Arbeitsrecht Kündigung und Überstunden

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Snups

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Hallo,
Ich hoffe es ist ok hier diese Frage zu stellen. In der Suchfunktion habe ich nichts gefunden was zu meinem Problem passt.
Also:
Ende Oktober wäre mein befristeter Arbeitsvertrag ausgelaufen und obwohl mein Heim schon signalisiert hat das sie mich behalten wollen habe ich trotzdem ein paar Bewerbungen los gelassen.
Ich habe zwei Angebote die bessere Konditionen haben als bisher und deshalb habe ich letzten Montag meine Kündigung abgegeben.
Ich habe noch 6 Tage Resturlaub und ca 15 Überstunden die mir ausbezahlt werden da es personell nicht möglich ist mir den Freizeit Ausgleich innerhalb der 4 Wochen Kündigungsfrist zu geben.
Leider legal aber muss ich mit leben.
Jetzt mein eigentliches Problem:
Ich müsste laut Soll 147 Stunden diesen Monat leisten der Plan ist aber so geschrieben das ich auf 163 ist-Stunden komme.
Aber da das Haus ja schon weiss das sie mir keinen Freizeitausgleich geben können ist es da rechtens zu fordern das ich noch zusätzlich Überstunden aufbaue?
Hab ich an und für sich wenig Lust drauf weil sich die Einstellungen mir gegenüber in den letzten Tagen arg ins negative gedreht hat.
Ich wäre dankbar wenn da jemand ne Antwort weiß.
 
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Windrose54

AW: Kündigung und Überstunden

Waaaas? So viele Überstunden in einem Monat?
Aber wenn der Dienstplan so geschrieben ist, wirst du wohl deinen Pflichten bis zum letzten Tag nachkommen müssen. Stand der Dienstplan schon, bevor du gekündigt hast?
Fakt ist aber auch, dass die Einrichtung dann noch mehr Überstunden ausbezahlen muss. Leider macht man bei Auszahlung immer Miese.
 
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hexe1070

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AW: Kündigung und Überstunden

Hmmm, also ich sehe das persönlich schon anders.

Hier besteht ein derzeit noch befristetet Arbeitsverhältnis, an dessen Zustand der AG bisher nichts geändert hat. Signalisieren kann er ja viel, Taten wären in dem Fall entscheidend!! Somit hat er kein Recht dich weiter zu überplanen (wenn denn überhaupt erlaubt aufgrund arbeitsvertraglicher Richtlinien)

Ich würde ganz klar auf meine Freizeit bestehen und auf meinen Urlaub ganz besonders, der befristete Vertrag war ja sicher auf AG Verlangen gewachsen und die wussten, dass du bis dahin rein theoretisch diesen Urlaubsanspruch hast.

Was da nicht planbar ist, erschließt sich mir grade nicht. Wieso ist das legal, hast du dich da rechtlich beraten lassen?

Verträge haben nicht nur einseitige Rechte!
 
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Microknee

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AW: Kündigung und Überstunden

Es ist planbar!!
Das was der AG dort versucht, ist mal wieder seine Machtposition auszuspielen und der AN lässt es sich gefallen.
Was ist daran rechtens?

Der AN hat einen befristeten AV, der zum Tag X endet. Das weiß sowohl der AN als auch der AG!

Das aus personellen Gründen der Freizeitausgleich nicht abgegolten werden kann, ist nicht das Problem des AN, sondern des AG.
Am Ende des AV muss der AN mit Urlaub und Mehrarbeit auf Null stehen = 0 Tage Urlaub + 0 Stunden auf dem Arbeitszeitkonto. Selbst, wenn das AZK nicht elektronisch geführt wird, muss es einen schriftlichen Nachweis geben, wann die AZ des AN laut AV abgegolten ist.
Es ist daher auch nicht rechtens, den AN in seinem letzten Monat noch mit 16 Stunden Plus zu planen. Im Gegenteil, es muss seitens des AG und des DP-Schreibers dafür gesorgt werden, dass am Ende alles auf 0 steht.

Bei uns geht der MA am Ende seines letzten Monats mit genau 0 nach Hause. Obwohl wir ein elektronisch geführtes AZK haben, teilt uns die Personallabteilung genau mit, wann der ausscheidende MA seinen letzten AT hat und um welche Zeit dieser endet. Es kann ja sein, dass an den letzten Tagen noch Mehrarbeitsstunden angefallen sind, die dann natürlich mitangerechnet wurden und somit auch zeitnah abgegolten werden müssen.

Lasst euch doch nicht immer eure Rechte streitig machen!
Ein AN hat Pflichten und Rechte und ein AG hat Rechte und Pflichten.

Schönen Tag

Microknee
 
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Hülsi

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AW: Kündigung und Überstunden

Genauso sehe ich das auch...nur was nicht möglich ist, darf ausbezahlt werden: also z.B. wenn du 200 Überstunden hast und die Kündigungsfrist 4 Wochen beträgt...dann arbeitest du während der Kündigungsfrist nicht mehr und bekommst den Rest der Überstunden ausbezahlt !
 
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Snups

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AW: Kündigung und Überstunden

Danke für die vielen Antworten.
Nein nein Vertrag wäre erst am 31.10. abgelaufen ich kündige also einen Monat zu früh. Der dienstplan war schon geschrieben als ich gekündigt habe. Den für 1.-15. September allerdings noch nicht. Da hab ich zwar keine Überstunden mehr aber bin so eingeplant das mein resturlaub und die Überstunden nicht abgegolten werden.
 
