gerade förderlich sein.
- Geld ist nicht alles.
- Setze Prioritäten !

Frohe Ostern
Frieda
 
S

Sunny25

Meine Vorgesetzte wusste IMMER warum ich AU war :) Glaubt es mir jedoch trotzdem nicht.
Ich bin mir auch nicht so sicher ob ich ihr das mit der ICSI sagen soll. Schließlich haben sie eine ehemalige Kollegin abgemahnt, als sie rechtzeitig bescheid gab, dass sie am Arm operiert werden muss.
Die hat dann gekündigt und ist zur Konkurenz.

Ich war nicht öfter aus dem selben Grund krank. War 4 Monate wegen 3 mal Sepsis krank und dann mal nen fetten HWI mit Pyelonephritis und zeitgleich ne Entzündung im Schultergelenk. Ach im Oktober hatte ich nen Magen Darm. Die wissen ganz genau was ich hatte bei jeder AU.

Das sagt sich leider einfacher als es ist. Ich verdiene grad mal minimal über 12€ die Stunde - und das schon MIT Lohnerhöhung vor ein paar Wochen. Ich muss auch Miete, Essen und Auto zahlen. Ich wäre doch schön blöd wenn ich jetzt den unbefristeten kündigen und in einem befristeten gehen würde und Zack SS wäre. Für den neuen AG doof und für mich weil mein Vertrag sicher nicht verlängert werden würde.

Wünsche ebenfalls frohe Ostern
 
B

bayerndirndl

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
München
0
Hallo, erst mal würde ich mir um einen Arbeitsrechtschutz schauen, weil diese Art von AG schrecken ja vor nix zurück. Du bist in keinster Weise verpflichtet deinen Arbeitgeber zu sagen weshalb du krank bist. Er kann dich natürlich zum Betriebsarzt schicken, schließlich muss er ja prüfen ob du überhaupt diesen Beruf noch ausüben kannst. Der Betriebsarzt darf dem Arbeitgeber auch nur sagen du bist Berufsunfähig ja oder nein. Und nicht weshalb du krank bist. Auch der Betriebsarzt hat eine verschwiegenheitspflicht.
Grundsätzlich ist man im krank vor Kündigung geschützt.
Viel Erfolg für Euer vorhaben
 
Qualifikation
Krankenschwestern
Fachgebiet
ambulant
P

pegean

Unterstützer/in
Basis-Konto
"Der Betriebsarzt darf dem Arbeitgeber auch nur sagen du bist Berufsunfähig ja oder nein."

Das entscheidet garantiert nicht der Betriebsarzt !
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
altenheim-lt.nachtwache
M

Microknee

Mitglied
Basis-Konto
31
Augsburg
0
Hallo Sunny!
Deinen AG geht es gar nix an, weswegen du eine AU hast. Der bekommt die AU-Bescheinigung und gut ist.
Egal ob du nun sechs oder mehr Wochen krank bist. Das hat auch nichts mit Offenheit und evtl. zu erwartendem Verständnis zu tun
Du bist krank und damit basta!!

Du musst auch hier im Forum nicht rechtfertigen, was deine Krankengeschichte angeht. Das ist deine Privatsache!!

Kündigen im Krankheitsfall kann dir dein AG auch nicht, das ist arbeitsschutzrechtlich nicht zulässig.
Eine Abmahnung wegen Krankheit -> jeder Fachanwalt für Arbeitsrecht reibt sich die Hände, denn damit kommt der AG nicht durch.

Nach 6 Wochen krank am Stück fällst du aus der Lohnfortzahlung und dein AG braucht an dich kein Gehalt mehr überweisen, solange du im Krankenstand bist. Das bezahlt, mit Abschlägen, die Krankenkasse.

Da du einen unbefristeten AV hast, kann dir per se erst mal nix passieren.

Allerdings würde ich an deiner Stelle schleunigst eine Rechtsschutzversicherung abschließen oder wenn es eilt einer Gewerkschaft beitreten. Dort ist man ab Beitragszahlung sofort rechtlich abgedeckt und bekommt Rat und Hilfe. Beim Rechtsschutz hat man meistens bis zu 3 Monate Wartezeit, bis einem geholfen wird. Stell deinem AG deine Arbeitskraft weiterhin zur Verfügung, wenn es dir gesundheitlich gut geht.

Wenn die künstliche Befruchtung ansteht, bist du halt, ohne Angabe von Gründen 2 Wochen krank und wenn es beim ersten Mal gleich klappt (was ich euch von Herzen wünsche), dann gehst du sofort ins BV..

Wie dein AG in den Wald ruft, so schallt es von dir zurück!

Alles Gute, Microknee
 
Qualifikation
OP-Schwester
Fachgebiet
OP-Managerin (IHK)
Weiterbildungen
Praxsianleitung OP
Fort- und Weiterbildung
Führungskräftewerkstatt
Ausbildung zur OP-Managerin
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
593
6
Grundsätzlich ist man im krank vor Kündigung geschützt.
Das ist eine grundsätzlich falsche Aussage, Krankheit schützt nicht vor einer Kündigung. Eine Schwangerschaft durchaus.
Kündigen im Krankheitsfall kann dir dein AG auch nicht, das ist arbeitsschutzrechtlich nicht zulässig.
Das ist leider nicht richtig, auch wenn es wünschenswert wäre. Arbeitgebern steht bei häufigen und längerfristigen Krankenstand ein Sonderkündigungsrecht zu. Sunny hat die Krankzeiten selbst schon mit 4-5 Monaten angegeben:
War 4 Monate wegen 3 mal Sepsis krank und dann mal nen fetten HWI mit Pyelonephritis und zeitgleich ne Entzündung im Schultergelenk. Ach im Oktober hatte ich nen Magen Darm.
Das dürfte den AG somit sicherlich durchaus zu einer ausserordentlichen Kündigung berechtigen.

Sunny, euch wünsche ich erst mal ganz viel Glück, gutes Gelingen und starke Nerven - ich drück euch für die ISCI beide Daumen :D Du musst Dich dennoch an den Gedanken gewöhnen, dass Dich Dein AG durchaus in den ersten 2 Wochen kündigen könnte. Eine erst nach Erhalt der Kündigung eingetretene Schwangerschaft löst den besonderen Kündigungsschutz zwar nicht aus. Wird die Schwangerschaft aber unmittelbar nach Erhalt der Kündigungserklärung festgestellt, kann die genaue Berechnung des Schwangerschaftsbeginns für das Eingreifen des Sonderkündigungsschutzes bedeutsam sein. Es wäre also sicherlich ratsam, jeden Tag eine Blutentnahme durchführen zu lassen, um den Tag des SS-Eintritts dokumentieren zu können. Ist bis dahin keine Kündigung eingegangen, bist Du ohnehin safe ;)

VG,
Christian
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.