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Microknee

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AW: Kündigung und Überstunden

Dann muss halt neu geplant werden!
Das kann aber nicht dein Problem sein.
Du stellst deine Arbeitskraft zur Verfügung und wenn deine AZ aufgebraucht, abzüglich Urlaub und Überstunden, ist Schluss!!!

LG opjutti
 
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Lisy

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AW: Kündigung und Überstunden

Aber jetzt hallo, der AN darf/ kann / soll sich auf seinen Dienstplan verlassen können????? Und wenn jemand krank wird oder kündigt dann schreibt man den Dienstplan mal schnell um?????
Dann kommt die nächste Diskusson mit den anderen MA, wieso soll ich jetzt einspringen, da hab ich doch schon was vor. Besser in meinen "Augen" die Version Dienstplan steht, Urlaub und Überstunden werden ausbezahlt
Elisabeth
 
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Snups

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AW: Kündigung und Überstunden

Ich habe im Bundesurlaubsgesetz nachgelesen und da steht das Urlaub zwar generell besser abgegolten als ausbezahlt werden muss aber das wenn es dem Arbeitgeber personell nicht möglich ist der Arbeitnehmer sich mit der Auszahlung abfinden muss. Zum Thema Überstunden findet sich ein ähnlicher Passus im Kündigungsgesetz.
Ich hatte mich damit auch schon abgefunden aber seh halt irgendwie nicht ein noch zusätzlich Überstunden aufzubauen.
Ich gehöre an und für sich nicht zu denen die ein Arbeitsverhältnis mit Krankenschein beenden aber bei so wenig entgegen kommen kommt man ins grübeln.....

- - - Aktualisiert - - -

Aber Elisabeth beim ausbezahlen macht man miese und das ist unfair weil ich die Überstunden ja mit Arbitszeit aufgebaut habe. Ich also auch für andere eingesprungen bin und Teile meiner Freizeit "geopfert" habe.
Wozu gibt es eine Kündigungsfrist von vier Wochen wenn das dann doch noch als zu kurzfristig deklariert wird?
Hätte ich nen Unfall oder wäre krank geworden wäre das Heim auch nicht geschlossen worden.
Ausserdem habe ich auf Arbeit bekannt gegeben das ich hinsichtlich meines bald endenden Arbeitsvertrages Bewerbungen schreibe also hätte man wohl schon mal auf mich zukommen oder aber eventuelle Veränderungen erwarten müssen.
 
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Christian Kröhl

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AW: Kündigung und Überstunden

Und wenn jemand krank wird oder kündigt dann schreibt man den Dienstplan mal schnell um?????
Ja, Elisabeth. Denn solche Eventualitäten sind gängig. Daher ist ein Arbeitgeber verpflichtet, seinen Betriebsablauf derart zu gestalten, dass er dies aus eigener (oder fremder -> ANÜ) Personalausstattung heraus kompensieren kann. Für ein Organisationsverschulden kann ein verursachender Arbeitgeber kaum einen Arbeitnehmer in die Mithaftung nehmen und diesen das dann ausbaden lassen wollen.

Betriebsführung und Dienstplanung sind und bleiben hoheitliche Aufgaben der Geschäftsführung.
 
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AW: Kündigung und Überstunden

Aber Elisabeth beim ausbezahlen macht man miese und das ist unfair weil ich die Überstunden ja mit Arbitszeit aufgebaut habe.
ist ein Gerücht, welches sich hartnäckig hält, aber eben nur ein Gerücht. genau wie das es für jemanden in der Steuerklasse 5 gar nicht lohnt Üstunden auszahlen zulassen.

Das holt man sich beim Lohnsteuerjahresausgleich zurück und fertig. Üblicherweise gibts ja auch Überstundenzuschläge um Überstunden (Achtung ich meine Überstunden keine Mehrarbeitsstunden) anders zu stellen als Arbeit in der Sollarbeitszeit. Sicher werden jetzt einige wieder Einspruch erheben, dass sie keine ÜStundenzuschläge bekommen, aber es hat ja auch keiner jemanden gezwungen, so einen AV zu unterschreiben.

Was man auch bedenken sollte: Auszahlung von Überstunden gilt für den normalen Bruttoarbeitslohn, dass heißt diese ausgezahlten Überstunden und auch der Urlaub, liegen auch der Berechnung von Rente und Arbeitslosen- und Krankengeld zugrunde.
 
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AW: Kündigung und Überstunden

Das holt man sich beim Lohnsteuerjahresausgleich zurück und fertig.
Als pauschales Statement ist so eine Aussage - bedenkt man sich verändernde Lebensumstände, Steuerprogression, u.ä. - sicherlich falsch. Differenzert man dann noch steuerfreie Überstundenzuschläge von steuer- und sozialabgabenpflichtigen Überstunden an sich und legt das Ganze auf 1/12tel um, sieht das nochmal anders aus, da man monatlich in der Progression nicht so hoch rutscht. Und ob man beim Jahresausgleich dann tatsächlich die abgeführten Beträge in voller Höhe wieder bekommt, steht dann noch einmal auf einem ganz anderen Blatt.

Wer im Januar also Überstunden leistet, darf auf meist über die Hälfte der hierfür enstandenen Lohnanteile bis Mitte des darauf folgenden Jahres warten, wenn diese als Einkommenssteuer-Rückzahlung durch das Finanzamt ausbezahlt werden. Unter diesem Gesichtspunkt würde ich mir einen solchen Kommentar zumindest verkneifen.
 
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